Rietzer überraschen „ihre“ Postfrau mit Dank zum Abschied

Rietze.  Die Rietzer Bürger verabschieden „ihre“ Postfrau Marion Diedrich mit riesigem Dank, Geschenken und Reimen in den Ruhestand.

Die Rietzer Dorfgemeinschaft überraschte ihre Briefträgerin Marion Diedrich zum Abschied mit einem Transparent, Geschenken und Riesen-Dankeschön-Beifall. Marion Diedrich hat in Rietze, Alvesse und Voigtholz-Ahlemissen mehr als 20 Jahre Post und Pakete zugestellt.

Die Rietzer Dorfgemeinschaft überraschte ihre Briefträgerin Marion Diedrich zum Abschied mit einem Transparent, Geschenken und Riesen-Dankeschön-Beifall. Marion Diedrich hat in Rietze, Alvesse und Voigtholz-Ahlemissen mehr als 20 Jahre Post und Pakete zugestellt.

Foto: Bettina Stenftenagel

Mehr als 20 Jahre hat Marion Diedrich in Rietze, Alvesse und Voigtholz-Ahlemissen im Peiner Nordkreis Post und Pakete zugestellt. Am Mittwoch ist ihr letzter Arbeitstag, dann beginnt ein neues Lebenskapitel für die 63-Jährige: der Ruhestand. Der Abschied ist für sie „nicht ohne“, gesteht sie ein. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Die Rietzer überraschten „ihre“ Postfrau mit einem weithin sichtbaren Dankeschön-Transparent in der Ortsmitte, Geschenken, gereimtem Dank und vielen guten Wünschen.

„Nach 20, 22 Jahren – da geht man nicht einfach so. Ich habe viele liebe Menschen kennengelernt“, sagt Marion Diedrich. Sie habe Kinder aufwachsen, Menschen alt werden und gehen sehen. Und sie hatte bei allem Zeitdruck immer ein nettes Wort für sie. „Für ein persönliches Wort muss Zeit sein“, sagt sie. Und: „Ich bin gerne unter Menschen, ich brauche den Kontakt.“

Ihre Post-Zeit beginnt mit Vertretung der Posthalterin

Und auch die Arbeit gehört „schon immer“ zu Marion Diedrichs Leben, „seit meinem 15. Lebensjahr“, erzählt sie. Groß- und Außenhandel hat sie gelernt, drei Jahre im Walzwerk gearbeitet, ehe sie zum ersten Mal Mutter wurde. „Dann hat die Eddesser Posthalterin mich gefragt, ob ich für sie Vertretung machen würde", erzählt Marion Diedrich weiter. Das passte für sie – und als die Posthalterin erkrankte, blieb es dabei. Der Postschalter wurde in ihrem Haus eingerichtet, „wir haben dafür um- und ausgebaut“. Wie in vielen Ortschaften, wurde die Post in den 1990er Jahren auch in Eddesse geschlossen. Marion Diedrich übernahm die Zustellung in den drei Nordkreis-Dörfern Rietze, Alvesse und Voigtholz-Ahlemissen mit heute insgesamt rund 900 Einwohnern.

„Der Zeitdruck war vor 20 Jahren noch nicht so groß“, sagt Marion Diedrich. „Früher war ich auch noch mit dem Fahrrad unterwegs – das geht mit den vielen Paketen heute nicht mehr.“ Die Anzahl steige kontinuierlich, vor allem jetzt, in Corona-Zeiten. „Wir haben so viele Pakete wie sonst nur vor Weihnachten.“

Gute Wünsche per Transparent – Überraschung gelungen

Im Namen der Bürger bedankte sich Ortsbürgermeister Günter Krille bei Marion Diedrich. Heinrich Hennigs schilderte die Arbeit der Postfrau in vergnüglich zu hörender Reimform. Die Idee mit dem Transparent hatten die Landfrauen um Dagmar Hennigs und haben die Postbotin damit „voll getroffen“. Denn an den alten Eichen sind sonst nur bei wichtigen Ereignissen wie zum Beispiel vorm Schützenfest Banner aufgespannt. Wertschätzung pur!

„Zuverlässig, loyal, hilfsbereit, hohes Qualitätsdenken.“ So bringt Tobias Flechsenberger, Betriebsleiter für Peine in der Deutschen Post DHL Group, das Wirken von Marion Diedrich auf den Punkt. Die Verabschiedung seitens der Post folgt noch.

„Jetzt ist Oma-Zeit“

Und was Marion Diedrich künftig ohne Post vorhat? Langeweile dürfte nicht aufkommen. „Ich habe drei Enkelkinder – jetzt ist Oma-Zeit.“ Den Rietzern hat sie versprochen, im kommenden Jahr immer mal vorbeizuschauen, „mit dem E-Bike“.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder