„pro Zugkunft“ Wendeburg: Spargelxpress ist sinnvoll

Wendeburg.  Die Wendeburger Bürgerinitiative leistet Überzeugungsarbeit für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Wendeburg nach Braunschweig.

Der Bahnübergang am Ortsrand von Wendeburg.

Der Bahnübergang am Ortsrand von Wendeburg.

Foto: Bettina Stenftenagel

„Der Spargelexpress ist sinnvoll, da er im Gegensatz zum Bus nicht im Stau steht und ganz andere Bereiche aus Richtung Wendeburg erschließt, als der Bus.“ Mit diesen Worten nimmt die Bürgerinitiative „pro ZugKunft“ Wendeburg Stellung zu den Äußerungen von Jens Behmk-Hagemann, der in einem Leserbrief vorgeschlagen hatte, anstelle der Reaktivierung der Bahnstrecke Harvesse-Braunschweig den Busverkehr nach Braunschweig zu verbessern, möglicherweise mit einer Schnellbuslinie.

Behmk-Hagemann hatte auch den Bau eines Pendlerparkplatzes zwischen Wense und Ersehof in Frage gestellt. Der Spargelexpress könne Fahrgäste zum Stadion, zum Hauptbahnhof und zu mehreren große Arbeitgebern bringen, erklärt Gregor Schmidt, Mitglied der Bürgerinitiative „pro ZugKunft“ zu diesem Kritikpunkt. „An der Strecke sind mehrere Haltepunkte angedacht.“ Schmidt zählt die möglichen Haltepunkte auf: Schwarzerberg, Watenbüttel / Völkenrode, Wendeburg, Harvesse und eben den Endhaltepunkt zwischen Ersehof und Wense.

„Der Grund, diesen möglichen Endhaltepunkt dorthin zu planen, ist nicht der, dass Wendeburger dorthin fahren sollen, sondern das möglichst viele Menschen aus Richtung Norden, die die B 214 in Richtung Braunschweig fahren, in den Zug steigen und damit dann zur Arbeit fahren“, erklärt Gregor Schmidt. „Das ist eine Möglichkeit, so den morgendlichen Stau in Watenbüttel zu vermeiden und somit diesen Ort zu entlasten.“ Um in Wendeburg große Parkplätze und Chaos in den Wohngebieten zu vermeiden, versuche die Bürgerinitiative einen Standort zu bekommen, zu dem viele Menschen auch ohne Auto hinfahren können. „Hier gibt es einige Möglichkeiten, wie man den Haltepunkt attraktiv ohne Autos erreichen könnte, wie zum Beispiel mit dem geplanten Bürgerbus oder durch Radwege. Dies kann gelingen, da Wendeburg nicht so ein hohes Pendleraufkommen zu erwarten hat, wie andere Orte. Es braucht Alternativen zum Auto und der Spargelexpress ist eine saubere Alternative, um unter anderem das Klimaabkommen bis 2030 zu erreichen.“

BI-Mitglied Josef Efken ergänzt: „Natürlich muss klar sein, dass Flächen vorhanden sind, um einen Pendlerparkplatz anzubieten.“ Er hält es für „merkwürdig“, dass der Schreiber des Leserbriefes ein zu geringes Parkplatzangebot als Argument gegen eine Bahnstrecke anführe, „also die Unterstellung einer Fehlplanung“.

Gegen den „täglichen Stau-Wahnsinn“ in Watenbüttel

Natürlich könnten Fahrgäste aus Wendeburg oder Harvesse genau in Wendeburg oder Harvesse einsteigen und müssten nicht nach Wense fahren, so Josef Efken. „In den vergangenen Jahren sind mehrere stillgelegte Bahnstrecken reaktiviert worden. Sie haben die bei der Planung angenommenen Fahrgastzahlen nach wenigen Jahren um 200 Prozent bis 900 Prozent übertroffen“, nennt Efken Zahlen. Auch er erinnert an den „täglichen Stau-Wahnsinn in Watenbüttel“: „Der Spargelexpress dient der Entlastung des überforderten Straßenverkehrs. Kein anderes Verkehrsmittel kann so effizient viele Menschen von A nach B bringen. Und immer mehr Menschen wollen genau diese Effizienz. Nicht zuletzt sehr viele Beschäftigte von Wendeburger Unternehmen ärgern sich über die unzureichende Verkehrsanbindung.“ Diese sei ein Bremsklotz für eine positive Wirtschaftsentwicklung des Ortes.

„Vernetzung der Verkehrsmittel Auto-Fahrrad-Bus-Schiene ist das Schlüsselwort“, betont Efken. „So gelingt es das viel beklagte Stadt-Land-Gefälle zu überwinden. Der Wendeburger Bürgerbus und neue Radwege sind ebenfalls wichtige Bausteine einer solchen Vernetzung. Und nie waren die Chancen so günstig wie jetzt. Also ran an das Projekt.“

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