Protestaktion – Therapeuten kreiden Mängel an

Vechelde.   Kollegen aus Vechelde und Wendeburg schreiben ihren Ärger auf Straßen.

Therapeutinnen und Therapeuten aus Vechelde und Wendeburg haben an einer bundesweiten Protestaktion teilgenommen. Mit Kreide-Botschaften auf Straßen und Wegen haben sie auf Missstände in ihrem Berufsfeld aufmerksam gemacht.

Therapeutinnen und Therapeuten aus Vechelde und Wendeburg haben an einer bundesweiten Protestaktion teilgenommen. Mit Kreide-Botschaften auf Straßen und Wegen haben sie auf Missstände in ihrem Berufsfeld aufmerksam gemacht.

Foto: Claudia Schwarzenberg

Eine bundesweite Protestaktion der Therapeuten gegen Missstände in ihrer Branche hat am Wochenende auch das Peiner Land erreicht. Therapeutinnen und Therapeuten aus den Gemeinden Vechelde und Wendeburg haben sich bei Julia Siedentop in der Logopädischen Praxis Vechelde zur gemeinsamen Kreideaktion getroffen – mit Kreidebotschaften auf Straßen und Wegen machten sie ihre Forderungen für Verbesserungen auf ihren Arbeitsfeldern sichtbar.

„Die Heilmittelerbringer fordern unter anderem eine verbesserte Vergütung, aber auch die Abschaffung der hohen Schulgebühren von 10 000 bis zu 25 000 Euro“, erläutert Julia Siedentop, „aufgrund der hohen Ausbildungskosten, die von den Schülern getragen werden müssen, kommt nur wenig Nachwuchs nach.“ Daraus wiederum resultiere eine schlechte Patientenversorgung. So entstünden lange Wartezeiten, und Patienten könnten nicht therapeutisch versorgt werden.

Darüber hinaus nehme der bürokratische Aufwand, den die Betroffenen zu erbringen hätten, enorm zu. Finanzielle Kürzungen seitens der Krankenkassen, so Siedentop weiter, „sind dabei keine Seltenheit und bedrohen die Existenz der Heilmittelerbringer“. Die Fortbildungsmaßnahmen für Therapeutinnen und Therapeuten seien kostenintensiv, würden aber als Grundlage vorausgesetzt.

An der Aktion am Samstag in Vechelde haben teilgenommen die Physiotherapeuten von van de Beek Physio, Krankengymnastik und Massagepraxis Samir Hussein, Physio-Team Lühring/Samá, Praxis für Physiotherapie und Ergotherapie Lutz Dinkler sowie Ergotherapeuten (Therapiehaus Vechelde) und Logopäden sowie Sprachtherapeuten (Praxis für Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen Astrid Malke, Logopädische Praxis Vechelde). „Wir haben von Passanten positive Rückmeldungen erhalten, es gab viel Zuspruch für die Aktion“, bilanziert Siedentop einen Erfolg.

Zu der bundesweiten Kreideaktion hatte die Aktionsgruppe „Therapeuten am Limit“ aufgerufen. Die Not in der Branche sei deutschlandweit sehr groß. „Innerhalb weniger Wochen haben sich über 70 Orts- und Regionalgruppen gebildet“, führt die Gruppe als Beleg dafür an.

Die Protestbewegung geht auf die Aktion von Heiko Schneider zurück, der zu Beginn des Jahres mit dem Fahrrad von Frankfurt am Main nach Berlin gefahren ist um seinen und 1000 weitere Brandbriefe an Gesundheitsminister Jens Spahn zu übergeben. Die „schlimmen Bedingungen“ für die Heilmittelerbringer durch die Krankenkassen gefährdeten nicht nur deren Zukunft, sondern auch die Grundversorgung der Bevölkerung mit notwendigen Heilmitteln vor Ort, lautet die Kritik.

Weitere Protestaktionen sollen folgen. Ihre Kritik und ihre Forderungen hat die Aktionsgruppe auf ihrer Internetseite zusammengefasst: www.therapeuten-am-limit.de

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