Klinikum Peine – Verdi erwartet 90 Kündigungen

Peine.  Das AKH Celle hält aber dagegen und wirft der Gewerkschaft vor, aus den „Ängsten der Mitarbeiter Kapital zu schlagen“.

Im Klinikum Peine rechnet die Gewerkschaft Verdi mit weiteren Entlassungen – der Vorstand bestreitet das.

Im Klinikum Peine rechnet die Gewerkschaft Verdi mit weiteren Entlassungen – der Vorstand bestreitet das.

Foto: Archiv

Einen „harten Sanierungskurs“ sieht die Gewerkschaft Verdi auf die Krankenhäuser in Celle und Peine zukommen. „Leider versucht Verdi wieder einmal durch wilde Spekulationen, ihre Interessen auf Kosten der Beschäftigten durchzudrücken“, kommentiert Ralf Kuchenbuch, Sprecher des Allgemeinen Krankenhauses (AKH), zu dem die Kliniken in Celle und Peine gehören.

Bei den vom AKH-Aufsichtsrat beabsichtigten Sparmaßnahmen werden laut Verdi im Wesentlichen die „Tertiärbereiche“ (Reinigung, Logistik und Küche) genannt. „Aber auch die Laborbereiche in Celle und Peine sollen zu den Einsparungen beitragen“, erklärt die Gewerkschaft: „Sie werden ab 2021 nicht mehr mit eigenen Beschäftigten erbracht.“ Auch das Medizinische Versorgungszentrum in Hermannsburg – bisher Teil der AKH-Gruppe – werde von dieser nicht mehr weiterbetrieben. Die „Tertiärleistungen“ (Küche, Reinigung, Logistik) seien bereits durch eigens gegründete Gesellschaften erbracht worden. Es sei beabsichtigt, diese Leistungen zum 1. Januar 2021 (europaweit) auszuschreiben. „Allein diese Nachricht sorgte für große Unruhe in den Mitarbeiterversammlungen“, meint Verdi: „Gerade noch hatten viele der dort befristet Beschäftigten unbefristete Arbeitsverträge erhalten.“ Nun sei klar, dass „alle in den Bereichen Tätigen im Laufe des nächsten Jahres ihre Kündigung bekommen werden (dasselbe gilt für die Laborbeschäftigten)“. In Celle treffe es damit etwa 200 Beschäftigte, für Peine seien etwa 90 Kündigungen zu erwarten.

„Jetzt zahlen die Beschäftigten doch für die Fehler von Politik und Verwaltung“, ärgert sich Verdi. Zum möglichen Verkauf des Peiner Klinikums gebe es „keinerlei Überlegungen, unter welchen Bedingungen das Peiner Haus eventuell veräußert werden soll“. Zu befürchten sei, dass „lediglich der Preis der Maßstab ist“.

„Wenngleich sich Verdi mit der Aussage, dass rund 300 Personen demnächst gekündigt werden, wohl neue Mitglieder erhofft oder einfach nur versucht, in den Verkaufsprozess des Klinikums Peine unlauter Einfluss zu nehmen, hat sich in den Bereichen tatsächlich nichts geändert“, stellt Kuchenbuch klar. Die Tertiären Bereiche würden zum 1. Januar 2021 neu ausgeschrieben, gleiches gelte für die Neuvergaben des Schreib- und Archivdienstes. Auch werde sich für die Versorgung der Bevölkerung in Hermannsburg nichts ändern. Kuchenbuch: „Durch dieses Verhalten zeigt Verdi lediglich, dass es aus den Ängsten der Mitglieder versucht, Kapital zu schlagen, und disqualifiziert sich auf unwürdige Weise als seriöser Verhandlungspartner vollständig.“

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