Corona-Pandemie

Novavax: Wird das Vakzin für Booster-Impfungen eingesetzt?

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EMA gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff von Novavax

EMA gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff von Novavax

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Pharmakonzerns Novavax gegeben. Der proteinbasierte Impfstoff könnte interessant sein für Menschen, die Vorbehalte gegen die bislang zugelassenen mRNA- und Vektorimpfstoffe haben. of a laboratory of US biotech firm Novavax

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Berlin.  Der Proteinimpfstoff Novavax gilt als große Hoffnung, um Ungeimpfte zu überzeugen. Kann das Vakzin auch für den Booster genutzt werden?

  • Die Stiko empfiehlt seit Kurzem die Impfung mit dem Novavax-Impfstoff Nuvaxovid
  • Das Vakzin zeigte in Zulassungsstudien eine Wirksamkeit vergleichbar zu mRNA-Impfstoffen
  • Kann Novavax aber auch für Booster-Impfungen eingesetzt werden?

Die EU-Kommission hat kürzlich den Impfstoff des US-Herstellers Novavax zugelassen. Der Protein-Impfstoff gilt als Hoffnungsträger für die deutsche Impfkampagne. Personen, die sich aus Skepsis gegenüber mRNA-Impfstoffen wie Biontech und Moderna bisher der Impfung verweigerten, könnten durch das neue Vakzin umgestimmt werden, so die Hoffnung von Experten und Politik.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat inzwischen eine Empfehlung für den Impfstoff für alle Menschen ab 18 Jahren abgegeben. Der Novavax-Impfstoff solle zur Grundimmunisierung mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen bei volljährigen Menschen eingesetzt werden. Für Schwangere und Stillende werde der Impfstoff aktuell jedoch nicht empfohlen. Lesen Sie dazu: Novavax-Impfstoff – Infos zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Novavax: Wirksamkeit vergleichbar mit mRNA-Impfstoffen

Das Präparat Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax, das seit Ende Dezember in der EU zugelassen ist, ist – anders als die anderen zugelassenen Vakzine – ein Proteinimpfstoff mit einem Wirkverstärker. „In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare Wirksamkeit“, erklärte die Stiko. Zur klinischen Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante könnten aber noch keine Aussagen getroffen werden. In Deutschland könnte es Ende Februar oder Anfang März mit den Novavax-Impfungen losgehen.

Gleichzeitig stellen sich viele Menschen die Frage, ob Novavax auch für die Booster-Impfungen eingesetzt wird. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, hält das prinzipiell für möglich. "Alles, was bislang bekannt ist, deutet darauf hin, dass Novavax wahrscheinlich ein sehr guter Impfstoff ist", sagte Watzl der "Augsburger Allgemeinen".

Studie: Novavax erzielt gute Booster-Ergebnisse

Eine britische Studie habe gezeigt, dass Novavax als Booster nicht ganz so wirksam sei wie Biontech oder Moderna, "aber deutlich besser als Vektorimpfstoffe", so Watzl. Das in Deutschland nicht mehr verimpfte Astrazeneca zählt genau wie Johnson & Johnson zu dieser Impfstoffart. Auch interessant: Booster unter 18 – Das sind die Regeln für Kinder und Jugendliche

Novavax als Booster habe zudem einen Vorteil gegenüber dem noch nicht zugelassenen Totimpfstoff Valneva. Dieser verbessere den Antikörperschutz nach der dritten Impfung nur um das Zweifache, sagte Watzl. Erreicht Novavax annähernd die Wirkung von mRNA-Impfstoffen könnte der Antikörperschutz durch den Booster um das Zwanzigfache erhöht werden.

Lauterbach: Keine besondere Verteilung von Novavax geplant

Ob aber überhaupt genügend Novavax-Dosen zur Verfügung stehen, um sie auch für die Booster-Kampagne einzusetzen, ist unklar. Deutschland hat bereits vier Millionen Dosen des Vakzins aus den USA bestellt, teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit.

Lauterbach betonte auch, dass eine spezielle Verteilung innerhalb Deutschlands nicht vorgesehen sei. Novavax wird aller Voraussicht nach also dort hingehen, wo die Nachfrage am größten ist. Lauterbach erwartet, dass dies in einigen Bundesländern wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und möglicherweise auch Teilen von Bayern der Fall sein wird. (fmg/dpa)

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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