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Ukraine-Krise: Russland attackiert USA mit Nazi-Vergleichen

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Biden schickt weitere Soldaten nach Osteuropa

Biden schickt weitere Soldaten nach Osteuropa

Die USA entsenden zusätzliche Soldaten nach Osteuropa, setzen im Konflikt um die Ukraine aber weiter auf Diplomatie. Washington geht davon aus, dass Russland noch keine definitive Entscheidung über einen möglichen Einmarsch in die Ukraine gefällt hat.

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Washington  Im Ukraine-Konflikt ist weiter keine Lösung in Sicht: Russland attackiert die USA im UN-Sicherheitsrat mit heftigen Nazi-Vergleichen.

Der Versuch der USA, die russische Bedrohung für die Ukraine auf der Ebene des UN-Sicherheitsrates zu problematisieren, hat zu den schärfsten Wortwechseln der beiden Supermächte seit Jahren geführt.

Nachdem der Versuch des Kreml gescheitert war, die Sitzung des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen in New York unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen, warf Botschafter Wassili Nebensja den USA „Kriegshysterie” vor. „Sie rufen fast danach. Sie wollen, dass es passiert”, sagte er und bestritt jeden Interventionswillen Russlands im Nachbarland, das bereits 2014 auf Direktive von Russlands Präsident Wladimir Putin überfallen worden war.

Im Verlauf der Debatte macht US-Botschafterin Linda Thompson-Greenfield deutlich, dass die von Russland an der Grenze zur Ukraine aufgebotenen 100.000 Soldaten und weitere Kontingente in Weißrussland eine klare Bedrohung für die internationale Ordnung darstellten.

Amerika stütze im Ukraine-Konflikt „reine Nazis”

Nebensja konterte mit heftigen Nazi-Vergleichen. Washington habe an der Grenze zu Russland „reine Nazis” an die Macht gebracht. Aus Leuten, die „auf der Seite Hitlers gekämpft haben”, sollten „Helden” gemacht werden, sagte der Statthalter Putins in New York. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, Washington sei für die Hysterie in der Ukraine verantwortlich, wo „die Leute fast schon ihre Taschen für die Front packen”.

Dagegen erklärte US-Präsident Joe Biden, dass die Sicherheitsratssitzung ein wichtiger Schritt sei, „um die Welt dazu zu mobilisieren, mit einer Stimme” Gewaltanwendung abzulehnen, militärische Entspannung zu erreichen und der Diplomatie Vorfahrt zu geben. „Militärische Aggression" gegenüber Nachbarländern sei inakzeptabel.

Botschafter Nebensja bekräftigte, dass Russland keinerlei Angriffspläne gegen die Ukraine verfolge. Auf diese Äußerung wollen westliche Diplomaten Russland festnageln, falls es in den kommenden Wochen doch zu einer wie auch immer gearteten feindlichen Intervention Moskaus gegen Kiew kommt. Formale Kraft hatte die Sitzung in New York am Montag nicht. Als Veto-Macht kann Russland jede Entschließung kippen.

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