Ilseder Initiative kämpft gegen Kastenhaltung von Sauen

Ilsede.  Die Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt beteiligt sich am Online-Aktionstag gegen die Kastenhaltung von Sauen.

 Zwölf Wochen alte Jungsauen stehen in einem Stall in einem Schweinezuchtbetrieb.

Zwölf Wochen alte Jungsauen stehen in einem Stall in einem Schweinezuchtbetrieb.

Foto: Jens Büttner / picture alliance/dpa

Der Kastenstand in der Schweinehaltung – das bedeutet, dass Mutterschweine in ihrem Metallstand künstlich befruchtet werden und vier Wochen dort bleiben müssen, damit die Trächtigkeit erhalten bleibt. Eine Woche vor dem Abferkeltermin werden sie wieder im Kastenstand gebracht, bis zum Ende der Säugezeit. So schildern Tierschützer den Kastenstand. Bundesweit starten sie am 2. Mai die Aktion #LasstDieSauRaus, mit der sie die Abschaffung der Kastenstände fordern.

Mehrere Tierschutzorganisationen haben sich für einen bundesweiten Online-Aktionstag zusammengeschlossen, mit dabei ist die Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt. „Sauen sind leidensfähige Mitgeschöpfe und keine empfindungslosen Produktionseinheiten beziehungsweise -maschinen“, sagt Helga Laue von der Bürgerinitiative Lahstedt-Ilsede. Auch für Mutterschweine gelte das Tierschutzgesetz. „Profit kann und darf kein zulässiger Grund sein, ihnen so großes Leid durch wochenlanges Einsperren in Kastenstände und in sogenannte Ferkelschutzkörbe zuzufügen“, so Helga Laude. „Diese grausame, qualvolle Tierhaltung muß sofort gestoppt werden.“

Hintergrund für die Aktion: Mehrfach wurde eine Abstimmung im Bundesrat zur Änderung der Nutztierhaltungsverordnung inklusive einer Regelung zum Kastenstand verschoben. „Proteste gab es, weil sowohl das Bundeslandwirtschaftsministerium als auch der Agrarausschuss des Bundesrats diese qualvolle Haltungsform jeweils dauerhaft beibehalten wollen. Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Länder und dem Bundeslandwirtschaftsministerium gehen weiter“ heißt es in einer Pressemitteilung der Organisatoren der Aktion.

Gemeinsam mit rund 30 weiteren Organisationen fordern die Deutsche Tier-Lobby und dem Verein „Menschen für Tierrechte Nürnberg“ die Abschaffung der Kastenstände, da diese überholte Haltungsform in keiner Weise mit dem angeblich von der Politik angestrebten Tierwohl vereinbar ist. In Deutschland seien jährlich fast 2 Millionen Mutterschweine im fast körperengen Kastenstand eingesperrt. „Diese engen Metallkäfige, die keinerlei Bewegungsspielraum lassen, passen nicht in ein Land,in dem der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist!, sagt betont Lukas Feldmeier von der Deutschen Tier-Lobby. Der Bundesrat wird aufgefordert, in seiner Sitzung am 15. Mai das Verbot von Kastenständen zu beschließen.

Weitere Informationen unter:www.deutsche-tier-lobby.de/kastenstaende

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder