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Ukraine-Krieg: Erdogan fordert "ehrenvollen Abzug" von Putin

| Lesedauer: 113 Minuten
Erdogan: Russischer Angriff ist Bruch des Völkerrechts

Erdogan: Russischer Angriff ist Bruch des Völkerrechts

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den russischen Angriff auf die Ukraine als "inakzeptabel" und als Bruch des internationalen Rechts verurteilt.

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Der türkische Präsident Erdogan hat Wladimir Putin aufgefordert, einen "ehrenvollen Abzug" aus der Ukraine zu machen. Mehr im Newsblog.

  • Mehr als vier Wochen dauert die russische Offensive gegen Russland schon an
  • Das angebliche Verschwinden des russischen Verteidigungsminister sorgt für Rätsel
  • Über eine Viertelmillion ukrainische Flüchtlinge wurden in Deutschland registriert
  • US-Präsident Joe Biden besucht am Wochenende Polen
  • Erdogan fordert Putin zum Abzug der Truppen auf
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Berlin/Kiew/Moskau. Vor mehr als einem Monat begann der russische Angriff auf die Ukraine. Seitdem wurden hunderte Zivilistinnen und Zivilisten im Krieg getötet, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Eine Entspannung der Lage ist noch nicht in Sicht. Die russischen Einheiten greifen nach Angaben des ukrainischen Militärs weiter zahlreiche Städte und Gebiete an, sind aber bei Kiew am Vorrücken gehindert worden.

Die Europäische Union wirft Russland in einer neuen Erklärung vor, in der Ukraine Kriegsverbrechen zu begehen. Zur finanziellen Unterstützung der Ukraine haben die EU-Staaten den Aufbau eines Solidaritätsfonds beschlossen.

Die Nato hat unterdessen beschlossen, mit massiver Aufrüstung auf die russische Aggression zu reagieren. Das Bündnis aktivierte außerdem seine Fähigkeiten im Bereich der Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Angriffen.

News zur Ukraine-Krise von Freitag, 25. März: Ende des Newsblogs

15.00 Uhr: Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Alle neuen Nachrichten finden Sie im neuen Liveticker.

Über 1000 tote Zivilisten seit Beginn des Krieges

13.45 Uhr: Russlands Krieg in der Ukraine verursacht laut den Vereinten Nationen immer mehr menschliches Leid und Tod. Seit Beginn des Einmarsches am 24. Februar seien mindestens 1035 Zivilistinnen und Zivilisten getötet worden, sagte die UN-Ermittlerin Matilda Bogner am Freitag während einer Pressekonferenz in Genf.

Zudem seien mindestens 1650 Zivilisten verletzt worden, sagte die Chefin der UN-Beobachtungsmission in der Ukraine. Diese Zahlen vermittelten aber nur ein unvollständiges Bild. Die Beobachtungsmission habe noch keine genauen Angaben über die Lage in Mariupol und anderen umkämpften Städten.

Die Ermittlerin erklärte, ihre Mission habe Berichte erhalten, nach denen russische Truppen auf flüchtende Zivilisten in Fahrzeugen schießen. Zudem seien Berichte über Verschleppungen, Entführungen und Festsetzungen vorhanden, etwa von Verwaltungsmitarbeitern und Journalisten.

Kreml: Ausschluss aus G20 wäre "nicht fatal"

13.25 Uhr: Der Kreml hat demonstrativ gelassen auf Forderungen reagiert, Russland aus der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auszuschließen. "Das G20-Format ist wichtig", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Tass zufolge. Allerdings sei ein Ausschluss "nicht fatal" - derzeit führten ohnehin die meisten G20-Mitglieder einen Wirtschaftskrieg gegen Russland. Moskau sei bereit, sich an den Sitzungen zu beteiligen, wolle aber nun auch neue Kontakte und Beziehungen aufbauen.

Die USA versuchten auf aggressive Weise, Russland zu isolieren, sagte Peskow. "Bisher war diese Linie nur teilweise effektiv, die Welt ist vielfältiger, es gibt nicht nur die USA und die europäischen Länder." Viele Staaten hätten eine deutlich ausgewogenere und nüchternere Haltung, sie stellten Fragen und führten echten Dialog, ohne Russland abzuschneiden.

US-Präsident Joe Biden hatte sich am Vortag für einen Ausschluss Russlands aus der G20 ausgesprochen. Mit China ist allerdings auch mindestens ein Land Mitglied, das als Verbündeter Russlands gilt. Auch die Bundesregierung hält einen Ausschluss für unrealistisch.

Wohl weitere Anträge auf Parteiausschluss von Altkanzler Schröder

13.00 Uhr: In der SPD wächst einem Bericht zufolge die Zahl der Parteigliederungen, die einen Ausschluss von Altkanzler Gerhard Schröder fordern. Bei der zuständigen Schiedskommission der SPD in Hannover seien mittlerweile sieben Anträge auf ein Parteiordnungsverfahren anhängig, berichtete der "Spiegel" am Freitag vorab. Zu den Antragstellern gehörten zwei Kreisverbände sowie fünf Ortsvereine. Das Magazin berief sich auf Parteiangaben.

