Als Groß Ilseder noch mit Ölsburgern zur Schule gingen

Groß Ilsede.  Der Arbeitskreis Dorfgeschichte hatte wieder zur Zeitreise eingeladen. Thema des dritten Rückblicks waren diesmal die Jahre von 1945 bis 1955.

Gemeinsames Kaffeetrinken beim Arbeitskreis Dorfgeschichte in Groß Ilsede.

Gemeinsames Kaffeetrinken beim Arbeitskreis Dorfgeschichte in Groß Ilsede.

Foto: Privat

Nach Begrüßung der mehr als 80 Teilnehmer durch den Sprecher des Arbeitskreises, Heinz Diederich, wies Bürgermeister Otto-Heinz Fründt in seinem Grußwort unter anderem auf die Veränderungen in Groß Ilsede hin – sei es in der Pflaumengasse oder auch auf dem Hüttengelände, heißt es in der Mitteilung.

Die Rückschau begann mit dem Einzug der Amerikaner am 10. April 1945 und den Beschränkungen, denen die Groß Ilseder Einwohner in der ersten Zeit ausgesetzt waren. Als Zeuge gab Keith Stuart, der mit der englischen Besatzung im Juni 1945 nach Groß Ilsede kam, einen Überblick. Er klärte die Zuhörer auf, warum die Schranken am Bahnübergang Eichstraße im Minutentakt auf und wieder geschlossen wurden, obwohl kein Zug weit und breit zu sehen war. Er war auch für die Beschaffung von Lebensmitteln zuständig. Dies habe ihn für längere Zeit an Groß Ilsede gebunden.

Der Vortrag behandelte auch die Ernährungslage, die durch persönliche Erinnerungen ergänzt wurde. Die Gemeindeverwaltung war für die Ausgabe der Lebensmittelkarten zuständig, Fotos der damals Beschäftigten wurden gezeigt. Das Schulwesen lag bis Herbst 1945 brach, danach unterrichtete man die Groß Ilseder Schüler gemeinsam mit jenen aus Ölsburg in der Groß Ilseder Volksschule im Schichtbetrieb, bis 1948. Das waren 1947 bis zu 876 Schüler bei
10 Lehrkräften.

Auch die Situation der Ilseder Hütte war 1945 nicht rosig, allen Beschäftigten wurde am 12. Juni gekündigt. Viele seien für Erhaltungsarbeiten wieder eingestellt worden. Im Laufe des Jahres nahm die Ilseder Hütte den Betrieb wieder auf. Als Stundenlohn gab es zwischen 0,73 und 0,92 Reichsmark, 1952 waren es 1,26 DM.

Einen Rückblick gaben auch die Vertriebenen Gertrud Froch, Elisabeth Arbeiter und Erna Klemmer als Zeitzeugen. Sie schilderten die Zeit ihrer Vertreibung, der Ankunft in Groß Ilsede und Unterbringung. Dazu gab es Klassenfotos der Jahre 1948 und 1949.

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