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Corona: Spahn warnt vor „Pandemie der Ungeimpften“

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Spahn setzt auf Impfungen an Orten des öffentlichen Lebens

Spahn setzt auf Impfungen an Orten des öffentlichen Lebens

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt darauf, an Orten des öffentlichen Lebens mehr Menschen für die Corona-Impfung zu gewinnen. Es fehle noch immer an der "einfachen Gelegenheit" zum Impfen, sagte Spahn.

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Berlin.  Gesundheitsminister Spahn wirbt weiter eindringlich für die Corona-Impfung. Im Herbst könnten Einschränkungen für Ungeimpfte drohen.

Die Impfkampagne in Deutschland stockt. Immer noch sind nur etwas über 60 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen Covid-19 geimpft. Aus diesem Grund appellierten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Chef des Robert-Koch-In­stituts (RKI), Lothar Wieler, am Mittwoch erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen.

Spahn sagte, derzeit sei in Deutschland eine „Pandemie der Ungeimpften“ zu beobachten. Die Inzidenzwerte bei den Ungeimpften seien im Vergleich zu den Geimpften 10- bis 14-mal so hoch. Wieler warnte eindrücklich, dass die vierte Corona-Welle im Herbst „einen fulminanten Verlauf“ nehmen könne, wenn die Impfquoten nicht „drastisch steigen“. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, betonte er.

Impfwoche: Aktion soll Quote steigern

Um die Impfkampagne zu beschleunigen, startet kommenden Montag in Zusammenarbeit mit dem Handel eine Impfwoche. Damit sollen vor allem Menschen erreicht werden, die bisher noch kein Impfangebot wahrgenommen haben. Geimpft werden soll unkompliziert und ohne Termin an öffentlichen Orten wie etwa Fußgängerzonen, Einkaufszentren oder Sportplätzen.

An der Aktion beteiligen sich über 30 große Handelsunternehmen, wie der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, erläuterte. Dazu gehört unter anderem auch die Textilkette Kik. Der Einzelhandel wolle sich für ein „sicheres Leben statt eines Lockdowns“ einsetzen, so Genth.

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Montgomery: Impfpflicht nötig, wenn sonst nichts hilft

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich indes dafür aus, den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen: Es werde nicht reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte Montgomery unserer Redaktion.

Zugang hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene. Dort, wo es nicht praktikabel sei, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten.

Montgomery warnte, die Risiken durch Covid-19 zu unterschätzen. Jeder, der jetzt noch ungeimpft sei, werde früher oder später an Covid-19 erkranken. „Ein bis zwei Prozent der jetzt noch Ungeimpften werden an der Erkrankung sterben. Das müssen die Ungeimpften wissen.“ Sollten alle Maßnahmen nicht helfen, müsse man die Debatte über eine Impfpflicht führen. Auch interessant: Drosten will sich mit Corona infizieren - Aussage sorgt für Wirbel

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