Broistedter Betreiber: Fitnessstudio ist kein Seuchenherd!

Broistedt.  Thomas Lages hat sein „Injoy“ in Broistedt coronagerecht vorbereitet und möchte endlich wieder aufmachen dürfen.

Das Fitnessstudio Injoy in Broistedt hofft, bald wieder aufmachen zu dürfen. Räume und Personal wurden entsprechend vorbereitet. Diana Schwab (links) und Bettina Lages aus der Geschäftsführenden Familie messen die Abstände zwischen den Trainingsgeräten.

Das Fitnessstudio Injoy in Broistedt hofft, bald wieder aufmachen zu dürfen. Räume und Personal wurden entsprechend vorbereitet. Diana Schwab (links) und Bettina Lages aus der Geschäftsführenden Familie messen die Abstände zwischen den Trainingsgeräten.

Foto: Injoy Broistedt

Corona legte zunächst pauschal die Unternehmenswelt lahm. Nun geht es darum, wer wieder öffnen darf. Fast alle meinen, dass sie nach der Phase der Zwangsschließungen ganz wichtig für die Gesellschaft, deren Wohlbefinden und natürlich die Wirtschaft sind. Und einige Betriebe gelten quasi als gefährlich im weiteren Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.

„Einige Politiker haben ja zuletzt so getan, als wäre jedes Fitnessstudio ein Seuchenherd“, kritisiert Thomas Lages, Eigentümer und Betreiber des Studios in Broistedt, das sich der Injoy-Gruppe angeschlossen hat. Auch die pauschale Schelle, dass in jedem Studio nur anabolikagestärkte, glatzköpfige Pumper mit Türsteherjobs trainierten, stört ihn massiv: „Wir wollen nicht über einen Kamm geschoren werden.“

„Wir sind zertifiziert. Wir machen hier Prävention!“, betont der Injoy-Chef. In Broistedt liege das Durchschnittsalter der Studionutzer bei ungefähr 50 Jahren. Der Muskel sei nun einmal das größte Stoffwechselorgan. Die durch die Schließungen verordnete Bewegungslosigkeit sei schädlich für das Immunsystem und damit die falsche Entscheidung im Kampf gegen Corona.

Damit bläst auch Thomas Lages in die Trainingspfeife vieler Fitnessstudiobetreiber oder -ketten. Gleichwohl sieht er ein, dass beim Trainieren in geschlossenen Räumen, in denen Sportler und Sportlerinnen schwitzen und schneller und viel ein- und ausatmen, die Ansteckungsgefahr erhöht ist.

Und Training ist doch auch daheim, draußen und ohne die schweren Geräte in den Studios möglich, oder? Das streitet Thomas Lages nicht ab. Der regelmäßige (bezahlte) Besuch im Fitnessstudio falle einigen aber leichter, als sich alleine zum Trainieren aufzuraffen. Zudem gebe es in guten Studios bekannte, individuell einstellbare Geräte, Messungen und Anleitungen der Trainer und Mitarbeiterinnen. Das Training sei gezielter und effizienter möglich als alleine daheim auf dem Teppich vor dem Fernseher.

Noch habe er vom Land Niedersachsen keinen offiziellen Wiedereröffnungstermin bekommen, so Thomas Lages. Die Studiobetreiber in Nordrhein-Westfalen hätten den schon. An den dortigen Auflagen habe er sich orientiert und das Injoy in Broistedt bereits entsprechend vorbereitet. Die Geräte seien auf mehrere Räume verteilt und dadurch die Abstände vergrößert worden. Da die Sportler und Sportlerinnen alle digitale Check-in-Karten nutzten, gebe es schon eine Registrierung, wer wann wie lange im Studio trainierte.

Seit gut acht Wochen ist auch das Injoy in Broistedt geschlossen. „Das ist ein wirtschaftlicher Schaden von ungefähr 150.000 Euro“, hat Thomas Lages ausgerechnet. Er habe 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – in Voll- und Teilzeit, als 450-Euro-Kräfte und auch Auszubildende. Kurzarbeit gebe es. Zuvor sei die Leerlaufphase auch für Arbeiten in dem Studio genutzt worden. „Aber nur Schönheitsreparaturen“, betont der Studiochef. „Man wusste ja nicht, wie lange es dauert und ob man Handwerker bekommt.“

Aber irgendwann sei nichts mehr zu tun, deswegen soll es nun endlich losgehen. „Wir kämpfen schon lange dafür. Es gibt aber andere, die mehr gehört werden“, sagt Thomas Lages, der sich eine stärkere Lobby der Fitnessbranche wünscht.

Der Broistedter Studiobetreiber nennt noch einen weiteren Grund für die Öffnung in Zeiten von Beschränkungen und Gefahren durch Corona: „In den Fitnessstudios treffen sich Menschen, um miteinander zu trainieren, zu kommunizieren. Menschen sind gerne unter Menschen! Somit tragen Fitnessstudios auch zur sozialen Gesundheit bei.“

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