Gemeinde: mehrere Bewerber für Schiedsamt in Vechelde

Vechelde  Bürgermeister Ralf Werner sieht genügend geeignete Interessenten und geht von einer Besetzung aus. Der bisherige Schiedsmann gibt sein Amt ab.

Auf der Suche nach einem Nachfolger von Dieter Buczko als Schiedsperson ist die Gemeinde Vechelde fündig geworden.

Auf der Suche nach einem Nachfolger von Dieter Buczko als Schiedsperson ist die Gemeinde Vechelde fündig geworden.

Foto: Archiv

. Dieses Ehrenamt übt auf die Bevölkerung offenbar einen Reiz aus: Für das Schiedsamt in der Gemeinde Vechelde haben sich „mehrere Bewerber“ im Rathaus gemeldet – das berichtet der Vechelder Bürgermeister Ralf Werner auf Anfrage unserer Zeitung. Wie viele Interessenten es genau sind, das will der Verwaltungschef aus Rücksicht auf die Beteiligten jedoch nicht sagen.

Allerdings: Unter den fünf Männern und Frauen sind nach Werners Überzeugung genügend geeignete Personen, so dass einer Besetzung dieses Ehrenamts nicht mehr im Wege stehen dürfte. Noch vor den Sommerferien – vermutlich findet die öffentliche Sitzung im Juli statt – kann der Gemeinderat somit die Schiedsperson wählen, die für die gesamte Gemeinde zuständig sein wird. Das Amtsgericht Braunschweig bestellt die Person dann für dieses Amt. Die Schiedsperson erhält lediglich eine Aufwandsentschädigung, und dennoch haben sich genügend Interessenten gemeldet – ein besonderes Zeichen.

Zurzeit arbeitet Dieter Buczko aus Vechelde als Schiedsmann in der Gemeinde: Er ist bereits seit etwa zehn Jahren im Amt und möchte diese Aufgabe daher abgeben. „Dieter Buczko bekleidet das Amt aber so lange, bis der Neue übernimmt“, freut sich Ralf Werner über einen nahtlosen Übergang.

In einem Aufruf an die Öffentlichkeit hat die Gemeindeverwaltung darum gebeten, dass sich Interessenten bei ihr melden – mit Erfolg, wie nun zu sehen ist. Ein bestimmtes Anforderungsprofil sollten die Schlichter jedoch erfüllen, schließlich müssen sie festgefahrene Konflikte und verhärtete Fronten durch Verhandlungsgeschick aufbrechen und dadurch kleinere Streitigkeiten zivilrechtlicher und strafrechtlicher Art beilegen. Dabei kann es genauso um Nachbarschaftsstreitigkeiten gehen wie um Schmerzensgeld- und sonstige Schadenersatzansprüche, leichte Körperverletzungen, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Sachbeschädigung. Eine Schiedsperson sollte der Rathausverwaltung zufolge mindestens 30 Jahre alt und schreibegewandt sein. „Schreibgewandtheit, eine ausgeprägte Bereitschaft zum Zuhören sowie Freude und Geschick an einer Verhandlungsführung in ruhiger Atmosphäre“: Diese Kriterien hat die Verwaltung formuliert.

Mit den ehrenamtlichen Schiedspersonen spart der Staat viel Geld: Denn sie verringern die Anzahl gerichtlicher Auseinandersetzungen, so dass die Gerichte beziehungsweise die Richter entlastet werden.

Stellvertretender Schiedsmann in der Gemeinde bleibt Uwe Holzberger aus Vechelde.

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