Peiner Umformtechnik setzt verstärkt auf das Ausland

Peine.  Die hiesige Windbranche hat Flaute. Niedersachsens Wirtschaftsminister war, nach dem Neustart des angeschlagenen Unternehmens, erneut zu Besuch.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (Zweiter von rechts) besuchte am Mittwoch die Peiner Umformtechnik (PUT), um sich über den Fortgang der Sanierung des Unternehmens zu informieren; rechts der neue PUT-Geschäftsführer Christoph Brünner und die beiden Landtagsabgeordneten (von links) Matthias Möhle (SPD) und Christoph Plett (CDU).

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (Zweiter von rechts) besuchte am Mittwoch die Peiner Umformtechnik (PUT), um sich über den Fortgang der Sanierung des Unternehmens zu informieren; rechts der neue PUT-Geschäftsführer Christoph Brünner und die beiden Landtagsabgeordneten (von links) Matthias Möhle (SPD) und Christoph Plett (CDU).

Foto: Arne Grohmann

Lob von allen Seiten für die gelungene „Rettung“ der Peiner Umformtechnik (PUT) gab es auch am Mittwoch während des erneuten Besuchs des Niedersächsischen Wirtschaftsministers Bernd Althusmann (CDU), auf Einladung des hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Christoph Plett. Doch auf dem hart umkämpften Markt muss der Schrauben- und Bolzenhersteller aus Peine nun erstmal bestehen.

Rheinort-Treuhand übernahm von der Hanse IK

Nach langer Insolvenzphase war es nach harten Anstrengungen im vergangenen Herbst der PUT-Führung in Zusammenarbeit mit dem Betriebrat gelungen, sich von dem extrem umstrittenen Investor Hanse IK zu lösen. Die Rheinort-Treuhand GmbH aus Düsseldorf übernahm, die Mitarbeiter verzichten auf Gehalt. Neuer Geschäftsführer ist Christoph Brünner.

PUT wird 2021 100 Jahre alt

Die CDU Peine hatte, als die Not am größten und die Situation hoffnungslos festgefahren war, schon einmal Bernd Althusmann wegen der PUT eingeladen. Nun informierte er sich, wie es dem Traditionsunternehmen, das nächstes Jahr 100 Jahre alt wird, seit dem Neustart ergangen ist.

Windbranche liegt brach

Die Frage ist aber auch: Wie geht es weiter? Zwar lobte der Wirtschaftsminister die Rettung der PUT als Beispiel für „echte Sozialpartnerschaft“. Aber das Problem bleibt: Die Produkte, Bolzen und Schrauben für die Automobil- und Windkraft-Branche, müssen gewinnbringend produziert und verkauft werden. Doch derzeit baut fast niemand mehr neue Windräder in Deutschland – zu lange Genehmigungsprozesse, zu viel Widerstand von Bürgern, keine klare Aussagen der Regierung, was für den so produzierten Strom, nach Wegfall der Förderung, zukünftig bezahlt wird an die Besitzer der Anlagen.

Verkauf ins Ausland

„Wir können nur in Segmente verkaufen, die funktionieren“, betonte PUT-Geschäftsführer Christoph Brünner. Deswegen werde nun verstärkt auf den Verkauf im Ausland gesetzt. Für 2020 gehe es zudem darum, die Kapazität der PUT in Peine auszulasten und die Auftragsbücher voll zu bekommen.

Bürger sollen mehr mit ins Boot

Bernd Althusmann versuchte, Mut zu machen. Wenn die Akzeptanz bei den Bürgern erhöht, diese und die Kommunen an Windparks beteiligt werden könnten, der Naturschutz beachtet werde und die Verfahren schneller durchlaufen werden könnten, rechne er spätetesten in zwei Jahren mit einem Ende der Flaute der Branche. Außerdem müsse der Netzausbau, um den Windstrom transportieren zu können, voranschreiten.

Deutschland soll Vorreiter sein

Deutschland könne und müsse Vorreiter sein bei der Produktion und Weiterverarbeitung von Stahl. Wer das als Erster CO2-frei schaffe, könne auch entsprechende Technik sehr gut verkaufen, so der Wirtschaftsminister, der von den PUT-Mitarbeitern eine große Schraube für eine Windkraftanlage auf einem Holzbrett platziert als Geschenk erhielt.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder