Wendeburger ärgert sich über Wartezeit in der Notaufnahme

Peine.  Trotz stark blutender Wunde musste er in der Notaufnahme lange warten, berichtet ein Wendeburger. Das Klinikum nimmt Stellung dazu.

Blick aufs Klinikum Peine

Blick aufs Klinikum Peine

Foto: Thomas Stechert

Mit einer stark blutenden Wunde habe man ihn in der Notaufnahme des Peiner Klinikums warten lassen, von etwa 13.40 Uhr an längere Zeit, bis er um 17.15 Uhr das Klinikum unverrichteter Dinge wieder verlassen habe. Der Ärger schwingt heute noch in der Stimme des Wendeburgers mit, wenn er davon erzählt. Am Dienstag, 8. September, war es passiert: Der Mann hatte sich am Zeh verletzt, die Wunde habe stark geblutet, er habe seinen Fuß deshalb in eine Plastiktüte gesteckt, berichtet er unserer Zeitung.

Im Büro der Notaufnahme seien seine Personalien aufgenommen worden, dann sei er ins Wartezimmer geschickt worden. Niemand habe sich seine Verletzung angesehen. Im Wartezimmer hätten vier Personen gesessen, so der Wendeburger weiter. Als eine Stunde lang nichts passiert sei, habe er nachgefragt. Man habe ihm geantwortet, dass der Arzt im Operationssaal sei.

„Wutschnaubend“ das Klinikum verlassen

Nach zwei Stunden habe er erneut nachgefragt, so der Patient. „Mein Zeh blutete immer noch“, schildert er die Geschehnisse. „Drei Stunden sind um, am Tresen das gleiche Bild: zwei Damen und ein Herr sitzen am PC und warten auf Kundschaft. Fragen brauchte ich nicht mehr.“ Gleich habe es geheißen: „Der Arzt ist im OP, wie ich Ihnen schon sagte.“ Um 17.15 Uhr habe er das Klinikum dann „wutschnaubend“ verlassen. „Es blutete immer noch.“ Seine Frau habe ihn zum Hausarzt gefahren, „der sagte, der Zeh müsse innerhalb von sechs stunden operiert werden – die waren allerdings schon um, also neuer verband und die Blutung gestillt.“

Klinikum: „Zeiten werden dokumentiert“

Das Klinikum Peine stellt den zeitlichen Ablauf anders dar. „Die Zeiten werden dokumentiert“, erklärt Fabian Laaß, Pressesprecher des Landkreises, nachdem der Patient das Klinikum von der Schweigepflicht entbunden hatte, so dass unsere Zeitung eine Auskunft bekommen konnte. Der Vorfall hatte sich noch zu AKH-Zeiten ereignet, am 8. September. Wie berichtet, hat der Landkreis das Klinikum zum 1. Oktober in seine Regie übernommen.

Der Patient sei um 16.32 Uhr ins Klinikum gekommen und habe das Haus um 17.22 Uhr verlassen. Das gehe aus der Dokumentation eindeutig hervor, und auch, dass die Operation, in der der Arzt war, bis 18.02 Uhr gedauert habe. „Dann wäre der Patient behandelt worden.“ Bei Aufnahme würden nicht nur die Personalien aufgenommen. „Die Patienten werden auch gefragt, ob sie Schmerzen haben“, erklärt Fabian Laaß weiter. Dabei werde eine Skala von eins bis zehn verwendet. Der Patient aus Wendeburg habe geantwortet, dass seine Schmerzen bei Drei liegen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder