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Ukraine: Wohl schwere Kämpfe im ostukrainischen Luhansk

| Lesedauer: 105 Minuten
Russland präsentiert angebliche "Moskwa"-Besatzung

Russland präsentiert angebliche "Moskwa"-Besatzung

Das russische Kriegsschiff "Moskwa" ist im Schwarzen Meer untergegangen, über die Gründe gibt es unterschiedliche Angaben. Nun hat das russische Verteidigungsministerium die angebliche Besatzung präsentiert, die von dem Schiff gerettet worden sein soll.

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Laut ukrainischen Angaben hat Russland eine Großoffensive im Osten gestartet. In Luhansk gibt es wohl heftige Kämpfe. Mehr im Blog.

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  • Bei einem Raketenangriff auf Lwiw sind sechs Menschen getötet worden
  • In der ostukrainischer Region Luhansk gibt es offenbar schwere Kämpfe
  • Präsident Selenskyj hat erneut die Lieferung schwerer Waffen angemahnt
  • Das belagerte Mariupol wurde unterdessen mit Langstreckenbombern angegriffen
  • Es gibt den zweiten Tag keine Fluchtkorridore für Zivilisten in den umkämpften Gebieten

Berlin/Kiew/Moskau. Rund zwei Monate nach dem russischen Angriff auf die Ukraine richten sich alle Blicke auf das eingekesselte Mariupol. Ein Ultimatum der russischen Armee an die verbliebenen ukrainischen Kämpfer in der strategisch wichtigen Hafenstadt ist am Sonntag ausgelaufen. Die Verteidiger haben sich auf dem Gelände des Asowstal-Stahlwerks eingegraben, am Montag könnte es zum Sturm kommen. Der Fall Mariupols dürfte das endgültige Aus für eine diplomatische Lösung des Krieges bedeuten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zudem angekündigt, auf einen möglichen russischen Großangriff im Osten des Landes mit "harter Gegenwehr" zu reagieren. "Wir werden unser Territorium nicht aufgeben", sagte Selenskyj dem US-Nachrichtensender CNN. In seiner täglichen Videobotschaft mahnte Selenskyj einmal mehr den Westen, schwere Waffen aus den Beständen an die Ukraine zu liefern. Er warnte, das Schicksal Mariupols werde auch andere Städte in der Region ereilen.

News vom Ukraine-Krieg von Sonntag, 18. April: Ende des Newsblogs

17.32 Uhr: Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert. Alle Entwicklungen können Sie in diesem Liveticker verfolgen

Kiewer Bürgermeister Klitschko fordert Waffen aus Deutschland

16.37 Uhr: Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, fordert erneut die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland an die Ukraine. "Wir brauchen die schweren Waffen aus Deutschland sofort", sagte er am Montag der „Bild“-Zeitung. „Jede Verzögerung kostet Menschenleben. Das sollte jedem klar sein. Ich kann diese Debatte nicht verstehen.“

Zu Details äußerte sich Klitschko nicht. In einem Interview der Sender RTL und ntv sagte er: "Ich bin kein Waffenexperte, aber wir brauchen Panzer und Flugzeuge."

Vizeregierungschefin Wereschtschuk fordert Fluchtkorridor für Mariupol

16.23 Uhr: Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hat von der russischen Militärführung erneut einen Fluchtkorridor für das eingeschlossene Mariupol gefordert. "Gesondert fordern wir dringend einen humanitären Korridor vom Territorium des Kombinats Asowstahl für Frauen, Kinder und andere Zivilpersonen", schrieb Wereschtschuk am Montag auf Russisch auf ihrem Telegram-Kanal.

Sie drohte den Verantwortlichen bei einer Ablehnung mit einer Verurteilung wegen Kriegsverbrechen. Tags zuvor hatten die russischen Streitkräfte nach eigenen Angaben für mehrere Stunden das Feuer um das Stahlwerk eingestellt und den verbliebenen Verteidigern angeboten, sich zu ergeben. Laut dem Polizeichef von Mariupol, Mychajlo Werschynin, befindet sich in den Bunkern der Fabrik weiterhin "eine große Zahl von Zivilisten". "Sie glauben den Russen nicht", sagte Werschynin.

Mindestens drei Tote bei russischen Angriffen auf Charkiw

15.38 Uhr: Bei erneuten russischen Angriffen auf die nordostukrainische Millionenstadt Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schlug eine Granate am späten Montagvormittag auf einem Spielplatz in einem Wohngebiet ein, eine Frau und ein Mann wurden demnach getötet. Einen weiteren Toten sowie sechs Verletzte gab es nach Angaben des Direktors eines medizinischen Nothilfe-Zentrums bei einem Angriff auf ein humanitäres Hilfszentrum.

Bereits am Sonntag waren bei russischen Angriffen in Charkiw nach Behördenangaben sechs Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Drei weitere Menschen wurden demnach in der Region Charkiw getötet. Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten auch am Montagmorgen wieder eine Reihe heftiger Explosionen in der Stadt.

*Die Quelle dieser Nachricht oder bestimmter Inhalte darin ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Heftige Kämpfe in ostukrainischer Region Luhansk

15.16 Uhr: Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben einen Großangriff in der ostukrainischen Region Luhansk gestartet. In der Kleinstadt Kreminna sei die russische Armee in der Nacht zum Montag "mit einer riesigen Menge an Kriegsmaterial einmarschiert", teilte der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag im Onlinedienst Facebook mit. "Unsere Verteidiger haben sich auf neue Positionen zurückgezogen", fügte er hinzu.

Die Kleinstadt Kreminna mit 18.000 Einwohnern liegt rund 50 Kilometer nordöstlich der Großstadt Kramatorsk und in der Nähe der derzeit heftig umkämpften Stadt Rubischne. Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Montag von heftigen Explosionen in Rubischne, die zum Teil Brände auslösten. Über der Stadt stiegen riesige Rauchwolken auf.

Ukrainische Soldaten beschossen russische Stellungen in Rubischne vom etwa drei Kilometer entfernten Ort Nowodruschesk aus mit Artillerie und Mörsergranaten.

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Zweiter Tag in Folge keine Fluchtkorridore

14.12 Uhr: Ukrainische und russische Truppen haben den zweiten Tag in Folge keine Fluchtkorridore für Zivilisten in den umkämpften Gebieten vereinbaren können. "Aus Sicherheitserwägungen wurde heute die Entscheidung getroffen, keine humanitären Korridore zu eröffnen", teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Montag mit. Es seien am Vortag lange Verhandlungen ohne Ergebnis geführt worden. Sie warf der russischen Seite den Beschuss von Fluchtrouten vor.

Zuletzt waren am Samstag knapp 1500 Menschen über derartige Routen in sichere Gebiete gelangt. Russland führt seit über sieben Wochen einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Den Vereinten Nationen zufolge haben etwa fünf Millionen Menschen das Land verlassen. Mehrere Millionen sind im Land auf der Flucht. Parallel dazu kehren auch immer mehr Menschen ins Land zurück.

Kreml: Kein Fortschritt bei Verhandlungen mit Kiew

13.58 Uhr: Bei den russisch-ukrainischen Verhandlungen für eine Beendigung des Krieges sind nach Kremlangaben weiter keine Fortschritte in Sicht. Die Dynamik lasse zu wünschen übrig, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge. Die Ukraine ändere ihre Position oft und lasse keine besondere Konstanz bei Abstimmungsfragen erkennen. Gleichwohl gebe es weiter Kontakte, werde weiter auf Expertenebene verhandelt.

Die vom Kreml so bezeichnete "militärische Spezial-Operation" wird demnach fortgesetzt. Sie laufe nach Plan, sagte Peskow. Er bestätigte auch, dass nach dem Untergang des russischen Kriegsschiffs "Moskwa" im Kreml die nun im Internet erstmals verbreiteten Bilder von einem brennenden Schiff gesichtet worden seien. "Ja, wir haben diese Bilder tatsächlich gesehen; inwieweit sie aber authentisch sind und der Wirklichkeit entsprechen, können wir nicht sagen."

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Bilder sollen brennenden Kreuzer "Moskwa" zeigen

14.07 Uhr: Der Untergang des Raketenkreuzers "Moskwa" ist einer der größten materiellen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg. Nun sollen Bilder das brennende Kriegsschiff zeigen. Lesen Sie hier, ob es sich bei den Fotos tatsächlich um die "Moskwa" handeln könnte.

Ärztekammer: Mehr als 1100 Mediziner für Ukraine-Einsatz gemeldet

12.43 Uhr: Mehr als 1100 Ärztinnen und Ärzte aus Deutschland haben sich nach Angaben der Bundesärztekammer für einen Einsatz in der Ukraine oder den Nachbarländern gemeldet. "Die Zahl zeigt, wie groß die Solidarität in der Ärzteschaft mit den Menschen in der Ukraine ist. Ein Einsatz dort kann schließlich lebensgefährlich werden", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). Die Mediziner hätten sich nach einem entsprechenden Aufruf der Bundesärztekammer über ein Online-Portal registriert, um bei der Behandlung von Kranken und Kriegsverletzten zu helfen.

Bundespolizei registriert 357.253 Geflüchtete aus der Ukraine

12.19 Uhr: Die Bundespolizei hat bislang 357.253 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland festgestellt. Das teilte das Bundesinnenministerium am Montag auf Twitter mit. Dabei handele es sich vor allem um Frauen, Kinder und alte Menschen. Damit ist die Zahl der erfassten Menschen, die wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine nach Deutschland geflohen sind, seit dem Vortag um knapp 2600 gestiegen. Die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen, weil es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

Immer mehr Ermittlungsverfahren wegen Z-Symbol in Deutschland

12.01 Uhr: In Deutschland wird immer öfter wegen des Z-Symbols ermittelt, das für die Unterstützung des russischen Krieges in der Ukraine steht. Wie eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Montag) bei mehreren Landesbehörden ergab, wurden seit dem 24. Februar mehr als 140 Ermittlungsverfahren wegen der Befürwortung des russischen Angriffskriegs eingeleitet. In der Mehrheit der Fälle gehe es um die Verwendung des Z-Symbols. Da solche Verfahren nicht in allen Bundesländern gesondert erfasst werden, dürfte die tatsächliche Zahl weitaus höher liegen.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar ist auf Panzern und Uniformen der Russen häufig ein weißes Z zu sehen. Es steht für "za pobedu" ("Für den Sieg"). Auch außerhalb des Kriegsgebietes wird es auf Gebäuden, an Autos und auf Kleidung sowie in sozialen Medien gezeigt. Mehrere Bundesländer haben strafrechtliche Konsequenzen angekündigt, wenn das Symbol auch in Deutschland gezeigt werden sollte.

London: Kiew stoppt zweiten Tag in Folge Evakuierungen aus umkämpften Städten

11.49 Uhr: Wegen anhaltender Angriffe der russischen Streitkräfte können nach ukrainischen Angaben den zweiten Tag in Folge keine Menschen aus umkämpften und belagerten Städten evakuiert werden. "Für heute, den 18. April, wird es leider keine humanitären Korridore geben", teilte die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk am Montag im Messengerdienst Telegram mit. Die Verhandlungen über die Korridore mit der russischen Armee seien "langwierig und komplex", insbesondere in Bezug auf die verwüstete Stadt Mariupol, die größtenteils unter der Kontrolle Moskaus steht.

"Die russischen Besatzer blockieren und bombardieren immer wieder humanitäre Routen. Daher wurde aus Sicherheitsgründen beschlossen, keine Korridore zu öffnen", erklärte Wereschtschuk.

Kämpfe um Mariupol haben Russen ausgebremst

10.55 Uhr: Der heftige Kampf um die ukrainische Hafenstadt Mariupol haben nach Einschätzung britischer Geheimdienste den Vormarsch russischer Truppen ausgebremst. Der ukrainische Widerstand habe die russischen Streitkräfte auf eine harte Probe gestellt und Ressourcen gebunden, was den Vormarsch in anderen Gebieten langsamer gemacht habe, hieß es in einer Lageeinschätzung des britischen Verteidigungsministeriums vom Montag. Russische Kommandeure müssten besorgt sein über die Zeit, die notwendig sei, um Mariupol zu unterwerfen.

Die Angriffe Moskaus auf bewohnte Gebiete in Mariupol ähnele dem russischen Vorgehen in Tschetschenien 1999 und in Syrien 2016 und widerspreche der Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums zu Beginn des Krieges, dass man keine Städte oder die ukrainische Bevölkerung angreifen wolle, hieß es weiter von den Briten.

Nach russischer Offensive Straßenkämpfe in ostukrainischer Stadt

10.32 Uhr: Die russischen Streitkräfte sind nach ukrainischen Angaben in die Kleinstadt Kreminna im Gebiet Luhansk einmarschiert. "In der Nacht konnte der Feind bis Kreminna vorstoßen, nur festsetzen konnte er sich dort nicht. Die Kämpfe direkt in der Stadt halten an", teilte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag auf seiner Facebook-Seite mit.

Kreminna sei neben der Stadt Rubischne, um die seit eineinhalb Monaten erbittert gekämpft werde, derzeit der größte Krisenherd, so Hajdaj. Russische Panzertechnik sei in großem Umfang in die Stadt eingefahren. Zudem berichtete Hajdaj über den massiven Beschuss der Stadt, durch den mehrere Wohnhäuser und ein Sportkomplex beschädigt worden seien. Der ukrainische Generalstab hatte in seinem Lagebericht zuvor mitgeteilt, dass die russischen Angriffe abgewehrt worden seien.

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Aufnahmen sollen getroffene "Moskwa" zeigen

9.51 Uhr: Nach dem Untergang des russischen Raketenkreuzers "Moskwa" sind in der Nacht zu Montag mehrere Bilder und ein Video in den sozialen Netzwerken aufgetaucht, die das getroffene Schiff zeigen sollen. Auf den Aufnahmen ist dichter Rauch zu sehen, der aus dem Schiffsrumpf quillt. Mehrere Schlepper befinden sich zudem in der nähe des Schiffes. Das deckt sich mit den russischen Angaben, nach denen die "Moskwa" in Schlepptau genommen wurde, um in einen Hafen gebracht zu werden.

Die Silhoutte des im Video und auf den Bilden zu sehenden Schiffes passt zudem zu der der gesunkenen "Moskwa". Die Aufnahmen werden zudem auch von Accounts weiterverbreitet, die sich mit dem Verifizieren von Internetquellen befassen. Eine abschließende Bestätigung von russischer Seite, dass es sich bei dem gezeigten Schiff um den Raketenkreuzer handelt, lag zunächst nicht vor.

Bürgermeister: Fünf Raketenangriffe treffen westukrainische Stadt Lwiw – sechs Tote

8.41 Uhr: Bei den russischen Raketenangriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw sind nach Angaben des Gouverneurs mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter auch ein Kind. Mindestens acht weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Lwiw, Maxym Kosyzky, am Montag im Messengerdienst Telegram. Die Stadt nahe der polnischen Grenze war nach ukrainischen Angaben am Morgen von fünf russischen Raketen getroffen worden.

Selenskyj: Schicksal der Menschen hängt von Waffenlieferungen ab

7.58 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte in seiner täglichen Videobotschaft, dass das russische Militär für die nächste Zeit eine Offensive in der Industrieregion Donbass im Osten der Ukraine vorbereite: "So wie die russischen Truppen Mariupol zerstören, wollen sie auch andere Städte und Gemeinden in den Gebieten Donezk und Luhansk dem Erdboden gleichmachen."

Man sei den Partnern dankbar, die helfen. "Aber diejenigen, die von uns benötigte Waffen und Munition haben und ihre Hilfe zurückhalten, müssen wissen, dass das Schicksal dieser Schlacht auch von ihnen abhängt. Das Schicksal von Menschen, die gerettet werden können", sagte Selenskyj. Er nannte keine Länder beim Namen. Jedoch hatte es zuletzt in Deutschland Streit in der Ampel-Koalition über die Lieferung schwerer Waffen gegeben.

Mariupols Polizeichef: Auch viele Zivilisten in Stahlwerk

7.30 Uhr: Mehrere Tausend ukrainische Verteidiger Mariupols sollen sich in dem riesigen Stahlwerk Asowstal verschanzt haben. Auch zahlreiche Zivilisten befinden sich nach Angaben örtlicher Behörden auf dem umkämpften Gelände des Werks, zu dem auch unterirdische Anlagen gehören. Die Menschen hätten sich dort vor Beschuss während der wochenlangem Belagerung der Stadt durch das russische Militär versteckt, sagte der Chef der Streifenpolizei von Mariupol, Michajlo Werschinin, dem Lokalfernsehen.

"Sie trauen den Russen nicht. Sie sehen, was in der Stadt vor sich geht, und bleiben deswegen auf dem Werksgelände. Große Teile von Mariupol befinden sich inzwischen unter Kontrolle des russischen Militärs. In Mariupol hielten sich noch rund 100.000 Einwohner auf, sagte Werschinin. Die russischen Truppen ließen sie für Essen Trümmer räumen sowie Leichen bergen und in Massengräbern beerdigen, behauptete er.

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Gouverneur: Ukrainische Truppen erobern Orte bei Charkiw zurück

7 Uhr: Die ukrainischen Truppen konnten nach Behördenangaben bei einer Gegenoffensive mehrere Ortschaften in der Nähe der Großstadt Charkiw im Nordosten zurückerobern. Damit seien die russischen Truppen weiter von der zweitgrößten Stadt der Ukraine zurückgedrängt wurden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, in seinem Kanal beim Messaging-Dienst Telegram mit. Zuvor hatten die Behörden gemeldet, dass beim Beschuss des Stadtzentrums am Sonntag mindestens 5 Menschen getötet und 13 verletzt worden seien.

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News vom Ukraine-Krieg von Sonntag, 17. April: Flugbranche erwartet steigende Preise

22.28 Uhr: Der Krieg in der Ukraine belastet auch die Flugbranche. Nach mehr als zwei Jahren Corona ist die Reiselust der Deutschen zwar wieder groß, doch Peter Gerber, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, rechnet mit steigenden Preisen für Flüge. Lesen Sie mehr dazu im Interview.

Ukrainischer Militärgeheimdienst sieht keine Plan-Änderung bei Putin

22.13 Uhr: Fast zwei Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich nach Einschätzung des ukrainischen Militärgeheimdienstes nichts an den Plänen des russischen Präsidenten Wladimir Putin geändert. "Das Ziel der militärischen Aggression ist dasselbe geblieben: Dies ist eine Operation, um die Staatlichkeit der Ukraine zu vernichten", sagte der Geheimdienstchef Kyrylo Budanow dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Sonntag. Die Ukraine solle nach dem Willen Russlands "aufhören als Staat zu existieren".

Auf die Frage, warum Russland entschieden habe, seine Truppen aus der Region um die Hauptstadt Kiew abzuziehen, sagte Budanow: "Sie haben sich nicht einfach so zurückgezogen – wir haben sie aus der Region Kiew vertrieben. Es begann damit, dass wir die Stadt Irpin zurückeroberten. Damit drohten ihre Kräfte im Kiewer Gebiet in zwei Teile zerschnitten zu werden."

Über das Scheitern des russischen Plans, Kiew zu erobern, wundere er sich nicht, wundere er sich nicht, sagte Budanow. Er wundere sich aber über etwas anderes: "Wie inkompetent und fahrlässig die russischen Befehlshaber an die Durchführung einer so großen Operation herangegangen sind. Wenn sie wirklich glaubten, dass sie in drei Tagen damit fertig sind – und nach unseren Erkenntnissen waren sie felsenfest davon überzeugt – dann muss die russische Führung sich fragen, wie kompetent ihre Generäle sind."

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Gemeindebund: Bevölkerungsschutz muss sich auf "Kriegsszenarien" einstellen

22.00 Uhr: Deutschland wird von immer mehr potenziellen Gefahren bedroht. Neben dem Klimawandel werden auch Kriegsszenarien und Cyberangriffe zur Bedrohung, wie der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebund, Gerd Landsberg, unserer Redaktion sagte. Wie sich Bürgerinnen und Bürger auf solche Szenarien vorbereiten sollten, lesen Sie hier.

Ukraine meldet weitere Raketenangriffe auf Mariupol

19.16 Uhr: Der Kampf um die belagerte südukrainische Hafenstadt Mariupol dauert auch nach dem Verstreichen eines russischen Ultimatums an. Der ukrainische Generalstab berichtete am Sonntagabend von russischen Raketen- und Bombenangriffen auf die Stadt mit früher mehr als 400.000 Einwohnern. Dabei kämen auch Überschallbomber vom Typ Tu-22M3 zum Einsatz. Besonders in der Nähe des Hafens sowie des Stahlwerks Asowstal gebe es Angriffsversuche russischer Truppen. Regierungschef Denys Schmyhal sagte dem US-Sender ABC, die Stadt sei nicht gefallen. Die ukrainischen Soldaten würden in Mariupol "bis zum Ende kämpfen".

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Medwedew warnt Europäer vor eigener Zahlungsunfähigkeit

18.28 Uhr: Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat Europa davor gewarnt, bei einer Zahlungsunfähigkeit seines Landes selbst in große wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. "Die Zahlungsunfähigkeit Russlands könnte zur Zahlungsunfähigkeit Europas werden", schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrats im Nachrichtenkanal Telegram. Zugleich warf er EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor, sein Land in den Bankrott treiben zu wollen. Das sei die "geheime Absicht der Masochisten aus Brüssel".

Medwedew warnte die Europäer zudem vor weiteren Folgen der Sanktionen, die wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine gegen sein Land verhängt wurden. Als Beispiele nannte er eine Hyperinflation, die dann "nicht länger den bösen Russen zugeschrieben werden" könne, sowie einen Mangel an Grundnahrungsmitteln. Die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine könnten zudem eine "Welle von Gewaltverbrechen" zu Folge haben. Medwedew war von 2008 bis 2012 Präsident, zwischen zwei Amtszeiten von Wladimir Putin, der bis heute regiert.

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Selenskyj kündigt harte Gegenwehr im Osten an

17.25 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts des befürchteten russischen Großangriffs im Osten des Landes harte Gegenwehr angekündigt. "Wir werden unser Territorium nicht aufgeben", sagte Selenskyj dem US-Nachrichtensender CNN laut englischer Übersetzung in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview. Die Schlacht in der Region Donbass könne den Verlauf des gesamten Krieges beeinflussen. Die Ukraine müsse sich daher behaupten.

Selensjyj sagte, es sei wichtig, wenn möglich einen Dialog mit Russland zu finden. Nach den Gräueltaten gegen Zivilisten im Kiewer Vorort Butscha und anderen Orten sei das aber schwierig. "Unsere Gesellschaft will nicht, dass wir die Gespräche fortsetzen. Das ist eine große Tragödie." Zugleich forderte er vom Westen so schnell wie möglich weitere militärische Ausrüstung.

Verteidiger von Mariupol werden laut ukrainischer Regierung nicht aufgeben

16.23 Uhr: Die verbliebenen ukrainischen Kämpfer in Mariupol werden sich nach Angaben der Regierung in Kiew auch nach Ablauf eines russischen Ultimatums nicht ergeben. Die letzten Verteidiger der strategisch wichtigen Hafenstadt "werden bis zum Ende kämpfen", sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC. Russland hatte den ukrainischen Kämpfern eine Frist bis Sonntagmittag gestellt, um ihre Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen.

Die russische Armee gibt an, nach wochenlangen Kämpfen die Kontrolle über Mariupol übernommen zu haben. Etwa 400 ukrainische Kämpfer befanden sich demnach zuletzt aber noch in den Stahlwerken der Hafenstadt. Schmyhal erklärte, dass die Stadt "nicht gefallen" sei.

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Selenskyj: US-Präsident Biden sollte in die Ukraine kommen

15.58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Joe Biden zu einem Besuch der Ukraine aufgerufen. "Ich denke, er ist der Anführer der Vereinigten Staaten und deshalb sollte er kommen und sich das ansehen", sagte Selenskyj in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN auf Englisch. Es sei natürlich Bidens Entscheidung und hänge von der Sicherheitssituation ab, sagte Selenskyj weiter. Er gehe aber davon aus, dass Biden kommen werde.

Biden hatte zuletzt erklärt, nach den jüngsten hochrangigen politischen Besuchen in Kiew ebenfalls zu erwägen, einen ranghohen Vertreter zu Gesprächen in die Ukraine zu schicken. US-Medien hatten berichtet, die US-Regierung denke darüber nach, womöglich Verteidigungsminister Lloyd Austin oder Außenminister Antony Blinken zu einem Besuch in die Ukraine zu entsenden. Berichten nach galt es als unwahrscheinlich, dass Biden selbst in die Ukraine reist.

Mindestens fünf Tote bei Angriffen auf Charkiw

15.28 Uhr: Bei Angriffen auf Charkiw im Nordosten der Ukraine sind nach Angaben der Rettungskräfte mindestens fünf Menschen getötet worden. AFP-Journalisten hörten am Sonntag zwei Angriffswellen und sahen mehrere Feuer, die sich in Wohnvierteln im Zentrum der zweitgrößten Stadt des Landes ausbreiteten und Dächer einstürzen ließen. Ein Vertreter der Rettungskräfte sagte AFP, dass es neben den mindestens fünf Todesopfern auch 13 Verletzte gegeben habe.

Die Regionalhauptstadt Charkiw ist mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Stadt ist bereits seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine heftig umkämpft. Bisher gelang es den russischen Truppen nicht, sie einzunehmen. Regionalgouverneur Oleh Synjehubow hatte am Donnerstag erklärt, dass in der Region bereits mehr als 500 Zivilisten getötet wurden.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Ex-Außenminister Gabriel weist Kritik an Steinmeier zurück

14.24 Uhr: Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Kritik an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aus der Ukraine zurückgewiesen und den zurückhaltenden Kurs der Regierung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit Blick auf Waffenlieferungen verteidigt. In einem Gastbeitrag für den "Spiegel" sprach Gabriel von "gezielten Angriffen auf den deutschen Bundespräsidenten" und warf dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk "Verschwörungstheorien" vor.

Melnyks Behauptung, Steinmeier habe in seiner aktiven Zeit als Politiker "seit Jahrzehnten ein Spinnennetz der Kontakte mit Russland geknüpft", die bis in die heutige Regierung hineinwirkten, unterstelle, dass der frühere Kanzleramts- und Außenminister die Interessenvertretung Russlands in Deutschland mitorganisiert habe. "Das ist wahrheitswidrig und bösartig", schrieb Gabriel. Melnyk hatte sich Anfang des Monats entsprechend im "Tagesspiegel" geäußert.

Unbekannte beschädigen in Bremen mehrere Autos mit ukrainischen Kennzeichen

13.08 Uhr: In Bremen haben Unbekannte mehrere Autos mit ukrainischen Kennzeichen beschädigt. Zunächst seien in der Nacht zum Samstag in zwei benachbarten Straßen an fünf Wagen die Reifen zerstochen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In der Nacht zum Sonntag seien dann in einem anderen Stadtteil an zwei Autos Fensterscheiben und Scheinwerfer eingeschlagen worden.

In allen Fällen hatten die Autos den Angaben zufolge ukrainische Kennzeichen. In der Nähe geparkte Autos mit deutschen Nummernschildern blieben unversehrt. Der Sachschaden wurde insgesamt auf mehrere tausend Euro geschätzt. Der Staatsschutz der Polizei Bremen ermittelt wegen einer mutmaßlich politisch motivierten Tat und bittet um Zeugenhinweise.

