„Vechelde 2040“ – Politik einigt sich auf Vorgehensweise

Vechelde  Der Gemeinderat verabschiedet das „Leitbild Vechelde 2040“ mit parteiübergreifender Einigkeit und behandelt zunächst das Thema Baulandpolitik.

An zwei Infoabenden (Zukunftswerkstätten) konnte die Bevölkerung ihre Anregungen zum Thema „Vechelde 2040“ vorbringen.

An zwei Infoabenden (Zukunftswerkstätten) konnte die Bevölkerung ihre Anregungen zum Thema „Vechelde 2040“ vorbringen.

Foto: Archiv

. Und sie bewegen sich, die Parteien im Vechelder Gemeinderat – und das sogar aufeinander zu. Einstimmig hat das Gremium das „Leitbild Gemeinde Vechelde 2040“ beschlossen mit dem Zusatz: Die in dieser Dokumentation aufgeführten Leitsätze setzt die Politik Schritt für Schritt unter Beteiligung der Bevölkerung konkret um – beginnend mit dem Punkt „Planen von Wohnungs- und Gewerbeland bis zum Jahr 2030“.

Überraschenderweise vom Tisch ist somit die Forderung der CDU und Grünen, aus dem Leitbild ein Gemeindeentwicklungskonzept zu entwickeln. Ein solches „starres Konzept“, das hat SPD-Fraktionschef Romec Manns im Rat nochmals betont, hätte seine Partei – sie hat in dem Gemeindeparlament die absolute Mehrheit – abgelehnt: „Ein Leitbild ist kein Endpunkt, an dem die Gemeinde stehenbleibt.“ Also steckten zunächst die CDU und danach die SPD kurz vor Sitzungsbeginn die Köpfe zusammen – mit dem Ergebnis eines parteiübergreifenden Ratsbeschlusses. Manns stellte zufrieden fest: „Bei der Bewertung des Leitbilds hat es bei den Parteien nie so große Unterschiede gegeben – eher in der Frage, wie damit nun umzugehen ist.“

Übereinstimmend wünschen sich alle Ratsparteien eine enge Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung der Anliegen in dem Leitbild, das die Wunschvorstellung zur Gemeinde im Jahr 2040 beschreibt. „Es ist sinnvoll darüber nachzudenken, wie wir die Bürger dabei stärker einbeziehen können, als es vielleicht früher der Fall gewesen ist“, gab sich Manns selbstkritisch. Als „drängendstes Thema“ machte er die Baulandpolitik der Gemeinde aus – daher solle das nun auch als erstes angegangen werden.

Für die Grünen – die schärfsten Gegner dieser Baulandpolitik mitsamt dem Flächenverbrauch – hofft Andreas Meyer (Grüne) auf eine Debatte über dieses Thema, die die Gemeinde zum Umschwenken veranlassen könnte: „Bürgerbeteiligung bedeutet aber: mit den Bürgern zu reden und nicht nur Parolen von sich zu geben.“ Die vergleichsweise geringe Beteiligung der Bevölkerung an den beiden Infoabenden zum Leitbild (Zukunftswerkstätten) bewertete Doris Meyermann (Grüne) nicht als Beweis für wenig Interesse der Bürger am Leitbild. Uwe Flamm (CDU) nannte das Leitbild „unkonkret“, daher müsse man nun zusammen mit der Bevölkerung konkrete Handlungsvorgaben daraus erarbeiten.

Das vom Hannoveraner Planungsbüros KoRis für 19.000 Euro erarbeitete Leitbild beinhaltet fünf Leitsätze:

• unter anderem „Wohnen“: Hier finden alle einen Platz – auch bezahlbar, barrierefrei oder rund um versorgt.

• unter anderem „Miteinander, füreinander und integriert“: Jung und Alt leben zusammen in einer hilfsbereiten und offenen Gemeinschaft.

• unter anderem „Nahversorgung und Einzelhandel“: vielfältige Angebote und Einkaufsmöglichkeiten – auch in Zukunft.

• unter anderem „Mit oder ohne Auto mobil“: Alternative Konzepte und klimafreundliche Formen der Mobilität sind gefragt.

• unter anderem „Energie“: nachhaltig und dezentral.

Weitere Informationen zum Leitbild im Vechelder Rathaus unter Telefon (05302) 8020.

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