Das nächtliche Windrad-Blitzlichtgewitter nervt

Lengede  Ein Leser verweist nach Mecklenburg-Vorpommern, wo das Rotlicht nur bei Bedarf blinkt. Im Kreis Peine rotieren derzeit 82 Anlagen.

Mit roten Markierungslichtern sind die Windkraftanlagen ausgerüstet. Ein Leser regt an, diese „nervende“ Befeuerung nur bei Bedarf automatisch einzuschalten. Auf dem Bild sind die Rotoren wegen der langen Belichtungszeit kaum zu sehen, nur die Lichtreflexionen sind zu erkennen.

Foto: Büttner/dpa

Mit roten Markierungslichtern sind die Windkraftanlagen ausgerüstet. Ein Leser regt an, diese „nervende“ Befeuerung nur bei Bedarf automatisch einzuschalten. Auf dem Bild sind die Rotoren wegen der langen Belichtungszeit kaum zu sehen, nur die Lichtreflexionen sind zu erkennen. Foto: Büttner/dpa

Eine Sekunde Rotlicht – 0,5 Sekunden dunkel – eine Sekunde Rotlicht – 1,5 Sekunden dunkel. Das ist die Taktfolge für die Warnlichter der Windkraftanlagen, die sogenannte Befeuerung, bei Dunkelheit – genau geregelt in Gesetzen und Verwaltungsvorschriften. Große Windparks entfachen so in der Nacht ein regelrechtes Blitzlichtgewitter – und genau das nervt einen Leser aus Lengede, wenn er nachts zum Beispiel auf die blinkende „Spargellandschaft“ bei Barbecke blickt.

In unserem Internetportal Alarm38.de, auf dem die Nutzer Aufreger melden können, verweist der Leser auf eine neue Regelung in Mecklenburg-Vorpommern, nach der die Befeuerung nur bei Bedarf, wenn sich etwa ein Flugzeug nähert, per Radar eingeschaltet wird. Diese Änderung in der Landesbauordnung gilt zunächst für neue Windparks oder Ersatzanlagen. Dadurch erhofft sich der Landtag in Schwerin mehr Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windenergie, außerdem eine höhere Energieeffizienz.

In Niedersachsen allerdings gibt es zurzeit offenbar noch keine Überlegungen, nachzuziehen – was damit auch für den Landkreis Peine gilt, wie Sprecherin Katja Schröder auf Nachfrage mitteilte. Die derzeit 82 Anlagen im Kreisgebiet (siehe Grafik) werden also vorerst weiter die ganze Nacht mit rotem Warnlicht blinken.

Für die Windkraftanlagen sind die Bundeswehr (militärische Hindernisse) und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig. Jens-Thilo Schulze, Sprecher der Straßenbaubehörde, verweist auf die geltenden Vorschriften der Flugsicherung, nach denen die Anlagen – wie eingangs dargestellt – nachts beleuchtet werden müssen. Er fügt hinzu: „Aktuell werden technische System entwickelt, die ein bedarfsgerechtes Einschalten der Befeuerung bei Annäherung von Luftfahrzeugen ermöglichen. Dies ist eine grundsätzliche Möglichkeit, die von uns im Einzelfall bewertet wird.“ Eine Rolle spielt auch das Aufkommen des Luftfahrtverkehrs, der in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise gering ist.

Der Leser wird also einstweilen weiterhin mit dem „Blitzlichtgewitter“ der Windräder leben müssen. Aber wenigstens blinken die Anlagen eines Windparks in der Regel im Takt und nicht durcheinander. Denn mehrere in einem Areal errichtete Windenergieanlagen können zu Blöcken zusammengefasst (synchronisiert) werden. Grundsätzlich bedürfen dann nur die Anlagen am Rand dieses Blocks einer Rotlicht-Kennzeichnung, wie Schulze weiter erläutert. Überragen allerdings einzelne Windkraftanlagen innerhalb eines Blocks die sie umgebenden Hindernisse erheblich, so sind auch diese in der Nacht zu kennzeichnen.

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