Das Video, das Hauptschüler über die Grund- und Hauptschule Groß Ilsede gedreht haben, zeigt auch den Schulsozialarbeiter Dirk Grune. Dennis Sieck, Sprecher der Landesschulbehörde in Lüneburg, erklärt nun auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die niedersächsische Landesschulbehörde führt augenblicklich intensive Gespräche mit dem Schulsozialarbeiter bezüglich einer einvernehmlich geregelten Versetzung an eine andere Schule.“ Zudem weist Sieck anderslautende Gerüchte entschieden zurück, indem er sagt: „Eine Zwangsversetzung oder gar eine Kündigung Grunes ist weder erfolgt noch vorgesehen. Auch eine Suspendierung hat es nicht gegeben.“ Die Frage bleibt, ob Grune einer Versetzung an eine andere Schule „einvernehmlich“ zustimmt.
Das nicht mit Corinna Hollinger, Leiterin der Groß Ilseder Grund- und Hauptschule, abgesprochene Video ist Sieck zufolge „nicht die alleinige Ursache für die Gespräche mit dem Schulsozialarbeiter“: Vielmehr gebe es „bereits seit längerer Zeit pädagogische Unstimmigkeiten zwischen Schulleitungsteam und Schulsozialarbeiter“. Weitere Angaben könne die Landesschulbehörde zu solchen vertraulichen Personalangelegenheiten im Interesse der Betroffenen aber nicht machen.
In dem Video zeigen Siebtklässler der Hauptschule die baulichen Mängel in ihrer Schule auf: Der Landkreis Peine beschreibt dies als Brandschutzsanierung (wir berichteten). „Wir begrüßen es, wenn sich engagierte Schüler für ihre und die Belange anderer einsetzen – wir haben auch nichts dagegen, wenn sich Schüler sich Gehör verschaffen“, betont Sieck: „Auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schule in Form eines Videos ist an sich überhaupt nicht zu kritisieren. Ganz im Gegenteil: Das im Video dargestellte Anliegen, nicht länger auf einer Baustelle beschult zu werden, ist total nachvollziehbar und legitim.“ Aus Solidarität mit Grune haben Schüler jedoch auch eine Demonstration organisiert.
Dem Behördensprecher zufolge haben Schüler allerdings gegen die Regel „Keine Nutzung der Smartphones während der Unterrichtszeit“ verstoßen: „Eine Abstimmung mit der Schule im Vorfeld hätte Wege eröffnet.“ Sieck hebt aber hervor: „Es hat weder Einträge in die Schulakten gegeben, noch verschlechtert sich die Note der Schüler.“ Die Schulleiterin habe aber – nachdem Gespräche erfolglos geblieben seien – die Schüler, die unentschuldigt vom Unterricht ferngeblieben seien und teilweise unerlaubt ihre Smartphones für Bild- und Tonaufnahmen verwendet hätten, zum Gespräch gebeten und ihre Eltern schriftlich informiert.
Sieck weiter: „Es ist wichtig, die schulinterne Aufarbeitung sachlich und transparent vorzunehmen.“ Eine weitere Verschärfung der Lage könne nicht im Sinne der Betroffenen sein. „Daher ist die Landesschulbehörde beauftragt, den Aufarbeitungsprozess eng zu begleiten und zu moderieren“, kündigt er an. Die Schulleitung befindet sich laut Landesschulbehörde im „intensiven Austausch“ mit dem Schulträger (Landkreis): Dieser habe die Aufgabe, die Schulanlagen ordnungsgemäß zu unterhalten und in Ordnung zu bringen.
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