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Rente: Steuern steigen immer weiter – Wer zahlt am meisten?

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Rente: Das bleibt am Monatsende übrig

Rente: Das bleibt am Monatsende übrig

Wie beim Lohn gibt es auch bei der Rente Brutto- und Nettowerte. Das bedeutet: Auch bei der Rente gibt es Abzüge. Eine Übersicht, was am Ende des Monats von der Rente übrig bleibt.

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Berlin.  In Deutschland werden immer höhere Steuern auf Renten fällig. Wer aktuell am meisten zahlt – und für wen sich das bald ändern könnte.

  • Das System, nach dem Steuern auf Renten berechnet werden, wird derzeit angepasst
  • Dadurch steigen die Abgaben an und Rentnerinnen und Rentner müssen immer mehr zahlen
  • Doch davon sind nicht alle gleich stark betroffen: Wir zeigen, bei wem am meisten Steuern fällig werden

Die Steuern auf mittelhohe Renten sind in den vergangenen zehn Jahren im Vergleich am stärksten gestiegen. Wer im Jahr 2021 in Rente geht und im Monat eine Bruttorente von 1500 Euro bezieht, muss hierauf aufs Jahr gerechnet 454 Euro an Einkommensteuer zahlen.

Das ist etwa viermal so viel wie vor zehn Jahren, als auf Bezüge in dieser Höhe 110 Euro fällig wurden. Das geht aus neuen Zahlen hervor, welche die Linke-Fraktion beim Bundesfinanzministerium abgefragt hat und die unserer Redaktion vorliegen.

Das ändert sich 2022 bei der Rente
Das ändert sich 2022 bei der Rente

Wer als Neurentner in diesem Jahr brutto 1700 Euro Rente im Monat bezieht, muss fast zweieinhalb Mal so viel Einkommensteuer entrichten wie vor zehn Jahren. Insgesamt werden jetzt 807 Euro fällig, 2011 wären es den Angaben zufolge bei gleicher Höhe der Bezüge nur 336 Euro gewesen. Hinzu kommen Abzüge für Krankenkasse und Pflegeversicherung.

Steuern: Rentner müssen deutlich mehr zahlen

  • Ab 2000 Euro Monatsrente brutto sind in diesem Jahr 1416 Euro an Einkommensteuer fällig. Das ist etwa doppelt so viel wie 2011.
  • Damals hat der Fiskus für eine solche Rente noch rund 740 Euro kassiert. Wer Altersbezüge von 2500 Euro im Monat erhält, zahlt im laufenden Jahr nach Angaben des Finanzministeriums 2493 Euro an Steuern.
  • Das sind etwa 1000 Euro mehr als vor zehn Jahren.

Lesen Sie hier: Fast jeder Fünfte kann privat nicht fürs Alter vorsorgen

Renten von bis zu 1200 Euro im Monat sind indes weniger stark betroffen.

  • Auf sie werden im laufenden Jahr insgesamt 27 Euro fällig.
  • Bis 2018 musste auf Bezüge in dieser Höhe allerdings gar keine Einkommensteuer geleistet werden.

Insgesamt fällt die jährliche Steuerlast für alle genannten Renten in diesem Jahr um etwa 30 Euro niedriger aus als 2020. Grund dafür ist die Erhöhung des Grundfreibetrags zu Jahresbeginn. Seit 1. Januar 2021 sind 9744 Euro des Einkommens steuerfrei. Im Vorjahr lag der Freibetrag bei 9408 Euro.

Rente: Mehr zum Thema

Seit 2005 läuft eine Umstellung der Rentenbesteuerung. Die Steuerlast für die ausgezahlten Renten steigt seither schrittweise. Entscheidend ist das Jahr des Renteneintritts. Ab 2040 sollen die Bezüge voll besteuert werden. Gleichzeitig sinkt ebenfalls seit 2005 die Steuerlast auf die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer. Ab 2025 werden die Zahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung voll steuerbefreit sein.

Rente: Linken-Chef Bartsch fordert volle Besteuerung erst ab 2060

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, forderte deutliche Veränderungen in der Steuerpolitik. „Wir sollten kleine und mittlere Renten von der Steuer befreien“, sagte Bartsch unserer Redaktion. Es könne nicht sein, dass das Rentenniveau „immer weiter fällt und die Steuer steigen soll“.

Bartsch kritisierte, einerseits flössen Milliarden aus dem Bundeshalt in die Rente, „andererseits ziehen die Finanzämter das Geld wieder aus den Portemonnaies der Rentner. Dieses Linke-Tasche-rechte-Tasche-System hat keine Zukunft“.

Auch was die Umstellung der Rentenbesteuerung anbelangt, forderte Bartsch Nachbesserungen. Er wolle die Beiträge der Arbeitnehmer zur Rentenversicherung „nicht erst 2025 steuerlich voll absetzbar machen, sondern vorher“.

Lesen Sie auch: Rekord bei der Rente – 40 Rentner in Deutschland kassieren mehr als 3000 Euro im Monat

Zudem plädierte er dafür, die volle Besteuerung der Renten auf einen späteren Zeitpunkt zu schieben. „Sie soll erst 2060 wirksam werden und nicht, wie bislang vorgesehen, schon 2040. All das hilft den Beitragszahlern und Rentnern“, sagte Bartsch. Zudem forderte er Maßnahmen, um eine drohende Doppelbesteuerung bei der Rente zu verhindern. Lesen Sie hier: Doppelbesteuerung fällt - Warum Rentnern eine böse Überraschung droht.

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Rente in Deutschland - Fakten und Geschichte

  • System: Die gesetzliche Rente funktioniert nach dem Äquvivalenz- und dem Solidarprinzip.
  • Renten-Arten: Es gibt noch die Grund-, die Erwerbsminderungs- und die Hinterbliebenenrente.
  • Ausnahmen: Eine große Mehrheit der Selbstständigen und Freiberufler sind von der Versicherungspflicht befreit.
  • Finanzierung: Die gesetzliche Rente in Deutschland ist grundsätzlich umlagenfinanziert.
  • Probleme: Die Probleme der Unterfinanzierung ergeben sich hauptsächlich aus der zunehmend älter werdenden Bevölkerung in Deutschland.
  • Drei Säulen: Die Altersvorsorge in Deutschland fußt auf drei Säulen. Dazu gehören die gesetzliche, betriebliche und die private Altersvorsorge.
  • Ursprung: Sie wurde am 22. Juli 1889 unter Reichskanzler Otto von Bismarck offiziell eingeführt.

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Der Bundesfinanzhof in München hatte Ende Mai in einer viel beachteten Entscheidung gewarnt, dass in den kommenden Jahren eine überhöhte Steuerlast auf Rentner zukommen könnte. Für bestimmte zukünftige Rentnergruppen sah das oberste deutsche Finanzgericht die Gefahr einer unzulässigen Doppelbesteuerung. Die Richter mahnten daher eine Änderung der bisherigen Praxis bei der Rentenbesteuerung an.

Dieser Artikel ist zuerst auf waz.de erschienen.

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