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Corona: EMA prüft dritte Dosis von Moderna-Impfstoff

| Lesedauer: 79 Minuten
Diskussion über Testpflicht für Corona-Geimpfte

Diskussion über Testpflicht für Corona-Geimpfte

Auch Corona-Geimpfte können sich infizieren und weitere anstecken. Einige Experten halten es für sinnvoll, dass Geimpfte sich für Veranstaltungen dennoch testen lassen sollten.

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Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Mehr im Blog.

  • Das RKI meldet aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie - die Inzidenz steigt wieder an
  • Joe Biden erhält eine Corona-Auffrischungsimpfung
  • Pfizer hat eine große klinische Studie mit einem Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 begonnen
  • Tanzflächen auf Mallorca dürfen unter Auflagen wieder öffnen
  • Studie: Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie der Zweite Weltkrieg
  • Frankreich spendet 60 Millionen weitere Corona-Impfdosen an ärmere Länder
  • Dieser Blog ist geschlossen. Weitere Corona-News finden Sie in unserem aktuellen News-Blog.

Berlin. Die Corona-Fallzahlen schnellen dem RKI zufolge nach einem kurzen Abwärts-Trend erneut in die Höhe. Während die bundesweite Inzidenz wieder steigt, geht es mit der Impfkampagne in Deutschland allerdings nicht voran. Rund 64 Prozent der Deutschen sind geimpft. Im Vergleich zu Ländern wie Spanien ist das nicht viel. Vor allem ist es laut Stiko-Chef Thomas Mertens nicht genug, um unbesorgt auf die vierte Welle der Corona-Pandemie und den kommenden Winter zu blicken.

Beim Robert Koch-Institut hat man sich daher auch schon Gedanken gemacht und eine neue Strategie vorgestellt. Mit ihr soll nicht nur der Impfortschritt beschleunigt werden, sondern auch ein erneuter Lockdown im Winter verhindert werden. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, sind auch Boosterimpfungen im Gespräch. Entsprechen prüft die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) einen Antrag des Impfstoffherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis.

Interaktive Grafik: Corona-Inzidenzen nach Alter

Derweil sorgt eine Ankündigung aus dem Verkehrsministerium für Aufregung. In Zukunft müssen in jedem Verbandskasten im Auto zwei Schutzmasken liegen. Nach der Diskussion um ein baldiges Ende aller Corona-Maßnahmen ist nun klar: Mindestens eine Corona-Regel wird auch nach dem Ende der Pandemie bleiben.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 61,7 an. Am Vortag hatte der Wert bei 61,6 gelegen, vor einer Woche bei 71,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3022 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Montag, 27. September: Internationales Filmfest Emden nur für Geimpfte und Genesene

19.50 Uhr: Für das in der kommenden Woche startende 31. Internationale Filmfest Emden-Norderney gilt die 2-G-Regel. An beiden Spielorten dürften nur geimpfte und genesene Festivalgäste in die Kinosäle, teilten die Organisatoren am Montag in Emden mit. Dafür entfielen bei allen Filmen, Events und Rahmenveranstaltungen die bisherigen pandemiebedingten Einschränkungen. In den Kinosälen gebe es weder eine Maskenpflicht noch Abstandsregelungen. Die Grundlage hierfür bilde die in der vergangenen Woche beschlossene Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, die für Geimpfte und Genesene wieder mehr Freiheit geschaffen habe, hieß es. Allerdings seien die Ausnahmeregelungen der Corona-Verordnung für Kinder und Jugendliche sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, weiterhin gültig.

"Uns ist einerseits schon bewusst, dass wir einige ungeimpfte Personen damit vom Festivalbetrieb ausschließen", sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Hans-Dieter Haase. Doch von der 3-G-Regelung - also Zutritt auch für Getestete - wären noch mehr Menschen betroffen, da dann wegen der Abstandsregeln bis zu zwei Drittel aller Plätze frei bleiben müssten.

Biden bekommt Corona-Auffrischungsimpfung vor laufender Kamera

19.24 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat seine dritte Corona-Impfung bekommen. "Ich weiß, ich sehe nicht so aus, aber ich bin über 65 Jahre alt", scherzte der 78-Jährige am Montag im Weißen Haus, während er sich vor laufender Kamera impfen ließ. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen in der vergangenen Woche genehmigt. Die zweite Impfung muss mindestens sechs Monate her sein.

Biden ließ sich auch die ersten beiden Impfungen öffentlich verabreichen. Auch seine 70 Jahre alte Ehefrau Jill werde die dritte Spritze bekommen, sagte Biden. "Ich möchte klarstellen, dass Auffrischungsimpfungen wichtig sind, aber das Wichtigste ist, dass mehr Menschen geimpft werden", sagte Biden weiter. Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bislang sind dort 55,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

EMA prüft dritte Dosis von Moderna-Impfstoff

18.06 Uhr: Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfstoffherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Die vorgelegten Daten sollten nach einem beschleunigten Verfahren bewertet werden, teilte die EMA in Amsterdam mit. Der sogenannte Booster könnte Menschen ab zwölf Jahren mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden, um den Schutz vor einer Corona-Infektion zu erhöhen. Bisher werden diese Booster in einigen Ländern bereits Menschen mit einem geschwächten Immunsystem angeboten.

Pfizer treibt Entwicklung von Anti-Corona-Pille voran

17.37 Uhr: Der US-Pharmakonzern Pfizer hat eine große klinische Studie mit einem Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 begonnen. In dieser soll das Mittel an bis zu 2660 gesunden Erwachsenen getestet werden, die im selben Haushalt wie eine mit Corona infizierte Person leben. Die Arznei wird in der Studie der Phase 2/3 zusammen mit einer niedrigen Dosis des HIV-Medikaments von Pfizer oral eingenommen. In den USA ist Remdesivir von Gilead, das intravenös verabreicht wird, das bislang einzige zugelassene antivirale Medikament zur Behandlung von Covid-19.

Niedrige Inzidenz: Leipzig darf Stadion zu mehr als 50 Prozent füllen

16.55 Uhr: Aufgrund der niedrigen Corona-Inzidenz in der Stadt darf RB Leipzig schon beim kommenden Heimspiel der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Bochum am Samstag wieder mehr Zuschauer ins Stadion lassen. Das ergab sich nach dpa-Informationen am Montag aus Gesprächen zwischen Club und Gesundheitsamt und ist zudem durch die aktuelle Corona-Verordnung Sachsens gedeckt. In Leipzig liegt die Inzidenz seit mehreren Tagen unter 35, so dass der Club nicht mehr an die Kapazitätsgrenze von 50 Prozent Auslastung bzw. maximal 25.000 Zuschauern gebunden ist.

Am vergangenen Samstag durfte RB nur 23.500 Fans ins Stadion lassen, dessen Fassungsvermögen nach dem Umbau 47.000 Zuschauer beträgt. Wie viele es gegen Bochum sein dürfen, ist aktuell noch unklar. Leipzig könnte die Grenze von 23.5000 Zuschauern bereits beim Champions-League-Spiel am Dienstag gegen den FC Brügge überschreiten, sieht aufgrund der Kurzfristigkeit davon jedoch ab.

"Maskenball" in Mallorcas Discos: Tanzflächen dürfen wieder öffnen

16.02 Uhr: Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor eineinhalb Jahren dürfen Clubs, Discos und Nachtlokale auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ab dem 8. Oktober wieder ihre Tanzflächen öffnen. Das kündigte der regionale Tourismusminister Iago Negueruela am Montag angesichts niedriger Corona-Zahlen an. "Die Balearen kehren praktisch zur Normalität zurück", sagte er. So ganz normal wird es aber dann doch noch nicht zugehen, denn wer tanzen will, muss dabei eine Maske tragen. Wer nicht tanzt, sondern am Getränk nippt, muss sitzen. Um 05.00 Uhr morgens ist Schluss.

Bars und Kneipen durften zwar auch während der Pandemie unter wechselnden Auflagen Kunden bedienen, die Tanzflächen waren jedoch tabu. Die Justiz muss den Plänen der Politiker noch zustimmen. Diese sehen vor, dass beim Einlass per Covid-Pass nachgewiesen werden muss, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Voraussichtlich werden die Lokale auch nur 75 Prozent ihrer eigentlich zulässigen Gästezahl einlassen dürfen.

Thailand lockert Lockdown-Regeln - kürzere Quarantäne für Reisende

15.40 Uhr: Vollständig Geimpfte müssen bei der Einreise nach Thailand ab dem 1. Oktober nur noch sieben statt wie bisher 14 Tage in Hotel-Quarantäne. Für nicht-geimpfte Besucher gilt eine zehntägige Quarantänepflicht. Die neuen Regeln sind Teil der Lockdown-Lockerungen, die die Regierung in Bangkok am Montag bekanntgegeben hat. Die Corona-Zahlen in dem südostasiatischen Urlaubsland sind zuletzt langsam aber stetig gesunken.

Deshalb werden nun auch in den 29 sogenannten dunkelroten Zonen, die besonders von der jüngsten Corona-Welle betroffen waren und zu denen die Hauptstadt Bangkok und der beliebte Ort Pattaya gehören, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen um eine Stunde verkürzt. Sie gelten ab Freitag von 22 bis 4 Uhr statt wie bisher ab 21 Uhr. Damit können auch Geschäfte, Einkaufszentren und Restaurants wieder länger öffnen. Zudem dürfen Schönheitssalons, Spas, Kinos und Fitnessstudios aufmachen.

Corona-Lockdown in Sydney wird Mitte Oktober für geimpfte Bürger aufgehoben

12 Uhr: Nach einem wochenlangen Lockdown in Sydney sollen die Corona-Beschränkungen für geimpften Einwohner der Metropole Mitte Oktober gelockert werden. Ein "Plan für die Freiheit" werde in Kraft treten, sobald 70 Prozent der Menschen mit zwei Impfdosen vollständig immunisiert seien, kündigte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, am Montag an. Sie sei "ziemlich zuversichtlich", dass diese Zielmarke am 11. Oktober erreicht werde. Die Anordnung, nur in dringenden Fällen die Wohnung zu verlassen, soll dann in Sydney und New South Wales aufgehoben werden. Bars, Restaurants und Geschäfte dürfen dann wieder für geimpfte Gäste öffnen. Für Ungeimpfte bleiben die Beschränkungen hingegen noch bis Anfang Dezember bestehen. Bis dahin rechnen die Behörden mit einer 90-prozentigen Impfquote.

Auch in Australiens Hauptstadt Canberra wird der Corona-Lockdown Mitte Oktober gelockert, wie die Behörden mitteilten. Einrichtungen wie Bars, Schönheitssalons und Fitnessstudios werden dann wieder geöffnet.

Lauterbach: Direktwahl "Votum für unsere Corona-Politik"

8.24 Uhr: Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht sein erneut errungenes Direktmandat bei der Bundestagswahl als "ein Votum für unsere Corona-Politik". Die Wähler hätten diese Arbeit honoriert, schrieb Lauterbach auf Twitter. Der durch die Pandemie bundesweit bekanntgewordene Gesundheitsexperte hatte seinen Wahlkreis Leverkusen - Köln IV mit 45,6 Prozent der Erststimmen zum fünften Mal gewonnen, er bleibt im Bundestag. Lauterbach hatte vor der Wahl Interesse am Posten des Bundesgesundheitsministers geäußert.

Studie: Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie Zweiter Weltkrieg

5.02 Uhr: Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. In einigen Ländern sei der Fortschritt der vergangenen Jahre in kurzer Zeit zunichtegemacht worden, berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im "International Journal of Epidemiology". Bei Männern war der Rückgang demnach größer als bei Frauen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten aus 29 Staaten, die meisten aus Europa, darunter Deutschland, sowie Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr. "In westeuropäischen Ländern wie Spanien, England und Wales, Italien, Belgien wurde ein solcher Rückgang der Lebenserwartung in einem einzigen Jahr zum Zeitpunkt der Geburt zuletzt während des Zweiten Weltkriegs beobachtet", sagte Co-Autor José Manuel Aburto.

Bolsonaro nach Rückkehr aus New York negativ auf Corona getestet

0.16 Uhr: Nach mehreren Corona-Fällen im Umfeld des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ist der Staatschef selbst negativ auf das Coronavirus getestet worden. Bolsonaro werde seine Amtsgeschäfte am Montag wieder aufnehmen, kündigte die Regierung an. Der rechtsextreme Staatschef, der nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, hatte sich nach seiner Rückkehr von der UN-Generaldebatte in New York am Mittwoch in Isolation begeben. Vier Mitglieder der Delegation, die ihn bei der mehrtägigen Reise in die USA begleitet hatten, wurden inzwischen positiv auf Corona getestet.

Neben Gesundheitsminister Marcelo Queiroga infizierte sich auch ein Sohn des Präsidenten, der Abgeordnete Eduardo Bolsonaro. Am Sonntag erklärte auch der Bank Caixa Economica Federal, Pedro Guimaraes, er sei positiv getestet worden. Zuvor war bereits bei einem Diplomaten, der einen Tag vor Präsident Bolsonaro in New York eingetroffen war, eine Infektion festgestellt worden. Rund 50 Mitglieder der brasilianischen Delegation wurden nach ihrer Rückkehr aus New York vorsorglich unter Quarantäne gestellt.

Sonntag, 26. September: Ende der Corona-Regeln - Partys in Norwegen

22.26 Uhr: Mit zahlreichen Partys haben die Menschen in Norwegen das Ende der Corona-Regeln gefeiert. Nachtclubs und Kneipen waren voll, vielerorts herrschte ausgelassene Stimmung. In Warteschlangen vor Discos und Bars wurden Lieder gesungen. In der Stadt Trondheim mussten mehrere Menschen versorgt werden, die beim langen Anstehen ohnmächtig wurden.

Aus mehreren Städten wurden allerdings auch Schlägereien, Verletzte und Festnahmen gemeldet, wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK berichtete. "Es gab viele Ordnungswidrigkeiten, Gewaltausbrüche und Kämpfe", sagte Rune Hekkelstrand von der Polizei in Oslo. Norwegen hatte zuvor die allermeisten Corona-Maßnahmen aufgehoben. Unter anderem gilt nun nicht mehr die Ein-Meter-Abstandsregel, auch die Teilnehmerbeschränkungen bei Veranstaltungen und Zusammenkünften fallen weg.

Russland-Präsident Putin beendet Quarantäne

21.25 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Corona-Quarantäne mit einem mehrtägigen Angelausflug nach Sibirien beendet, wie der Kreml mitteilte. Putin hatte sich Mitte September vorsorglich selbst isoliert, nachdem Dutzende Personen aus seinem Umfeld an Covid-19 erkrankt waren.

In größeren NRW-Städten keine Probleme mit Corona-Verstößen bei Wahl

18.28 Uhr: In Nordrhein-Westfalen haben mehrere große Städte bei der Bundestagswahl zunächst keine Probleme bei der Einhaltung der Corona-Regeln festgestellt. Es habe diesbezüglich keine besonderen Vorkommnisse gegeben, hieß es am Sonntag aus Köln, Münster, Essen, Bonn und Düsseldorf. Es seien Masken getragen und Abstände eingehalten worden. In den Wahllokalen galten aufgrund der Corona-Pandemie besondere Hygieneregeln.

Corona-Impfskeptiker sorgen bei Wahl in Oberösterreich für Überraschung

17.13 Uhr: Bei den Landtagswahlen am Sonntag in Oberösterreich gab es eine Überraschung: Die Corona-Impfskeptiker der Liste Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG) schaffen es bei ihrem ersten Antreten problemlos in den Landtag. Ersten Hochrechnungen zufolge kommen sie auf rund sieben Prozent der Stimmen. Die Hürde liegt dort bei vier Prozent.

Zur Stimmabgabe waren 1,1 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Ein Endergebnis wird gegen 22 Uhr erwartet.

Frankreich spendet 60 Millionen weitere Corona-Impfdosen an ärmere Länder

15.59 Uhr: Frankreich will doppelt so viele Corona-Impfdosen an ärmere Länder spenden wie bisher geplant. Insgesamt werde sein Land 120 Millionen Dosen zur Verfügung stellen, kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron am Samstag bei dem weltweiten Musikfestival Global Citizen Live an. Er bezeichnete es als "Ungerechtigkeit", dass die Impfkampagne auf anderen Kontinenten deutlich langsamer laufe als in Europa. "Wir müssen schneller und entschlossener vorgehen", betonte Macron in seiner Videobotschaft.

Am Mittwoch hatten bereits die USA angekündigt, weitere 500 Millionen Impfdosen für ärmere Länder bereitzustellen. Damit erhöhte die US-Regierung ihre Zusagen für Impfstoff-Spenden auf insgesamt 1,1 Milliarden Dosen. Weltweit gibt es massive Unterschiede beim Fortschritt der Impfkampagnen. Während in Westeuropa im Schnitt mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, liegt die Impfquote bei den in Afrika in Frage kommenden Altersgruppen gerade einmal bei 3,6 Prozent.

Kinderimpfungen ohne Zulassung: Was sind Off-Label-Impfungen?

15.15 Uhr: Corona-Impfungen für Kinder unter 12 Jahren sind aktuell noch nicht zugelassen. Der Wunsch nach einer Impfung für seine Kinder ist bei einigen Eltern allerdings groß, vor allem, wenn diese vorerkrankt sind. Unter bestimmten Voraussetzungen führen Ärztinnen und Ärzte in diesen Fällen auch Impfungen durch - "Spiegel" berichtete zuerst über einen solchen Fall des Off-Label-Use.

