Vechelder Kreuzungsumbau – Leitungen sorgen für Überraschung

Vechelde.  Laut Landesbehörde sind sie der Grund für die Verzögerungen. Die Gemeinde freut sich über das Verständnis der Anlieger.

Pressetermin an der „Baustelle“ Vechelder Kreuzung (von links): Michael Peuke (Landesbehörde), Michael Grabsch (Vechelder Bauamtsleiter), Olaf Marotz (Ortsbürgermeister) und Ralf Werner (Bürgermeister). 

Pressetermin an der „Baustelle“ Vechelder Kreuzung (von links): Michael Peuke (Landesbehörde), Michael Grabsch (Vechelder Bauamtsleiter), Olaf Marotz (Ortsbürgermeister) und Ralf Werner (Bürgermeister). 

Foto: Harald Meyer

Vom Regen lassen sie sich nicht abhalten – die Arbeiter nicht, und die Baumaschinen erst recht nicht: Unverdrossen und mit Getöse bringen sie den Asphalt – die neue Deckschicht – auf die Hildesheimer Straße in Vechelde. Dennoch: Bei den Bauarbeiten gibt es Verzögerungen .

Im Laufe des Montags , darauf hoffen Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner und Michael Peuke (Leiter der Landesbehörde für Straßenbau), sollten die Asphaltierungsarbeiten beendet, die Hildesheimer Straße (Ortsdurchfahrt) wieder befahrbar sein. Eigentlich sollten das Vorhaben in fünf Tagen über die Bühne gehen, also am Freitag abgeschlossen sein – doch daraus nichts. Einige Autofahrer scheinen es nicht abwarten zu können, meinen, bereits jetzt die Hildesheimer Straße – von der Peiner Straße kommend – nutzen zu können. Denkste – umkehren. „Wie sind die durch die Absperrungen gekommen?“ fragen sich Werner und Peuke beim Pressetermin vor Ort – zu Recht.

„Beim kommunalen Straßenbau gibt es immer wieder Verzögerungen“

Geht es bei den Deckschichtarbeiten nur um eine Verzögerung von ein paar Tagen, ist die beim Kreuzungsumbau Köchinger Straße/Hildesheimer Straße/Peiner Straße erheblicher: rund zwei Monate – Stand heute. Peuke, ein erfahrener Straßenbauer, bedauert das, doch aus der Bahn werfen kann ihn das nicht. „Beim kommunalen Straßenbau kommen solche nicht vorhersehbaren Verzögerungen immer wieder vor“, stellt der Leiter der Wolfenbütteler Behörde fest. Der Grund: Leitungen , die im Boden schlummern – so auch in Vechelde.

„Wir sind bei unseren Bauarbeiten auf Leitungen gestoßen, von denen niemand etwas wusste, und wir haben Leitungen entdeckt, die eigentlich ganz woanders liegen sollten“, beschreibt Peuke die Überraschungen – die Rede ist von Wasserleitungen (Wasserverband Peine) sowie Strom- und Gasleitungen. „Teilweise mussten erst die Arbeiten an den Leitungen beendet werden, ehe wir den Kreuzungsumbau fortsetzen konnten“, beschreibt Peuke das Dilemma – paralleles Arbeiten sei nicht immer möglich gewesen. Die Folge: Statt Mitte Oktober soll die voll gesperrte Kreuzung (keine Durchfahrt auf der Köchinger Straße von Köchingen kommend) nun Mitte Dezember freigegeben werden.

Anlieger der Spinnerstraße/Parkstraße sind gebeutelt

Bis dahin wird der Durchgangsverkehr weiterhin in Köchingen über Liedingen zur Umgehung/Ortschaft Vechelde und umgekehrt geleitet. Innerörtlich haben allerdings in Vechelde insbesondere die Anlieger der Spinnerstraße/Parkstraße in den „ sauren Apfel “ zu beißen: Auf den beiden Straßen hat der Ausweichverkehr erheblich zugenommen. Olaf Marotz, Ortsbürgermeister in Vechelde/Vechelade, lobt aber die Anwohner: „Mir sind gar nicht so viele negative Rückmeldungen zu Ohren gekommen.“ Möglicherweise sei durch die Umleitung über Liedingen die Belastung in Vechelde noch erträglich. Werner pflichtet Marotz bei: „Die Anlieger haben viel Verständnis – mir sind keine Beschwerden bekannt.“

Immerhin: Wenn die „neue“ Kreuzung „steht“, dürfte sie Verbesserungen mit sich bringen. Die Verschwenkung der Straße auf der Süd-Nord-Achse (zwischen Köchinger Straße und Peiner Straße) wird begradigt, indem die Kreuzung rund 40 Meter nach Westen versetzt wird. Damit werden künftig auf dieser Achse in den Grünphasen der Ampeln mehr Autos die Kreuzung passieren können. Auf diese Weise und wegen eines weiteren Fahrstreifens im Kreuzungsbereich auf der Köchinger Straße (einen für Geradeausfahrer/Linksabbieger und einen für Rechtsabbieger) soll es Staus auf dieser Straße nicht mehr geben.

Landesbehörde: Kosten bleiben bei 965.000 Euro

Zudem werden die Fußwege an der Hildesheimer Straße/Köchinger Straße in der Kreuzung auf 2,5 Meter verbreitert. Bleiben werden alle bisherigen Ampeln – auch die Fußgängerampeln, die ein sicheres Überqueren aller Straßen in der Kreuzung ermöglichen. „Wir verwirklichen die Barrierefreiheit , wie sie Standard ist“, hebt Peuke hervor. Dazu gehörten akustische Signale an den Fußgängerampeln und andere Elemente (etwa Absenken von Erhöhungen für Rollator- oder Rollstuhlfahrer).

Einen Punkt hebt Peuke gern hervor: „Die Kosten für den Kreuzungsumbau bleiben bei 965.000 Euro .“ Zu tragen hat diese Ausgabe das Land (550.000), weil die Peiner Straße/Köchinger Straße Landesstraßen sind; den Rest teilen sich Gemeinde (Hildesheimer Straße ist eine Gemeindestraße) und Wasserverband (wegen der Wasserleitungserneuerung) – die Anlieger zahlen nichts. Die Deckenerneuerung auf der „Hildesheimer“ – von der Kreuzung rund 250 Meter nach Westen zur Straße „Am Schützenplatz“ – muss auch die Gemeinde bezahlen (45.000 Euro).

Für die Kommune ist damit dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen: Mitte Dezember soll der Gemeinderat den Investor benennen, der die Bereiche westlich der Köchinger Straße (Geschäfts- und Wohnhaus/abgerissen) und östlich (Sanitäts- und Wohnhaus/wird entfernt) in der Kreuzung neu bebaut (geplante Nutzung „Wohnen/Gewerbe, Dienstleistungen/Parken“). Beim Investorenwettbewerb hätten sich genügend Interessenten gemeldet, meint Werner. Die beiden besagten gemeindeeigenen Flächen an der Köchinger Straße wird die Kommune an den ausgewählten Investor verkaufen.

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