Juniorwahlen – Peiner Schüler üben Demokratie

Peine  Mehr als 600 Berufsschüler nehmen an dem Simulationsprojekt teil. Weitere Schulen beteiligen sich ebenfalls an dem Projekt.

Das Projekt Juniorwahl an den BBS Peine: Die Schüler des Wahlvorstandes überprüfen durch Ausweis und Wahlberechtigungskarte, ober die Wahlberechtigung vorliegt.

Das Projekt Juniorwahl an den BBS Peine: Die Schüler des Wahlvorstandes überprüfen durch Ausweis und Wahlberechtigungskarte, ober die Wahlberechtigung vorliegt.

Foto: BBS

Startschuss für die BBS Peine – in der Woche vor den Bundestagswahlen am 24. September wählen schon 30 Klassen mit mehr als 600 Schülern ihre Wahlkreiskandidaten und ihre Partei. Seit den Sommerferien beschäftigen sich die Schüler mit dem Simulationsprojekt „Juniorwahlen“ – ein Lehrstück in Sachen Demokratie.

Ulf Wolters, Teamleiter der BBS-Fachgruppe Gesellschaftswissenschaften: „Die Schüler haben sich umfangreich mit Erst- und Zweitstimme, Wahlrecht und Wahlrechtsgrundsätzen und auch mit Themen wie Flüchtlingskrise, Türkeiproblematik oder Energiewende auseinandergesetzt und die Positionen der Parteien studiert, um sich ein eigenes Bild machen.“

In der Woche vor der Wahl können die Projekt-Schüler per Online-Wahl ihre Stimmen abgeben. „Hier ist die Juniorwahl den eigentlichen Wahlen in der Technik voraus“, so Wolters. Mit persönlichen Geheimzahlen können die Schüler den Wahlzettel freischalten, um ihre Stimme abzugeben. „Da die Schüler die Wahl selbst organisieren, also auch Teile des Wahlvorstands stellen und sich alle bei diesem ausweisen müssen, ist die eigentliche Situation in einem Wahllokal gelungen nachgestellt.“ Wolters weiter: „Wir hätten auch eine Papierwahl machen können, aber die Online-Wahl erschien uns zeitgemäßer und hat neben dem nicht verschwendeten Papier auch enorme Auswertungsvorteile.“ So stehe das Ergebnis der Schule nach Eingabe der letzten Stimmen sofort fest. Eine Veröffentlichung erfolge jedoch erst mit dem Ergebnis der tatsächlichen Bundestagswahl.

Auch bundesweit ist man mit der Teilnahme an dem Projekt überaus zufrieden, berichtet Wolters. Mehr als eine Million Schüler nehmen demnach an Deutschlands größtem Schulprojekt zur politischen Bildung teil.

„Die Teilnehmerzahl bei der Juniorwahl verdoppelt sich von Wahl zu Wahl,“ ergänzt Projektleiter Gerald Wolff, „von Politikverdrossenheit bei Jugendlichen ist bei uns jedenfalls nichts zu merken. Im Gegenteil – mit der entsprechenden Finanzierung hätten sogar noch 500 Schulen mehr teilnehmen wollen.“

Laut Wolters nehmen im Peiner Land auch das Gymnasium am Silberkamp, die IGS Peine, die Realschulen Edemissen, Groß Ilsede und Hohenhameln sowie die Pestalozzischule Peine teil.

Die Juniorwahl führt Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 unter anderem durch die Simulierung des Wahlvorgangs an die Prozesse der demokratischen Willensbildung heran und bereitet sie auf ihre eigene Partizipation im politischen System der Bundesrepublik vor. Ziel der Juniorwahl ist das Üben und Erleben von Demokratie. Seit 1999 wird das Projekt zu allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen durchgeführt.

Laut wissenschaftlicher Studien steigert die Juniorwahl die Wahlbeteiligung in der Gruppe der Erstwähler um bis zu 10 Prozent – ein beachtliches Ergebnis angesichts einer kontinuierlich sinkenden Wahlbeteiligung gerade bei jungen Wählern. Bei den Eltern der Teilnehmer wiederum konnte eine Steigerung der Wahlbeteiligung um rund 5 Prozent nachgewiesen werden.

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