EU schickt weitere 50 Millionen Euro an die Ukraine

12.43 Uhr: Die Europäische Union unterstützt die Ukraine mit zusätzlichen Geldern für humanitäre Güter. Die EU stellt weitere 50 Millionen Euro bereit für Menschen, die vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine betroffen sind, wie aus einer Mitteilung am Sonntag hervorgeht. Demnach sollen 45 Millionen an die Ukraine gehen und 5 Millionen an das Nachbarland Moldau. Die Gelder seien Teil der Mittel, die während einer für die Ukraine organisierten Geberkonferenz vergangenes Wochenende zugesagt wurden.

Damit hat die EU der Mitteilung zufolge nun 143 Millionen Euro für humanitäre Hilfen in Reaktion auf den Krieg bereitgestellt. Die neuen Gelder sollen unter anderem für medizinische Notfallhilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie Notunterkünfte ausgegeben werden.

Rumänien sperrt Schwarzmeerhafen Constanta für russische Schiffe

12.28 Uhr: Die rumänische Seefahrtsbehörde (ANV) hat den Schwarzmeerhafen Constanta wegen des Kriegs in der Ukraine für russische Schiffe gesperrt. Die Maßnahme trat am Sonntag 00.00 Uhr Ortszeit (Samstag 23.00 Uhr MESZ) in Kraft, berichtete die lokale Zeitung "Ziua de Constanta" unter Bezug auf die Verordnung der Behörde.

Mit der Regelung würden Wirtschaftssanktionen umgesetzt, die die Europäische Union (EU) gegen Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt hatte, hieß es weiter. Ausgenommen seien lediglich Seefahrzeuge, deren Besatzungen um Asyl nachsuchen, die in lebensrettender Mission unterwegs oder in Seenot geraten sind.

Russisches Militär klaute wohl Geräte – Ukrainer lokalisieren Eigentum

12.20 Uhr: Bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte haben russische Soldaten wohl Eigentum, insbesondere technische Geräte, geklaut. Das berichtet das Mediennetzwerk "Nexta".

Immer häufiger würden Ukrainer beim Orten von Bluetooth-fähigen Geräten feststellen, dass diese wohl von den angreifenden Truppen mitgenommen wurden. Ein Beispiel teilte "Nexta" auf Twitter: Ein Ukrainer musste feststellen, dass seine Kopfhörer von Apple sich in Belgorod, also in Russland befinden.

Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte durch Beschuss im Gebiet Charkiw

12.19 Uhr: Im ostukrainischen Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens drei Zivilisten durch russischen Beschuss mit Artillerie und Raketen getötet worden. 31 Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Insgesamt hätten die russischen Truppen 23 Mal Teile der Gebietshauptstadt Charkiw und Ortschaften im Gebiet beschossen. Zudem gab es einen Raketenangriff. Synjehubow warnte die Einwohner von Charkiw davor, ohne triftigen Grund ins Freie zu gehen.

Russland führt seit knapp siebeneinhalb Wochen einen Angriffskrieg gegen den Nachbarn Ukraine. Die Vereinten Nationen haben bisher rund 2000 getötete Zivilisten erfasst, gehen aber wie Kiew von weitaus höheren Opferzahlen unter Zivilisten aus.

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Ukrainische Truppen in Mariupol ergeben sich wohl nicht

11.32 Uhr: Die in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol kämpfenden ukrainischen Truppen wollen sich nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nicht ergeben. Die Einheiten, darunter 400 ausländische Söldner, hätten sich in dem Stahlwerk Asowstal verschanzt, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag in Moskau. Die Regierung in Kiew habe ihnen untersagt, die Waffen niederzulegen. Zuvor hatte Moskau ein Ultimatum gestellt und den Soldaten im Fall einer Kapitulation zugesichert, sie würden am Leben bleiben.

"Im Fall einer weiteren Gegenwehr werden sie alle vernichtet", sagte Konaschenkow. Nach russischen Angaben sollen in dem Werk etwa 2500 Kämpfer sein, die die Stadt gegen eine komplette Eroberung verteidigen wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte wiederholt erklärt, alles für eine Rettung der strategisch wichtigen Stadt tun zu wollen. Er forderte vom Westen Panzer und andere schwere Waffen, um den Osten der Ukraine zu verteidigen. Mariupol liegt im Gebiet Donezk, das prorussische Separatisten mit russischer Hilfe komplett unter ihre Kontrolle bringen wollen.

Nach Darstellung des russischen Generalmajors Konaschenkow kämpfen in der Ukraine noch rund 4877 Söldner, die meisten von ihnen aus Polen, den USA, Kanada und Rumänien. Hunderte gebe es auch aus Großbritannien und der Südkaukasusrepublik Georgien. Mehr als 1000 ausländische Kämpfer seien bisher getötet worden, sagte er. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht.

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London: Russland will Ukraine immer noch unter Kontrolle bringen

10.45 Uhr: Trotz seiner Konzentration auf den Osten der Ukraine bleibt Russlands Kriegsziel nach Einschätzung britischer Geheimdienste unverändert. Moskau wolle die Ukraine dazu zwingen, ihre euro-atlantische Ausrichtung aufzugeben. Außerdem wolle es seine eigene Dominanz in der Region behaupten, hieß es am Ostersonntag in einer Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Operativ sei Russland weiterhin dabei, seine Truppen und seine Ausstattung aus Belarus in Richtung der Ost-Ukraine zu verlagern - unter anderem an Orte nahe der Stadt Charkiw.

Bundespolizei registriert weitere 4000 Flüchtlinge aus der Ukraine

10.31 Uhr: Die Bundespolizei hat bislang 354.663 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland festgestellt. Das teilte das Bundesinnenministerium am Sonntag auf Twitter mit. Damit ist die Zahl der Menschen, die vor dem Krieg nach Deutschland geflohen sind, seit dem Vortag um rund 4000 gewachsen. Den Angaben zufolge kommen vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen. Die tatsächliche Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine dürfte höher liegen, weil nicht alle von ihnen erfasst werden.

Ukraine kündigt vorerst Schließung der Fluchtkorridore aus dem Osten an

10.19 Uhr: Die ukrainische Regierung hat für Sonntag die Schließung der Fluchtkorridore aus den umkämpften Gebieten im Osten des Landes angekündigt. Es sei nicht gelungen, mit der russischen Armee eine Feuerpause für die Evakuierungsrouten zu vereinbaren, teilte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntag auf Telegram mit. "Wir scheuen keine Mühe, damit die humanitären Korridore so schnell wie möglich wieder geöffnet werden können."

Wereschtschuk forderte zudem die Einrichtung einer Evakuierungsroute für verletzte Soldaten aus der Stadt Mariupol. Für diese hat Moskau den verbliebenen ukrainischen Truppen ein Ultimatum bis Sonntagmittag gestellt, um sich zu ergeben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag gewarnt, eine Tötung der verbliebenen ukrainischen Streitkräfte in der umkämpften Hafenstadt würde das endgültige Aus der Gespräche mit Russland bedeuten.

Draghi von Diplomatie mit Putin ernüchtert: "Man verliert nur Zeit"

10.02 Uhr: Italiens Ministerpräsident Mario Draghi ist ernüchtert von den diplomatischen Versuchen, Kremlchef Wladimir Putin zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg zu überzeugen. "Ich fange an zu denken, dass diejenigen Recht haben, die sagen: Es ist sinnlos, mit ihm zu reden, man verliert nur Zeit", sagte der Regierungschef in einem Interview der Tageszeitung "Corriere della Sera" (Sonntag).

Draghi hatte vor Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine mit Putin telefoniert und auch danach noch einmal. "Wir hatten uns darauf verständigt, uns ein paar Tage später nochmal zu sprechen. Und dann kam der Horror von Butscha", sagte Draghi.

Polens Grenzschutz: Mehr Einreisen in die Ukraine als Ausreisen

10.00 Uhr: Polens Grenzschutz hat am Samstag mehr Einreisen in die Ukraine als Ausreisen aus dem östlichen Nachbarland gezählt. Rund 22.000 Menschen hätten Polen Richtung Ukraine verlassen, teilte der Grenzschutz am Sonntag per Twitter mit. Dagegen kamen im gleichen Zeitraum aus der Ukraine 19.200 Menschen nach Polen - fast ein Viertel weniger als am Vortag.

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben sich UN-Angaben zufolge mehr als 2,8 Millionen Menschen von dort ins Nachbarland Polen in Sicherheit gebracht.Bei den Ukraine-Rückkehrern handelte es sich nach Angaben der Behörden zum Großteil um ukrainische Staatsbürger. Sie reisen meist in Gebiete, die die ukrainische Armee zurückerobert hat. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele in andere EU-Staaten weitergereist sind.

Bürgermeister im Kiewer Gebiet meldet Raketenangriff

9.56 Uhr: In der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist in dem Ort Browary nach Behördenangaben am Sonntag bei einem russischen Raketenangriff ein Teil der Infrastruktur getroffen worden. Es könne zu Unterbrechungen bei der Wasser- und Stromversorgung kommen, sagte Bürgermeister Ihor Sapaschko in einem Video. Der Krieg gehe weiter. Der Rathauschef rief in seinem Nachrichtenkanal bei Telegram die Bürger der Stadt rund zwölf Kilometer nordöstlich von Kiew auf, die Ruhe zu bewahren.

In der Hauptstadt Kiew teilten die Behörden mit, dass es dort ruhig geblieben sei – abgesehen vom Luftalarm. Anders als am Vortag habe es keine neuen Explosionen gegeben. Ein Sprecher der Stadt betonte, es sei zu früh, von einer sicheren Lage zu sprechen. Bürgermeister Vitali Klitschko hatte am Vortag Bürger, die zurückkehren wollten, gewarnt, das zu tun. Sie sollten an einem sicheren Ort bleiben.

In der Region um die südukrainische Stadt Mykolajiw teilte der Gebietsgouverneur Witalij Kim mit, dass die russische Armee weiter mit Raketen schieße. Er erwartet nach eigenen Angaben eine Mobilmachung in Russland, die ein bis zwei Monate dauern könne. Das sei für die Ukraine genug Zeit, um sich mit ausreichend Waffen zu versorgen, sagte er in einem Video.

Kiew: Russland setzt Luftschläge gegen Mariupol fort

6.45 Uhr: Die russische Armee hat ukrainischen Angaben zufolge Luftangriffe auf die heftig umkämpfte Hafenstadt Mariupol fortgesetzt. Das teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Sonntag mit. Angriffe seien auch im Bereich des Hafens erfolgt, hieß es weiter. Russische Einheiten bereiteten sich zudem "vermutlich" auf eine Marineoperation zur Landung in Mariupol vor.

Moskau hatte am Samstag erklärt, dass die Stadt bereits praktisch unter Kontrolle russischer Einheiten stünde. Rund 2500 verbliebene ukrainische Kämpfer seien in dem Stahlwerk Asowstal eingekesselt. In der Nacht zu Sonntag riefen die russischen Streitkräfte die ukrainischen Kämpfer dazu auf, sich angesichts der "katastrophalen Situation" im Stahlwerk bis Sonntagmorgen zu ergeben.

In dem Generalstabsbericht hieß es zudem, eine Teilblockade der Millionenstadt Charkiw im Osten des Landes und der Beschuss von Wohngebieten dort dauere an. Er warnte zudem vor der weiteren Möglichkeit von Raketenangriffen auf die Regionen Tschernihiw im Norden und Sumy im Nordosten. Von dort hatten sich russische Truppen jüngst nach Verlusten und aufgrund eines künftigen russischen Fokus der Kämpfe auf den Osten des Landes zurückgezogen.

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Selenskyj fordert "sofort" schwere Waffen

6.30 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut die Lieferung schwerer Waffen aus dem Westen gefordert. Angesichts der Lage in Mariupol müssten die Partner entweder "sofort alle notwendigen schweren Waffen" liefern, oder ihn bei Verhandlungen über ein Ende der Belagerung unterstützen, sagte Selenskyj in der Nacht zu Sonntag. Selenskyj will mit westlichen Kampfflugzeugen den "Druck auf Mariupol verringern und die Belagerung" aufbrechen. Der ukrainische Präsident räumte ein, dass die Suche nach einer "militärischen oder diplomatischen" Lösung der Situation "äußerst schwierig" sei.

Russische Armee stellt letzten Verteidigern von Mariupol Ultimatum

6 Uhr: In der Nacht hat die russische Armee die ukrainischen Streitkräfte in Mariupol erneut zur Aufgabe aufgerufen. Unter Berücksichtigung der "katastrophalen Situation" im Stahlwerk Asowstal biete man den eingeschlossenen ukrainischen Kämpfern sowie "ausländischen Söldnern" an, die Feindseligkeiten einzustellen und am Sonntag ab 6.00 Uhr Moskauer Zeit (5.00 Uhr MEZ) die Waffen niederzulegen, hieß es in einer Mitteilung von Generaloberst Michail Misinzew aus dem russischen Verteidigungsministerium. Allen, die ihre Waffen niederlegten, sei ihr Leben garantiert.

Bericht – Weitere US-Waffenlieferungen treffen in Ukraine ein

5.45 Uhr: Erste Teile des jüngsten Unterstützungspakets an Waffen und Munition aus den USA sind in der Ukraine eingetroffen. Das berichtete der TV-Sender CNN in der Nacht zu Sonntag unter Berufung auf einen Beamten im Weißen Haus. Washington hatte am Mittwoch Kiew weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) zugesagt - darunter auch Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber.

Die neuen Lieferungen sollen die Ukraine demnach insbesondere angesichts des befürchteten russischen Großangriffs in der östlichen Donbass-Region unterstützen.

Özdemir: Russland greift gezielt Landwirtschaft der Ukraine an

1.15 Uhr: Ernährungsminister Cem Özdemir dringt auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen in die Ukraine, um eine globale Hungerkatastrophe abzuwenden. "Russlands Krieg gegen die Ukraine entpuppt sich immer mehr als ein Angriff gegen die internationale Staatengemeinschaft", sagte der Grünen-Politiker unserer Redaktion. "Darum ist es so wichtig, dass der Westen die Ukraine mit weiteren, wirkungsvolleren Waffen unterstützt - und da sollte sich Deutschland nicht ausnehmen."

Russlands Präsident Wladimir Putin verfolge die Strategie, den Hunger zu verstärken um Konflikte zu schüren. Özdemir: "Uns erreichen alarmierende Nachrichten aus der Ukraine, wo russische Truppen offenbar gezielt auch landwirtschaftliche Infrastruktur und Lieferketten zerstören." Das könne sich langfristig auf die Leistungsfähigkeit der ukrainischen Landwirtschaft und damit auf die Weltversorgung auswirken.

Betroffen von Putins "Strategie des Aushungerns" seien allem die Länder Afrikas, in denen viele Menschen schon jetzt zu wenig zu essen hätten, beklagte der Minister. Die Lage verschärfe sich durch die Klimakrise, die bereits heute katastrophale Ernteausfälle verursache.

Esken bietet auch vor Putin flüchtenden Russen Schutz in Deutschland an

1 Uhr: Neben Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine hat die SPD-Vorsitzende Saskia Esken auch Schutz suchenden Russen die Aufnahme in Deutschland zugesagt. "Menschen, die bei uns Schutz vor Putins Krieg suchen, werden diesen Schutz auch finden", sagte Esken unserer Redaktion. "Das gilt auch für Russinnen und Russen, die ihrem Präsidenten, seinen Lügen und seinem imperialistischen Großmachtdenken den Rücken kehren und das Land verlassen. Sie und alle Menschen in Europa haben eine Chance auf einen Neubeginn in Frieden und Sicherheit verdient." Esken fügte hinzu: "Dieser brutale Krieg verlangt unsere vollen und warmen Herzen und gleichzeitig unser besonnenes Handeln."

Esken bekräftigte den Willen zur Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland und stellte weitere Waffenlieferungen aus Deutschland in Aussicht. "Wir stehen an der Seite des ukrainischen Volkes und unterstützen diesen Kampf - eng abgestimmt in der Europäischen Union und mit anderen Partnern", sagte die SPD-Vorsitzende. "Immer wieder haben wir unsere Waffenlieferungen den sich ändernden Situationen angepasst."

Die Parteichefin betonte die Geschlossenheit von Deutschland und seinen Partnern gegenüber Russland und zeigte sich dazu bereit, die internationalen Sanktionen gegen das Land weiter zu verschärfen. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf Esken "Völkermord" vor. "Putin will die totale Unterwerfung der Ukraine. Grausamste Kriegsverbrechen, Völkermord und beispiellose Zerstörung sind seine Werkzeuge", sagte Esken.

News vom Ukraine-Krieg von Samstag, 16. April: Moskau meldet Abschuss von Flugzeug mit Ladung westlicher Waffen

22.01 Uhr: Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums ist in der Region um Odessa ein ukrainisches Transportflugzeug abgeschossen worden, das Waffen westlicher Regierungen liefern sollte. Das Ministerium legte keine Belege vor, eine Stellungnahme der Ukraine liegt nicht vor.

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Moskau: Mehr als 23.000 ukrainische Soldaten getötet

21.29 Uhr: Seit Kriegsbeginn vor mehr als sieben Wochen sollen russischen Angaben zufolge auf ukrainischer Seite mehr als 23.000 Soldaten getötet worden sein. Darunter seien Angehörige der ukrainischen Armee, der Nationalgarde sowie ausländische Söldner, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Die Ukraine selbst gibt die Verluste in den eigenen Reihen deutlich niedriger an. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem am Freitag verbreiteten Interview von 2500 bis 3000 getöteten ukrainischen Soldaten. Zugleich erklärte Selenskyj, dass auf russischer Seite mehr als 20.000 Militärs getötet worden sein sollen. Moskau wiederum gibt die eigenen Verluste weiterhin mit etwa 1350 an. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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Ukraine: 1449 Menschen in Sicherheit gebracht

20.37 Uhr: Nach ukrainischen Angaben wurden heute insgesamt 1449 Menschen über humanitäre Korridore aus ukrainischen Städten evakuiert. Dies sei ein Rückgang gegenüber den 2864 vom Vortag, gab ein Regierungsvertreter im Internet bekannt.

Selenskyj spricht von bis zu 3000 getöteten ukrainischen Soldaten

19.55 Uhr: Nach Angaben aus Kiew sind im Krieg gegen die Ukraine bislang 2500 bis 3000 ukrainische Soldaten getötet worden. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem US-Fernsehsender CNNin einem Interview, das am Freitag in ersten Auszügen verbreitet wurde.

Selenskyj sprach von etwa 10.000 verletzten Soldaten auf ukrainischer Seite. Es sei schwer zu sagen, wie viele davon überleben werden. Die Zahl der zivilen Opfer sei schwieriger zu beziffern, sagte er.

Der Präsident sagte, auf russischer Seite seien bereits 19.000 bis 20.000 Soldaten getötet worden. Westliche Schätzungen gehen von mehreren Tausend Toten auf russischer Seite aus. Moskau sprach zuletzt von ungefähr 1350 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen.

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Selenskyj: Ausschalten von Mariupol-Truppen bedeutet Gesprächsstopp mit Moskau

18.51 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit dem endgültige Aus der Gespräche mit Moskau gedroht, sollte Russland die letzten ukrainischen Truppen in der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol "ausschalten". Für beide Seiten wäre das eine "Sackgasse, denn wir verhandeln weder über unsere Territorien noch über unsere Leute", sagte Selenskyj am Samstag der Nachrichten-Website Ukrainska Prawda.

Mariupol wird seit den ersten Tagen nach dem russischen Einmarschs am 24. Februar belagert. Inzwischen ist die einst über 400.000 Einwohner zählende Stadt weitgehend zerstört, die humanitäre Lage ist katastrophal. Selenskyj sprach kürzlich von "zehntausenden" Toten durch die Belagerung. Am Samstag warf er Russland erneut vor, keine Fluchtkorridore zuzulassen.

Moskau warnt Tschechien vor Waffenexport

17.15 Uhr: Russland hat Tschechien davor gewarnt, Waffen sowjetischer Bauart an die Ukraine oder auch an andere Drittländer weiterzugeben. Der tschechische Außenminister Jan Lipavsky berichtete der Nachrichtenagentur CTK, dass aus Moskau eine entsprechende Mitteilung eingegangen sei. Zugleich bezeichnete er die Forderung als "Unsinn". Es gebe keine Klausel, die solche Wiederausfuhren verbiete.

Russland hatte wegen Waffenlieferungen an die Ukraine Protestschreiben an mehrere westliche Länder geschickt, auch an die USA. Nach Angaben der US-Tageszeitung "Washington Post" warnte Moskau die Regierung in Washington, solche Lieferungen könnten "unvorhersehbare Folgen" haben.

Das tschechische Verteidigungsministerium äußert sich nach Angaben von CTK nicht zur Art der Waffenlieferungen. Es gibt aber Berichte, wonach das Land mehrere Dutzend Panzer der sowjetischen Bauart T-72 sowie BMP-1-Schützenpanzer auf den Weg gebracht haben soll.

Verfassungsschützer warnt vor Cyberattacken in Deutschland

16.40 Uhr: Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, hat vor Gefahren für die Sicherheitslage in Deutschland gewarnt. "In den Nachrichtendiensten und Sicherheitsbehörden haben wir entsprechende Arbeitshypothesen und mögliche Szenarien, auf die wir uns einstellen", sagte Kramer dem "Handelsblatt". Neben einer möglichen Einreise von Terroristen gehe es dabei auch um Cyberattacken.

Angesichts des zunehmenden deutschen Engagements für die Ukraine in Form von Waffenlieferungen, Sanktionen, aber auch wirtschaftlicher Unterstützung und dem zunehmendem Erfolgsdruck für die russischen Aggressoren "wird die Bundesrepublik immer mehr zum Ziel von Angriffen auf allen Ebenen", erklärte der Verfassungsschützer.

"Moskwa" bringt russische Propaganda ins Straucheln

16.13 Uhr: Russland verstrickt sich in unterschiedlichen Angaben über die gesunkene "Moskwa" ("Moskau"). Hatte es zunächst noch geheißen, das Kriegsschiff sei im Sturm untergegangen, verbreitet das Staatsfernsehen nun eine andere Geschichte. Lesen Sie hier mehr: Gesunkenes Schiff bringt Russland-Propaganda ins Straucheln

Röttgen kritisiert Militärhilfe für Ukraine

15.48 Uhr: Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat den Plan, die Mittel zur Militärhilfe für die Ukraine aufzustocken, deutlich kritisiert. "Ich muss es leider sagen. Das, was Scholz und Lindner sich da ausgedacht haben, ist zynisch", schrieb er bei Twitter. Die russische Großoffensive stehe unmittelbar bevor. Mit Geld könne sich die Ukraine nicht verteidigen, sie brauche Waffen "und zwar so schnell wie möglich", fügte Röttgen hinzu.

In der Ampel-Koalition hatte es zuletzt Streit über die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gegeben. Politiker von Grünen und FDP hatten Scholz Zaudern vorgeworfen. Geeinigt hat man sich nun darauf, die Mittel für die sogenannte Ertüchtigungsinitiative in diesem Jahr von 225 Millionen auf zwei Milliarden Euro deutlich zu erhöhen. Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dem Partnerländer in Krisenregionen unterstützt werden, damit sie in mehr Sicherheit investieren können. Die Ukraine soll davon mehr als eine Milliarde Euro bekommen.

Russen ziehen Soldaten in Ostukraine zusammen

15.09 Uhr: Russland hat nach Angaben des Gouverneurs des Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine Zehntausende Soldaten für eine baldige Offensive zusammengezogen. Zudem seien Hunderte Einheiten Technik in die Region transportiert worden, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj. "Sie haben schon alles für einen Durchbruch bereit." Seiner Einschätzung nach warteten die russischen Truppen nur noch auf besseres Wetter, um dann zeitgleich in den Gebieten Luhansk und Donezk ihre Angriffe zu starten.

In beiden Regionen soll nach Wetter-Vorhersagen voraussichtlich Mitte kommender Woche der Regen aufhören. Russland hatte Ende März mit einem Truppenabzug rund um die Hauptstadt Kiew begonnen - angeblich, um die Kämpfe vorerst auf den Osten zu konzentrieren.

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Kiew: Hunderte Soldaten und Zivilisten in russischer Gefangenschaft

14.38 Uhr: Russland hält nach Angaben der Regierung in Kiew etwa 700 ukrainische Soldaten sowie Hunderte Zivilisten in Gefangenschaft. "Sie haben mehr als 1000 Personen geschnappt", sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk im ukrainischen Fernsehen. Unter ihnen seien auch etwa 500 Frauen. Die Ukraine ihrerseits habe etwa 700 russische Soldaten gefangen genommen.

Wereschtschuk forderte Russland auf, die Zivilisten bedingungslos freizulassen. Seit Beginn des Kriegs vor mehr als sieben Wochen haben beide Seiten mehrfach schon Gefangene ausgetauscht. Die genauen Zahlen, wie viele Menschen derzeit festgehalten werden, sind unklar.

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Weitere Ostermärsche zum Thema Ukraine gestartet

14.08 Uhr: In mehreren Städten des Landes sind Menschen zu Ostermärschen der Friedensbewegung zusammengekommen. In Berlin versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittag rund 400 Teilnehmer. In Hannover kamen nach Polizeiangaben mehr als 500 Demonstranten zusammen. Thema war vor allem der Krieg in der Ukraine. "Ukraine-Krieg beenden" oder "Nein zum Krieg" stand auf Transparenten, aber auch "Wer Waffen liefert wird Krieg ernten". Auch in München, Köln, Leipzig, Stuttgart und Duisburg versammelten sich Hunderte Teilnehmer zu Ostermärschen.

Moskau wirft Berlin Beteiligung an Bio-Laboren in Ukraine vor

13.46 Uhr: Russland hat Deutschland eine Beteiligung an angeblichen Militär-Laboren in der Ukraine vorgeworfen. "Bestätigten Informationen zufolge hat die deutsche Seite im Bereich der biologischen Sicherheit ihre Arbeit eng mit ihren amerikanischen Verbündeten koordiniert, die in der Ukraine ein Netz aus mindestens 30 biologischen Laboren geschaffen haben", sagte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, dem Staatssender RT. In den Laboren seien "gefährliche wissenschaftliche Forschungen" erfolgt. Belege dafür nannte sie nicht.

Russland behauptet seit Wochen, die USA hätten in der Ukraine geheime Labore für die Entwicklung biologischer Waffen betrieben. Dies gehört auch zu Moskaus Rechtfertigungen für den seit mehr als sieben Wochen laufenden Krieg gegen das Nachbarland. Washington weist die Vorwürfe zurück.

Wie wohlhabend ist Wladimir Putin wirklich?

13.12 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin soll im vergangenen Jahr etwa 114.000 Euro verdient haben. Das gab der Kreml am Freitag in einer Veröffentlichung der offiziellen Einkünfte des 69-Jährigen an. Der Auflistung zufolge soll Putin bescheidener leben, als viele annehmen dürften. An der Erklärung gibt es allerdings Zweifel. Lesen Sie hier: Kreml-Chef Putin soll nur eine 77 Quadratmeter-Wohnung besitzen

Erneut Caritas-Mitarbeiter in der Ukraine getötet

12.55 Uhr: In der Ukraine ist nach Angaben der Caritas ein weiterer lokaler Mitarbeiter der Hilfsorganisation ums Leben gekommen. Der Mann sei gestern bei einem Raketenangriff in unmittelbarer Nähe eines von einem örtlichen Sozialen Hilfsdienst und der Caritas betreuten Kinder- und Familienzentrums am Stadtrand von Charkiw getötet worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kathpress unter Berufung auf den Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner.

Während die drei Pflegefamilien mit 30 Kindern bereits zuvor in die Westukraine und nach Tschechien in Sicherheit gebracht worden seien, sei der Mitarbeiter bis zuletzt als Wächter in dem kleinen Kinderdorf geblieben, hieß es. "Erneut appellieren wir, dass die Zivilbevölkerung und die Helferinnen und Helfer geschützt werden müssen. Die Einrichtung von humanitären Flucht- und Hilfskorridoren muss sofort sichergestellt werden", forderte Schwertner.

Rettungseinsatz am Stadtrand von Kiew

12.39 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach offiziellen Angaben bei einem neuen russischen Angriff unter Beschuss geraten. Nach einer Explosion im Südosten von Kiew sind Rettungskräfte im Einsatz. Wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilte, ist der Stadtbezirk Darnytskyi am linken Ufer des Dnipro betroffen.

Klitschko appellierte an die Bevölkerung, Luftalarm der Behörden nicht zu ignorieren. In der ukrainischen Hauptstadt gibt es mehrfach täglich Luftalarm. Weil inzwischen auch Menschen, die vor den Angriffen geflüchtet waren, wieder nach Kiew zurückkehren, forderte der Bürgermeister, dies zu unterlassen und an sicheren Orten zu bleiben.

Moskau hatte zuletzt mit Angriffen auf die Kommandozentralen in Kiew gedroht, nachdem das ukrainische Militär angeblich russisches Gebiet beschossen haben soll. Unbestätigten Meldungen in der Ukraine zufolge gab es auch im Westen des Landes in der Region Lwiw erneut Explosionen.

Boris Johnson darf nicht mehr nach Russland

11.48 Uhr: Das russische Außenministerium hat ein Einreiseverbot für den britischen Premierminister Boris Johnson erlassen. Auch Außenministerin Liz Truss, Verteidigungsminister Ben Wallace und zehn weitere britische Politiker dürften nicht mehr nach Russland einreisen, teilt das Ministerium weiter mit. In Kürze würden weitere Personen auf die Liste gesetzt.

Hintergrund der Maßnahme sei "das beispiellose unfreundliche Vorgehen der britischen Regierung, insbesondere die Verhängung von Sanktionen gegen hochrangige russische Vertreter".

Russen zerstören Brücken und erschweren Hilfslieferungen

10.30 Uhr: In der Ukraine wird die Lieferung von Hilfsgütern nach Einschätzung britischer Geheimdienste durch eine inzwischen weitreichende Zerstörung von Straßen, Brücken und anderer Infrastruktur erschwert. Insbesondere in Gebieten, die zeitweise unter russischer Kontrolle waren, stelle dies eine große Herausforderung dar, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London.

Russische Truppen hätten bei ihrem Rückzug aus dem Norden des Landes gezielt Brücken gesprengt, Fahrzeuge auf wichtigen Routen zurückgelassen und Landminen verstreut. In der Stadt Tschernihiw zum Beispiel gebe es nur noch eine einzige Fußgängerbrücke über den Fluss. Alle anderen seien zerstört worden. Die britische Regierung veröffentlicht schon seit Wochen jeden Tag Informationen ihrer Geheimdienste zum Kriegsverlauf.

Mittelstandsverband lehnt Steuererhöhungen für Ukraine-Krieg ab

9.55 Uhr: Der Mittelstand lehnt zur Finanzierung der Folgen des Ukraine-Krieges Steuererhöhungen oder die Wiedereinführung eines Solidaritätszuschlags kategorisch ab. "Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges kosten den Staat ohne Frage viel Geld. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit Wachstumseinbrüchen sind Diskussion über Steuer- und Abgabenerhöhungen zum jetzigen Zeitpunkt jedoch absolut kontraproduktiv", sagte Hans-Jürgen Völz, Chefvolkswirt des Mittelstandsverbands BVMW unserer Redaktion.

"Soll Deutschland wieder Europas Wachstumslokomotive werden, verbieten sich Steuererhöhungsfantasien – dazu gehören auch Diskussionen über die Wiedereinführung und gar Aufstockung des Solidaritätszuschlags", führte Völz aus. Vielmehr gehöre eine breite Entlastungsoffensive für Haushalte und Unternehmen auf der Tagesordnung der Bundesregierung ganz nach oben. Unter anderem rechnet die Deutsche Steuer-Gewerkschaft mit einer Wiedereinführung des Solidaritätszuschlages, um die immensen Kosten der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges zu finanzieren.

Ukraine: Neun Fluchtkorridore vereinbart

9.30 Uhr: In der Ukraine sind nach Regierungsangaben für heute neun Korridore zur Evakuierung vereinbart worden. Demnach sollen Zivilisten unter anderem Mariupol in privaten Autos verlassen können, teilt Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit. Fünf Korridore seien in der Region Luhansk vorgesehen. Diese steht nach Angaben örtlicher Behörden unter schwerem Beschuss.

Nach ukrainischen Angaben waren gestern Flüchtlingsbusse in der Ostukraine beschossen worden. Sieben Menschen sollen getötet worden sein.

Bundesregierung will keine Flüchtlinge zurückweisen

6.01 Uhr: Die Bundesregierung wird Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) zufolge keine Flüchtlinge aus der Ukraine zurückweisen. "Deutschland kann und wird keine Flüchtenden aus der Ukraine zurückweisen", sagte der FDP-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die Zahl der Menschen, die mit dem Zug nach Deutschland flüchten, sei im Vergleich zur Höchstphase am Anfang des Krieges inzwischen deutlich zurückgegangen. "Von 8200 auf aktuell rund 2500 Personen pro Tag."

Wissing betonte allerdings: "Wir halten die Logistik- und Transportstrukturen jedoch aufrecht, weil wir den Kriegsverlauf nicht vorhersehen und jederzeit einen Anstieg der Flüchtlingszahlen erleben können." Deutschland müsse "mit einer weiteren Eskalation rechnen und vorbereitet sein. In der Ukraine in Not geratene Menschen sollen Zuflucht in Deutschland finden können."

Unterdessen hat Justizminister Marco Buschmann auch den russischen Flüchtlingen schnellen und unbürokratischen Schutz zugesagt. Der "Welt am Sonntag" sagte der FDP-Politiker, die Bundesregierung werde den Flüchtlingen aus Russland langwierige Asylverfahren ersparen. "Wir wollen, dass auch diese Menschen möglichst schnell eine Arbeitserlaubnis erhalten. Es wird eine Pauschalgenehmigung für all diejenigen geben, die etwa schon bei internationalen Unternehmen tätig waren. Diese Menschen dürfen sofort hier arbeiten."

Diese Regelung sollte auch für russische Bürgerrechtler, kritische Journalisten und Kulturschaffende gelten, die nach Deutschland geflohen sind. Buschmann äußerte allerdings die Sorge, dass unter den russischen Flüchtlingen auch Gefährder sein könnten.

"Im Zuge der Registrierung schauen wir auch nach dem Vorliegen relevanter sicherheitsbehördlicher Erkenntnisse. Das gilt auch für die aus Russland fliehenden Menschen. Wir werden dafür sorgen, dass auch hier Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt werden, weil wir nicht ausschließen können, dass der Weg nach Deutschland genutzt wird, gezielt Menschen einzuschleusen, um unser Land zu destabilisieren", sagte Buschmann der Zeitung.

Ex-BND-Chef rechnet mit Ausweitung russischer Spionage in Deutschland

5.16 Uhr: Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, geht davon aus, dass Russland angesichts seines Angriffskriegs in der Ukraine die Spionage in Deutschland verstärkt. "In Deutschland gibt es, wie in anderen europäischen Staaten auch, seit dem Kalten Krieg anhaltende russische Spionageaktivitäten", sagte Schindler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). Schon länger sei eine Zunahme der russischen Nachrichtendienst-Aktivitäten zu beobachten.

"Wenn kriegerische Auseinandersetzungen mit wirtschaftlichen Sanktionen verbunden sind, liegt es auf der Hand, dass auch die nachrichtendienstlichen Aktivitäten zunehmen", erklärte Schindler. "Wir stehen sicherlich noch nicht am Ende dieser Entwicklung."

Seriöse Aussagen über die Zahl russischer Spione in Deutschland ließen sich nicht treffen. Außer den Russen selbst wisse das niemand genau. "Die Spione, die dem Bundesamt und den Landesämtern für Verfassungsschutz bekannt sind, bilden nur die Spitze des Eisbergs." Die Bundesregierung hatte kürzlich 40 russische Diplomaten aus Deutschland ausgewiesen, denen sie Spionage-Tätigkeit vorwirft. Ähnlich waren zuvor auch mehrere andere EU-Staaten verfahren.

