Mehr Ruhe ist eingezogen rund um den Wahler Schießstand

Wahle  Der Wurftaubenschießstand ist inzwischen verschwunden, nur der Kugelschießstand ist noch zu nutzen – die Kreisjägerschaft geht nach Ahrbergen.

Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Angehende Jäger bei ihrer Prüfung im Wurftaubenschießen auf dem Wahler Schießstand – inzwischen ist das dort längst nicht mehr möglich.Foto: Archiv

Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Angehende Jäger bei ihrer Prüfung im Wurftaubenschießen auf dem Wahler Schießstand – inzwischen ist das dort längst nicht mehr möglich.Foto: Archiv

Ein Leser aus Vechelde fragt:

„Gibt es etwas Neues vom Schießstand in Wahle zu verkünden?“

Die Antwort recherchierte Harald Meyer

Über Jahre – wenn nicht über Jahrzehnte – ist der Schießstand in Wahle, idyllisch in einem Wald gelegen, immer wieder Gesprächsthema gewesen: Sei es, weil sich Anlieger durch Schießgeräusche gestört gefühlt haben; sei es, weil der Landkreis Peine auf eine Sanierung der Anlage gedrungen hat. Auf unserem Internetportal Alarm38 stellt nun ein Leser aus Vechelde fest: „Man hat lange schon nichts mehr über die Kostenverteilung nach der Sanierung des Schießstands in Wahle gehört.“ Die Frage sei, ob es „es etwas Neues vom Schießstand zu verkünden gibt“.

In der Tat: Zuletzt scheint es ruhig um den Schießstand geworden zu sein – das mag aber auch ein gutes Zeichen sein, denn uns als Zeitung sind schon seit längerem keine Beschwerden mehr von Anliegern wegen des Schießlärms zu Ohren gekommen.

Abgeschlossen ist inzwischen längst die Sanierung des Schießstands: Davon hat sich der Umwelt- und Verbraucherschutzausschuss des Peiner Kreistags bereits im August 2016 überzeugen können (wir berichteten). Wobei Sanierung in diesem Fall heißt: Der Wurftaubenschießstand (Bleischrot-Stand) des Schießstands, der von 1955 bis 2012 betrieben worden ist, ist geschlossen worden. Auf Veranlassung des Landkreises als Umweltschutzbehörde musste zudem der „mit schießplatztypischen Schadstoffen verunreinigte Erdboden“ – so die Formulierung aus dem Kreishaus – in dem Bereich abgetragen und entsorgt werden; zudem wurde ein Sicherungsbauwerk eingebaut. Hintergrund: Bleischrot belastet das Grundwasser.

Ungefähr 250 000 Euro haben diese Arbeiten gekostet: Insgesamt rund 50 000 Euro haben die Jägerschaften Peine und Braunschweig als jahrelange Nutzer des Wurftaubenschießstands hingelegt; jeweils circa 100 000 Euro kamen von der Landesjägerschaft und von dem Eigentümer, der das Gelände des früheren Wurftaubenschießstands gekauft hat – er will die Fläche bepflanzen und zur Holzgewinnung nutzen. Im Vorfeld dieser Einigung hat es ein langes Ringen aller Beteiligten gegeben bei der Frage, wer welchen Kostenanteil zu tragen hat.

Was bleibt, ist nun der Kugelschießstand (Büchsen) der Wahler Schießanlage, der auch weiterhin dem Betreiberverein um seinen Vorsitzenden Stefan Knappworst aus Braunschweig gehört. Da für die Jägerausbildung aber sowohl ein Wurftaubenschießstand, als auch ein Kugelschießstand erforderlich ist, weicht die Peiner Kreisjägerschaft zu diesen Zwecken auf die Schießanlage in Ahrbergen bei Hildesheim aus.

„Jäger aus dem Landkreis schießen zwar immer noch in Wahle“, berichtet Axel Rühmann, Vorsitzender der Peiner Kreisjägerschaft. Aber insgesamt werde inzwischen auf dem Schießstand in Wahle weniger geschossen – die Anlieger dürften sich darüber jedenfalls nicht ärgern.

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