Pandemie

Booster: Das sind typische Nebenwirkungen der Corona-Impfung

| Lesedauer: 4 Minuten
Ab fünften Monat Booster-Impfung möglich

Stiko: Booster-Impfungen für alle

Wir befinden uns mittlerweile in der vierten Corona-Welle. Aufgrund der zu niedrigen Impfquote steigen die Zahlen enorm an. Die Booster-Impfungen sind im vollen Gange.

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Berlin.  Wie bei jeder Impfung können auch beim Corona-Booster, wenn auch selten, Nebenwirkungen auftreten. Welche Impfreaktionen sind möglich?

  • Mit Booster-Impfungen wird der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus aufrechterhalten
  • Dabei können – wie bei jeder Impfung – Nebenwirkungen auftreten
  • Welche Impfreaktionen sind möglich? Wie stark sind diese? Die aktuellen Erkenntnisse

Seit August sind Auffrischungsimpfungen in Deutschland möglich. Mittlerweile kann sich jeder und jede, unabhängig von etwaigen Risikofaktoren, erneut impfen lassen. Die sogenannten Booster-Impfungen werden mit den beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna durchgeführt.

Für diejenigen mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson ist es die zweite Dosis, für die anderen die dritte Corona-Impfung. Die Auffrischung soll den Schutz gegen Covid-19 erneuern. Durch den Booster wird das Immunsystem angeregt, neue Antikörper zu produzieren.

Booster-Impfung gegen Corona: Nebenwirkung ähnlich wie bei Zweitimpfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Auffrischung inzwischen für alle Personen über 18 Jahren. Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich bereits circa 12,2 Millionen Menschen ihren Booster abgeholt (Stand: 3. Dezember).

Die jeweiligen Hersteller und Behörden haben die zusätzliche Impfung im Voraus auf Sicherheit geprüft. Die derzeit verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Nebenwirkungen sich nicht deutlich von der Zweitimpfung entscheiden.

Nebenwirkungen Booster-Impfung von Biontech und Pfizer

Biontech und Pfizer haben ihre klinischen Studien zu dem Booster mit ihrem Impfstoff Comirnaty Ende August abgeschlossen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat die Zahlen zu den Nebenwirkungen veröffentlicht. Bei den Studienteilnehmern von 18 bis 55 Jahren wurden am häufigsten folgende Nebenwirkungen festgestellt:

  • Schmerzen an der Impfstelle: 83 Prozent
  • Müdigkeit: 63,8 Prozent
  • Kopfschmerzen: 48,4 Prozent
  • Muskelschmerzen: 39,1 Prozent
  • Schüttelfrost: 29,1 Prozent
  • Gelenkschmerzen: 25,3 Prozent
  • Fieber: 17,3 Prozent
  • Durchfall: 8,7 Prozent
  • Schwellungen: 8 Prozent
  • Rötungen: 5,9 Prozent
  • Übelkeit/Erbrechen: 3,5 Prozent

Die Symptome unterscheiden sich nicht zu der zweiten Comirnaty-Impfung und treten auch nicht häufiger auf. Die meisten Nebenwirkungen wurden innerhalb von ein bis zwei Tagen nach Impfung beobachtet. Nach wenigen Tagen waren sie auch wieder verschwunden.

Lesen Sie auch: Booster-Impfung: Warum eine Kreuzimpfung sinnvoll sein kann

Biontech: Eine Impfreaktion kommt häufiger vor

Es gab aber eine Besonderheit: Mit 5,2 Prozent ist über geschwollene Lymphknoten häufiger berichtet worden als bei der ursprünglichen Impfserie. Die Studienteilnehmer über 65 Jahren hatten insgesamt deutlich seltener Symptome.

In Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Sicherheit der Impfstoffe. In seinem neuesten Bericht stellt das PEI kein zusätzliches Risiko durch eine Auffrischungsimpfung fest. Bis zum 30. September wurden für den Cominarty-Booster 0,1 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfungen gemeldet. Für schwerwiegende Reaktionen lag die Rate bei 0,03 pro 1.000 Meldungen.

Die Nebenwirkungen sind aktuell im Vergleich mit einer einfachen Dosis des Biontech-Impfstoffes geringer. Bisher sind nach einer Impfung 1,1 Verdachtsfälle pro 1000 Impfung gemeldet worden. Die Rate für schwerwiegende Fälle liegt bei 0,16.

Auf Nachfrage teilte das PEI mit, dass derzeit keine Erkenntnisse vorliegen, dass durch Booster-Impfung mit Cominarty Lymphknoten häufiger anschwellen.

Nebenwirkungen Booster-Impfung von Moderna

Die Auffrischungsimpfung mit Spikevax von Moderna wird nur mit der halben Dosis (50 Mikrogramm) injiziert. Nach den Daten der FDA werden durch einen Booster die selben Nebenwirkungen erwartet wie nach einer zweiten Dosis. In der klinischen Studie von Moderna zeigten die 18- bis 65-Jährigen folgende Symptome:

  • Schmerzen an der Impfstelle: 86 Prozent
  • Müdigkeit: 62 Prozent
  • Kopfschmerzen: 58,9 Prozent
  • Muskelschmerzen: 49,6 Prozent
  • Gelenkschmerzen: 41,9 Prozent
  • Schüttelfrost: 40,3 Prozent
  • Empfindlichkeit am Arm der Impfung: 24,8 Prozent
  • Fieber: 14 Prozent
  • Übelkeit/Erbrechen: 12,4 Prozent
  • Schwellungen: 6,2 Prozent
  • Rötungen: 5,4 Prozent

Die über 65-Jährigen hatten auch nach einem Booster mit Spikevax seltener Symptome als die jüngeren Teilnehmer.

Der aktuellen Sicherheitsbericht des PEI listet für die zusätzliche Dosis nur wenige Verdachtsmeldungen in Deutschland auf. Die Melderate beträgt 0,5 pro 1000 Auffrischungsimpfungen und 0,1 für schwerwiegende Reaktionen. Zum Vergleich: Nach einer einfachen Impfung mit Spikevax liegt die Melderate bisher bei 2,7 pro 1000 Impfungen, für schwere Reaktionen bei 0,15. Die dritte Dosis des Moderna-Vakzins ist demnach nicht gefährlicher.

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