Gadenstedter Bolzberg birgt so manche Geheimnisse

Gadenstedt  Der Touristenführer und frühere Beauftragte für archäologische Denkmalpflege, Jens Koch, bietet eine geführte Wanderung durch den Steinbruch an.

Der Gadenstedter Bolzberg ist geologisch und ökologisch eine Besonderheit.

Der Gadenstedter Bolzberg ist geologisch und ökologisch eine Besonderheit.

Foto: Jens Koch

. Der Bolzberg in Gadenstedt – er ist in zweifacher Hinsicht eine Besonderheit in unserer Region: sowohl geologisch, als auch ökologisch. Der Touristenführer und ehemalige Beauftragte für archäologische Denkmalpflege, Jens Koch aus Hohenhameln, lädt die Bevölkerung zu einer Wanderung durch diesen Steinbruch ein.

Steile Klippen, an denen versteinerter Meeresboden senkrecht in die Höhe ragt, flankieren den alten Hohlweg, der in den „Kessel“ führt; dazu gesellt sich eine üppige und urwüchsige Vegetation mit beachtlicher Tierwelt: So präsentiert sich der Gadenstedter Bolzberg in der Gemeinde Ilsede, der seit 1970 ein anerkanntes Landschaftsschutzgebiet ist.

Für geologisch Interessierte sei gesagt: „Im Bolzberg tritt Unterer Muschelkalk zu Tage“, beschreibt die Ilseder Rathausverwaltung auf ihrer Homepage: „Es ist ein besonderes Erlebnis, innerhalb einer nur flach gewellten Landschaft plötzlich vor den zehn Meter und mehr senkrecht aufstehenden Wänden des alten Steinbruchs zu stehen.“ Die steil aufstehenden und teilweise sogar überkippten Schichten ließen erahnen, welche „Kräfte einst hier wirksam waren, als das Salz aus größeren Tiefen empor gepresst wurde“.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Bolzbergs hat laut Gemeindeverwaltung in der Ausbeutung des Gesteins bestanden. „Stumme Zeugen dieser Zeit sind in Gadenstedt unter anderem die Sankt-Andreaskirche sowie das Herrenhaus und das Wirtschaftsgebäude des Ritterguts“, informiert die Rathausverwaltung: „Denn an vielen Teilen dieser Gebäude sind noch heute die im Volksmund ,Bolzeberger’ bezeichneten Kalkbruchsteine zu sehen.“

Auch Koch würdigt den Bolzberg als eine „faszinierende Lokalität, die für unsere Gegend eine echte geologische Rarität darstellt“. Der gebürtige Peiner führt aus: „Man blickt auf 240 Millionen alten Meeresboden, der fast 30 Meter steil in die Höhe ragt. Das Abbruchmaterial ist vielfach in der Umgebung nachgewiesen und wurde sogar noch im 19. Jahrhundert in der Peiner Altstadt verbaut.“ Zudem sei dieser uralte Steinbruch aber auch ein „echtes Landschafts-Juwel in der Region Peine“. Kochs Fazit: „Jeder sollte den Bolzberg mal gesehen haben.“

Die erste geführte Wanderung, die Koch im Bolzberg am Nordrand Gadenstedts anbietet, findet statt am Samstag, 23. Februar: Treffpunkt ist um 13 Uhr auf dem Parkplatz des Gadenstedter Freibads am Bolzberg. Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich, denn die Teilnehmerzahl ist auf maximal 20 Personen begrenzt – Anmeldungen bei Jens Koch unter (0172) 4143503 (tagsüber). Die Kosten für diese geführte Exkursion betragen pro Person fünf Euro, die Wanderung dauert etwa 90 Minuten. Die Anfahrt und Verpflegung sind selbst zu organisieren; festes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung werden empfohlen.

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