Partnerin geschlagen: Peiner bekommt zehn Monate auf Bewährung

Peine.  Der 36-Jährige hatte seine Partnerin am Kinn verletzt und sie in den Schwitzkasten genommen. Eine weitere Frau hatte er in einem Supermarkt belästigt.

Der angeklagte 36-jährige Peiner wurde wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Der angeklagte 36-jährige Peiner wurde wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Foto: Thorsten Pifan

Zehn Monate auf Bewährung. Mit diesem Urteil endete am Montag vor dem Peiner Amtsgericht der Prozess gegen einen 36-Jährigen, der angeklagt war, Ende November seine Lebensgefährtin am Kinn verletzt und in den Schwitzkasten genommen zu haben. Außerdem soll er nur wenige Tage später der Kunden eines Supermarktes ans Gesäß gefasst haben.

Zu beiden Taten bekannte sich der Mann vor Amtsrichter Wilfried Lehmann-Schmidtke schuldig. Das war insbesondere für die Frau, die der Angeklagte sexuell belästigt hatte, eine Erleichterung, denn sie brauchte die Geschehnisse nicht noch einmal vor dem Gericht zu erläutern. Unmittelbar vor der Verhandlung hatte er sich auch bei der Frau entschuldigt, die diese Entschuldigung annahm.

Verzwickter war es schon mit der Körperverletzung seiner Lebensgefährtin, mit der er zwei Kinder hat. Das ist nämlich nicht zum ersten Mal vorgekommen. Dabei handelt der Angeklagte offenbar immer gleich. Im wörtlichen Sinne handgreiflich wird er wohl meistens nicht, sticht aber mit dem Zeigefinger so heftig auf Kinn und Mundpartie der 37-Jährigen ein, dass sie Prellungen davon trägt.

Offenbar hat sich der Angeklagte inzwischen aber ein Herz gefasst. Er ist seit Jahren schwer alkohol- und drogenabhängig. Die Frau im Supermarkt hatte er mit rund 2,5 Promille Alkohol im Blut belästigt – angeblich der Restalkohol vom Vorabend. Im Februar hatte er jedoch eine Therapie begonnen, die offenbar angeschlagen hat. So stellte ihm auch seine Bewährungshelferin eine ausgesprochen positive Sozialprognose aus. Auch die Lebensgefährtin bestätigte, dass er nicht mehr betrunken sei und auch nicht mehr handgreiflich werde.

Ob der 36-Jährige aber tatsächlich mit einem blauen Auge davon kommt und ihm das Gefängnis erspart bleibt, ist noch längst nicht entschieden. Denn er ist in jener Zeit häufiger straffällig geworden. Nur wenige Tage vor den Vorfällen in Peine hatte er in Rathenow vor dem Amtsrichter gestanden und war dort zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Diese Strafe und auch eine Strafe vom Landgericht in Potsdam müssen nun zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst werden – und dabei kann theoretisch auch herauskommen, dass diese Strafe länger als zwei Jahre ist. Dann kann sie aber nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden.

Lehmann-Schmidtke wollte seinen Richterkollegen nicht vorgreifen, was die Prognose einer Gesamtstrafe angeht. Allerdings sei auch dann zu berücksichtigen, dass der Mann trotz etlicher Rückfälle sein Leben – zumindest aktuell – im Griff zu haben scheint. Seine Lebensgefährtin wohnt zwar nicht mit ihm zusammen, es gibt aber einen regen Kontakt und auch der fünfjährige gemeinsame Sohn schlafe hin und wieder bei seinem Vater.

Die Mutter bekräftigte, wie gut sich Vater und Sohn verstünden. Von dem guten Verhältnis zwischen Vater und der zweijährigen Tochter konnte sich das Gericht selbst ein Bild machen. Das kleine Mädchen war bei dem Prozess dabei und freute sich riesig, als ihr Papa sie in einer Prozesspause in den Arm nahm.

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