Dabei handelt es sich um den Gebrauch von Arzneimitteln, die entweder noch keine Zulassung erhalten haben oder bislang nur für eine bestimmte Altersgruppe zugelassen sind. Medizinerinnen und Mediziner dürfen diese Wirkstoffe in Ausnahmefällen allerdings einsetzen. Fest steht aber, dass sich Ärzte beim Abwägen der Situation nicht auf abgeschlossene Studien, sondern nur auf unvollständige Daten berufen können. Demzufolge haften sie unter Umständen für mögliche Nebenwirkungen.

Studie: Corona-Pandemie schadet Popularität des Fußballs

14.30 Uhr: Die Corona-Pandemie hat dem Stellenwert des Fußballs geschadet. Das ist das Ergebnis einer vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studie in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Universität. Einer Umfrage unter 28 000 BVB-Fans zufolge hatten knapp über 80 Prozent der Befragten den Stellenwert des Fußballs in ihrem Leben vor der Pandemie mit "hoch" bewertet. Bezogen auf den Stellenwert des BVB in ihrem Leben waren es sogar 90 Prozent. Unter dem Eindruck der Pandemie lagen diese beiden Werte im Frühjahr allerdings nur noch bei 50 und 60 Prozent.

Computer-Software in allen bayerischen Impfzentren ausgefallen

14.09 Uhr: In allen bayerischen Impfzentren ist am Sonntagmorgen das Computersystem ausgefallen. Das bestätigte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums in München. Ein Netzwerkproblem im Rechenzentrum sei die Ursache gewesen, sagte sie. "Es konnte vorübergehend nicht auf das System zugegriffen werden." Am Sonntagmittag seien das Programm und damit auch die Impfzentren wieder im Normalbetrieb gelaufen.

Zuvor hatte die Stadt Rosenheim von der Panne berichtet. Demnach galt zeitweise: "Alles muss händisch vorgenommen werden. Das bedeutet, dass im Impfablauf mit Wartezeiten zu rechnen ist."

2G-Hamburg lässt die Masken fallen

13.39 Uhr: Nach langen Einschränkungen in der Corona-Pandemie hat Hamburg die Masken fallen lassen: In Clubs, Bars, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen, die am sogenannten 2G-Modell teilnehmen, gibt es seit Samstag auch keine Beschränkungen mehr bei der Zahl der Besucher oder Teilnehmer einer Veranstaltung. Wo also nur Geimpfte und Genesene hinein dürfen, kann abstandslos und ohne Maske bis auf den letzten Platz gefeiert, getanzt, können Filme und Theater geschaut oder bei sportlichen Wettkämpfen mitgefiebert werden. Allerdings müssen weiter Kontaktdaten erhoben und Hygienekonzepte eingehalten werden. Eine entsprechende Eindämmungsverordnung des Senats war am Freitag erlassen worden.

Auf Wochenmärkten entfällt zudem die Maskenpflicht für Verkäufer. Für Kunden gilt sie aber wie in Supermärkten weiter. Außerdem können negative Corona-Test-Bescheinigungen vom Arbeitgeber von Ungeimpften nur noch für berufliche Zwecke verwendet werden, also beispielsweise nicht mehr für einen Besuch im Kino. Bei Sportveranstaltungen müssen die Besucherströme an den Ein- und Ausgängen entzerrt werden. Finden die Veranstaltungen in Innenräumen statt, müssen Luftfilteranlagen vorhanden sein.

Angriffe auf Impfzentren vor allem in Bayern und Sachsen

12.30 Uhr: In nahezu allen Bundesländern hat es seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus Angriffe auf Impfzentren oder teils schwere Störungen von Impfaktionen gegeben. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Ministerien, Landeskriminalämtern und einer Kassenärztlichen Vereinigung ergab, handelte es sich dabei meist um Sachbeschädigungen, vor allem Schmierereien. Es gab aber auch Drohungen, Beleidigungen, Diebstähle, körperliche Angriffe und in Sachsen eine Brandstiftung. Der Umfrage zufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen. Die meisten wurden in Bayern und Sachsen registriert.

Hackerangriffe behindern Start von Corona-Pass in den Niederlanden

11.50 Uhr: Der Start des Corona-Passes in den Niederlanden zum Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests ist durch Hackerangriffe behindert worden. Dadurch war es am Samstagabend zeitweise nur schwer oder mit Verzögerungen möglich, den erforderlichen QR-Code herunterzuladen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag am Sonntag mit. Die Angriffe, die Serverkapazitäten blockieren, seien aber abgewehrt worden.

Der Corona-Pass muss in den Niederlanden seit Samstag von Menschen ab 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport vorgezeigt werden. Er ist umstritten; am Samstag gab es mehrere Demonstrationen gegen die Einführung des Passes.

Ausschreitungen bei Corona-Demo in Mailand - Dritte Impfdosis für Ü80

10.28 Uhr: Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ist es am Samstag in Mailand zu Ausschreitungen gekommen. Von den mehreren Tausend Protestierenden, die gegen Impfungen und gegen den umfangreich vorgeschriebenen "Grünen Pass" auf die Straße gingen, gerieten mehrere mit Polizisten und Carabinieri aneinander. Die Ordnungskräfte schafften es - durch den Einsatz von Schlagstöcken - die Teilnehmer der nicht offiziell angemeldeten Demo vom Domplatz fernzuhalten, bis sich dort eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Fratelli d'Italia mit der Spitzenkandidatin Giorgia Meloni auflöste. Nach Medienberichten wurden einige Demonstranten leicht verletzt.

In anderen Städten wie Rom oder Triest wurde ebenfalls gegen die Maßnahmen der Regierung protestiert. Auch in der Hauptstadt wurden Polizisten attackiert; wie in Mailand wurden Anzeigen ausgestellt. Ministerpräsident Mario Draghi hatte zuletzt den "Grünen Pass" umfangreich ausgeweitet: Ab 15. Oktober muss jeder Beschäftigte im öffentlichen Bereich und der privaten Wirtschaft einen Nachweis vorlegen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist; Tests sind nicht mehr kostenlos. Ohne den "Green Pass" darf dann niemand zur Arbeit gehen.

Ende der Corona-Regeln in Norwegen: Viele Partys und Schlägereien

10.25 Uhr: Mit zahlreichen Partys haben die Menschen in Norwegen das Ende der Corona-Regeln gefeiert. Nachtclubs und Kneipen waren voll, vielerorts herrschte ausgelassene Stimmung. In Warteschlangen vor Discos und Bars wurden Lieder gesungen. In der Stadt Trondheim mussten mehrere Menschen versorgt werden, die beim langen Anstehen ohnmächtig wurden. Aus mehreren Städten wurden allerdings auch Schlägereien, Verletzte und Festnahmen gemeldet, wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK am Sonntag berichtete.

"Es gab viele Ordnungswidrigkeiten, Gewaltausbrüche und Kämpfe", sagte Rune Hekkelstrand von der Polizei in Oslo. Mehrere Menschen seien wegen Waffenbesitzes festgenommen worden, einige wurden zum Teil schwer verletzt. In der Stadt Tønsberg südlich der Hauptstadt kam es an der Hafenmole zu einer Massenschlägerei, in der südwestlichen Region Agder wurden insgesamt zwölf Menschen wegen Krawallen festgenommen. Norwegen hat am Samstagnachmittag die allermeisten Corona-Maßnahmen aufgehoben.

Berghain kündigt erste Klubnacht nach Corona-Schließung an

9.37 Uhr: Das Berliner Nachtleben bekommt eines seiner international gefeierten Highlights zurück. Das Berghain will seine Türen wieder öffnen. Auf seiner Homepage kündigte der in einem ehemaligen Fernheizwerk residierende Club mit der dazu gehörenden Panorama Bar eine erste "Klubnacht" für den Samstag des kommenden Wochenendes (2. Oktober) an. Auch an den folgenden Samstagen will der Technoclub seinen regelmäßig von langen Schlangen belagerten Eingang aufsperren. Wer rein will, muss allerdings nicht nur an den Bewachern der "härtesten Tür der Welt" vorbei, sondern auch gegen Corona geimpft oder von Covid-19 genesen sein (2G).

Streit über Hygienekonzept: Oliver Pocher von Polizei abgeführt

9.01 Uhr: Oliver Pocher ist bei einem Konzert im schleswig-holsteinischen Hartenholm von der Polizei vom Gelände begleitet worden, weil er gegen das Hygienekonzept des Veranstalters verstoßen haben soll. Der Moderator und Komiker war am Freitagabend bei einem Strandkorb Open Air Konzert von Pietro Lombardi zunächst als Gast dabei, kam dann allerdings selbst auf die Bühne, wie der 43-Jährige in seiner Instagram-Story berichtete. Von dort sei er ins Publikum gegangen, habe aber alle Anwesenden wegen der Corona-Regeln darauf hingewiesen, auf ihren Plätzen zu bleiben.

Bundespolizei: Rund 230.000 Maskenpflicht-Verstöße im Bahnverkehr

8.29 Uhr: Rund 230.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Zügen hat die Bundespolizei dieses Jahr laut "Welt am Sonntag" bisher erfasst. In den allermeisten Fällen hätten es die Beamten bei einer Belehrung belassen können, berichtete die Zeitung. In rund 11.300 Fällen wurden demnach zur Einleitung von Bußgeldverfahren die zuständigen Behörden vor Ort informiert. 745 Mal wurden dem Bericht zufolge sogenannte Beförderungsausschlüsse verhängt - die Verweigerer mussten also den Zug verlassen. Im Januar wurden demnach mehr als 42.300 Ermahnungen ausgesprochen, seitdem ging die Zahl zurück und lag im August noch bei knapp 23.000.

Die Einführung der Maskenpflicht in Zügen und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben laut Betriebsrat der Deutschen Bahn zu vermehrten Übergriffen auf Mitarbeiter des Konzerns geführt. Zugenommen hat Bahn-Konzernbetriebsrat Jens Schwarz zufolge seit dem Beginn der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung die Zahl der Attacken auf Bahnmitarbeiter - neben Beleidigungen und anderen verbalen Angriffen häufig auch körperliche Angriffe.

Inzwischen gebe es bei vielen Bahn-Mitarbeitern große Verunsicherung, sagte Schwarz der "Welt am Sonntag". "Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass manche Beschäftigte ihre Schicht mittlerweile mit steten Sorgen im Hinterkopf absolvieren." Das betreffe nicht nur das Zugpersonal, sondern auch Mitarbeiter an den Bahnhöfen. Man fordere deshalb den Einsatz zusätzlicher Sicherheitsleute und verbindliche Sicherheitsstandards, die schon bei der Ausschreibung von Regionalverkehrsverbindungen festgelegt werden müssten, so Schwarz.

Meghan und Harry werben bei Konzert für Impfgerechtigkeit

8.14 Uhr: Herzogin Meghan (40) und Prinz Harry (37) haben beim Global-Citizen-Konzert im New Yorker Central Park für Impfgerechtigkeit geworben. Die gegenwärtige Situation der Bevorzugung wohlhabender Länder bei Corona-Vakzinen sei eine "Menschenrechtskrise", sagte Harry am Samstag vor Zehntausenden Zuschauern. "Meine Frau und ich glauben, dass die Art und Weise, wie man geboren wurde, nicht darüber entscheiden darf, dass man überlebt". Harry kritisierte dabei vor allem die geltenden Patentrechte, die Produzenten in ärmeren Ländern davon abhalten, erfolgreiche Impfstoffe selbst herzustellen.

"Und wenn wir dies zurecht als humanitäre Krise betrachten, sollte die Kontrolle über einen Impfstoff, der Leben retten kann, nicht nur in den Händen der wenigen Glücklichen liegen", fügte Meghan bei dem herzlichen Empfang vor der Menge in New York hinzu. Während in den reichsten Ländern der Welt Vakzine gegen Corona mittlerweile reichlich vorhanden sind, sind in Afrika bislang erst etwa drei Prozent der Menschen geimpft.

Seehofer warnt vor Radikalisierung der "Querdenker"-Szene

7.44 Uhr: Nach der Tötung eines Tankstellenmitarbeiters in Idar-Oberstein wegen eines Streits um die Maskenpflicht hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor einer Radikalisierung der "Querdenker-" Szene gewarnt. "Die politisch motivierte Gewalt in Deutschland durch Querdenker ist gefährlich für unser Land", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag".

"Die Gruppe der Querdenker wird zwar immer kleiner, aber leider auch immer radikaler und brutaler", fügte der CSU-Politiker hinzu. "Sie können unser Land zersetzen, wenn der Rechtsstaat sie nicht mit allen Mitteln bekämpft." Seehofer forderte harte Strafen für Täter und auch für deren Unterstützer: "Die Täter und diejenigen, die Verbrechen wie in Idar-Oberstein unterstützen, müssen hart bestraft werden", sagte er.

Corona-News von Samstag, 25. September: Innenministerien der Bundesländer besorgt über radikale Corona-Gegner

  • Die Sicherheitsbehörden mehrerer Bundesländer haben sich besorgt gezeigt über das Gefahrenpotenzial, das von sogenannten Corona-Leugnern und der "Querdenker"-Szene ausgeht. Das hat eine Anfrage unserer Redaktion an alle 16 Innenministerien ergeben.
  • Entwicklungsminister Gerd Müller hat vor einer zunehmenden Benachteiligung armer Länder bei Corona-Impfstoffen gewarnt. "Reiche Länder haben zusätzliche Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, während über 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Impfung hatten", sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion.
  • Der Berliner Club Berghain will seine Türen wieder öffnen. Auf seiner Homepage kündigte der in einem ehemaligen Fernheizwerk residierende Club mit der dazu gehörenden Panorama Bar eine erste "Klubnacht" für den Samstag des kommenden Wochenendes (2. Oktober) an.
  • Studentinnen und Studenten und Personal der Leibniz-Universität Hannover können einem Medienbericht zufolge künftig bunte Armbänder als Impf- und Genesenen-Nachweise nutzen. Dies sei freiwillig, Ziel sei, die Einlasskontrollen zu beschleunigen, teilte die Universität einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge mit.
  • In nahezu allen Bundesländern hat es seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus Angriffe auf Impfzentren oder teils schwere Störungen von Impfaktionen gegeben.
  • Die Mitnahme von Schutzmasken im Auto soll künftig zur Pflicht werden. Das bestätigte das Bundesverkehrsministerium am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
  • Rund 230.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Zügen hat die Bundespolizei dieses Jahr laut „Welt am Sonntag“ bisher erfasst. In den allermeisten Fällen hätten es die Beamten bei einer Belehrung belassen können, berichtete die Zeitung.
  • Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat sich dagegen ausgesprochen, an einem bestimmten Stichtag sämtliche Corona-Schutzmaßnahmen zu beenden.

Corona-News von Freitag, 24. September: Wegen Corona-Maskenpflicht: Mann greift Busfahrer an

