Die Woltorfer Straße in Peine ist fertig – und wieder frei

Peine.  Die Stadt Peine, Stadtentwässerung und Stadtwerke haben das 7,3-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen.

Das Sperrschild vor der Kreuzung Schützenstraße und Nord-Süd-Brücke in Peine wird nun auch abgeräumt  - die Woltorfer Straße ist fertig und wieder frei befahrbar.

Das Sperrschild vor der Kreuzung Schützenstraße und Nord-Süd-Brücke in Peine wird nun auch abgeräumt  - die Woltorfer Straße ist fertig und wieder frei befahrbar.

Foto: Thomas Stechert

„Freie Fahrt“ heißt es wieder auf der Woltorfer Straße in Peine. Das gemeinsame Sanierungsprojekt von Stadt, Stadtwerken und Stadtentwässerung Peine wurde nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit mit Freigabe des letzten Bauabschnitts in Höhe Schäferstraße erfolgreich abgeschlossen. Die Straße ist eine der Hauptverkehrsadern der Stadt. In die Neugestaltung 940 Meter langen Straßenabschnitts von der Nord-Süd-Brücke bis zur Einmündung Schäferstraße wurden 7,325 Millionen Euro investiert. Davon übernimmt das Land voraussichtlich 1,1 Millionen Euro, eine Förderung aus dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.

Das Kanalsystem leitet große Regenmengen besser ab

Im Auftrag der Stadtentwässerung Peine wurden nach Angaben aus dem Rathaus die Schmutz- und Regenwasserkanalisation sowie die zugehörigen Grundstücksanschlusskanäle erneuert oder saniert. „Dank des neuen Kanalsystems herrschen nun wesentlich bessere hydraulische Verhältnisse in der Woltorfer Straße, große Regenmengen werden künftig besser abgeleitet“, heißt es in der Mitteilung, „die Störanfälligkeit des Kanalsystems wird deutlich gesenkt.“ Gleichzeitig wird der neue Kanalabschnitt als ein „wichtiger Beitrag für den Grundwasser- und Bodenschutz“ bewertet, weil altersbedingte Leitungsleckagen nun der Vergangenheit angehörten.

Die Woltorfer Straße ist wegen ihrer Dichte an (Haupt-)Versorgungsleitungen für die Energieversorgung der Stadt Peine eine zentrale „Ader“. Im Auftrag der Stadtwerke Peine wurde deshalb das teils 60 Jahre alte Fernwärme- und Trinkwassernetz erneuert und ausgebaut. Neben einer Leerrohrtrasse, die künftigen Erweiterungen dienen soll, wurden unter anderem je rund 1000 Meter Fernwärme- und Trinkwasserleitung nach neuestem Standard verlegt.

Unternehmensparks werden an neue Fernwärmeleitung angeschlossen

Die Unternehmensparks an der Woltorfer Straße sollen noch in diesem Jahr an die neue Fernwärmeleitung angeschlossen werden. Gegenüber der bisherigen Beheizung werden damit laut Rechnung der Verantwortlichen künftig rund 180 Tonnen CO₂ (Kohlenstoffdioxid; Treibhausgas) pro Jahr eingespart.

Ursprünglich sollte das Bauprojekt schon Mitte 2019, also im Sommer vorigen Jahres abgeschlossen werden. Doch es gab bautechnische Probleme. In ihrer gemeinsamen Erklärung erläutern die drei Bauherren die Hintergründe: Bei einem Projekt dieser Größenordnung können unvorhergesehene Ereignisse eintreten, die Bauablauf und Kosten beeinflussen. Dazu zählen Abweichungen zwischen dokumentiertem und tatsächlich vorgefundenem Leitungsbau, Versorgungsstörungen, aber auch Änderungen in der Verkehrsführung zur Sicherstellung der uneingeschränkten Erreichbarkeit von Produktionsbetrieben sowie ungünstige Witterungsbedingungen.

Hauptproblem: Alte Pläne der Leitungsverläufe ungenau

Als größte Herausforderung der gesamten Baumaßnahme stellte sich tatsächlich die in mehreren Abschnitten vorgefundene und von den Bestandsplänen abweichende Lage und Beschaffenheit der alten Haubenkanäle und Betonsohlen der Fernwärmeleitungen im Straßenprofil dar. Diese mussten aufwendig ausgebaut und entsorgt werden. Die neuen Leitungen konnten überwiegend nicht wie geplant zeitgleich, sondern mussten nacheinander verlegt werden.

Ebenfalls nicht planbar war demnach die Beeinflussung der Bauarbeiten durch einen massiven Störfall im Umspannwerk Ost im Juli 2019. Durch den Ausfall mehrerer Mittelspannungsleitungen im östlichen Stadtgebiet übernahm ein in der Woltorfer Straße verlaufendes 10 Kilovolt-Kabel plötzlich eine unverzichtbare Aufgabe für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung in Peine. Die Versorgungssicherheit in Peine steht für die Stadtwerke an erster Stelle – das gilt auch während eines so umfangreichen Bauvorhabens. Im weiteren Bauablauf mussten deshalb zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um das 10 kV-Kabel trotz der Arbeiten permanent in Betrieb halten zu können und vor einem Ausfall zu schützen.

Infrastruktur in Peine aufgewertet

Die Sanierung der Woltorfer Straße ist für die Stadt ein „wichtiger Baustein zum Erhalt und Ausbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur in Peine – die Steigerung der Netzstabilität, die Gewährleistung einer sicheren und umweltgerechten Energie- und Wasserversorgung sowie Abwasserableitung verbunden mit der Erneuerung von Straßen, Fahrrad- und Gehwegen gehören zur kommunalen Daseinsvorsorge“.

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