Ökumenische Hubertusmesse der Jägerschaft Peine

PEINE.   Hörnerklänge ertönen am Sonntag, 4. November, in der katholischen Pfarrkirche „Zu den Heiligen Engeln“ in Peine.

Das Parforcehorn-Corps „Die Jagdfanfare“ aus dem Hildesheimer Land bläst in der katholischen Pfarrkirche „Zu den Hl. Engeln“ in Peine.

Das Parforcehorn-Corps „Die Jagdfanfare“ aus dem Hildesheimer Land bläst in der katholischen Pfarrkirche „Zu den Hl. Engeln“ in Peine.

Foto: Jägerschaft Peine / privat

Jagdhörner heißen die Besucher beim Gang in die katholische Kirche „Zu den Heiligen Engeln“ willkommen, wenn in dem Gotteshaus die traditionelle Hubertusmesse der Jägerschaft des Landkreises Peine am Sonntag, 4. November, 17 Uhr, stattfindet. Pfarrer Hendrik Rust und Pastor Frank Niemann gestalten gemeinsam die ökumenische Messe, deren liturgische, feierliche und musikalische Gestaltung das Parforcehorn-Corps „Die Jagdfanfare“ aus dem Hildesheimer Land ausführt. Die Jagdhornbläser-Korps Peine und Peine-Ost begrüßen ab 16.30 Uhr die Besucher mit Jagdhornklängen vor der Kirche, die im Grün des Waldes geschmückt ist.

Seit über 20 Jahren lassen die Peiner Jäger den viele Jahrhunderte alten Brauch wieder aufleben und danken in einer Messe ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Hubertus. Sein Gedenktag ist der 3. November. Der Legende nach war er im 7. und 8. Jahrhundert ein wilder Jäger, bis ihm eines Tages ein Hirsch erschien, der zwischen den Stangen seines Geweihes das Zeichen des Kreuzes trug. Hubertus entsagte von nun an der Jagd und wurde Bischof von Lüttich, bis er 727 nach Christus starb. Hierauf gründet sich die Forderung an die Jäger, die Jagd nicht wild und zügellos, sondern waidgerecht auszuüben.

Schon im Mittelalter wurde die Kirche am Hubertustag mit Waldgrün geschmückt, und die Jäger brachten ihre Hunde sowie Jagdhörner mit. „Die liturgische Musik war zunächst die Aufgabe von Priester, Chor und Orgel. Doch das Jagdhorn hatte sich im Laufe der Zeit vom Signal- zum Musikinstrument entwickelt und eignete sich nun auch zur Intonation anspruchsvoller Musikstücke“, weiß Hagen Lange, Bläserobmann der Jägerschaft Peine. „Die Ursprünge lagen in Frankreich und Belgien, wo sich im Laufe des 19. Jahrhunderts eine spezielle Liturgie für Parforcehörner entwickelt hat.“ In den 50er Jahren gründete sich in Deutschland diese Tradition, Musikstücke auf dem Parforcehorn in „Es“ zu blasen. Die Klangfacetten der Jagdhörner und die stimmungsvolle Atmosphäre bieten Besuchern auch Raum für Besinnung.

Geschichte des Jagdhorns

Hagen Lange, stellvertretender Landesbläserobmann der Landesjägerschaft Niedersachsen, erklärt: Das Parforcehorn in Es war im 19. Jahrhundert vor allem in Böhmen und Österreich im Gebrauch und verlor mit dem Rückgang der höfischen Jagd an Bedeutung. Das Es-Horn ist in Tonumfang und Bauweise der französischen Trompe de Chasse in „D“ ähnlich, klingt aber weicher und voller im Ton. Es hat einen weiteren Durchmesser als die Trompe, damit es beim Umhängen über den Dreispitz - den Hut der Jagdreiter - passte.

Als Notenvorlage für die Hubertusmesse ist heute die 1934 veröffentliche Zusammenstellung von Jules Cantin weitverbreitet und am populärsten. Sie beruht auf Sammlungen französischer Autoren aus dem vorigen Jahrhundert. Eine neuere Ausgabe wurde von Reinhold Stief (1965–1992) erstellt.

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