Mit Gerhard Scholz aus Wahle auf der Achterbahn des Daseins

Wahle.  Der 80-Jährige hat einen Band mit eigenen Gedichten veröffentlicht und ihn mit eigenen Bildern illustriert.

Gerhard Scholz und seine Tochter Gabriele Hirsch.

Gerhard Scholz und seine Tochter Gabriele Hirsch.

Foto: Harald Meyer

Das „Wunder von Lengede“ im Herbst 1963 – es hat seinerzeit die Menschen berührt, und so auch Gerhard Scholz: In seinem Band „auf des daseins achterbahn“ hat der 80-Jährige dem Drama in Lengede und der wundersamen Rettung von elf Bergleuten fast zwei Wochen nach dem Unglück das Gedicht „Die letzte Schicht“ gewidmet: „Was der Tod erst umschlingt, er gibt’s nicht zurück, im späteren Leben vielleicht“ lautet eine Zeile. „Mich hat das Grubenunglück sehr berührt“, erinnert sich Scholz an eine „sehr große Anteilnahme“ der Bevölkerung an den Bergleuten und ihren Familien.

Doch nicht ohne Grund taucht in dem Titel für den Gedichtband das Wort „Achterbahn“ auf – denn zum Leben gehören nun mal Tragödien genauso wie humoristische Begebenheiten. „Humor ist eine gute Sache“ sind einige Gedichte überschrieben, und das „nicht nur weil ich selbst gern lache“, heißt es in einer Textzeile. Und manchmal hält das Leben auch Unerwartetes parat – das hat Scholz selbst erlebt, denn: Das Buch ist ein Geschenk der Familie zu seinem 80. Geburtstag gewesen.

Ein schönes Geschenk, das zum einen Dutzende Gedichte aus seiner Schaffenszeit als Lyriker beinhaltet. Wie ist Gerhard Scholz zum Schreiben gekommen? Der Rentner aus Wahle hat früher bei VW gearbeitet – als „Handwerker“, wie er erzählt. In den Pausen bei Volkswagen „haben meine Kollegen Skat gekloppt“, schildert Scholz mit einem Schmunzeln, „und ich habe Bücher gelesen.“ In der Tat: Sein Wohnzimmer ist voll literarischer Werke. „Ich verschlinge Bücher“, meint er – Klassiker wie Goethe und Lessing, aber auch französische oder russische Autoren wie Dostojewski und Solschenizyn haben es ihm besonders angetan.

Vom Lesen ist es dann nicht mehr ganz so weit zum Schreiben: Hintergründiges und Naturbeschreibungen, Tragisches und Humoristisches kommen in den Gedichten vor – aber auch Politisches: In „die hässlichen sieben“ etwa geht es um „Überbevölkerung“, „Hunger in der Welt“, „Atomenergie“ und „Umweltverschmutzung“ – es ist in den 1980er-Jahren geschrieben, aber gerade aktuell wie nie.

Das Besondere an dem Band: Passend zu den selbst geschriebenen Texten sind dort Fotos von Bildern zu sehen, die Scholz selbst gemalt und gezeichnet hat. Sein Haus in Wahle ist eine Ausstellungsstätte für seine Gemälde in verschiedenen Techniken – Öl auf Hartfaser, Öl auf Leinwand und Aquarelle. Natur- und Landschaftsbilder sind dabei wie das Bild von der Sierßer Kapelle, aber auch Darstellungen von Tieren und Menschen. „Ich bin Autodidakt“, sagt Scholz über sich – einer, der zum Nachdenken anregt.

Der Gedichtband „auf des daseins achterbahn“ ist bei Amazon erhältlich, zudem unter hirsch.vechelde@web.de per Mail zu bestellen.

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