Krach um Verkehrsberuhigung

Vechelde  Einem Bürger verursachen die „Kasseler Teller“ zu viel Lärm. Die Gemeinde sagt Prüfung und Reparatur zu. Der Ortsrat will das Hindernis so belassen.

Diese Metallbuckel, „Kölner Teller“ genannt, sollen zur Verkehrsberuhigung auf der Nordstraße in Vechelade dienen. Ein Buckel (unten) wurde entfernt, damit Zweiräder gefahrlos passieren können.

Foto: Thomas Stechert

Diese Metallbuckel, „Kölner Teller“ genannt, sollen zur Verkehrsberuhigung auf der Nordstraße in Vechelade dienen. Ein Buckel (unten) wurde entfernt, damit Zweiräder gefahrlos passieren können. Foto: Thomas Stechert

Es ist ein wohl ewiges Dilemma: Eine Straße in einem Wohngebiet soll verkehrsberuhigt werden, damit die Anwohner von übermäßigem Fahrzeuglärm verschont bleiben und vor Rasern geschützt werden. Allein die Ausweisung einer Tempo-30-Zone indes führt eher seltener zu der gewünschten Beruhigung, denn die Geschwindigkeitsbegrenzung wird vielfach schlicht ignoriert.

Also müssen künstliche Bremsen in die Straße eingebaut werden – zum Beispiel in Form von Pflanzkübeln, die versetzt platziert werden, quer über die Straße verlaufende Schwellen oder „Kölner Teller“.

Diese halbrunden Metallkörper hat die Gemeinde Vechelde in verschiedenen Orten in Straßen einbauen lassen. Die Verkehrsteilnehmer werden gezwungen, ihre Fahrzeuge vor diesem buckeligen Hindernis deutlich abzubremsen, wenn sie nicht allzu heftig durchgeschüttelt werden wollen.

In Vechelade allerdings gibt es Krach um diese Verkehrsberuhigung. Es geht um die „Kölner Teller“ auf der Nordstraße in der kurvigen Einmündung zur Landesstraße 475. Ein anonymer Beschwerdeführer fragt auf unserem Internetportal Alarm38.de, in dem Bürger Aufreger und Missstände melden können, welche Funktion die Metallkörper haben. Er schreibt: „Zur Verkehrsberuhigung kann es nicht sein, da fast alle Autofahrer ungebremst darüber fahren. Es wird dadurch ein enorm hoher Lärmpegel – besonders durch Transporter, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Autos mit Anhänger – erzeugt.“ Außerdem stelle dieses Hindernis eine Gefahr für Zweiräder dar.

Für den Vechelder Gemeindebürgermeister Ralf Werner sind gelegentliche Beschwerden dieser Art nicht neu. Einerseits bestehe der allgemeine Wunsch der Bürger, den Verkehr zu beruhigen, andererseits störten sich dann wieder Anwohner an den Installationen. Konkret in Vechelade mache eine erzwungene Temporeduzierung an der Einmündung einwärts wie auswärts Sinn. Im Übrigen gelte die bindende Beschlusslage des Ortsrates, die Verkehrsberuhigung an der Stelle und in der Form so belassen zu wollen.

Auch eine Gefährdung der Zweiradfahrer sei nicht gegeben. Rechts und links des Hindernisses sei extra Platz gelassen worden. Die Gemeinde will den Hinweis aber zum Anlass nehmen, die Anlage zu überprüfen. „Wenn einzelne Teller lose sein sollten, werden sie umgehend wieder fest installiert.“

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