Die Schiedskommission habe intern vorgeschlagen, auf ein mündliches Verfahren zu verzichten und den Fall stattdessen schriftlich zu behandeln, berichtete der "Spiegel" weiter. Die Antragsteller haben demnach bis Anfang April Zeit, sich auf ein Verfahren zu einigen. Es werde damit gerechnet, dass alle Anträge gemeinsam behandelt werden, weil sich die Begründungen für einen Parteiausschluss Schröders stark ähnelten.

Der Altkanzler selbst hat dem Bericht zufolge bisher vor der Schiedskommission keine Stellungnahme abgegeben. Ob er sich in dem Ordnungsverfahren von einem Anwalt vertreten lasse, sei noch offen. Möglicherweise verzichte er auch gänzlich darauf, sich zu äußern, hieß es laut "Spiegel" in der SPD Hannover.

Schweden legt Wiedereinführung von Ausweiskontrollen auf Eis

13.00 Uhr: Die schwedische Regierung legt ihre Pläne zur Wiedereinführung von Ausweiskontrollen für Bus- und Zugreisende nach Kritik vorerst auf Eis. "Die Ausweiskontrollen müssen warten", sagte Infrastrukturminister Tomas Eneroth der Nachrichtenagentur TT. Er betonte jedoch, dass gemäß einem vorherigen Vorschlag ab Montag die Ausweise von Schiffspassagieren kontrolliert werden sollten.

In Erwartung steigender Flüchtlingszahlen aus der Ukraine hatte die Regierung in Stockholm Mitte März vorgeschlagen, ab 8. April wieder Ausweise bei der Einreise nach Schweden über den Landweg zu kontrollieren. Bereits in der Flüchtlingskrise 2015 wurde in dem skandinavischen Land so verfahren. Nach dem Vorschlag der Regierung gab es allerdings viel Kritik an den Plänen und zahlreiche Einwände. Besonders für den Pendlerverkehr im Grenzgebiet mit Dänemark wurden negative Auswirkungen befürchtet.

Neues Verfahren gegen Owssjannikowa wegen Anti-Kriegs-Protests im TV

12.58 Uhr: Wegen ihres aufsehenerregenden Protests live im Staatsfernsehen gegen Russlands Krieg in der Ukraine ist ein neues Verfahren gegen die ehemalige TV-Redakteurin Marina Owssjannikowa eröffnet worden. Der 44-Jährigen drohen bis zu 50 000 Rubel (rund 465 Euro) Geldstrafe nach einem neuen Mediengesetz, wie die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf das zuständige Gericht in Moskau meldete. Das Gesetz sieht für angebliche Falschinformationen über Russlands Streitkräfte maximal 15 Jahren Lagerhaft vor. Befürchtet worden war deshalb zunächst, dass Owssjannikowa eine deutlich härtere Strafe drohen könnte.

Owssjannikowa werden "öffentliche Handlungen zur Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation" vorgeworfen, der dem Schutz der Interessen der Russischen Föderation und ihrer Bürger sowie der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit diene.

Die frühere Mitarbeiterin des Ersten Kanals hatte vor knapp zwei Wochen hinter der Nachrichtensprecherin ein Plakat in die Kamera gehalten. Darauf stand: "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen." In Russland ist es Medien offiziell verboten, von "Krieg", "Invasion" oder "Einmarsch" im Nachbarland Ukraine zu sprechen. Der Kreml gibt als Sprachregelung den Begriff "militärische Spezialoperation" vor.

Russland bestreitet Verstoß gegen UN-Konventionen durch Phosphorbomben-Einsatz

12.54 Uhr: Moskau hat den Vorwurf Kiews zurückgewiesen, durch den Einsatz von Phosphorbomben in der Ukraine internationale Waffenkonventionen verletzt zu haben. "Russland hat nie gegen internationale Konventionen verstoßen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten in Moskau. Den USA warf er erneut vor, an der Entwicklung von biologischen und chemischen Waffen in der Ukraine und anderen Ländern zu arbeiten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland am Donnerstag vorgeworfen, Phosphorbomben "gegen friedliche Menschen" eingesetzt zu haben. Phosphorwaffen sind völkerrechtlich nicht explizit verboten; allerdings ist ihr Einsatz laut einer Waffenkonvention von 1980 gegen Zivilisten und in städtischen Gebieten geächtet. Sie können schwerste Verbrennungen sowie Vergiftungen verursachen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Moskau weist Spekulationen über Abwesenheit von Verteidigungsminister zurück

12.50 Uhr: Die russische Regierung hat Spekulationen über die lange Abwesenheit von Verteidigungsminister Sergej Schoigu in der Öffentlichkeit zurückgewiesen. "Der Verteidigungsminister hat im Moment viel zu tun", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor Journalisten. Später teilte Peskow russischen Nachrichtenagenturen mit, Schoigu habe während einer Sitzung des Sicherheitsrats Präsident Wladimir Putin über den Verlauf des Militäreinsatzes in der Ukraine informiert.

Am Abend hieß es dann in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums, Schoigu habe mit seinem armenischen Kollegen Suren Papikjan telefoniert. Sie hätten über die "aktuelle Lage in der Region und den Gebieten gesprochen, in denen die russischen Friedenstruppen in Berg Karabach ihre Pflicht erfüllen".

Der 66-jährige Verteidigungsminister ist normalerweise regelmäßig in den Sendungen des Staatsfernsehens zu sehen. Doch seit dem 11. März hat er Medienberichten zufolge keine öffentlichen Termine mehr wahrgenommen. Spekulationen einiger Medien über Schoigus Gesundheit wies Kreml-Sprecher Peskow nun mit dem kurzen Hinweis zurück, dass inmitten des Konflikts in der Ukraine "nicht die Zeit für Medienauftritte" sei.

Gerhard Schröder und Ukraine: Altkanzler spricht von "politischem Versagen"

12.43 Uhr: Russland und der Westen haben viele Fehler gemacht, sagt Altkanzler Schröder. Er macht es sich zu leicht, meint Miguel Sanches. Lesen Sie dazu: Ukraine-Krieg: Wie Schröder die Schuldfrage sozialisiert

Erdogan fordert Putin zu "ehrenvollem Abzug" aus Ukraine auf

12.29 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Wladimir Putin aufgefordert, einen "ehrenvollen Abzug" aus der Ukraine zu machen. "Wir müssen jetzt sagen 'Jetzt musst du der Architekt des Schrittes sein, der zum Frieden getan werden muss'", sagte Erdogan laut dem türkischen Präsidialamt am Freitag in Richtung des russischen Präsidenten.

Erdogan wiederholte, keine Sanktionen gegen Russland verhängen zu wollen. Für die Türkei sei es unmöglich, die Beziehungen zu Russland aufzugeben. Er könne sein Volk in Winter und Schnee nicht in der Kälte zurücklassen und auch nicht die Industrie komplett umstellen. Auch die Türkei ist unter anderem wegen Gas- und anderen Energielieferungen von Moskau abhängig. Außerdem kommen jährlich die meisten Touristen aus Russland in die Türkei. In der Südtürkei entsteht unter russischer Federführung derzeit das erste Atomkraftwerk des Landes. Das AKW soll nach Fertigstellung etwa zehn Prozent des türkischen Energiebedarfs abdecken - in etwa der Verbrauch der Millionenmetropole Istanbul.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Dutzende Busse stehen für Evakuierung von Mariupol bereit

12.08 Uhr: Für die Evakuierung von Zivilisten aus der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol stehen zahlreiche Fahrzeuge im nahe gelegenen Berdjansk bereit. "Gerade befinden sich dort 48 Busse", sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Freitag in einer Videobotschaft. In der etwa 70 Kilometer von Mariupol entfernten Stadt befinde sich zudem ein Tankfahrzeug für die Betankung von Privatfahrzeugen.

Für die weitere Flucht sei mit der russischen Seite ein Korridor bis in die Großstadt Saporischschja vereinbart. Darüber hinaus gebe es eine Vereinbarung über eine weitere Fluchtroute vom russisch besetzten Melitopol nach Saporischschja.

Behörden von Mariupol vermuten rund 300 Tote durch russischen Angriff auf Theater

11.52 Uhr: Bei dem russischen Angriff auf ein Theater in Mariupol im Südosten der Ukraine könnten etwa 300 Menschen getötet worden sein. Die Stadtverwaltung von Mariupol äußerte am Freitag diese Vermutung und verwies zur Begründung auf Augenzeugenberichte. Derweil meldete die Polizei in der ostukrainischen Großstadt Charkiw vier Tote bei einem russischen Angriff auf eine medizinische Einrichtung.

Konkrete Angaben zur Zahl der Opfer bei dem Luftangriff auf das Theater in Mariupol am Mittwoch vergangener Woche hat es bisher nicht gegeben. In das Theater im Stadtzentrum hatten sich nach ukrainischen Angaben aber rund 1000 Menschen aus Angst vor russischen Luftangriffen geflüchtet. "Bis zuletzt will man glauben, dass alle in Sicherheit sind", erklärte die Verwaltung von Mariupol am Freitag im Online-Dienst Telegram. "Doch die Zeugenaussagen derjenigen, die sich zum Zeitpunkt dieses Terrorakts im Gebäude befanden, sagen das Gegenteil." Demnach seien infolge des russischen Angriffs etwa 300 Menschen in dem Theater ums Leben gekommen.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Über eine Viertelmillion Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland erfasst

11.39 Uhr: Die Fluchtbewegung aus der Ukraine nach Deutschland hält unvermindert an. Einen genauen Überblick über die Zahl der Angekommenen haben Bund und Länder allerdings bislang noch nicht. Wie das Bundesinnenministerium am Freitag mitteilte, hat die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut einem Monat die Ankunft von insgesamt 253.157 Kriegsflüchtlingen festgestellt. Innerhalb eines Tages kamen rund 7000 Flüchtlinge neu hinzu - eine ähnliche Zahl wie an den Tagen zuvor. In der Vorwoche waren täglich jeweils mehr als zehntausend Ukraine-Flüchtlinge eingereist, die von der Bundespolizei erfasst wurden.

