Der Kannibale von Peine

Die Peiner Polizei weiß von nichts. Zwar sind auf dem Peiner Pflaster weiß Gott nicht nur brave Bürger unterwegs, und was die Ermittler so alles aus der hiesigen Unterwelt ans Tageslicht holen, verschlägt dem unbescholtenen Betrachter ohne persönliche Kapitel im Polizeicomputer bisweilen den Atem. Aber ein solcher Fall? Nein, gottlob. Dagegen rätselt ganz Fernseh-Deutschland seit Sonntagabend, ob es tatsächlich einen realen Bezug zu Peine gibt. Denn im „Tatort: Angriff auf Wache 08“ spielte auch ein Peiner eine Rolle, nämlich der „Kannibale von Peine“. Thomas Schmauser spielt jenen undurchsichtigen Strafgefangenen Rüdiger Kermann, der in einer Szene stark an „Schweigen der Lämmer“ erinnerte. Fast acht Millionen Zuschauer verfolgten diesen kuriosen und mit Filmzitaten reichlich gespickten „Tatort“ – mehr Hollywood als Sonntagskrimi. Und im deutschen Zeitungsblätterwald wird in bald jeder Tatort-Kritik Peine genannt. Wenn nur ein Teil der Zuschauer und Leser motiviert würde, sich auf Spurensuche ins Peiner Land zu begeben, zum Beispiel während des nächsten Kurzurlaubs, dann lassen wir uns eben auch mal einen Kannibalen unterjubeln – und danken Kommissar Murot (Ulrich Tukur) für die Werbung.

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