Leipziger Pfeffermühle erhält langen Applaus in Abbensen

Abbensen.  Das Kabarett-Duo behandelt in ihren Programm im Kunsttreff etwa den politischen Rechtsruck, den Mangel an Sozialwohnungen und zu hohe Mieten.

Bernard Paschke (links) als Liftboy und Meigl Hoffmann als Hotel-Portier wurden im Kunsttreff Abbensen mit viel Beifall bedacht.

Bernard Paschke (links) als Liftboy und Meigl Hoffmann als Hotel-Portier wurden im Kunsttreff Abbensen mit viel Beifall bedacht.

Foto: Rainer Heusing

Schon als Rosemarie Deyerling noch Stühle nach oben tragen musste, war klar: Sie hatte mal wieder den Erfolg nach Abbensen geholt. Der Kunsttreff war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Leipziger Pfeffermühle in neuer Besetzung gastierte. In ihrer Begrüßungsansprache empfahl die Gastgeberin dem Publikum, „die Ohren zu spitzen“.

Das war auch nötig, denn in ihrem Programm, das unter dem Titel „Der führerlose Aufzug“ steht, fuhren Meigl Hoffmann, ein mit 51 Jahren alter Hase der Kabarett-Bühne, und sein blutjunger Partner Bernard Paschke (19) viele Themen-Etagen in einem Höllentempo rauf und runter.

Es spielt in dem altehrwürdigen Leipziger Hotel „Le Toh“. Hoffmann ist der Portier. Er sagt unter anderem diese Sätze: „Hier werden Ihre Nachfahren noch vorfahren. Ich bin wie die Leipziger Nicolai-Kirche – offen für alle.“

Es folgt der Kalauer: „Unsere Hotel-Türen sind abgeschlossen, unsere Mädchen aufgeschlossen. Ich habe die Schlüsselrolle.“ Paschke lässt als Page die nächsten Kalauer folgen: „Steigen Sie ein“, ruft er den Hotelgästen zu: „Ihr Mann wird befördert, ihre Frau geliftet.“

Hoffmann sorgt auch als betrunkener Gast für Lachsalven im Publikum. Paschke gefällt im Tonfall eines Rudi Carrell als holländisches Zimmermädchen Antje, schwärmt vom Speed-Dating, warnt vor übermäßigem Zucker-Genuss und rät den Zuhörern: „Trinken Sie den Kaffee mal so wie Sie Ihre Putzfrau beschäftigen, also schwarz.“

Nach der Pause geht so richtig die Post ab. Herrlich sächselnd berichtet Portier Hoffmann, er leide unter alkoholbedingtem Hitler-Gruß: „Nur wenn ich blau bin, werde ich braun.“ Er stellt die Frage, ob’s kein Gegenmittel gebe, und beantwortet sie selbst: „Doch, den Einmarsch der Alliierten.“

Und dann hauen sie die Pointen raus, wie aus einem Kanonenrohr geschossen: „Wir sind der Harald Juhnke der Hotels. Wir sind immer voll.“ Sie beklagen in ihrem Programm unter anderem den Mangel an Sozialwohnungen und die hohen Mieten. Deswegen baue kaum noch jemand Häuser, sondern Hotels.

Schließlich enthüllen sie das Geheimnis um das Zimmer 42. In dem sitzt Hoffmann als strickende Oma, die sagt: „Wir Menschen sind einfach gestrickt: zwei links, zwei rechts. Wir sprechen nicht miteinander. Wir unterhalten uns nur noch.“

Das Fazit: Das Programm der Leipziger Pfeffermühle im Kunsttreff war beste Unterhaltung, die bei den Zuhörern noch lange nachhallen wird, was am langanhaltenden Beifall abzulesen war. Hoffmann und Paschke gaben als Zugabe außerdem noch eine Szene, in der Kanzlerin Merkel ihren Spezi, Heimatminister Horst Seehofer, mal wieder austrickst.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder