Wasserverband Peine: Leitungswasser ist Trinkwasser

Peine.  Zum Tag des Wassers erinnert der Verband in der Corona-Pandemie an die nachhaltige Nutzung des Wassers und unterstützt das Projekt Wasserwende.

Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Peine. 

Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Peine. 

Foto: Wasserverband

Seit 1993 erinnert er jedes Jahr an die besondere Bedeutung der Ressource – der Tag des Wassers. In diesem Jahr haben die Vereinten Nationen (UN) ihn unter das Motto „Water and Climate Change“ (Wasser und Klimawandel) gestellt. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Wasserwirtschaft schon länger, wie Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Peine, betont: „Wir agieren nachhaltig und Ressourcen schonend, sowohl bei der Gewinnung als auch bei der Verteilung von Wasser. Mit den millionenschweren Investitionen in die Infrastruktur hält nicht nur der Wasserverband Peine, sondern die kommunale Wasserwirtschaft in Deutschland insgesamt die Wasserverluste in den Netzen bewusst gering. Sie sorgen für die Sicherung der verlässlichen Trinkwasserversorgung in der Fläche, im ländlichen Raum, für alle Einwohner gleichermaßen. Das ist eine beachtliche Leistung, wie die letzten heißen Sommer gezeigt haben.“

Jeder Nutzer könne und müsse seinen Beitrag zum bewussten Umgang mit der lebensspendenden Ressource Wasser leisten. Baas fordert zudem ein klares Bekenntnis der Politik zugunsten der kommunalen Wasserversorgung. „Die Nutzung für Mensch und Tier muss Vorrang genießen – ohne Wenn und Aber.“ Dafür werbe er im Wasserdialog der Bundesregierung und auf Landesebene.

Nicht nur durch die beiden langen heißen Sommer 2018 und 2019 ist das Thema Wasser und Klimawandel auch in Deutschland präsent. Der bewusste Umgang mit der lebenswichtigen Ressource muss noch bewusster gemacht und die Wertschätzung für eine Trinkwasserversorgung rund um die Uhr wieder gelernt werden – dazu wird der Tag des Wassers beitragen. Jeder Haushalt, jeder einzelne Nutzer kann ganz leicht tätig werden: Trinkwasser bewusst genießen, Lebensmittel und andere Waren, in denen ebenfalls viel virtuelles Wasser steckt, nachhaltig verwenden – dazu gehört auch, nicht so viele Produkte wegzuwerfen. „Hier sind in den letzten Monaten schon Veränderungen zu beobachten gewesen, Verbände und die Politik widmen sich diesen Themen. Gemeinsam müssen wir diesen Weg beherzt weiter gehen und unsere Lebensmittel, inklusive unseres Trinkwassers, auch im Alltag wieder mehr wertzuschätzen“, meint Baas.

Der Tag des Wassers erinnert mit dem Motto „Wasser und Klimawandel“ auch daran, dass Leitungswasser einen positiven Klimaeffekt hat: Es fließt aus dem heimischen Hahn, spart gegenüber Flaschenwasser Transportwege auf der Straße ein, vermeidet die Produktion von Einwegflaschen und damit Plastikmüll und hat so auch positive Effekte für den Kohlendioxid-Ausstoß. Trinkwasser zu genießen ist nachhaltig. Der Griff zum Wasserhahn statt zur Plastikflasche im Supermarkt ist eine klimafreundliche Entscheidung. Diesen Gedanken verfolgt der gemeinnützige Verein „a tip:tap“ aus Berlin. Dort hat er bereits beim Projekt Wasserwende erfolgreich einen Wasser-Kiez mit lokalen Partnern ins Leben gerufen und wirbt für die ökologischen Vorteile des Leitungswassers. Dieses Modell wurde nun anlässlich der UN-Wasserdekade als bundesweites Projekt aufgesetzt.

Hans-Hermann Baas, der auch Vizepräsident der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) ist, hat sich dafür eingesetzt, das Projekt Wasserwende bundesweit zu etablieren: „Die Idee der Müll- und Emissionsvermeidung, das Engagement des Vereins und nicht zuletzt die integrative Kraft dieser Projektidee haben uns gleich begeistert: Trinkorte als Teil der ökologischen wie auch der sozialen Verantwortung an öffentlichen und privaten Plätzen zu schaffen, dieses mit Bildungsarbeit an Schulen und in Vereinen der Region zu kombinieren und mit einer kommunikativen Netzwerkarbeit zu flankieren, die das Projekt dauerhaft in der Region verankert, haben uns überzeugt. So haben wir im Wasserverband für den Aufbau von Wasser-Quartieren in den Ländern geworben – mit Erfolg. Zwölf haben sich gegründet.“

Für Baas dabei eine Herzensangelegenheit: Auch der Wasserverband Peine, dessen nachhaltige Strategie er als Verbandsvorsteher seit Jahren maßgeblich mitprägt, ist beim Projekt Wasserwende dabei: „Wir sind das Wasser-Quartier Landkreis Peine, übrigens das einzige in Niedersachen.“ Das Wasser-Quartier Landkreis Peine startet zum Tag des Wassers. Aktionen sind derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. „Das ist aber nur aufgeschoben: Wir werden gemeinsam mit dem Verein ,a tip:tap’ Wasserwerksführungen anbieten, das Netzwerk interessierter Vereine und Verbände weiter knüpfen, Refill in Peine voranbringen und so die Wasserwende in unserer Region aktiv und nachhaltig mit gestalten“, blickt Verbandsvorsteher Baas voraus. Mehr Informationen zur Wasserwende unter www.wasserwende.org im Internet.

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