Im Wendeburger „Café der Begegnung“ gibt es viel zu erzählen

Wendeburg.  Im „Café der Begegnung“ in Wendeburg lernen Flüchtlinge und Einheimische sich kennen. Gäste sind dort immer willkommen.

In großer Runde feierten im Café der Begegnung muslimische Afghanen und Kurden zusammen das Nourus-Fest, das persische Neujahrsfest.

In großer Runde feierten im Café der Begegnung muslimische Afghanen und Kurden zusammen das Nourus-Fest, das persische Neujahrsfest.

Foto: Henrik Bode

Im Jugendzentrum an der Peiner Straße in Wendeburg lernen die Flüchtlinge, die in Wendeburg leben, Deutsch. Von Anfang an (wir berichteten) und auch weiterhin. Seit kurzem ist das Jugendzentrum auch „Café der Begegnung“.

Immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr kommen Flüchtlinge und Ehrenamtliche dort zusammen. Gäste sind immer willkommen. Monika Giesen, Flüchtlingssozialarbeiterin der Gemeinde Wendeburg, und Helga Kappesser kochen Kaffee und Tee. Flüchtlinge, Ehrenamtliche und andere fleißige Hände bringen Kuchen, Kekse oder sonstige Leckereien mit. „Hauptsache man sitzt beieinander und redet“, sagt Monika Giesen.

„Nachdem die Kleiderkammer geschlossen wurde, fehlte ein Platz der Begegnung. Dazu war jedenfalls die Kleiderkammer geworden“, erinnert sie. Die Flüchtlinge haben sich dort getroffen, die Ehrenamtlichen halfen bei Fragen und Problemen, den Kindern bei den Hausaufgaben. Daraus sei die Idee erwachsen, nach Schließung der Kleiderkammer das Jugendzentrum zum Platz der Begegnung auszuprobieren. „Dies ist bei Weitem kein Ersatz für die Kleiderkammer. Aber es ist ein erfolgreiches Projekt der Begegnung geworden“, sagt Monika Giesen.

Immer wieder werden in der großen Runde auch besondere Anlässe gefeiert. „Einmal hat eine Flüchtlingsdame Kuchen mitgebracht, da sie ihre Anerkennung als Flüchtling bekommen hatte. Ein anderes Mal brachte Mama Anab somalische Leckereien mit, als ihre Kinder nach drei Jahren endlich nach Deutschland kamen“, erzählt Monika Giesen weiter.

Am vergangenen Donnerstag feierten muslimische Afghanen und Kurden zusammen das Nourus-Fest, das persische Neujahrsfest. „Alle Religionen feiern hier zusammen: Muslime, Yesiden, Christen und Nichtreligiöse. Alle bilden eine Gruppe.“ Darauf legt die Flüchtlingssozialarbeiterin besonderen Wert: „Flüchtlinge und Einheimische sollen sich kennenlernen.“ So sollten aus „den Flüchtlingen“ Menschen mit Namen werden, Sajeda, Hikmat, Gule oder Andrea. „Persönlichkeiten mit Schwächen, Macken, Besonderheiten und Erfahrungen. So hautnah werden wir nicht noch einmal die Chance bekommen, mit Zeitzeugen der Flüchtlingszeit zu reden. Begegnung baut Vorurteile und Angst ab.“

Seit Jahren lernen die Flüchtlinge Deutsch, von Ehrenamtlichen und von Lehrkräften der Volkshochschule und anderen Sprachschulen. Im „Café der Begegnung“ haben sie Gelegenheit, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und dazuzulernen. „Viele Flüchtlinge sagen mir, dass es ihnen an sozialen Kontakten mit richtigen Wendeburgern fehlt. Ich hoffe, dass das Café der Begegnung dazu beiträgt, dass soziale Kontakte geknüpft werden. Und wenn es auch nur ein einmaliger Besuch ist. Einmal mutig, neugierig, bereit sein“, ermuntert sie.

145 Menschen aus 27 Ländern leben zurzeit in der Gemeinde.

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