Peiner Gesamtschüler tauchen in die Welt des Films ab

Peine.  Die Jugendlichen haben einen Filmworkshop gewonnen – mit den erstellten Kurzfilmen nehmen sie an einem landesweiten Wettbewerb teil.

Hier entsteht eine Filmsequenz zur Mobbing-Thematik.

Hier entsteht eine Filmsequenz zur Mobbing-Thematik.

Foto: Udo Starke

Als Filmemacher haben sich am heutigen Donnerstag Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Peine ausprobiert: Angesagt war ein eintägiger Filmworkshop, der auch einen Drehbuchworkshop beinhaltet. Ausgerichtet wurde die Aktion von „Blickwechsel“ aus Göttingen, Verein für Medien- und Kulturpädagogik.

Die 27 Schüler der Klasse 7.5 hatten sich im Vorfeld Filmideen ausgedacht und sich damit beworben: Sie gewannen diesen Workshop und tauchten ein in die Welt des Filmens unter kompetenter Anleitung der Medienpädagogen Tobias Milde, Maria Taebling und Britta Kanabaja, die den Schülern das erste Handwerkszeug zum Gelingen mit auf den Weg gaben.

Beworben hatte sich die Klasse unter anderem mit verschiedenen Themen wie „Gewalt in der Familie“, „Leben mit wenig Geld“, „Schlechte Noten“ und die nicht immer leichte Integration von neuen Mitschülern (Mobbing). „Es ist immer schwierig in eine bereits bestehende Klasse zu kommen“, unterstreicht Klassenlehrerin Manuela Diers, die die Kinder im Fach „Freies Lernen“ an individuellen Projekten – unter anderem am Erstellen eines Drehbuches - arbeiten lässt, um ihre Ideen vorzubereiten. „Wir haben auch Schüler mit Förderbedarf. Alle sind begeistert bei der Sache und hochmotiviert sowie natürlich etwas aufgeregt“, sagte sie. Während des ersten Drehtages entstanden nun bereits erste Filmsequenzen. Der Experimentierfreude waren keine Grenzen gesetzt.

Mit den bereits genannten Themen und weiteren Filmideen beteiligten sich die Schüler an dem ausgeschriebenen inklusiven Kurzfilmwettbewerb unter dem Motto „Ganz schön anders – No Limits“ in Niedersachsen. Ziel ist es, in kurzen prägnanten Spielfilmen (maximale Länge fünf Minuten) ernsthafte Thematik ins rechte Bild zu rücken. Allerdings kamen dabei am heutigen Donnerstag keine Filmkameras zum Einsatz wie man sie kennt, sondern eine Vielzahl von schuleigenen Tablets, an denen mit einer bestimmten App auch die Filme geschnitten werden können.

Die Schüler ergatterten mit ihren Ideen einen der begehrten Workshop-Plätze, denn derzeit, so Medienprofi Tobias Milde, „beteiligen sich insgesamt 133 Schüler-Filmteams aus Förder- und Regelschulen an dem Projekt. Niedersachsenweit steigen in den nächsten Wochen mehr als 30 inklusive Drehbuch- und Filmworkshops.“ Milde weiter: „Die Kinder sollen ihre Filmideen umsetzen und die Geschichte erzählen und darstellen. Dabei sollen sie auch einen Einblick bekommen, wie ein Film entsteht, wir geben Hilfestellung. Zudem soll es eine Begegnung von Schülern mit und ohne Behinderung sein.“Als ein „großartige Projekt“ bezeichnete der stellvertretende IGS-Schulleiter Hans-Olaf Meyer-Grotjahn den Wettbewerb: „Es sind tolle Ideen aus dem Fach „Freies Lernen“ entstanden. Die Schüler haben die Möglichkeit an eigenen Projekten zu arbeiten.“

Die Schüler waren begeistert. „Super, dass wir die Workshops mit unseren Vorschlägen gewonnen haben. Das Drehen macht viel Spaß und wir müssen alle zusammenarbeiten. Im Team macht es noch einmal mehr Freude. Es gibt keinen Streit und man kommt schnell voran“, meinte Siebtklässler Mert (12).

Noch bis zum 15. Februar 2020 können sich Schüler der Klassen 7 bis 10 in Niedersachsen an diesem Wettbewerb beteiligen und einen Kurzfilm einreichen. Die Prämierung der besten Filme nimmt eine Jury vor und findet dann am 25. März 2020 mit einer großen Film-Gala in Hannover statt. Hauptgewinn ist eine Reise nach Berlin und der Besuch des Filmparks Babelsberg.

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