Was Bauherren wo lagern dürfen

Woltwiesche  Im Rahmen gestattet die Gemeindeverwaltung auch Material oder Müll auf öffentlichem Grund.

So darf/soll es sein: Ordentlich gelagerte Baumaterialien im Lerchenweg in Woltwiesche, die öffentliche Straße wird nicht blockiert. An anderen Stellen musste die Gemeindeverwaltung Ermahnungen aussprechen.Foto: Grohmann

So darf/soll es sein: Ordentlich gelagerte Baumaterialien im Lerchenweg in Woltwiesche, die öffentliche Straße wird nicht blockiert. An anderen Stellen musste die Gemeindeverwaltung Ermahnungen aussprechen.Foto: Grohmann

Ein anonymer Nutzer unseres Portals Alarm 38 fragt:

Wieso dürfen Anwohner ihre Grundstücke erweitern, indem sie zum Teil Bäume fällen, massiv zurückschneiden und mit Hütten und Unterständen bebauen, Baumaterialien lagern oder gar einen Radlader?

Die Antwort recherchierte Arne Grohmann

Der Nutzer, der diesen „Aufreger“ auf Alarm 38 meldete bezieht sich auf Vorfälle, die er in Woltwiesche in den Straßen Lerchenweg und Meisenstraße feststellte. Und: „Nach meinem Kenntnisstand, wurde die Gemeinde schon darauf hingewiesen. Es hat sich aber noch nichts getan. Brauchen die Bürger sich nicht mehr an die vor Ort geltenden Bauvorschriften halten? Wann wird das überprüft und Strafen verhängt?“

Als unsere Zeitung vor Ort recherchierte, war von den erwähnten Lagerungen nichts zu sehen, was auf öffentlichem Grund als über Gebühr störend empfunden werden müsste. Dennoch fragten wir bei der Verwaltung der Gemeinde Lengede nach.

Fachbereichsleiter Cord-Heinrich Helmke erläutert in seiner Stellungnahme, was konkret in Woltwiesche das Problem war und was allgemein für die Bürger gilt und wie die Gemeinde damit umgeht.

Wie jede Verwaltung gestattet sich auch die in Lengede einen gewissen Spielraum in der zeitlichen Abfolge und Intensität ihrer Reaktionen, Anordnungen oder Strafen.

„Bei der Bebauung von Neubaugebieten passiert es sehr häufig, dass Bauherren aus Platzmangel bei der Erstellung ihres Rohbaues Baumaterialien außerhalb ihres Grundstückes auf angrenzenden gemeindlichen Flächen zwischen lagern. Die Bauherren werden, soweit von dieser Lagerung keine Beeinträchtigungen ausgehen, nach einer gewissen Toleranzzeit von der Gemeinde aufgefordert, das Material von der öffentlichen Fläche wieder zu entfernen“, erläutert Cord-Heinrich Helmke.

Die meisten Bauherren seien der ersten Aufforderung auch innerhalb der gesetzten Frist nachgekommen. Es gebe aber leider Bauherren, die der ersten Bitte nicht gefolgt seien. „Diese wurden inzwischen erneut von der Gemeinde aufgefordert, tätig zu werden. Sollte auch die zweite Frist verstreichen, wird die Gemeinde auf Kosten der Bauherren eine Beseitigung vornehmen .“

Zu Eingriffen in die Natur ergänzt der Fachbereichsleiter: „Die meisten Bauherren stimmen mit der Gemeinde im Vorfeld ab, ob sie selbst einige überhängende Äste beseitigen dürfen. Diesem Wunsch stimmt die Gemeinde i.d.R. zu.“

Sollte ein Bauherr widerrechtlich ohne vorherige Abstimmung mit der Gemeinde tätig werden, werde die Gemeinde dem Eigentümer den entstandenen Schaden in Rechnung stellen oder eine Ersatzpflanzung fordern.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)