Stillzeit

Corona-Impfung: Sind Vakzine in der Muttermilch nachweisbar?

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Corona-Impfung während der Schwangerschaft

Corona-Impfung während der Schwangerschaft

Das Impfen gegen das Coronavirus geht immer weiter voran. Vor allem Schwangere sind ganz oben auf der Liste der Risikopatienten. Doch gerade Schwangere werden bisher selten geimpft. Woran das liegt und warum Mediziner für Impfungen sind, sehen Sie im Video.

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Berlin/San Francisco  Noch gibt es wenige Daten zu Corona-Impfungen für stillende Frauen. Eine neue Studie gibt Hinweise auf die Folgen für die Muttermilch.

Schwangere werden derzeit meist noch nicht regulär gegen Covid-19 geimpft. Bisher liegen schlichtweg zu wenige Studiendaten für eine allgemeine Empfehlung vor. Doch auch was die Impfung von Müttern während der Stillzeit angeht, ist die Datenlage eher unvollständig.

„In der Stillzeit können sowohl die Stillende als auch der gestillte Säugling alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bekommen“, heißt es vom Robert Koch-Institut (RKI). Einzige Ausnahme bildet die Impfung gegen Gelbfieber.

Neue Studie: mRNA aus Corona-Impfstoff nicht in Muttermilch nachweisbar

Auch die Immunisierung der Mutter mit den beiden mRNA-Vakzinen gegen Covid-19 stellt aus Sicht der Stiko höchstwahrscheinlich kein Risiko für den Säugling dar. Eine erste wissenschaftliche Untersuchung untermauert diese Annahme jetzt.

Corona-Impfungen für stillende Frauen mit mRNA-Impfstoffen sind nach Einschätzung von US-Forschern in Hinblick auf die Muttermilch unproblematisch. Wegen der Immunisierung sollten Mütter nicht aufhören zu stillen, schreibt ein Team um Stephanie Gaw von der University of California in San Francisco im Fachblatt „Jama Pediatrics“. In 13 untersuchten Muttermilchproben von sieben geimpften Frauen sei keine mRNA aus dem Impfstoff nachweisbar gewesen.

Studie liefert nur frühe Hinweise – niedrige Teilnehmerzahl

Fünf Probandinnen hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und zwei den von Moderna erhalten. Die untersuchten Proben wurden vor der Impfung sowie zwischen vier und 48 Stunden danach entnommen.

Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Es weist als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

mRNA-Impfstoffe basieren auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA). Die mRNA in den Präparaten enthält den Bauplan für ein bestimmtes Merkmal des Coronavirus.

Auch Stiko-Chef befürwortet Corona-Impfung von stillenden Müttern

Deutsche Fachgesellschaften hatten sich bereits im Mai für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen. Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte kürzlich gesagt, dass die Impfung von Stillenden „eigentlich auch nach Stiko-Vorstellungen unproblematisch“ sei. „Das muss man ganz klar sagen, ich denke, die stillende Frau kann ohne weiteres geimpft werden.“

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(bml/dpa)

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