Giftköder – der Landkreis erklärt, wie man reagieren soll

Groß Lafferde.  Nach dem Fund bei Groß Lafferde sind besonders Hundebesitzer alarmiert. Die Attacken von Hundehassern sollten bei der Polizei angezeigt werden.

Eine Warnung des Tierschutzbundes an Hundehalter mit einem Plakat (hier vor einiger Zeit am Ölper See in Braunschweig).

Eine Warnung des Tierschutzbundes an Hundehalter mit einem Plakat (hier vor einiger Zeit am Ölper See in Braunschweig).

Foto: Archiv / Rudolf Flentje

In der vergangenen Woche entdeckte eine Hundebesitzerin beim Gassigehen am Waldrand vor Groß Lafferde (in Verlängerung der Straße Zum Lafferder Busch) einige verstreute Fleischreste. Direkt daneben lagen Klammern für einen Hefttacker. Die Hundebesitzerin hatte alles eingesammelt und auf Facebook von ihrem Fund berichtet. Doch man kann noch mehr machen.

Fabian Laaß, Sprecher des Landkreises Peine, teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, wie bei solchen, von potenziellen Hundehassern ausgelegten, Funden reagiert werden sollte. „Bei Meldungen über den Fund mutmaßlich vergifteter Futterstücke wird den Bürgern empfohlen, den mutmaßlichen Giftköder bei der nächsten Polizeidienststelle abzugeben und eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten“, so der Landkreis-Sprecher.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Das alleinige Auslegen von Ködern sei eine versuchte Sachbeschädigung, für dessen Ahndung die Gemeinde zuständig sei. Beides stelle einen Straftatbestand nach dem Strafgesetzbuch (§ 303 I, III) dar. Peines Polizei-Sprecherin Stephanie Schmidt ergänzt noch, dass es sich auch um einen Verstoß gegen das Tierschutz-Gesetz (§ 17) handelt. Für die Ahndung sei final die Staatsanwaltschaft zuständig.

Das macht das Veterinäramt

Fabian Laaß führt weiter aus, dass das Veterinäramt des Landkreises Peine aus tierschutzrechtlicher Sicht erst dann zuständig sei, wenn es zu einem Schaden an einem Tier durch das Auslegen von Ködern gekommen ist. „Die Futterstücke werden dann von einer Amtstierärztin in Augenschein genommen und für eine mögliche spätere Analyse eingefroren. Für die Dokumentation werden die Kontaktdaten des Finders, der genaue Fundort und der Fundzeitpunkt benötigt. Auf einer Karte werden die Fundorte eingetragen“, so der Landkreis-Sprecher.

Eine Untersuchung der mutmaßlichen Köder sei erst dann sinnvoll, wenn ein klarer Verdacht auf einen Täter bestehe. „Falls der Finder auf jeden Fall eine Untersuchung des Köders durchführen lassen will, muss er diese auf eigene Kosten in Auftrag geben und das Gift-Informationszentrum Nord in Göttingen,
(0551) 19 240

, kontaktieren“, erklärt der Landkreis abschließend.

Die Polizei ist „zuständig“ für solche Fälle

Irritationen gab es, weil die Finderin der Fleischreste mit den Tacker-Klammern bei Groß Lafferde auf Facebook-Seiten berichtet hatte, dass sie die Polizei angerufen habe, die sich aber am Telefon für „nicht zuständig“ erklärt haben soll. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete die Hundebesitzerin weiter, dass sie von der Polizei an das Veterinäramt verwiesen worden sei. Dort sei aber nur ein Band mit dem Verweis auf eine Nummer in Braunschweig gelaufen, wo ihr auch nicht richtig weitergeholfen worden sei.

Das kann Fabian Laaß aus Sicht des Landkreises aufklären. Das Veterinäramt sei am Tag des Fundes (Freitag, 12. April) nicht mehr besetzt gewesen (ab circa 13 Uhr). Am folgenden Montag hätten die Mitarbeiter ihre Anrufliste abgearbeitet, die Hundebesitzerin bei einem Rückruf aber nicht erreicht.

Ob ein Beamter bei Entgegennahme des Anrufs dort die Polizei für „nicht zuständig“ erklärt hat, war auf Nachfrage unserer Zeitung bisher polizeiintern nicht aufzuklären. Sprecherin Stephanie Schmidt hatte aber bereits in unserem ersten Bericht zu dem Fund bei Groß Lafferde deutlich gemacht, dass die Polizei zuständig ist. Üblicherweise werde zu der Person, die den Fund meldet, Kontakt aufgenommen – sofern das möglich ist. Auch eine Überprüfung der Fundstelle vor Ort, um mögliche Beweise zu sichern, gehöre meistens dazu.

Die Hundebesitzerin, die den Fund bei Groß Lafferde melden wollte, betont im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich war zwar sauer, aber es richtet sich nicht gegen die Polizei und den Landkreis. Ich wusste eben nur nicht, wie ich mich verhalten sollte.“

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