Neue Hoffnung für den Sophientaler Radweg

Wendeburg.  Es geht um den Bau von Radwegen an Landesstraßen: Für Bortfeld-Völkenrode stehen die Chancen schlecht, für Sophiental hingegen gut.

Die Landesstraße 321 zwischen Woltorf und Sophiental.

Die Landesstraße 321 zwischen Woltorf und Sophiental.

Foto: Archiv / Bettina Stenftenagel

Wann kommt ein sicherer Radweg an der Landesstraße 611 zwischen dem Bortfelder Kreisel und Völkenrode? Die Antwort steht auch weiterhin aus, die Initiative „Radweg-jetzt“ – Völkenrode ist in ihren Aktionen durch die Corona-Pandemie ausgebremst worden, bleibt aber aktiv. Eine aktuelle Information zum Stand der Dinge haben Hans-Georg Sebralla und Paul Kleinherne von der „Radweg – jetzt“ zum Aushang in den beteiligten Ortsteilen verteilt. „Fest steht, wir Radfahrerinnen und Radfahrer brauchen einen langen Atem bis zum Bau des Radweges. Wir lassen aber nicht locker“, so Hans-Georg Sebralla und Paul Kleinherne.

Corona-bedingt hätten viele der geplanten Gespräche und Aktivitäten nicht stattfinden können, auch nicht der dritte Fahrradkorso. „Möglich war im Juni nur ein Treffen mit den beiden Landtagsabgeordneten Bratmann (SPD) und Schatta (CDU), sowie eines im August mit unserem Bezirksbürgermeister Graffstedt“, berichtet Hans-Georg Sebralla. „Wir hätten uns gefreut, wenn die Gespräche effektive Unterstützung gezeigt oder erkennbare Fortschritte gebracht hätten“, doch das sei leider nicht der Fall. „Es handelt sich um eine Landesstraße von circa 2,3 Kilometer Länge, die aber trotz schmaler Fahrbahn weder Fuß- noch Radweg besitzt“, erinnert die Initiative „Radweg – jetzt“. Aktuell werde diese Straße von Fahrradfahrern gemieden. „Denn die Lastwagen, Personenwagen und Motorräder fahren hier mit Geschwindigkeiten bis zu Tempo 100.“

Wendeburger Arbeitskreis „fahrRad“ unterstützt Völkenroder Initiative

Im Juli 2018 habe die Straße zwar einen neuen Fahrbahnbelag erhalten, aber leider keinen Radweg. Den Antrag für den Bau hat die Initiative am 17. Januar 2018 Bezirksbürgermeister Graffstedt überreicht und ihm gleichzeitig eine Liste mit 450 Unterstützer-Unterschriften übergeben. „Seit nachweislich 30 Jahren wird dieser Radweg von den Bürgern gewünscht“, so Sebralla weiter. „Dies haben viele Bürger mit ihrer Teilnahme am Fahrradkorso eindeutig bestätigt, im August 2018 circa 90 Teilnehmer, im August 2019 circa 120 Teilnehmer.“

Unterstützung erhält die Völkenroder Initiative vom Arbeitskreis der Gemeinde Wendeburg „fahrRad“, von den kleineren Parteien und den Braunschweiger Radfahr- und Mobilitätsverbänden. „Die Verbände unter Federführung des ADFC haben einen Haushaltsantrag 2021 an die Stadt Braunschweig gestellt, in dem unter anderem für den Radweg Völkenrode-Bortfeld Haushaltsmittel für eine Vorplanung beantragt werden. Ziel der Initiative bleibe es, dass der Radweg an der L 611 von Völkenrode zum Bortfelder Kreisel im Landesradwegeplan unter „vorrangig“ eingestuft und so bald wie möglich gebaut wird.

Gemeinde Wendeburg stellt kein Geld für Vorplanung ein

Ist für den Wendeburger Haushalt auch Geld für die Vorplanung des Radwegs? „Nein“,sagt Bürgermeister Gerd Albrecht auf Nachfrage unserer Zeitung. Seines Erachtens mache das auch wenig Sinn, denn für den Bau dieses Radwegs habe das Land bislang keinen vordringlichen Bedarf festgestellt. „Das heißt, das Land wird sich nicht an den Kosten beteiligen.“ Und den Radweg ohne Beteiligung des Landes zu bauen, sei aus Wendeburger wie Braunschweiger Sicht zu teuer. Die Kosten für den rund zwei Kilometer langen Radweg schätzt der Wendeburger Bürgermeister auf 700.000 Euro bis annähernd eine Million Euro, wobei Wendeburg den größeren Anteil zu tragen hätte: Circa 1,2 Kilometer liegen auf Wendeburger Gemarkung, circa 800 Meter gehören zu Völkenrode und somit zur Stadt Braunschweig.

Für den Radweg von Sophiental nach Woltorf gibt es eine neue Option

Der Bau des Radwegs Bortfeld-Völkenrode habe bei der Gemeinde Wendeburg zurzeit keinen Vorrang, erklärt Gerd Albrecht weiter, „sondern der Bau des Radwegs an der Landesstraße 321 von Sophiental nach Peine. „Das ist eine Autobahn-Umleitungsstrecke“, erinnert er und deutet nach einem Gespräch mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an, dass sich abzeichne, dass das Land seinen Anteil am Bau des Sophientaler Radwegs erhöhe, was Bewegung in das Projekt bringen werde.

Der Bau des Radweges von Sophiental in Richtung Peine wird schon seit vielen Jahren gefordert. Bei einem Dorfabend unserer Zeitung hatten die Sophientaler sogar signalisiert, dass sie für den Bau Geld spenden würden.

Bürger sind bereit, für den Radweg zu spenden

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