Hindenburgstraße in Denstorf – das sagen Anlieger

Denstorf.  Nach der Kanalsanierung folgt im nächsten Jahr der Umbau der Straße: Anwohner zahlen dafür nichts – und sind froh.

Von der Heerstraße (Bundesstraße 1/hinten) aus ist die Hindenburgstraße in Denstorf nur auf einem Fahrstreifen zu erreichen.

Von der Heerstraße (Bundesstraße 1/hinten) aus ist die Hindenburgstraße in Denstorf nur auf einem Fahrstreifen zu erreichen.

Foto: Harald Meyer

Die Hindenburgstraße (Kreisstraße 52) in Denstorf voll gesperrt, (lärmende) Baumaschinen im Einsatz vor der eigenen Haustür: Was andernorts für Unmut sorgt, nehmen Anlieger in diesem Fall offenbar gelassen hin. Und sie können noch gelassener werden: Für den Umbau der Hindenburgstraße, der sich nach der Kanalsanierung anschließt, müssen die Anwohner keinerlei Straßenausbaubeiträge/Anliegerbeiträge zahlen – das versichert der Vechelder Bürgermeister Ralf Werner. Denn die Gemeinde übernimmt auch den Anteil der Anwohner.

So gewinnt Christine Jung, die an der Hindenburgstraße unmittelbar an der Einmündung zur Heerstraße (Bundesstraße 1), den Bauarbeiten sogar etwas Positives ab. „Endlich haben wir hier mal unsere Ruhe“, sagt die Denstorferin. Denn einhergehend mit der Vollsperrung der Hindenburg ist auch das Verkehrsaufkommen auf dieser Kreisstraße gegen null gesunken: Nur die Anwohner dürfen mit ihren Autos auf ihre Grundstücke fahren. Christine Junge erwähnt vor allem die „Lastwagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Betonmischer“, die normalerweise mit viel Krach auf der Hindenburgstraße unterwegs seien – insofern sei es zurzeit „entspannend“: „Ich kann endlich mal meine Küchenfenster aufmachen.“ Allerdings: Der Verkehr auf der Bundesstraße 1, der aktuell mit jeweils einer Spur in beide Richtungen an der Hindenburgstraße vorbeigeführt wird, ist nach wie vor im Hause Jung zu hören – so richtig ruhig ist es also nicht. Mit Freude hört Christine Jung, dass die Anlieger für den Straßenumbau nichts hinzulegen haben – für die Kanalsanierung ohnehin nicht.

„Lange Umleitungsstrecke für den Durchgangsverkehr“

Allerdings: Der Durchgangsverkehr hat während der Bauzeit auf der Hindenburgstraße, die bis ins nächste Jahr dauern wird, einen Umweg in Kauf zu nehmen – von Denstorf über Klein Gleidingen nach Sonnenberg/Groß Gleidingen.

Auch Ralf Nitschke, ebenfalls Anwohner der Hindenburgstraße unweit der Bundesstraße 1, hat keine Einwände gegen die Bauarbeiten, hält die Absperrungen aber für „bescheiden“: So sei auf der Hindenburgstraße nur die rechte Fahrspur (Richtung Bundesstraße) nicht abgesperrt – wer als Anlieger von der Bundesstraße in die Hindenburgstraße wolle, fährt auf der „falschen Seite“. Die Ansage von Bürgermeister Werner, die Anwohner müssten nichts bezahlen, beruhigt auch Nitschke.

„Die Gemeinde übernimmt auch den Anliegeranteil“

Die Anlieger der Ahornstraße (Bundesstraße 65) in Sierße bezahlen nichts für den Straßenausbau; die Anlieger der Breiten Straße (Bundesstraße 1) in Bettmar ebenfalls nichts, weil die Gemeinde Vechelde deren Anteil übernimmt: „Es wäre nicht zu vermitteln, wenn nun die Anlieger der Hindenburgstraße zahlen müssten“, betont Ralf Werner. Wohlgemerkt: Es handelt sich hier um eine Kreisstraße, bei der der Landkreis die neue Fahrbahn komplett bezahlt – wie es der Bund in Bettmar und Sierße tut. An der Hindenburgstraße müssten jedoch Gemeinde und Anlieger für Nebenanlagen (Gehweg) Geld hinlegen – hier übernimmt aber die Kommune auch den Anteil der Anwohner: „Im Gemeindehaushalt sind dafür 240.000 Euro aufgeführt“, setzt Werner hinzu. Nicht zu verwechseln ist dies mit dem Ausbau von Gemeindestraßen: Dort müssen sich die Anlieger außer an den Nebenanlagen auch an der Fahrbahn finanziell beteiligen – was zu Protesten führt.

Bis Weihnachten will der Wasserverband Peine in der Hindenburgstraße rund 500 Meter Trinkwassernetz und 220 Meter Regen- und Schmutzwasserkanal erneuert haben: Die Kosten von etwa 810.000 Euro trägt komplett der Verband. Im Zuge dieser Arbeiten lässt die Gemeinde auf eigene Rechnung einen Düker neu bauen. Notwendig ist die Vollsperrung der Hindenburgstraße, wobei die Anlieger auf ihre Grundstücke kommen. An der Kreuzung Hindenburgstraße/Bundesstraße 1 ist eine Ampel aufgebaut, damit Fußgänger – allen voran Schüler – die Bundesstraße überqueren können. Die Trinkwasserversorgung ist laut Wasserverband genauso wie die Abwasserableitung während der Bauphase sichergestellt.

Nächstes Jahr erfolgt der Umbau der Hindenburgstraße

Erst im nächsten Jahr steht der Umbau der Hindenburgstraße an – die Pläne sehen vor:

• eine Erneuerung der asphaltierten Fahrbahn, die auch künftig aus Asphalt bestehen, aber teilweise farblich gestaltet sein wird (um Raserei einzudämmen).

• beidseitig gepflasterte mit Hochbord.

• Nicht vorgesehen und wegen der Enge der Straße auch gar nicht machbar sind: ein Fahrradweg (Radfahrer müssen auf der Fahrbahn fahren), Parkbuchten und Grünanlagen.

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