Bekannte Bortfelder feiern diamantene Hochzeit

Bortfeld.  Rosmarie Wilkens und Helmut Wilkens aus Bortfeld feiern diamantene Hochzeit.

Rosmarie und Helmut Wilkens

Rosmarie und Helmut Wilkens

Foto: Bettina Stenftenagel

Wichtiges zuerst, alles andere hinterher: Im Hause Wilkens ging es immer rund – und daran hat sich bis heute nicht allzu viel geändert. „Na ja – ganz so wie früher können wir heute auch nicht mehr“, schränken Rosmarie Wilkens und Helmut Wilkens ein. „Etwas ruhiger sind wir schon geworden.“

Die Eheleute haben heute vor 60 Jahren standesamtlich geheiratet, tags darauf kirchlich. Gefeiert wird die diamantene Hochzeit am Wochenende, „wenn alle Zeit haben“.

Lebensgeschichte im Zeitraffer: Helmut Wilkens ist Bortfelder. Rosmarie Wilkens wurde in Handorf geboren, kam als Kind mit ihren Eltern nach Bortfeld. „Dann sind wir aber nach Wahle gezogen“, erzählt sie. „Mein Vater war dort Schneider. Meine Mutter war Bortfelderin – sie wollte immer zurück.“ An sie dürften sich alle noch gut erinnern: Ihren 100. Geburtstag im September 2013 feierte Anna Fricke noch in ihrem Haus am Polterdamm, „tramp tau“ brachte ihr ein Ständchen.

„Als sie das Haus ihres Patenonkels am Polterdamm erbte, sind wir wieder nach Bortfeld gezogen“, erzählt Rosmarie Wilkens weiter. Helmut Wilkens wohnte damals nebenan. Man kannte sich, „aber ich habe mich damals noch nicht für Jungs interessiert“, sagt sie mit einem Lachen.

Der erste Tanz an Silvester

Helmut Wilkens setzt die Kennenlern-Geschichte fort: Er lernte Maler, wie sein Vater. „Drei Jahre in Braunschweig, dann war ich zwei Jahre in der Schweiz, um Erfahrungen in meinem Beruf zu sammeln.“ Als er wieder nach Bortfeld kam, um mit seinem Vater den eigenen Malerbetrieb aufzubauen, „da stellte ich fest, dass aus dem Mädchen eine junge Frau geworden ist.“

Bei einem Tanz ins neue Jahr forderte er sie auf. „Der erste Tanz war das Lied von Peter Alexander“, erinnert sich Rosmarie Wilkens. Auch eine Liedzeile weiß sie noch: „Ich weiß was Dir fehlt, ein Mann, der Dir keine Märchen erzählt.“

Dem Tanzabend folgten die ersten heimlichen Treffen, „mit dem Motorrad“, erzählt Helmut Wilkens. Bei der Silberhochzeit der Schwiegereltern gab das junge Paar seine Verlobung bekannt, um Mitternacht. Helmut Wilkens (85) war damals 25, Rosmarie Wilkens (81) „schon“ 21. „Damals hat man früher geheiratet als heute“, stellen die Eheleute fest.

1960 die Hochzeit, 1961 der Beginn des Hausbaus, die Geburt der Kinder in den Jahren 1961, 1962, 1969 und 1971. Beide berufstätig, beide in Bortfelder Vereinen engagiert – das meinen die Eheleute mit: „Es ging immer rund.“

Erinnerung an „Klein Hertie“

Ein neues Kapitel begann, als Helmut Wilkens nach einem Unfall seinen Beruf als Maler aufgeben musste. Er stieg in den Laden seines Vater mit ein, später auch seine Frau. „Erst hatten wir nur Maler-und Handwerkerbedarf, dann kamen Geschenke und Geschirr dazu, dann Schreibwaren, Schulbedarf“, zählt Rosmarie Wilkens auf. Beratung und Fahrten mit den Kunden zum Großhandel inklusive. „Es war anstrengend“, sagen die beiden. „Aber wir hatten auch Unterstützung von den Eltern – es war immer jemand im Haus.“ 19 Jahre lang betrieben die Eheleute den Laden, er wurde zu einer Institution im Dorf. „Klein Hertie“ genannt. „Jetzt ist er schon 21 Jahre zu“. Aber die Erinnerung daran bleibt.

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