Da es im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer zudem erst einmal ohne Visum einreisen dürfen, ist die Zahl der tatsächlich Angekommenen wahrscheinlich deutlich höher. Nicht erfasst wird außerdem, wie viele der Geflüchteten von Deutschland aus weiterreisen in anderen Staaten.

Biden plant Rede in Warschau

11.17 Uhr: Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wird US-Präsident Joe Biden bei seiner zweitägigen Polen-Visite in Warschau eine Rede halten. Der Auftritt Bidens am Warschauer Königsschloss sei für den späten Samstagnachmittag zwischen 17.00 und 18.00 Uhr geplant, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Warschau am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Biden wird am Freitag von Brüssel aus nach Polen reisen, das direkt an die Ukraine grenzt. Der US-Präsident will sich erst in der südostpolnischen Stadt Rzeszow, die etwa 90 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, über den humanitären Einsatz zur Versorgung der Flüchtlinge informieren. Außerdem wird er in Polen stationierte US-Soldaten treffen, danach kommt er zu Gesprächen mit der polnischen Führung in die Hauptstadt Warschau.

Polen Grenzschutz zählt knapp 2,24 Millionen Ukraine-Flüchtlinge

11 Uhr: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich knapp 2,24 Millionen Menschen in Polen in Sicherheit gebracht. Das teilte der polnische Grenzschutz am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Allein am Donnerstag waren es demnach rund 32 500 Menschen. Dies sei ein Anstieg um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vortag. Aus Polen in die Ukraine hätten seit Kriegsbeginn am 24. Februar rund 308.000 Menschen die Grenze überquert. Bei diesen Reisenden handelt es sich nach früheren Angaben des Grenzschutzes zum überwiegenden Teil um ukrainische Staatsbürger, die in ihr Heimatland zurückkehren. Viele Männer, aber auch Frauen, wollen sich dort den ukrainischen Truppen anschließen und gegen die russischen Besetzer kämpfen.

Ukraine: Vier Tote bei russischem Angriff auf medizinische Einrichtung in Charkiw

10.46 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf eine medizinische Einrichtung in der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben vier Menschen getötet worden. "Sieben Zivilisten wurden bei einem Bombardement mit Mehrfachraketenwerfern verletzt, vier davon starben an ihren Verletzungen", erklärte die Polizei am Freitag im Online-Dienst Telegram. Der Angriff am frühen Morgen habe "einem medizinischen Zentrum" im Süden von Charkiw gegolten.

Die Ukraine und westliche Staaten werfen den russischen Streitkräften seit Beginn des Angriffskriegs vor, gezielt zivile Ziele unter Beschuss zu nehmen oder zivile Opfer zumindest billigend in Kauf zu nehmen. Berichte über zerstörte Krankenhäuser hatten wiederholt für Empörung gesorgt. Moskau streitet die Vorwürfe ab und wirft hingegen den ukrainischen Streitkräften vor, Zivilisten als menschliche Schilde zu missbrauchen.

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Goethe-Institut: Große Nachfrage nach Deutschkursen für Ukrainer

10.38 Uhr: Das Goethe-Institut registriert eine enorme Nachfrage nach Deutschkursen für Ukrainer. Nachdem vergangene Woche das Angebot an neuen Kursen für knapp 1800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer binnen 48 Stunden ausgebucht war, sollen voraussichtlich Mitte April weitere folgen, wie eine Sprecherin des Instituts in München sagte. Aufgrund des Krieges in der Ukraine und der Flucht vieler Ukrainer aus dem von Russland angegriffenen Land gebe es die Sprachkurse zu einem symbolischen Preis von 7 Hrywnja (0,25 Euro).

Die vier- bis zehnwöchigen Online-Angebote richteten sich sowohl an Ukrainer, die bereits in Deutschland seien, als auch an Interessenten, die sich noch in der Ukraine aufhielten. Unterrichtet werden die Menschen von Lehrkräften des Goethe-Instituts Ukraine sowie von einzelnen Fachleuten aus einem Netzwerk an 15 akkreditierten Sprachlernzentren in der Ukraine. Sie arbeiteten teilweise noch von der Region Kiew aus, manche seien aber auch bereits an Orte weiter westlich beziehungsweise nach Deutschland geflohen, sagte die Sprecherin.

EU erhält zusätzliche Flüssiggas-Lieferungen aus den USA

10.25 Uhr: Die USA wollen in diesem Jahr gemeinsam mit internationalen Partnern 15 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas (LNG) zusätzlich in die EU liefern, um russische Gasimporte zu ersetzen.Langfristig soll die Menge auf 50 Milliarden Kubikmeter pro Jahr ansteigen, wie US-Präsident Joe Biden zusammen mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel ankündigte. Damit könnte nach Kommissionsangaben etwa ein Drittel der derzeitigen Gasimporte aus Russland ersetzt werden.

Heil: Ukraine-Flüchtlinge dürfen nicht Opfer von "Abzocke und Ausbeutung" werden

10.15 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will "Ausbeutung und Abzocke" von Ukraine-Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt verhindern. Es sei klar, dass Menschen aus dem Kriegsgebiet "oft auch eine dauerhafte Bleibeperspektive" in Deutschland bräuchten und Zugang zum Arbeitsmarkt, sagte Heil am Freitag bei der Haushaltsdebatte im Bundestag. Ihre Not dürfe aber nicht von "Scharlatanen ausgebeutet" werden.

Für einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt seien Integrationskurse, Schul- und Kitaplätze sowie eine schnelle Anerkennung von Qualifikationen nötig, sagte Heil. Er bekräftigte, dass er darüber kommende Woche mit Gewerkschaften, Sozialverbänden, Wirtschaftsvertretern und Ländern sprechen will. "Alle müssen jetzt an einen Tisch und alle müssen an einem Strang ziehen."

Medwedew schließt Rückkehr zur Todesstrafe in Russland nicht aus

10.01 Uhr: Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew schließt eine Wiedereinführung der Todesstrafe in seinem Land theoretisch nicht aus. Anlass könnte beispielsweise eine Verschlechterung der Kriminalitätslage sein, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die internationale Verpflichtung zur Aussetzung der Todesstrafe sei mit dem Ausscheiden aus dem Europarat entfallen. Zugleich betonte er, dass es sich um eine "schwierige Frage" handele und keine Notwendigkeit zur Wiedereinführung bestehe, wenn in Russland alles "ruhig" bleibe.

"Es gibt keine Einschränkungen mehr", sagte der jetzige Vize-Sekretär des russischen Sicherheitsrates. Es blieben moralische und religiöse Erwägungen sowie die bisherige Rechtsprechung des russischen Verfassungsgerichtes gegen die Todesstrafe. "Aber die Entscheidungen des Verfassungsgerichtes sind nicht die Heilige Schrift, sie können sich ändern", sagte Medwedew nach Angaben vom Freitag in Moskau.

Habeck: Deutschland könnte russische Ölimporte bis Jahresmitte halbieren

9.50 Uhr: Deutschland reduziert seine Abhängigkeit von russischen Energieimporten nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) "mit hohem Tempo". Schon Mitte dieses Jahres "werden die russischen Ölimporte nach Deutschland voraussichtlich halbiert sein", sagte er am Freitag in Berlin. Beim Gas sei es möglich, "bis Mitte 2024 weitgehend unabhängig" zu werden.

Russland zerstört nach eigenen Angaben größtes Treibstofflager der Ukraine

9.36 Uhr: Das russische Militär hat nach Angaben aus Moskau das größte Treibstofflager der Ukraine zerstört. Am Donnerstagabend sei mit "hochpräzisen seegestützten Marschflugkörpern vom Typ Kalibr eine Treibstoffbasis im Dorf Kalyniwka in der Nähe von Kiew" angegriffen worden, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag. Dort habe die ukrainische Armee ihren "größten verbliebenen Treibstoffvorrat" aufbewahrt.

Die ukrainischen Streitkräfte versorgten demnach bislang von Kalyniwka aus ihre Einheiten im Zentrum des Landes. Konaschenkow erklärte zudem, drei ukrainische Luftabwehrsysteme und vier Drohnen sowie weitere Militärausrüstung seien zerstört worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Russland hatte seinen Militäreinsatz in der Ukraine vor gut einem Monat gestartet.

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Kiew: Seit Kriegsbeginn 135 Kinder getötet

8.45 Uhr: Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor rund einem Monat sind Angaben aus Kiew zufolge bereits 135 Kinder getötet worden. Mehr als 180 Kinder seien verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mit. Die meisten Kinder und Jugendlichen seien in der Region Kiew sowie in den ostukrainischen Regionen Charkiw und Donezk ums Leben gekommen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am Donnerstag seien im Donezker Gebiet zwei Kinder im Alter von sechs und dreizehn Jahren durch Beschuss verletzt worden, hieß es. Im Gebiet Saporischschja seien am selben Tag drei Teenager durch eine Minenexplosion schwer verwundet worden.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Russland liefert weiter Gas über Ukraine nach Europa

8.27 Uhr: Mehr als einen Monat nach Kriegsbeginn hat Russland weiter Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa in großem Umfang bestätigt. Gemäß den Kundenbestellungen würden am Freitag 105,1 Millionen Kubikmeter durch das Leitungssystem des Nachbarlandes gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen Kubikmetern Gas pro Tag. Die Ukraine bezieht aus dem Transit des russischen Gases für den eigenen Staatshaushalt wichtige Durchleitungsgebühren.