  • Ein Busfahrer ist am Freitagmorgen in Königs Wusterhausen in Brandenburg von einem Mann angegriffen worden, den er zuvor zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgefordert hatte. Als der 30-Jährige das ablehnte, habe der Busfahrer ihn des Busses verwiesen, teilte die Polizeidirektion Süd mit. Der Fahrgast verweigerte auch das und schlug dem 41-jährigen Fahrer ins Gesicht. Polizeibeamte konnten den Angreifer vor Ort in Gewahrsam nehmen.
  • Nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen in den USA hat Präsident Joe Biden dringend dazu aufgerufen, das Angebot zu nutzen. Biden appellierte am Freitag bei einer Ansprache im Weißen Haus an die Berechtigten, sich eine dritte Impfung geben zu lassen, sobald sie an der Reihe seien. Es sei eine Tragödie, dass noch immer Menschen sterben müssten, weil sie ungeimpft seien. "Bitte lassen Sie das nicht Ihre Tragödie werden", mahnte der Präsident.
  • Flutgeschädigte Unternehmen bekommen leichteren Zugang zur Überbrückungshilfe, dem zentralen Kriseninstrument der Regierung in der Corona-Pandemie. Das gilt für Firmen, die im Juni noch unter coronabedingten Umsatzeinbrüchen gelitten hatten und dann auch von der Hochwasserkatastrophe im Juli getroffen worden sind, wie das Wirtschaftsministerium in Berlin mitteilte.
  • Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür.
  • Nur weil Fitnessstudios während der Corona-Pandemie länger geschlossen bleiben mussten, dürfen Laufzeitverträge nicht einfach um diese Zeit verlängert werden. Das Landgericht Würzburg hat nun einem Betreiber untersagt, anderslautende Informationen unter den Mitgliedern zu streuen.
  • Der derzeitige Rückgang der Corona-Infektionszahlen ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Ein Grund sei der Rückgang des Sommerreiseverkehrs, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin. Auch eine Abnahme der zum Schulanfang festgestellten Infektionen sei zu verzeichnen. Zudem trügen die erreichte Impfquote sowie die vielerorts eingeführten 2G- beziehungsweise 3G-Regelungen wahrscheinlich zu einer Abnahme der Infektionen bei.
  • Frankreich wird ab Sonntag mit Ausnahme einiger Überseegebiete von der Bundesregierung nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet geführt. Als letzte französische Region in Europa wird dann das bei Touristen beliebte Gebiet Provence-Alpes-Côte d'Azur von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Damit entfallen alle Quarantäneregeln für Einreisende aus dieser Region.
  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter eine Auswertung von Daten zu Corona-Impfungen kommentiert. Der Datensatz aus den USA bezieht sich auf fünf Millionen Geimpfte. "Nach diesen Daten schützt Moderna nicht besser als Biontech", schreibt der SPD-Politiker. Nach sechs Monaten liege der Schutz vor einer Krankenhauseinweisung nur noch bei 62 Prozent. Das Risiko steige mit dem Alter. Der Mediziner leitet daraus ab, dass die Daten stark für eine dritte Impfung ab 65 Jahren sprechen.
  • Amnesty International wirft reichen Ländern und Pharmafirmen im Zusammenhang mit der Impfstoffbeschaffung Menschenrechtsverletzungen vor. Dass reiche Länder Corona-Impfstoffe auf Lager hielten, während Millionen Menschen in ärmeren Ländern dringend auf eine Impfchance warteten, sei inakzeptabel, sagte Generalsekretärin Agnes Callamard am Freitag bei einem Briefing der Journalistenvereinigung ACANU in Genf.
  • In Deutschland sind nun rund 53 Millionen Bürger vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 63,7 Prozent aller Einwohner. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 56,2 Millionen Menschen oder 67,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.
  • Corona-Quarantäne mit anderen Spitzenkandidaten? Wenn es dazu gekommen wäre, hätte Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet seine Kontrahenten Christian Lindner (FDP) und Annalena Baerbock (Grüne) als Begleiter ausgewählt. Das sagte der CDU-Chef am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin".
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche deren Überlebenschancen verbessern kann. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung am Freitag im "British Medical Journal".
  • Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür.
  • Trotz fortschreitender Impfkampagne planen die Menschen in Deutschland weniger Geschäftsreisen als vor der Pandemie. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag der NUMA Group, einem Technologie-Anbieter im Bereich der Kurzzeitvermietung, die dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" vorliegt.Nur zehn Prozent der Befragten gaben an, während der Pandemie auf Geschäftsreise gewesen zu sein. Gerade einmal fünf Prozent gaben an, nach der Pandemie wieder erheblich öfter verreisen zu wollen. Dagegen wollen 55 Prozent der Umfrageteilnehmer ihr geschäftliches Reiseverhalten auch nach der Pandemie nicht ändern.
  • Wahlhelfer bei der Bundestagswahl am Sonntag sind nach Worten von Bundeswahlleiter Georg Thiel nicht grundsätzlich verpflichtet, vor ihrer Tätigkeit im Wahllokal einen negativen Corona-Test vorzulegen oder eine Impfung oder Genesung nachzuweisen. Die Helfer müssten die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten und in den allermeisten Bundesländern auch eine Maske tragen, sagte Thiel im Interview mit unserer Redaktion.

Corona-News von Donnerstag, 23. September: Modeunternehmen bringt Corona-Impf-Hoodie heraus

  • Das Modeunternehmen Valentino hat auf seiner Instagram-Seite einen ungewöhnlichen Kapuzenpullover angekündigt. Der limitierte Hoodie trägt das Logo des Unternehmens - darunter steht "vaccinated", was übersetzt "geimpft" heißt. Valentino will damit eine Botschaft für das Impfen gegen das Coronavirus senden. Die Einnahmen sollen gespendet werden, um auch in ärmeren Ländern Corona-Impfungen zu ermöglichen.
  • Die Zahl der in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreuten Kinder unter drei Jahren ist zum ersten Mal seit Jahren gesunken. Zum Stichtag 1. März 2021 seien insgesamt 809.908 Kinder dieser Altersgruppe in öffentlicher Betreuung gewesen und damit 2,3 Prozent weniger Kinder als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Dies sei der erste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2006.
  • Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft zur Zeit einen Antrag der Impfhersteller Pfizer und Biontech für eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Amsterdam mit. Dieser sogenannter Booster zum Schutz vor einer Corona-Infektion könnte vollgeimpften Personen ab 16 Jahre und frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden. Nach Bewertung der vom Hersteller vorgelegten Daten will die EMA Anfang Oktober über den Antrag entscheiden.
  • Rund drei Wochen nach dem bundesweiten Start der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen liegt jetzt auch eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) dazu vor. Die Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen zunächst nur für Risikopatienten: "Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens unserer Redaktion.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat stärkere Kontrollen von Nachweisen angemahnt, wenn Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. "Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen", sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal Watson (Donnerstag). "Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen."
  • Eine der Entwicklerinnen des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona hält die Entstehung einer noch gefährlicheren Variante des Virus als Delta aktuell für eher unwahrscheinlich. "Normalerweise werden Viren harmloser, während sie zirkulieren, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es noch eine bösartigere Version von Sars-CoV-2 geben wird", sagte die Immunologin Sarah Gilbert von der Universität Oxford am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung der Royal Society of Medicine.
  • An neun Schulen im Main-Kinzig-Kreis in Hessen hat es eine auffällige Häufung an Corona-Infektionen gegeben. Insgesamt wurden bislang 82 Fälle bestätigt, wie ein Sprecher am Donnerstag in Gelnhausen mitteilte. Der Kreis geht davon aus, dass sich ein Großteil der Kinder in der vergangenen Woche bei einer Fahrt im Schulbus angesteckt hat. Betroffen sind demnach vor allem Schüler der Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern. Der private Rundfunksender "Hit Radio FFH" hatte über den Corona-Ausbruch berichtet.
  • In Israel werden Lehrer ohne den sogenannten Grünen Pass, die sich auch nicht auf das Coronavirus testen lassen wollen, ab dem 3. Oktober vom Unterricht freigestellt. Den Grünen Pass gibt es für Geimpfte und Genesene. Die Lehrer dürfen dann auch nicht online unterrichten und erhalten kein Gehalt, wie eine Sprecherin des Erziehungsministeriums am Donnerstag bestätigte.
  • Die Bundesregierung unterstützt mit einem weiteren millionenschweren Förderprogramm die Erforschung der Langzeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen. Für zehn Forschungsvorhaben werden insgesamt 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie das Bundesforschungsministerium am Donnerstag mitteilte. Ziel sei es, "möglichst zeitnah" die Kenntnisse über Long Covid zu verbessern.
  • Die Bundesregierung fördert kurze Urlaube von armen Familien, damit sich diese von den Strapazen der Corona-Zeit erholen können. Ab sofort können die Aufenthalte gebucht werden, wie das Bundesfamilienministerium am Donnerstag mitteilte. Bei der "Corona-Auszeit" können Familien demnach eine Woche Urlaub in einer gemeinnützigen Familienferienstätte oder Jugendherberge machen. Sie müssen dabei lediglich rund zehn Prozent der regulär anfallenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen.
  • Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat den Schülerinnen und Schüler im Norden ein Ende der Maskenpflicht für einen Zeitpunkt nach den Herbstferien in Aussicht gestellt. In weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens gilt in Schleswig-Holstein bereits seit Montag die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Beispielsweise im Theater, bei Veranstaltungen und Fußballspielen gelten dabei keine Beschränkungen mehr. Es gibt dort dann auch keine Pflicht mehr zum Tragen einer Maske. Sie ist einer Empfehlung gewichen.
  • Am Dienstag hat am Dortmunder Hauptbahnhof ein Maskenverweigerer einen Bahnmitarbeiter attackiert. Der Bahnmitarbeiter hatten den 49-Jährigen mehrfach gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der Bundespolizei zufolge habe sich der Mann geweigert, eine Maske zu tragen und sei daher aus dem Gebäude geführt worden. Der Mann sich soll sich allerdings losgerissen und einen 19-jährigen Bahnmitarbeiter zu Boden gestoßen haben.
  • Da die aktuelle Infektionslage noch "überschaubar" sei, müsse man dem RKI zufolge nun "präventive Maßnahmen für den Herbst und Winter" vorbereiten, heißt es in dem am 14. September aktualisierten Strategiepapier. Bis Frühjahr 2022 sollten "Basismaßnahmen" beibehalten werden.
  • Die Pandemie hat bei der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in England deutliche Spuren hinterlassen. Im zweiten Quartal 2021 waren mit 190 271 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren fast doppelt so viele in psychischer Behandlung wie im gleichen Zeitraum zwei Jahre zuvor, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS hervorgeht. Damals waren es 97 342. Auch die Zahl sehr dringender Fälle nahm deutlich zu.
  • Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den "Freedom Day" für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.
  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer für ältere Menschen und Risikogruppen genehmigt. Das teilte die FDA am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Sie folgte damit der Empfehlung eines Expertengremiums aus der vergangenen Woche. In den USA ist damit eine weitere Einzeldosis des Impfstoffs für die Verabreichung mindestens sechs Monate nach den ersten beiden Impfungen für Menschen über 65 sowie jüngere Menschen mit gesundheitlichen oder beruflichen Risikofaktoren zugelassen.
  • Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an dem Beschluss der Gesundheitsminister geübt, dass Nicht-Geimpfte künftig bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne keine Entschädigung mehr bekommen sollen. "Es kann nicht sein, dass die Politik die Verantwortung für den Kampf gegen die Pandemie einfach bei den Beschäftigten ablädt", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
  • Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich hinter die Entscheidung der Gesundheitsminister gestellt, dass Ungeimpfte keine Lohnfortzahlung erhalten, wenn sie in Quarantäne müssen.

