Sportplatz wird für Kindergartenanbau in Woltwiesche kleiner

Lengede.  Im Bauausschuss der Gemeinde ging es zudem wieder um die Amazon-LKW, die Grundschule und die Feuerwehr in Broistedt, Windräder und Glasfasern.

So soll der Anbau am Kindergarten in der Breiten Straße in Woltwiesche, neben der Grundschule, aussehen. Der Sportplatz muss dafür ein paar Meter hergeben.

So soll der Anbau am Kindergarten in der Breiten Straße in Woltwiesche, neben der Grundschule, aussehen. Der Sportplatz muss dafür ein paar Meter hergeben.

Foto: Anja Gloger / Gemeinde Lengede

Der Bauausschuss der Gemeinde Lengede hatte am Dienstagabend nicht viel auf der Tagesordnung, die wenigen Punkten hatten es aber in sich. Die endgültigen Entscheidungen fallen während der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 20. Februar, um 19 Uhr im Rathaus in Lengede (Vallstedter Weg 1).

Barbecke und Lesse sollen höhere Windräder bekommen

Der einzige Einwohner während der Einwohnerfragestunde fragte am Dienstag wegen des von der Gemeindeverwaltung angekündigten „Repowerings“ der Windkraft-Anlagen bei Barbecke und Lesse an (Infoveranstaltung am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr beim FC Germania Barbecke, Reppnerstraße 5): „Ist da noch Einfluss auf den Genehmigungsprozesse möglich?“ Die Reduzierung und Erhöhung der dort platzierten Windräder sei noch nicht genehmigt, erläuterte Fachbereichsleiter Cord-Heinrich Helmke. Wenn es um die Baugenehmigung gehe, seien noch Eingaben der Bürger möglich. Viele lägen dem zuständigen Regionalverband Großraum Braunschweig bereits vor.

Überlasten die Amazon-Lieferfahrzeuge die Kreuzung in Broistedt?

Der Bürger teilte auch die Bedenken wegen des Verkehrsgutachtens im Vorfeld der Ansiedlung des Onliner-Versandhändlers Amazon im Gewerbegebiet Broistedt. Die Fahrzeuge der Firma würden die ohnehin schon sehr belastete Kreuzung als Ein- und Ausfahrt ins Gewerbegebiet (K 74/Carl-Zeiss-Straße) endgültig überlasten. Die Zahlen für das Gutachten habe zudem der Investor selbst, also Amazon geliefert.

„Nein, das dürfen nur Sachverständige machen“, entgegnete Cord-Heinrich Helmke. Die Zählung der aktuellen Belastung der Kreuzung habe ein offizieller Gutachter gemacht. Die Prognose, wieviele Fahrzeuge zum und vom Amazon-Lager fahren, könne aber zunächst nur das Unternehmen selbst liefern. Damit müsse dann kalkuliert werden, wie die zukünftige Belastung aussehen könnte. Dabei werde vom schlechtesten Fall, also einer Belastung der Kreuzung während der Stoßzeit ausgegangen. Und diese Prognose habe ergeben, dass die Kreuzung die zusätzlichen Fahrten der Lieferfahrzeuge von Amazon (PKW und LKW) gerade noch aushalte.

Der Fachbereichsleiter sprach durchgehend von einer „Langzeitmessung“, die es für die bestehende Belastung der Kreuzung gegeben habe. Auf Nachfrage räumte er ein, dass dies eine Messung an einem Tag bedeutet. Cord-Heinrich Helmke kündigte aber auch an, dass die von Amazon gelieferten Zahlen realistisch sein müssen und: „Das Gutachten wird fortgeschrieben.“ Eventuell werde später noch die Ampelschaltung optimiert. In die Prognose seien der Verkehr vom Edeka-Einkaufszentrum (Barbecker Straße) und dem neuen Aldi-Markt (Carl-Zeiss-Straße) bereits einbezogen.

Sportplatz in Woltwiesche wird für Kindergarten-Anbau kleiner

Ohne Gegenstimmen sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses für den Anbau an den Kindergarten neben der Grundschule in der Breiten Straße in Woltwiesche aus. Für die Fünfjährigen-Betreuung steigt damit die Kapazität von 45 auf 60 Plätze. Dazu gibt es neu eine kleine Küche und ein richtiges Mitarbeiter-WC. Baukosten (bisher): 850.000 Euro, Planungskosten 50.000 Euro.

Der Anbau wird durch einen Zaun abgegrenzt zum Sportplatz neben dem Kindergarten. Der werde dadurch ungefähr drei Meter verlieren, erläuterte Cord-Heinrich Helmke. Die Mindestgröße des reinen Trainingsplatzes sei aber noch gewährleistet.