Schröder: Krieg in Ukraine eine Konsequenz politischen Versagens

8.10 Uhr: Aus Sicht von Altkanzler Gerhard Schröder hat "politisches Versagen"zum Krieg in der Ukraine geführt. Seit dem Fall der Berliner Mauer und Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA "haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt", sagte der SPD-Politiker und frühere niedersächsische Ministerpräsident am Donnerstag bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli. "Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens."

Schröder sagte weiter, in den vergangenen Jahren seien sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten der westlichen Länder viele Fehler gemacht worden. Russlands Sicherheitsinteressen aber rechtfertigten nicht den Gebrauch militärischer Mittel. Schröder sagte auch, jeder solle alles in seiner Kraft Stehende tun, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden.

Brasilien gegen Ausschluss Russlands von den G20

7.44 Uhr: Brasilien ist gegen einen Ausschluss Russlands aus dem G20-Format. Seine Regierung sei "klar" gegen "Initiativen in verschiedenen internationalen Gremien", Russland auszuschließen, sagte der brasilianische Außenminister Carlos França am Donnerstag im Senat. "Das Wichtigste wäre im Moment, dass all diese Foren (G20, Welthandelsorganisation und Welternährungsorganisation) voll funktionsfähig sind". Und dafür müssten "alle Länder, einschließlich Russland, anwesend sein".

US-Präsident Joe Biden hatte wegen des russischen Angriffs auf das Nachbarland Ukraine am Donnerstag den Ausschluss Russlands aus der Gruppe der 20 großen Industrie- und Schwellenländer gefordert. Das Land war nach der Annexion der Krim-Halbinsel 2014 bereits von den damaligen G8 ausgeschlossen worden.

Umstrittenes Gebet für Russland und die Ukraine in Rom und Köln

7.20 Uhr: Papst Franziskus will am Freitag mit einem ebenso seltenen wie umstrittenen Kirchenritual ein Zeichen im Ukraine-Krieg setzen. Im Petersdom in Rom will er "Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen", wie der Vatikan mitteilte. Gleichzeitig hat der Papst alle Bischöfe der Welt eingeladen, sich ebenfalls daran zu beteiligen. In Deutschland hat Kardinal Rainer Maria Woelki angekündigt, das Weihegebet am Freitag (17.00 Uhr) im Kölner Dom zu sprechen.

Das Ritual ist auch innerhalb der katholischen Kirche umstritten. "Die Vorstellung, dass man Russland dem Unbefleckten Herz Mariens weihen müsse, hat eine längere Tradition", sagte der Dogmenhistoriker Michael Seewald der Deutschen Presse-Agentur.

Umfrage: Fast jeder Zweite für EU-Beitritt der Ukraine

06.40 Uhr: Einen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union würden einer Umfrage zufolge 46 Prozent der Bürger und Bürgerinnen in Deutschland befürworten. Im Jahr 2018 waren mit 30 Prozent deutlich weniger dafür, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Der Umfrage nach wären aktuell mit 30 Prozent auch weniger Befragte gegen einen Eintritt des Landes in die EU als noch 2018 (47 Prozent).

Auch in Frankreich haben sich die Ansichten geändert: Dort sprechen sich aktuell 42 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für einen EU-Beitritt der Ukraine aus (2018: 22 Prozent). In Spanien ist derzeit mit 60 Prozent die Mehrheit der Befragten dafür, in Italien sind es 45 Prozent. In allen befragten Ländern ist der "Weiß nicht"-Anteil sowohl 2018 als auch 2022 mit 24 bis 29 Prozent hoch.

Europäische Union wirft Russland Kriegsverbrechen in der Ukraine vor

05.30 Uhr: Die Europäische Union wirft Russland vor, in der Ukraine Kriegsverbrechen zu begehen. Russland greife die Zivilbevölkerung an und ziele unter anderem auf Krankenhäuser, Schulen und Schutzräume, heißt es einer am frühen Freitagmorgen veröffentlichten Erklärung des EU-Gipfels in Brüssel. "Diese Kriegsverbrechen müssen sofort aufhören."

News zur Ukraine-Krise von Donnertag, 24. März – Schröder: Krieg in Ukraine eine Konsequenz politischen Versagens

22.40 Uhr: Aus Sicht des Altkanzlers Gerhard Schröder hat "politisches Versagen" zum Ukraine-Krieg geführt. Seit dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Bipolarität zwischen der Sowjetunion und den USA "haben wir keine Sicherheitsarchitektur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer Konferenz im türkischen Kocaeli. "Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens." Schröder gilt als langjähriger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist unter anderem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft.

Der Altkanzler steht seit Jahren wegen seines Engagements für russische Staatskonzerne in der Kritik – vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine nimmt der Druck auf ihn immer weiter zu. Bereits Anfang März hatten die SPD-Spitze und auch Bundeskanzler Olaf Scholz ihn dazu aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen.

