Kommentar

Buffalo: Die USA kapitulieren vor Rechtsterrorismus

Mutmaßlicher Rassist erschießt zehn Menschen im US-Bundesstaat New York

Mutmaßlicher Rassist erschießt zehn Menschen im US-Bundesstaat New York

Offenbar aus rassistischen Motiven hat ein weißer Angreifer im US-Bundesstaat New York zehn Menschen erschossen und drei verletzt - fast alle Opfer sind Schwarze. Der 18-jährige Täter schoss nach Angaben der Polizei vor und in einem Supermarkt in Buffalo auf Menschen und übertrug seine Gewalttat live ins Internet. Er wurde festgenommen.

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Washington.  Nach dem Massaker von Buffalo trauern die USA. Doch bei dem herrschenden Rassismus in dem Land, ist das nächste Attentat nur eine Frage der Zeit.

Zehn Tote. Die meisten Schwarze. Wieder beugt sich Amerika über von rassistisch getriebenen Inlandsterrorismus von rechts. Und wieder ist ein allein handelnder weißer Mann, der in einer toxischen Kultur der Feindseligkeit gegenüber Andersaussehenden und einer pluralistischen Gesellschaft aufgewachsen ist und sich via Internet autodidaktisch radikalisiert hat, der Täter.

Ähnlichkeiten mit seinen monströsen Vorgängern in Utøya, Charleston, Pittsburgh, Christchurch, Halle, Hanau und El Paso, die sich gegenseitig teilweise mit Referenzen ausstatten und ihre Taten als globalen Fortsetzungsroman verstanden wissen wollen, sind kein Zufall.

Buffalo: Ansichten des Attentäters sind in konservativen Kreisen gesellschaftsfähig

Payton Gendron hat sich eingebettet in das Lager derer, die in ihrer Hybris im eingebildeten Überlebenskampf der weißen Rasse Mord als legitime Notwehr erachten. Seine Hassfantasien, die um die wirre Lehre von der Vorherrschaft der Weißen kreisen, die durch den „Austausch” der Stamm-Bevölkerung durch Zuwanderer bedroht sein soll, sind die Kopie der Kopie der Kopie.

Das Bedrückende: Was in seinem Manifest steht, ist im rechtskonservativen Spektrum längst gesellschaftsfähig. Ex-Präsident Donald Trump machte mit fremdenfeindlicher, entmenschlichender Sprache gegen Armutsflüchtlinge aus Lateinamerika vier Jahre lang Regierungspolitik. TV-Dreckschleudern wie Fox News hämmern ihren Zuschauern bis heute allabendlich ein, dass sie Opfer einer ethnischen Überflutung würden.

Es gibt Hunderttausende, bei denen das auf Gehör stößt. In Kombination mit der sträflich leichten Verfügbarkeit von kriegsähnlichen Schusswaffen in den USA wachsen dann Albtraum-Täter-Profile wie das in Buffalo. Die irrationale Angst vor der angeblichen Auslöschung der weißen Rasse muss umgehend eingedämmt werden. Das wird eine Herkulesaufgabe. Der nächste Payton Gendron ist nur eine Frage der Zeit.

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