Mittwoch, 22. September: Reeperbahn-Festival trotzt Corona

  • Die britische Musikikone Sting hat am Mittwochabend das Reeperbahn-Festival in Hamburg eröffnet. "Das war mein erster Auftritt seit zwei Jahren. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich das Reeperbahn-Festival eröffnen darf", sagte der 69-Jährige während der Gala im Stage-Operettenhaus, bei der unter anderen auch Joy Denalane, das Avantgarde-Pop-Duo Ätna und die britische Songwriterin Griff auf der Bühne standen.
  • Nach Einführung einer Impfpflicht für Klinikpersonal in Frankreich hat der Krankenhausverbund der elsässischen Grenzstadt Mühlhausen auf Notbetrieb umstellen müssen. Von den rund 6000 Beschäftigten seien mehr als 170 noch nicht geimpft und deswegen vom Dienst suspendiert worden, berichtete der Sender RTL am Mittwoch.
  • Im weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hat US-Präsident Joe Biden andere Industrienationen zu großzügigen Impfspenden an ärmere Länder aufgerufen. "Dies ist eine globale Tragödie", sagte Biden am Mittwoch in Washington bei einem Online-Gipfel zur Corona-Pandemie. Es sei eine internationale Kraftanstrengung nötig, um das Virus zurückzudrängen.
  • Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,3 Millionen Impfdosen an andere Länder abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. "Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit", sagte sie. Empfänger seien Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien, Sudan und Namibia.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter zum Einschreiten gegen Hass aufgerufen. Nach 18 harten Monaten für die Gesellschaft dürften aus Spannungen nicht Spaltungen werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Deswegen sollten wir klar und entschieden zu jeder Form von Pandemie-Extremismus Nein sagen." Die Hintergründe der Tat in Idar-Oberstein machten "nicht nur traurig, sondern auch wütend".
  • Nach dem Auftauchen des Impfzertifikats des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in sozialen Netzwerken haben die Behörden die Verantwortlichen gefunden. Man habe diejenigen Gesundheitskräfte identifiziert, die irregulär auf die Daten zugegriffen und dabei gegen die Berufsethik verstoßen hätten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Paris am Mittwoch von der staatlichen französischen Krankenkasse.
  • Seit dem Schulbeginn vergangene Woche in Griechenland kriegen griechische Lehrer immer wieder Ärger mit Corona-kritischen Eltern und Corona-Leugnern. Die Pädagogen wurden zum Teil angezeigt, weil sie bei Schülern die für Schulen verbindliche Masken- und Testpflicht durchsetzten, berichteten griechische Medien. Am Mittwoch verfügte das griechische Bürgerschutzministerium deshalb, dass die Polizei im Falle solcher Klagen gegen Lehrer nicht eingreifen soll und die Betreffenden auch nicht auf dem Revier erscheinen müssen.
  • Frankreichs Regierung will auch nach Mitte November die Pflicht zu einem Corona-Nachweis verhängen können. Die aktuelle Regelung ist zeitlich begrenzt. Man werde die Möglichkeit, den sogenannten Gesundheitspass bei entsprechender epidemischer Lage auch darüber hinaus nutzen zu können, verlängern müssen, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch in Paris. In Frankreich ist etwa der Besuch von Restaurants und Museen oder die Fahrt mit dem Fernzug nur mit einem negativen Test, genesen oder geimpft möglich.
  • Eine Fortzahlung von Verdienstausfällen für Ungeimpfte wegen Corona-Quarantäneauflagen wäre nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) unsolidarisch. "Damit setzen wir ein Zeichen, dass auch Ungeimpfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie Verantwortung übernehmen müssen. Wer eine Impfung ablehnt – aus welchen nicht-medizinischen Gründen auch immer –, kann nicht von der Gemeinschaft erwarten, dass sie für den Verdienstausfall aufkommt, der durch die Quarantänepflicht entsteht. Das wäre unsolidarisch", sagte der amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.
  • In Polen können über 50-Jährige sowie medizinische Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Regelung auch für Menschen jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem, deren Immunreaktion auf die zunächst verabreichten Impfungen nicht ausreichend sein könnte. Sie sollen 28 Tage nach der vollständigen Impfung die Auffrischung erhalten.
  • Mit einem Impfstofftausch wollen Südkorea und Großbritannien den Kampf gegen das Coronavirus in ihren Ländern ankurbeln. Wie die Regierung in London am Mittwoch mitteilte, schickt Großbritannien in den kommenden Wochen eine Million Dosen des Mittels von Biontech und Pfizer in das ostasiatische Land. Dies solle Seoul dabei helfen, das Ziel von 70 Prozent vollständig geimpfter Einwohner bis Ende Oktober zu erreichen, hieß es in der Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums.
  • Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss am Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte "Business Insider" darüber berichtet. Lesen Sie dazu: Corona: Was Sie jetzt zu Lohnfortzahlungen wissen müssen
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die USA weitere 500 Millionen Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen. US-Präsident Joe Biden werde die Spende von einer halbe Milliarde Dosen des Corona-Vakzins von Biontech/Pfizer am Mittwoch bei einer Videokonferenz zur Corona-Pandemie am Rande der UN-Generaldebatte verkünden, teilten US-Regierungsvertreter vorab mit. Damit erhöhen die Vereinigten Staaten ihre Zusagen auf insgesamt 1,1 Milliarden Impfdosen.
  • 63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurden am Dienstag 222.988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.
  • Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit heute aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.
  • Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sieht den Datenschutz beim Corona-Impfstatus als Problem bei der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Teichert sagte bei "SWR Aktuell", die Gesundheitsämter bekämen zwar die Meldung über ein positives Testergebnis – nicht aber die Information, ob die jeweilige Person gegen Covid19 geimpft sei.
  • Die Hospitalisierungsrate hat die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen als wichtigste Messgröße in der Corona-Pandemie abgelöst. Aber die zugrunde liegenden RKI-Daten sind viel zu niedrig und vermitteln ein falsches Bild, wie der NDR berichtet.
  • Aufgrund der Corona-Pandemie wurden 2020 deutlich weniger Patienten und Operationen in den deutschen Krankenhäusern gezählt. Insgesamt wurden 16,4 Millionen Patientinnen und Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren 13 Prozent oder fast 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. Besonders stark war der Rückgang während der ersten Corona-Welle im April mit über einem Drittel (-35 Prozent). Die Zahl der Operationen sank im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 6,4 Millionen.
  • Im Vorfeld der Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Pläne verteidigt, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen. Das sei eine vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Regelung, sagt der CDU-Politiker im gemeinsamen "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. "Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen."
  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet im Fall von Verdienstausfällen für Ungeimpfte mit einer breiten Quarantäneverweigerung und sinkenden Testbereitschaft. Eine bundeseinheitliche Regelung sei grundsätzlich zwar "richtig und wichtig", sagte der SPD-Politiker der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Ich fände es allerdings falsch, wenn diejenigen, die in Quarantäne gehen müssen, ihren Verdienstausfall nicht erstattet bekommen", betonte er. Eine solche Regelung werde dazu führen, dass sich die betroffenen Menschen gar nicht erst in Quarantäne begeben, warnte Lauterbach. "Das wird insbesondere bei einkommensschwächeren Menschen der Fall sein."
  • US-Präsident Joe Biden hat für den heutigen Mittwoch einen Online-Gipfel zur Corona-Krise einberufen und will den Kampf gegen die Pandemie mit weiteren Hilfszusagen vorantreiben. Zentrales Thema bei dem Treffen ist die Verbesserung des gerechten Zugangs zu Impfstoff auf der Welt. Ziel sei es, Staats- und Regierungschefs mit Vertretern internationaler Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und der Privatwirtschaft zusammenzubringen, um sich auf eine „gemeinsame Vision zur Bekämpfung“ von Corona zu einigen, hieß es vorab aus dem Weißen Haus.
  • Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die brasilianische Regierung mitteilt, begleitet Queiroga Präsident Jair Bolsonaro zur Generalversammlung der Vereinten Nationen und werde sich dort nun in Quarantäne begeben. "Dem Minister geht es gut", heißt es in einer Erklärung. Die übrigen Mitglieder der Delegation seien negativ auf das Virus getestet worden.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet im kommenden Frühjahr mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus und damit mit einem Ende der Pandemie. "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden und können zur Normalität zurückkehren", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung. Die Impfung ist definitiv der sicherere Weg dorthin", sagte Spahn.
  • Nach der Bluttat von Idar-Oberstein hat die Polizeigewerkschaft GdP eindringlich vor einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene gewarnt. "Das ist der erste Fall einer Tötung in Verbindung mit Corona", sagte GdP-Vize Jörg Radek unserer Redaktion. "Wir nehmen seit letztem Jahr eine Radikalisierung von Corona-Gegnern wahr. Insbesondere im Zusammenhang von Demonstrationen im Querdenken-Milieu.” Diese schwere Straftat sei jedoch bislang ein Einzelfall.

Corona-News von Dienstag, 21. September: Studie: Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson wirksamer durch Zweitimpfung

  • Der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Corona-Infektion, wenn er zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Der Antikörperwert stieg demnach auf das Vier- bis Sechsfache der nach der Einzeldosis beobachteten Werte.
  • Bei dem Treffen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll es am Mittwoch einem Bericht zufolge auch um eine Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte und Selbstständige in bestimmten Branchen gehen. Angesichts der Infektionslage und einer für Herbst und Winter prognostizierten vierten Welle solle die Testpflicht dort eingeführt werden, wo Beschäftigte mit "externen Personen in direkten Kontakt kommen", heißt es laut dem "Handelsblatt" in einem Beschlussentwurf für das Treffen.
  • Das Corona-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in den sozialen Medien aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es am Dienstag aus dem Élyséepalast in Paris.
  • Trauer um den bekannten Schauspieler Wilfried Dziallas: Der Darsteller aus dem "Großstadtrevier" starb an Covid-19 - trotz Impfung. Lesen Sie dazu: "Großstadtrevier": Wilfried Dziallas stirbt an Covid-19
  • Ungeimpften Beschäftigten, die wegen Corona in Quarantäne müssen, droht Berichten zufolge ab dem 11. Oktober der Verlust der staatlichen Entschädigung für entgangenen Lohn. Ein Beschlussentwurf für die Beratungen der Gesundheitsminister sieht dem "Handelsblatt" zufolge vor, dass Menschen dann keine Entschädigung mehr gewährt werden soll, die als Kontaktpersonen oder Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet bei einer Quarantäne keinen vollständigen Impfschutz vorweisen können, obwohl für sie eine öffentliche Empfehlung vorliegt.
  • Wegen eines verkürzten Zitats in der Corona-Berichterstattung hat der Mediziner Klaus Stöhr einen Unterlassungsanspruch gegen das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erwirkt. Wie die Anwälte des Epidemiologen, Virologen und Impfstoffexperten am Dienstag mitteilten, verbot das Landgericht Frankfurt dem Verlag, Stöhrs angebliches Zitat "Weil die Weltbevölkerung durchseucht werde, seien Impfstoffe nicht notwendig" zu verwenden. (Az. 2-03 O 220/21)
  • Die beiden Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), fühlen sich nach eigenen Worten glücklich und geehrt über die Auszeichnung mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis.
  • In sechs Wochen soll es in Deutschland einen "Freedom Day" geben, fordern die Kassenärzte und stoßen auf heftige Kritik. Lesen Sie dazu: "Freedom Day": Ist bald Schluss mit den Corona-Maßnahmen?
  • Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus.
  • Mit drastischen Worten hat UN-Generalsekretär António Guterres zum Auftakt der UN-Vollversammlung die internationale Gemeinschaft zu mehr gemeinsamem Engagement beim Kampf gegen die Corona-Pandemie und den Klimawandel aufgefordert. "Ich bin hier, um Alarm zu schlagen: Die Welt muss aufwachen", sagte Guterres am Dienstag zum Beginn der 76. Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.
  • Nach der tödlichen Attacke in Idar-Oberstein wegen eines Streits um die Maskenpflicht rücken Gegner der Corona-Regeln wieder in den Fokus. "Die Maßnahmen abzulehnen ist ein sehr starkes Identifikationsmerkmal unter Pandemie-Leugnern", sagte am Dienstag der Politikwissenschaftler Josef Holnburger vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), das unter anderem Radikalisierungstendenzen in sozialen Medien beobachtet.
  • Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält nichts von Überlegungen zu einem sogenannten "Freedom Day" zur Beendigung der Corona-Beschränkungen auch in Deutschland. "Wer jetzt einen 'Freedom Day' fordert, der hat den Ernst der Lage nicht begriffen", sagte er am Dienstag. Ziel müsse es weiterhin sein, möglichst viele Menschen vor Infektionen und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen zu schützen. "So etwas wie einen "Tag der Freiheit" kann man für sich persönlich bereits jetzt erreichen: indem man sich impfen lässt", betonte der Minister. So würden auch Mitmenschen geschützt, die sich selbst nicht impfen lassen können.
  • Sachsen setzt in der Corona-Pandemie künftig verstärkt auf das 2G-System. Die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, soll für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder und Saunen sowie Diskotheken und Clubs gelten. Die Regelung ist in der am Dienstag vom Kabinett beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung als Optionsmodell formuliert.
  • In Hamburg können Fußballstadien ab dem kommenden Wochenende unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden. Auch in den Hamburger Clubs dürfen Geimpfte und Genesene ab Samstag wieder ohne Maske und abstandslos tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag sagte.
  • Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.
  • Ob Coronavirus oder Prospekt: Bilder haben Macht. Wie gefährlich der Erreger empfunden wird, hängt auch von der Darstellung ab. Lesen Sie dazu: Warum ein "schönes" Coronavirus weniger ansteckend wirkt
  • Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben einer neuen Studie zufolge Selbstständige besonders hart getroffen. Mehr als ein Drittel von ihnen habe im Verlauf der Krise Einkommen eingebüßt, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag.
  • In Live-Sitzungen des "Corona-Ausschuss", einem selbst ernannten Gremium, verbreiten Querdenker skurrile Verschwörungstheorien. Zuletzt äußerte sich selbst ein ehemaliger Bundespolizist zur aktuellen Lage und sprach dabei von einem "Staatsstreich". Die Rede war von einem gewalttätigen Umsturz durch die Regierung vor, wobei die Polizei für diesen "Staatsstreich" missbraucht werde. Zuerst berichtete "Tagesschau".
  • Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat erschüttert auf den tödlichen Angriff reagiert, der durch einen Streit um die Maskenpflicht ausgelöst wurde. "Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen", schrieb Baerbock am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. "Wir sind alle gefordert, uns gegen den zunehmenden Hass zu stellen."
  • Das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist nicht nur in Gesundheitsberufen erhöht. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist die Ansteckungsgefahr in den medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen um 35 Prozent höher. Aber auch in Reinigungsberufen besteht eine um 18 Prozent erhöhte Infektionsgefahr, in Sicherheitsberufen liegt das Risiko knapp acht Prozent höher.
  • Die Ermittlungen nach dem tödlichen Angriff auf einen Tankstellen-Kassierer im Streit um die Maskenpflicht werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Wochen dauern. "Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen", sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. In dieser Zeit wolle die Behörde keine "Wasserstandsmeldungen" über den Ermittlungsstand abgeben. "Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst so richtig los."
  • Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung "für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken", wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab. Das Preisgeld in Höhe von 120 000 Euro teilen sich die Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56), und die Biochemikerin Katalin Karikó (66), die sich 2013 dem Unternehmen anschloss.
  • Die Corona-Pandemie sorgt weiter für ein Minus bei den Fahrgastzahlen von Bussen und Bahnen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden fast 3,5 Milliarden Fahrten registriert und damit 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Eisenbahn-Fernverkehr lag das Minus bei 34 Prozent, im Fernbusverkehr sogar bei 92 Prozent.
  • Um gegen die Corona-Impfpflicht zu protestieren, ist eine Hilfslehrerin in den USA mit schwarz angemaltem Gesicht zur Arbeit erschienen. Wie die Zeitung "Newberg Graphic" im US-Bundesstaat Oregon am Montag berichtete, sagte Lauren Pefferle, sie stelle damit die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks dar, um ihrer Kritik an der Corona-Impfpflicht an Schulen Ausdruck zu verleihen. Für das Schwärzen ihres Gesichts habe sie Jod benutzt.
  • Neuseeland will mit höheren Geld- und Haftstrafen gegen Personen vorgehen, die gegen Corona-Regeln verstoßen. "Unser Erfolg basiert auf der Tatsache, dass die Menschen im Großen und Ganzen konform waren", sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. "Es gab jedoch die eine oder andere Person, die die Regeln gebrochen und andere in Gefahr gebracht hat."
  • Der E-Bike-Boom in Deutschland hat in der Corona-Krise weiter Fahrt aufgenommen. Etwa 7,1 Millionen Elektrofahrräder standen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Jahresbeginn 2021 in den privaten Haushalten. Das waren 1,2 Millionen oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Behörde mitteilte.
  • Der Sozialverband VdK hat die Pläne mehrerer Bundesländer, Ungeimpften in Corona-Quarantäne keinen Lohnersatz mehr zu zahlen, abgelehnt. "Der Verdienstausfall muss bei einer Quarantäne unabhängig vom Impfstatus gezahlt werden", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.
  • Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), erwartet ein Ende der Corona-Beschränkungen ab dem kommenden Frühjahr. "Ich rechne mit vollständiger Normalität ab März 2022", sagte Rüddel den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Bis dahin müssen die Ungeimpften abwägen, was ihnen wichtig ist", betonte er.
  • Ab November können Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder in die USA einreisen. Das kündigte der Coronavirus-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, an. Die Reisebranche und die Wirtschaft dürften damit aufatmen, aber auch viele Privatleute, die über Monate von Familienmitgliedern und Freunden getrennt waren. Der Ankündigung zufolge müssen Erwachsene nachweisen, dass sie vollständig geimpft sind, bevor sie ins Flugzeug nach Amerika einsteigen können.
  • Infolge der Corona-Pandemie sind mittlerweile mehr US-Bürger gestorben als durch die Spanische Grippe. Laut einer am Montag veröffentlichten Zählung der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1919 wütete, kostete laut US-Gesundheitsbehörde CDC 675.000 Menschen in den USA das Leben.
  • Der Vorschlag eines "Freedom Days" am 30. Oktober, bei dem alle Corona-Beschränkungen fallen sollen, stößt weiter auf Kritik. "Ich finde es nicht kollegial, solche zusätzlichen Belastungen einfach zu ignorieren, weil man das Maskentragen leid ist", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Impfquote ist viel zu niedrig, um beispielsweise Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Innenräumen aufzuheben."
  • Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Die Diskussion darüber halte er zum jetzigen Zeitpunkt "weder für sinnvoll noch für nötig“", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Es solle weiter auf Information und einen leichten Zugang zu den Impfungen gesetzt werden.

Montag, 20. September: Nach Wirbel um #Nichtselbstverständlich: Pflegerin trifft Minister

  • Die durch die Aktion #Nichtselbstverständlich bekanntgewordene Krankenpflegerin Meike Ista spürt bisher wenig von den Anstrengungen der Bundesregierung in der Pflege.
  • Mutmaßlich wegen seiner fehlenden Corona-Impfung hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am Rande der UN-Generaldebatte in New York eine Pizza auf dem Bürgersteig gegessen.
  • Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen. Die Spürhunde waren am Sonntag beim Konzert der Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover im Einsatz. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben.
  • Im Streit um das Tragen einer Corona-Maske soll ein 49-Jähriger einen Tankstellen-Kassierer in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) erschossen haben. Der Mann habe sich geärgert, weil der Mitarbeiter ihm kein Bier verkaufen wollte, da er keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Montag in Idar-Oberstein.Lesen Sie die ganze Geschichte hier: Tankstellen-Kassierer (20) weist auf Maske hin - Kopfschuss
  • Die Bundesregierung hat Forderungen nach einem festen Datum für ein Ende aller Corona-Auflagen vorerst eine Absage erteilt. Der Regierungssprecher verwies unter anderem auf noch "deutlich zu viele" Ungeimpfte und große regionale Unterschiede bei der Impfquote in den Bundesländern.
  • Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.
  • Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat dem Vorschlag von Kassenärzteschef Andreas Gassen, alle Corona-Beschränkungen in Deutschland zeitnah aufzuheben, widersprochen.

Sonntag, 19. September: Tourismus-Beauftragter für Skurlaub trotz Corona

  • Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat sich offen für den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz gezeigt, Skiurlaub mit Einschränkungen zu ermöglichen und Après-Ski-Lokale nur für Geimpfte zu öffnen. Bei einem Anstieg des Infektionsgeschehens dürfe es keine Schließungen mehr geben, gleichzeitig müssten Gäste und Gastgeber geschützt werden. "In dem Fall bleibt zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend ist", so Bareiß. "Die Impfung bleibt das A und O."
  • Forschende aus Hiroshima haben ein Corona-Rätsel gelöst. Bislang war aus verschiedenen Studien bekannt, dass Raucherinnen und Raucher ein geringeres Risiko für eine Covid-19-Erkrankung haben. Die Wissenschaftler aus Japan fanden nun heraus, dass offenbar die Inhaltstoffe im Zigarettenrauch verantwortlich sind. Bevor Sie jetzt aber zum Glimmstengel greifen – die Stoffe sind hochgiftig.
  • Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci sieht in der Experten-Entscheidung gegen allgemeine Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA keinen Rückschlag für US-Präsident Joe Biden.
  • Komiker Chris Rock hat sich eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus angesteckt. "Hey Leute, ich habe gerade rausgefunden, dass ich Covid habe, vertraut mir, das wollt Ihr nicht. Lasst Euch impfen", schrieb der 56-Jährige am Sonntag auf Twitter. Im vergangenen Jahr hatte er noch zusammen mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo für das Tragen von Masken geworben.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Befremden auf Äußerungen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte.
  • Die Corona-Pandemie hat weiter einen hohen Einfluss auf das Reiseverhalten der Deutschen. Lesen Sie auch: Umfrage: Jeder Dritte plant nächsten Urlaub in Deutschland

Corona-News von Samstag, 18. September: Spahn zieht positive Bilanz der Impfwoche

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine positive Bilanz der bundesweiten Impfwoche gezogen. Besorgt zeigte sich Spahn über die nach wie vor große Gruppe Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung: "Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe", warnte der Minister. "Würde sich mit der sehr ansteckenden Delta-Variante ein Großteil dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen infizieren, dann würden unsere Intensivstationen sehr unter Stress kommen."
  • Anstelle der Wiesnwirte sind am Samstag bei strahlendem Sonnenschein Klimaschützer in Tracht auf der Theresienwiese eingezogen.
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Forderung von Kassenärztechef Andreas Gassen nach einem "Freedom Day" zurückgewiesen. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" führte Lauterbach aus: "Bei einer Quote von 85 Prozent würde die Gefahr des exponentiellen Wachstums gebannt." Alles unterhalb der 85 Prozent wäre wegen der hoch ansteckenden Delta-Variante im Winter "riskant und nicht durchhaltbar".
  • Kassenärztechef Andreas Gassen hat die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert.

Corona-News von Freitag, 17. September: US-Präsident Biden veranstaltet virtuellen Corona-Gipfel

Corona-News von Donnerstag, 16. September: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

Corona-News von Mittwoch, 15. September: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen

  • Papst Franziskus hat sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht und Impfgegner unter den Kardinälen kritisiert
  • In Frankreich gilt nun eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, etwa im Pflegebereich, bei der Feuerwehr oder im Zivilschutz. Betroffen sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte.
  • Christian Drosten sieht einige Länder auf der Schwelle vom Übergang der Corona-Pandemie in eine Corona-Endemie, unter anderem Großbritannien. Wegen der niedrigeren Impfquote werde Corona in Deutschland wohl erst später in die endemische Phase treten, schätzt der Virologe.
  • Das RKI hat die wichtige Hospitalisierungsrate offenbar bislang deutlich zu niedrig angegeben, haben verschiedene Medien recherchiert
  • Am New Yorker Broadway sind nach 18 Monaten Corona-Pause mehrere Musicals in das Theaterviertel zurückgekehrt
  • Die WHO hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen angemahnt und dabei auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. Lesen Sie auch: Sterilisation in Afrika? Frank Thelen bittet um Entschuldigung
  • Die Witwe eines an Covid-19 Verstorbenen verklagt im Ischgl-Prozess die Bundesrepublik Österreich auf 100.000 Euro Schadenersatz
  • Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert das Vorhaben vieler Bundesländer, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall zu beenden, als Versuch, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen"

Corona-News von Dienstag, 14. September: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

  • Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben ihre Produktion fast vollständig eingestellt
  • Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update" Dänemark als Vorbild für Deutschland ausgelobt. Im Nachbarland sind seit kurzem so gut wie alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die Lockerungen der dänischen Regierung sind dank einer außergewöhnlich hohen Impfquote von zirka 86 Prozent möglich
  • In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr.
  • Nach rund 18 Monaten schaffen die Niederlande den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter ab dem 25. September ab
  • Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausgerufene Impfaktionswoche ist nur schwach angelaufen. Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet, wurden am Montag in ganz Deutschland nur 118.048 Dosen Impfstoff verabreicht
  • Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der "2G"-Clubparty in Münster ist auf 72 gestiegen
  • Eine Booster-Impfung kann Leben schützen – doch offenbar braucht gar nicht jedes Leben Schutz durch eine Auffrischung der Corona-Impfung. Lesen Sie dazu: Studie: Booster-Impfung nur für bestimmte Gruppen sinnvoll

(fmg/dpa/afp/epd)

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