Schröder sagte weiter, in den vergangenen Jahren seien sowohl von Seiten Russlands als auch von Seiten der westlichen Länder viele Fehler gemacht worden. Russlands Sicherheitsinteressen aber rechtfertigten nicht den Gebrauch militärischer Mittel, so Schröder. Schröder sagte auch, jeder solle alles in seiner Kraft Stehende tun, um diesen furchtbaren Krieg zu beenden.

Kremlkritiker Chodorkowski: Westen ermutigt Putin durch Schwäche zu weiteren Aggressionen

22.25 Uhr: Der Kremlkritiker und frühere Oligarch Michail Chodorkowski hat dem Westen vorgeworfen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch Schwäche zu weiteren Aggressionen zu ermuntern. "Die westlichen Staats- und Regierungschefs geben Putin derzeit praktisch einen Freifahrtschein, weil sie ihm nicht deutlich genug Grenzen setzen", sagte Chodorkowski dieser Redaktion So sei es ein Fehler, wenn die Nato von vornherein sage, sie wolle im Ukraine-Krieg keine Konfliktpartei werden. "In der Übersetzung von Putin bedeutet dies: Der Westen ist schwach, er hat Angst vor mir. Ich kann machen, was ich will."

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Ölkonzerns Jukos forderte die Einrichtung einer Flugverbotszone über der gesamten Ukraine. "Würde der Luftraum nur über einem Teil der Ukraine abgeriegelt, wäre dies eine indirekte Aufteilung des Landes. Putin würde dies als Einladung verstehen, mit seiner Aggression weiterzumachen", so Chodorkowski. "Der Westen muss Putin mit fester Haltung gegenübertreten und ihm ganz klar signalisieren: Wir haben keine Angst vor dir. Wir erlauben dir nicht, in Europa Krieg zu führen."

Auf die Frage, welchen Rat er Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geben würde, antwortete der ehemalige Ölmanager: "Auch der Kanzler muss gegenüber dem Kremlchef Stärke demonstrieren. In Putins Vorstellung befindet sich sein Land bereits im Krieg mit der Nato, mit Amerika, mit Deutschland. Jedes Zeigen von Schwäche wird von Putin nicht als Suche nach einem Kompromiss interpretiert, sondern als Anreiz für weitere Eskalationen."

Ukrainische Regierung kritisiert Deutschland

22.15 Uhr: Die ukrainische Regierung hat Deutschland bei der Frage der Waffenlieferungen und der Russland-Sanktionen eine Blockade-Haltung vorgeworfen. "Deutschland hat sich vor Beginn des Krieges geweigert, Waffen an die Ukraine zu liefern. Jetzt bekommen wir einige Waffen – aber das ist bei Weitem nicht genug, es ist viel zu spät und viel zu langsam", sagte der außenpolitische Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Ihor Zhovkva, unserer Redaktion. Kiew bräuchte von Deutschland vor allem Anti-Panzer- und Boden-Luft-Raketen, so Zhovkva. "Aber wenn Deutschland diese Waffen nicht an uns liefern will, sollte es zumindest andere Partner nicht blockieren, uns zu helfen." Zhovkva forderte die Nato dazu auf, eine Flugverbotszone über der gesamten Ukraine zu errichten – "oder zumindest den Luftraum teilweise abzuriegeln, um humanitäre Lieferungen zu ermöglichen."

Auch bei der Verhängung von Sanktionen gegen Russland trete Deutschland als Bremser auf, kritisierte Zhovkva. "Leider befindet sich Deutschland auch an vorderster Front, wenn es um das Nein zu härteren Sanktionen gegen Russland geht. Zum Beispiel mit Blick auf einen totalen Import-Stopp für Gas, Öl und Kohle. Oder beim Einfrieren aller russischen Konten in Europa beziehungsweise beim Ausschluss aller russischen Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift. Jeder Dollar, der für russisches Gas gezahlt wird, kommt der russischen Armee zugute."

Zentralkomitee der Katholiken: Ukraine-Krieg wird die Ökumene belasten

22.10 Uhr: Das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) befürchtet, dass der Ukraine-Krieg die Beziehung der Kirchen untereinander belastet. Es sei verheerend, dass Patriarch Kyrill I., Vorsteher der russisch-orthodoxen Kirche, großrussische Machtfantasien bediene, "anstatt seiner religiösen Verantwortung gemäß dem Weg des Friedens und der Gewaltlosigkeit zu dienen", sagte ZDK-Präsidentin Irme Stetter-Karp dieser Redaktion. "Es ist erschütternd zu sehen, wie die seit Jahren zu beobachtende Nähe zum Putin-Regime zur vermeintlichen Legitimität eines brutalen Angriffskrieg dient." Kyrill I. rechtfertigte in den vergangenen Wochen mehrfach den russischen Angriffskrieg und gibt dem Westen die Schuld daran.

