Vechelder Burg als Vorposten für Braunschweig

Vechelde  Der Verein „Braunschweigische Landschaft“ bietet in Vechelde kostenlos mehrere Veranstaltungen an – los geht es mit einem Vortrag am Montag.

Werben für die Veranstaltungen zur Vechelder/Braunschweiger Geschichte: Klaus Hermann und Anna Lamprecht.

Werben für die Veranstaltungen zur Vechelder/Braunschweiger Geschichte: Klaus Hermann und Anna Lamprecht.

Foto: Harald Meyer

. Die Burg in Vechelde – sie hatte für die Stadt Braunschweig im Mittelalter eine wichtige Verteidigungsfunktion. Am Montag referiert Professor Joachim Block, Leiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig, über das Thema „Vechelde – Braunschweiger Vorposten zwischen Stadtregiment und Landesherrschaft“ im Vechelder Bürgerzentrum.

Kulturelle Angebote auch auf dem Lande zu schaffen – dieses Anliegen verfolgt der Verein „Braunschweigische Landschaft“ mit seiner Veranstaltungsreihe „vom Hohen Tor zum Schloss der Madame“, zu der auch der Vortrag in Vechelde gehört. „Wir machen die Erfahrung, dass sich zunehmend auch jüngere Menschen für die Geschichte unserer Region interessieren“,

berichtet Anna Lamprecht, Geschäftsstellenleiterin der Vereins, erfreut.

Die Vechelder Burg, an der wichtigen Fernstraße (heute Bundesstraße 1) zwischen Hildesheim und Braunschweig gelegen, hatte für Braunschweig eine strategische und wirtschaftliche Bedeutung: Denn zum einen befand sich im Mittelalter zwischen Vechelde und Denstorf die damals noch sumpfige Aue-/Dummbruchniederung. Die einzige Querung, zumal mit Pferdewagen, war über einen Damm möglich, der sich östlich von Vechelde – etwa an der Kreuzung Hildesheimer Straße/Bundesstraße 1 – befunden hat und der von der Burg überwacht wurde. Zum anderen hatte die Burg aber auch eine wirtschaftliche Bedeutung. „In dieser Niederung haben sie Torf abgebaut“, erinnert Klaus Hermann, im Verein „Braunschweigische Landschaft“ der Sprecher der Arbeitsgruppe Natur und Umwelt.

Auch nach der Niederlage der Stadt Braunschweig 1671 gegen die Herzöge Rudolf August und Anton Ulrich blieb Vechelde eng mit Braunschweig verbunden: So nutzte einer der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg – Herzog Ferdinand (1721 bis 1792) – das Schloss in Vechelde als Sommerresidenz. „Ferdinand war als Feldherr Friedrich des Großen ein Volksheld“, schildert Hermann, der in Köchingen gewohnt hat und heute in Braunschweig lebt.

All das wird Joachim Block in seinem Vortrag am Montag durchleuchten – und zwar im Bürgerzentrum, in dem er selbst gewohnt hat, als es noch das Amtsgericht gewesen ist: Denn sein Vater ist dort Rechtspfleger gewesen. Dieses Bürgerzentrum befindet sich heute genau dort, wo einst das Schloss gestanden hat.

Der Vortrag „Vechelde – Braunschweiger Vorposten zwischen Stadtregiment und Landesherrschaft“ von Joachim Block beginnt am Montag, 17. September, um 19 Uhr im Vechelder Bürgerzentrum. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im nächsten Jahr gibt es in der Veranstaltungsreihe „vom Hohen Tor zum Schloss der Madame“ weitere Veranstaltungen in Vechelde:

• Donnerstag, 19. Februar: Ausländische Arbeiter in der Jutespinnerei und KZ-Häftlinge bei Büssing in Vechelde (Referent: Dr. Karl Liedke).

• Montag, 18. März: Reichsarbeitsdienst (Dr. Karl-Gustav Kukoschke)

• Samstag, 18. Mai: Zwei und Mehrflügler in der Natur entdecken – ein Spaziergang zu Vögeln und Kerbtieren (Dr. Ulrich Reimers, Regina Fischer).

• Mai: Kulturhistorische Radtour durch Wahle, Vechelade, Fürstenau und Sophientahl (Dr. Hartmut Hoppenworth).

• Juni: Abschlussveranstaltung im Schlosspark Vechelde – erlebte Geschichte (Klaus Hermann).

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