Altanliegerin: Grünstreifen ist zu schmal

Wedtlenstedt  Die Vechelder Gemeindeverwaltung spricht hingegen beim Baugebiet „Eichhof II“ in Wedtlenstedt von einem Kompromiss.

Auf dieser Freifläche soll das umstrittene Wohnbaugebiet „Eichhof II“ entstehen.Foto: Archiv

Auf dieser Freifläche soll das umstrittene Wohnbaugebiet „Eichhof II“ entstehen.Foto: Archiv

Eine Leserin aus Wedtlenstedt fragt:

„Wieso spricht die Gemeinde beim Baugebiet ,Eichhof II’ von einem ,Kompromiss’?“

Die Antwort recherchierte Harald Meyer

Das geplante Wohnbaugebiet „Eichhof II“ in Wedtlenstedt – es ist weiterhin ein Zankapfel: Zwar spricht die Vechelder Rathausverwaltung von einem „Kompromiss“, der im Streit mit den Altanliegern der „Kleinen Heide“ beim Baugebiet gefunden worden sei; eine Leserin erklärt aber als Altanliegerin, sie wundere sich über den Begriff „Kompromiss“.

Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner beschreibt die Situation: Die fünf Grundeigentümer der „Kleinen Heide“, deren Flächen sich in erster Reihe am geplanten Baugebiet „Eichhof II“ befänden, „hätten zwar gerne mehr erreicht, können aber mit dem ausgehandelten Kompromiss leben“. Unter anderem sei vereinbart worden, dass die besagten fünf Grundeigentümer einen drei Meter breiten Streifen kaufen, um einen Puffer zu den geplanten Neubauten im „Eichhof II“ zu haben; zudem dürften die Neubürger im „Eichhof II“ nahe der „Kleinen Heide“ Anlagen wie Garagen und Carports nicht direkt an ihrer Grundstücksgrenze bauen, sondern müssten einen ein Meter breiten Streifen auf ihren Grundstücken als weiteren Puffer freihalten.

Die Leserin erinnert als Altanliegerin der „Kleinen Heide“ an den Wunsch ihrer Gruppe, im „Eichhof II“ nur eine ein- statt eine zweireihige Hausbebauung vorzusehen, um Platz zu haben für einen Grüngürtel: Die Rede war von einem 10- bis 15 Meter breiten Gürtel, der „öffentlich zugänglich wäre und somit Alt- und Neuanliegern sowie allen Spaziergängern im Ort zugute kommen sollte.“ Dies wäre „ein tatsächlicher Kompromiss gewesen zwischen den Aussagen, dass das betreffende Gebiet als grüne Fläche erhalten bleibe, und dem Vorhaben der Gemeinde, das Gebiet zur Wohnbebauung zu nutzen.“ Beim besagten Streifen „erreichen wir lediglich drei Meter mehr Grundstückshoheit, für die wir auch noch teures Geld zahlen müssen“.

Gegen den Bebauungsplan „Eichhof II“, der bis zum 22. Mai im Vechelder Rathaus für die Bevölkerung zur Einsicht ausliegt, wendet sich das Wedtlenstedter CDU-Ortsratsmitglied Wolfgang Paul: Bei „Eichhof II“ komme es nicht nur zu Konflikten mit Altanliegern, sondern auch mit dem Gewerbe und der Landwirtschaft, kritisiert er. Diese Dinge seien abgearbeitet und ausgeräumt, hält Werner dagegen. Zu Pauls Einschätzung, mit „Eichhof II“ und aktuell mit dem Baugebiet am Ackerweg dürften in Wedtlenstedt in den nächsten zehn Jahren keine weiteren Wohnbauflächen mehr ausgewiesen werden, sagt Werner: Es gebe sehr wohl Möglichkeiten, auch in den nächsten zehn Jahren noch Baugrundstücke in Wedtlenstedt anzubieten.

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