Ukraine-Konflikt

USA warnen vor Russland-Reisen – Schickt Biden Soldaten?

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Deutscher Marine-Chef nach umstrittenen Äußerungen zur Ukraine zurückgetreten

Deutscher Marine-Chef nach umstrittenen Äußerungen zur Ukraine zurückgetreten

Der Chef der deutschen Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, ist nach seinen umstrittenen Äußerungen über den Ukraine-Konflikt zurückgetreten. Der ukrainische Botschafter in Deutschland bezeichnete den Schritt als unzureichend.

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Washington.  US-Präsident Joe Biden soll noch in dieser Woche über eine stärkere Abschreckung gegen den russischen Truppen-Aufbau entscheiden.

Angesichts des unverminderten Truppen-Aufbaus Russlands an der Grenze zur Ukraine erwägt Joe Biden einen Kurswechsel, um die Abschreckungs-Kulisse des Westens zu stärken.

Noch in dieser Woche könnte der US-Präsident entscheiden, bis zu 5000 US-Soldaten an die Ostflanke der Nato zu entsenden. Das berichtete am Sonntagabend die New York Times. CNN, Fox News und der Sender NBC haben den Kern von Gesprächen, die Biden am Wochenende an seinem Amtssitz in Camp David/Maryland mit seiner Militärführung geführt hat, bestätigt.

Danach haben Verteidigungsminister Lloyd Austin und Generalstabschef Mark Milley dem „Commander in Chief” Optionen unterbreitet, zusätzliche US-Truppen in Estland, Lettland, Litauen, Rumänien und oder Polen zu stationieren. Bisher hatte sich Biden diesbezüglich zurückhaltend gezeigt, um Kreml-Chef Wladimir Putin nicht zu provozieren.

US-Außenministerium warnt nachdrücklich vor Reisen nach Russland

Bisher sind in den genannten Ländern laut Pentagon rund 10.000 US- und Nato-Soldaten am Boden. Sollte sich die Lage verschlechtern, sprich: eine russische Invasion in die Ukraine geschehen, könne die Truppenzahl verzehnfacht werden, sagen Pentagon-Offizielle. Neben mehr „man power” könnten auch verstärkt Kriegsschiffe und Flugzeuge in die Region verlegt werden. Das Weiße Haus wollte die Angaben am Sonntagabend nicht offiziell bestätigen.

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Dem Vernehmen nach liegen die Vorbereitungen für eine stärkere militärische Präsenz maßgeblich bei General Tod Wolters, dem europäischen Nato-Oberbefehlshaber. Bereits am heutigen Montag beginnt laut Pentagon-Sprecher John Kirby das Nato-Manöver „Neptune Strike `22”. Dabei kommt im Mittelmeer auch der Flugzeugträger USS Harry S. Truman zum Einsatz.

Parallel zu den Überlegungen für eine stärkere militärische Abschreckung gegenüber Russland warnt das US-Außenministerium nachdrücklich vor Reisen nach Russland. US-Bürgern könne dort im Falle einer Eskalation der Lage in der Ukraine kaum geholfen werden. Zusätzlich wurden Familienmitglieder der US-Botschafts-Angestellten in Kiew angewiesen, die Ukraine dringend zu verlassen.

Außenminister Blinken: USA ist dabei Abschreckung auszubauen

Die bei Präsident Biden angelandeten Planspiele korrespondieren mit öffentlichen Äußerungen von Außenminister Antony Blinken. Der Chef-Diplomat hatte im US-Fernsehen gesagt, dass die USA parallel zu diplomatischen Bemühungen zur Konfliktlösung „sehr konzentriert dabei sind, die Abschreckung auszubauen”. Bei weiteren aggressiven Aktionen Russlands werde die „Nato in signifikanter Form gefestigt”.

Blinken wird heute per Video-Konferenz mit den Nato-Außenministern in Kontakt treten. Dabei wird auch die massive Warnung britischer Geheimdienste eine Rolle spielen, wonach Moskau angeblich eine pro-russische Führung in Kiew einsetzen will. Der Kreml hatte entsprechende Berichte als „Propaganda des Westens" zurückgewiesen.

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