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WHO macht Hoffnung - Wann die Corona-Pandemie zu Ende ist

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WHO: Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle "plausibel"

WHO: Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle "plausibel"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle nicht aus. "Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt", sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, der Nachrichtenagentuer AFP.

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Berlin  Europa bewegt sich auf das Ende der Pandemie zu. Corona könnte bald vorbei sein. Ein Faktor verunsichert aber Virologen wie Drosten.

  • Inzwischen steckt Deutschland in der fünften Welle, bei vielen Menschen ist die Geduld aufgebraucht
  • Wann ist die Corona-Pandemie vorbei?
  • Die WHO äußert sich zuversichtlich zum weiteren Verlauf

Alle drei Sekunden werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 100 neue Corona-Fälle gemeldet. Je rasanter sich die Omikron-Variante verbreitet, desto schneller rückt das Ende der Pandemie heran.

Wann ist Corona vorbei? Für Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, ist es plausibel, dass der alte Kontinent "sich auf eine Endphase der Pandemie zubewegt".

Verschwinden wird das Virus nicht. Menschen werden sich weiter infizieren. Bloß: Wer geimpft ist und/oder eine Erkrankung überstanden hat, wird zumeist nicht erneut schwer an Covid-19 erkranken. Experten sprechen dann nicht von einer Pandemie, sondern von einer Endemie. Omikron könnte diesen Übergang beschleunigen.

Corona zu Ende? nach der Pandemie kommt die Endemie

Weltweit schauen viele auf ein kleines Land am Rande Europas: Portugal. Impfquote: 94 Prozent. Aktuelle Inzidenz: 3.300.

Der US-Mediziner Eric Topol twitterte gerade, gegenüber der Delta-Variante sei das Krankenhaus-Risiko in Portugal mit Omikron um 75 Prozent zurückgegangen. Die Impfung reduziere das Risiko um 84 Prozent, bei geboosterten Menschen gar um 93 Prozent.

Vorbei? Nicht mit einer niedrigen Impfquote

Verhältnismäßig viele Fälle, eine hohe Impfquote, am besten in der Kombination – es gibt Staaten, die früher als andere aus der Pandemie herausfinden könnten, Portugal, Spanien, Großbritannien, Dänemark, Schweden.

Deutschland ist vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen – mit weniger Infektionen und Todesfällen. Frankreich zum Beispiel hat fast 20 Millionen weniger Einwohner, aber doppelt so viele Corona-Fälle und auch mehr Todesopfer zu beklagen.

Omikron-Variante: Was Drosten noch zweifeln lässt

Ein "wirkliches Problem" bleibt für den Top-Virologen Christian Drosten, dass hierzulande noch immer viele Menschen eine Impfung ablehnen. Anders gesagt: Andere Staaten dürften bei der Immunisierung weiter sein.

Um die Akutphase für beendet erklären zu können, müssten die Impflücken geschlossen werden, und zwar nicht nur Deutschland, sondern gerade und auch in der dritten Welt. In Deutschland scheitert es nicht am Angebot, sondern an der Nachfrage. In vielen Regionen der Welt ist es genau umgekehrt: Es fehlt am Impfstoff und nicht an der Impfbereitschaft.

Corona: Neue aggressivere Varianten drohen

Für WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, wäre es gefährlich anzunehmen, "dass Omikron die letzte Variante war und dass wir schon in der Endphase sind“. Denn: Es könnten noch neue, aggressivere Varianten kommen, gar eine Mischkombination von Delta (besonders gefährlich) und Omikron (besonders ansteckend).

Es sei keinesfalls sicher, warnt auch Drosten, dass die aktuell vorherrschende Mutante in ihrem abgemilderten Zustand bleibe und das Coronavirus immer schwächer werde.

Das erklärt nicht zuletzt, warum Bund und Länder auf eine Impfpflicht dringen: Sie denken an den Herbst, an den kommenden Winter. Und an mögliche neue Varianten.

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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