Die Haltung des Patriarchen werde die Ökumene belasten. Allerdings führe auch kein Weg daran vorbei, das offene Gespräch mit der russisch-orthodoxen Kirche zu suchen. Über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine werde daher auch beim Katholikentag im Mai in Stuttgart gesprochen.

Verteidigungsministerin Lambrecht: Sanktionen gegen Russland wirken

20.45 Uhr: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist überzeugt davon, dass die Sanktionen westlicher Staaten gegen Russland wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine Wirkung zeigen. "Die Sanktionen, die wir beschlossen haben, sie wirken. Sie machen deutlich, dass wir es ernst meinen - auch dann, wenn es die eigenen Länder betrifft", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstagabend im ZDF. Mit dieser Geschlossenheit habe der russische Präsident Wladimir Putin nicht gerechnet, und damit natürlich auch nicht mit den schädlichen Auswirkungen bei sich im Land. Es sei nun auch sehr wichtig, zu verhandeln, wie man einen Waffenstillstand erreichen könne, um etwa humanitäre Lieferungen und Fluchtkorridore möglich zu machen. Das Gebot der Stunde sei: "Die Waffen müssen schweigen."

Gleichzeitig warb Lambrecht für Verständnis für die Verschwiegenheit der Bundesregierung zu ihren Waffenlieferungen an die Ukraine. "Wir dürfen nicht riskieren, dass diese Transporte zur Zielscheibe werden - zur Zielscheibe von Putin." Dieser beobachte natürlich, wo welche Lieferungen erfolgten. Sie fügte hinzu: "Wir unterstützen in vielfältiger Weise, wir überprüfen fortwährend, welche Möglichkeiten wir haben - nicht nur durch Bestände der Bundeswehr, sondern auch durch Ankauf."

Kanada will zur Unterstützung europäischer Verbündeter Öl-Exporte erhöhen

20.40 Uhr: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs will Kanada seine Öl-Exporte um etwa fünf Prozent erhöhen, damit seine europäischen Verbündeten schneller weg von russischen Energielieferungen kommen. Ottawa reagiere auf die "Hilfegesuche von Verbündeten, die aufgrund des Konflikts in der Ukraine mit Engpässen zu kämpfen haben", sagte der zuständige Minister Jonathan Wilkinson am Donnerstag. "Kanada ist in einer einzigartigen Position, um zu helfen."

In diesem Jahr "hat die kanadische Industrie die Fähigkeit, ihre Öl- und Gasexporte schrittweise um etwa 300.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, um russisches Öl und Gas zu ersetzen", erklärte Wilkinson weiter. Kanada ist der viertgrößte Ölproduzent der Welt.

Die Internationale Energieagentur (IEA), vor der Wilkinson am Donnerstag sprach, hatte in der vergangenen Woche die Regierungen aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Senkung des weltweiten Ölverbrauchs zu ergreifen, da sie aufgrund des Einmarsches Russlands in der Ukraine Versorgungsengpässe befürchtet.

Biden: Putin will Auseinanderbrechen der Nato

20.10 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin strebt nach Überzeugung von US-Präsident Joe Biden ein Auseinanderbrechen der Nato an. "Ich meine es todernst: Ich glaube, das war von Anfang an seine Absicht", sagte Biden am Donnerstag in Brüssel vor einem EU-Gipfel. "Er stünde lieber 30 unabhängigen Ländern gegenüber als 30 vereinten Ländern."

Daher sei nichts von größerer Bedeutung, als die Einheit der Verbündeten in der Nato, der Europäischen Union und der Gruppe der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) aufrechtzuerhalten. "Es ist das Wichtigste, was wir tun können, um diesen Mann zu stoppen, von dem wir in unserem Land glauben, dass er bereits Kriegsverbrechen begangen hat."

Johnson: Panzer und Kampfjets für Ukraine logistisch schwierig

19.48 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat zurückhaltend auf die ukrainische Bitte nach Panzern und Kampfjets reagiert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle Panzer, um die Belagerung der von russischen Truppen eingeschlossenen Stadt Mariupol aufzubrechen, sagte Johnson am Donnerstag nach dem Nato-Gipfel in Brüssel. Im Moment sei es aber logistisch sehr schwer, Panzer oder Flugzeuge an das Land zu liefern. "Wir werden sehen, was wir tun können", sagte Johnson.

Derzeit sind nach Ansicht des Briten weiterhin Boden-Luft-Raketen als auch Panzerabwehrraketen die sinnvollste Unterstützung. Die britische Regierung hatte erst am Mittwoch angekündigt, 6000 weitere Raketen an die Ukraine zu liefern, darunter Panzerabwehrwaffen und andere Geschosse. Hinsichtlich einer Nato-Reaktion auf einen möglichen Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch Russland sagte Johnson, man müsse ein gewisses Maß an Uneindeutigkeit für diesen Fall bewahren. Ein solcher Schritt wäre aber katastrophal für den russischen Präsidenten Wladimir Putin, so der Premier.