Feuerwehrgerätehaus in Broistedt kann stehen bleiben

Bei der Diskussion wegen des möglichen Abrisses des Feuerwehrgerätehauses in Broistedt zugunsten eines neuen Fünfjährigen-Kindergartens läuft es auch nach der Entscheidung des Bauausschusses auf die „Variante 3“ hinaus. Nach der kann das Gerätehaus neben der Grundschule stehen bleiben. In der Grundschule wird der bisher noch nicht sanierte Zwischentrakt zwischen den Klassenräumen und der Sporthalle zu einem dreigeschossigen Kindergarten umgebaut.

Der bisher schon vorhandene Kindergarten in der Schule zieht dann dorthin um. Dessen bisherige Räume werden für die Schule frei. Der Neubau bekommt einen Fahrstuhl, was die Grundschule Broistedt offiziell „barrierefrei“ macht. Die Kapazität wird von 47 auf 75 Plätze erhöht. Grob geschätzte Baukosten: 2,8 Millionen Euro.

Ob 75 Kindergartenkinder überhaupt in die Grundschule noch reinpassen, wollte CDU-Ausschussmitglied Wolfgang Belte wissen. Zudem kämen noch Kinder aus den Neubaugebieten dazu. Letzteres sei in der Tat schwer zu kalkulieren, erläuterte Cord-Heinrich Helmke. Die sonstigen Prognosen lägen aber vor und seien verlässlich. Für die Broistedter Schulleitung teilte der Fachbereichsleiter mit, dass es aktuell keinen dringenden Bedarf nach zusätzlichen Räumen gebe. Das sehen zumindest einige Eltern der Schüler anders. Eine offizielle Anfrage unserer Zeitung an den Schulelternrat blieb bisher unbeantwortet.

Bernd Hauck (Grüne), im Bauausschuss nur beratendes Mitglied, versuchte erneut, eine Alternative für den Standort des neuen Fünfjährigen-Kindergartens in Broistedt zu finden, denn keine der drei vorgeschlagenen Varianten sei wirklich gut. Auch die sehr wahrscheinliche Variante 3 sei teuer und ein Kindergarten über drei Stockwerke nie eine gute Entscheidung.

Kinder spielen in Broistedt auf alter Mülldeponie

Als Gelände schlug Bernd Hauck die Fläche des Spielplatzes am Kuhlenkamp in Broistedt vor. Dort dürfe aber nicht gebaut werden, erklärte Cord-Heinrich Helmke. Der Grund: Unter dem erlaubten Spielplatz sei eine alte Mülldeponie, eine mit Hausbrand (Kaminasche etc.) verfüllte Kuhle in einer Tonwanne.

Weiter schlug Bernd Hauck vor, auf einem Teil des Pausenhofs der Grundschule Broistedt den Neubau zu errichten und den Pausenhof dann auf die Wiese hinter der Schule zu verlegen. Auch das wurde vom Gemeindevertreter verworfen, denn es sei zu riskant, wenn die Kinder regelmäßig die Straße Wiesenweg queren müssten, um auf das Pausengelände zu kommen.

Dirk Meyer von der SPD, die auch im Lengeder Gemeinderat die klare Mehrheit stellt, reichte es dann und er betonte, dass die Variante 3 den Zuschlag bekommen werde und daher nun auch nicht mehr nach Alternativen gesucht werden müsse.

Bürger melden Schäden an Straßen und Wegen durch Glasfaserausbau

An diversen Stellen verlegen dieser Tage unterschiedliche Firmen Kabel für das lang ersehnte schnelle Internet in der Gemeinde Lengede. Fußwege und Straßen werden aufgerissen, die Kabel kommen in die Erde, die Löcher werden wieder verschlossen. Das geht teilweise sehr schnell. Zu schnell, finden einige, die sich über Schäden ärgern, die zurückbleiben.

Cord-Heinrich Helmke kann das Thema kaum noch hören, betont aber auch, dass sich die Bürger keine Sorgen machen müssten. Vor jedem Eingriff für den Glasfaser-Ausbau gebe es eine Begehung mit einer Videoaufnahme der entsprechenden Strecke. Melde eine Firma, dass sie fertig sei, gebe es die Abnahme mit dem Vorher-Nachher-Vergleich – und unter Umständen Forderungen zu Nachbesserung, damit der Zustand der Wege und Straßen nach der Verlegung nicht schlechter als vorher ist.

Es habe bereits diverse Meldungen von Bürgern wegen potenzieller Schäden gegeben, berichtete der Fachbereichsleiter. Die Behebung der Detailmängel erfolge erst nach und nach, aber sie werde eingefordert von der Gemeinde. Dafür werde aber kein zusätzliches Personal eingestellt.

Kontrolle der Kontrolle bei Glyphosat

Dirk Meyer (SPD) wollte unter „Anfragen“ noch wissen, ob die Gemeinde Lengede das Glyphosat-Verbot, gerade bei Neuverpachtungen von Flächen, auch kontrolliere. Cord-Heinrich Helmke bestätigte das und sagte für die nächste Bauausschusssitzung eine Bilanz der Kontrollen zu.

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