Ukraine fordert hartes Vorgehen gegen Russland

4.37 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut schärfere Sanktionen gegen Moskau gefordert. "Das nächste Sanktionspaket gegen Russland muss einen Verzicht auf russisches Öl beinhalten", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache in der Nacht zu Samstag. Die aktuellen Strafmaßnahmen gegen Russland nannte Selenskyj "ernst", aber nicht ausreichend. "Wir fordern stärkere, zerstörerische." Geld für Energie aus Russland sei in Wirklichkeit Geld für die Zerstörung der Demokratie. Der Krieg könne auch verkürzt werden, wenn Kiew rasch alle geforderten Waffen erhalte, sagte Selenskyj.

Kriegs-Briefmarke wird zum Sammlerstück in der Ukraine

3.15 Uhr: In der Ukraine ist eine Briefmarke mit dem Motiv eines ukrainischen Soldaten, der einem russischen Kriegsschiff den Stinkefinger zeigt, zum Sammlerstück geworden. Am Hauptpostamt in Kiew standen am Freitag hunderte Ukrainer stundenlang Schlange, um Exemplare dieser Briefmarke zu ergattern. Die Briefmarke hatte durch den Untergang der "Moskwa", des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte, neue Bedeutung gewonnen.

Die Hintergrundgeschichte des Motivs liegt jedoch schon in den Anfangstagen des Kriegs im Februar. Damals hatten ukrainische Grenzschützer auf der kleinen Schlangeninsel einem russischen Schiff, das sie zur Aufgabe aufforderte, "Fuck you" entgegengerufen. Der Funkspruch ging um die Welt und wurde zum Symbol des ukrainischen Widerstands.

Anfang März schrieb die ukrainische Post einen Wettbewerb aus, um das Ereignis zu erinnern. Nach über 500 Vorschlägen wurde die Illustration des Zeichners Boris Groh ausgewählt. Sie zeigt einen ukrainischen Soldaten, der auf gelbem Sand einem russischen Schiff den Stinkefinger zeigt.

Selenskyj spricht von 2500 bis 3000 getöteten ukrainischen Soldaten

1.01 Uhr: Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew bislang 2500 bis 3000 ukrainische Soldaten getötet worden. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Übersetzung dem US-Fernsehsender CNN in einem Interview, das am Freitag in ersten Auszügen verbreitet wurde. Selenskyj berichtete zudem von etwa 10.000 verletzten Soldaten auf ukrainischer Seite. Es sei schwer zu sagen, wie viele davon überleben werden.

Selenskyj nannte zum Vergleich ukrainische Zahlen, wonach auf der Seite Russlands bereits 20 000 Soldaten getötet worden seien. Westliche Schätzungen gehen von mehreren Tausend Toten auf russischer Seite aus. Moskau sprach zuletzt von etwa 1350 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen.

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News zum Ukraine-Krieg von Freitag, 15. April – Russland verschickt wegen Waffenlieferungen Protestnoten

22.43 Uhr: Russland hat wegen Waffenlieferungen an die Ukraine Protestnoten an mehrere westliche Länder gesendet. Darunter seien auch die USA, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Nach Angaben der US-Tageszeitung "Washington Post" warnt Moskau in dem Schreiben, dass solche Lieferungen "unvorhersehbare Folgen" haben könnten.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor sieben Wochen hat die Ukraine Waffen aus vielen Ländern bekommen. Die USA kündigten am Mittwoch an, weitere Waffen und Munition im Wert von bis zu 800 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) liefern zu wollen. Deutschland will seine Rüstungshilfe an Partnerländer auf zwei Milliarden Euro aufstocken. Das Geld soll überwiegend der Ukraine zugute kommen.

Hunderte Leichen nahe Kiew entdeckt

22.04 Uhr: Die Leichen von mehr als 900 Zivilisten wurden laut der Nachrichtenagentur AP nach dem Abzug Russlands in der Region um die ukrainische Hauptstadt entdeckt – die meisten von ihnen wurden erschossen, teilte die ukrainische Polizei demnach am Freitag mit.

In der Umgebung von Kiew sagte Andriy Nebytov, der Leiter der regionalen Polizei, seien Leichen auf den Straßen zurückgelassen oder vorübergehend beerdigt worden. Er zitierte Polizeidaten, denen zufolge 95 Prozent an Schussverletzungen starben.

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Ukraine: Bundesregierung stockt Militärhilfe auf

20.30 Uhr: Die Bundesregierung stockt ihre Hilfen für das ukrainische Militär auf. Eine Regierungssprecherin in Berlin teilte am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit, eine Hilfsinitiative für die Sicherheit ausländischer Partner - die sogenannte Ertüchtigungshilfe - solle auf insgesamt zwei Milliarden Euro aufgestockt werden. Der "größte Teil" dieser Gelder sei für Militärhilfe für die Ukraine vorgesehen. Lesen Sie den Bericht: Ukraine-Krieg: Bundesregierung erhöht Militärhilfe

Ukraine: Russland setzt Überschallbomber ein

19.04 Uhr: Russland soll im Krieg gegen die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Regierung auch Überschallbomber im Einsatz haben. Aus Langstreckenbombern des Typs Tu-22M3 seien Bomben auf die besonders umkämpfte Hafenstadt Mariupol abgeworfen worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Olexander Motusjanyk, in Kiew.

Motusjanyk betonte, dass Mariupol von russischen Truppen nicht vollständig eingenommen worden sei. Es gebe heftige Kämpfe, unter anderem im Hafengebiet und um ein Stahlwerk. Russland behauptet seit Tagen, den Hafen komplett zu kontrollieren. Nach Angaben aus Moskau haben die russischen Truppen inzwischen auch das Stahlwerk unter Kontrolle.

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Merz: Scholz gefährdet Zusammenhalt der Staatengemeinschaft

18.50 Uhr: CDU-Chef Friedrich Merz hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der Debatte über Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert. "Er gefährdet mit seinem Verhalten den Zusammenhalt der gesamten Staatengemeinschaft gegenüber Russland", sagte Merz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Man wolle keine Routen, Übergabezeiten und -orte wissen. "Wir wollen wissen, was geliefert wird und vor allem, aus welchen Gründen die Bundesregierung verfügbares Material nicht liefern will."

Die Ukraine und auch die deutsche Öffentlichkeit hätten einen Anspruch darauf zu wissen, was Deutschland jetzt tue. "Aber nicht dieses ständige Wabern von Vermutungen, Behauptungen, Gerüchten und Forderungen." Zu Lieferlisten, die Merz als Abgeordneter in der Geheimschutzstelle des Bundestages einsehen könne, sagte er: "Wenn diese Listen Klarheit verschaffen würden, müsste sich niemand beschweren." Der CDU-Chef warf der Bundesregierung vor, einen offenen Streit über Waffenlieferungen auszutragen.

Hunderte nehmen an Ostermärschen teil

18.42 Uhr: Mehrere hundert Menschen haben sich am Karfreitag an Ostermärschen der Friedensbewegung beteiligt. Die Aktivisten verurteilten den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Gefordert wurde auch, die Türen für Geflüchtete offenzuhalten, wie die Veranstalter mitteilten. Kritik gab es zudem an der Aufrüstung der Bundeswehr mit einem 100 Milliarden Euro umfassenden Sondervermögen und am Vorhaben, den Anteil des Verteidigungsetats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen.

In Bruchköbel in Hessen versammelten sich nach Angaben der Veranstalter rund 200 Menschen zu einer Kundgebung und einer anschließenden Demonstration. In Nordrhein-Westfalen nahmen an einem Ostermarsch und einer Mahnwache in Gronau und Jülich insgesamt 225 Menschen teil, wie das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen mitteilte. Rund 80 Menschen beteiligten sich in Neumünster an einem Ostermarsch, etwa 70 waren es in Jagel und 80 in Bernau bei Berlin.

Weitere Veranstaltungen waren in Chemnitz und Biberach geplant. Erste Ostermärsche hatte es bereits am Donnerstag gegeben. Die meisten Veranstaltungen sind für Samstag geplant, unter anderem in Berlin, Köln, München, Hannover, Stuttgart und Leipzig.

Russland weist 18 Mitglieder der EU-Vertretung aus

17.56 Uhr: Moskau hat 18 Mitarbeiter der Delegation der Europäischen Union in Russland als Vergeltungsmaßnahme ausgewiesen, teilte das Außenministerium in einer Erklärung mit. In den vergangenen Wochen hatten EU-Mitgliedstaaten dutzende russische Diplomaten ausgewiesen.

UN warnen vor Hungertoten in der Ukraine

17.04 Uhr: In der Ukraine drohen nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) Menschen zu verhungern. So seien keine Hilfskonvois mehr in die Stadt Mariupol gelassen worden, seit sie vor zwei Wochen von russischen Streitkräften umzingelt wurde, sagte WFP-Chef David Beasley nach einem Besuch in der Ukraine. "Es ist die eine Sache, wenn die Menschen unter den Verwüstungen des Krieges leiden", sagte Beasley. "Es ist eine andere Sache, wenn sie dem Verhungern preisgegeben werden."

Das WFP schätzt, dass ein Drittel der Menschen im Land insgesamt und 60 Prozent der intern Vertriebenen Sorge haben, nicht genügend Essen für ihre Familie zu finden. Beasley nannte Russland als kriegtreibende Partei nicht beim Namen. "Wir appellieren an alle, uns den Zugang zu verschaffen, den wir brauchen, um Menschen in belagerten Städten zu erreichen", sagte er.

In Mariupol dürften noch 100.000 Menschen ausharren, und die letzten Vorräte an Nahrungsmitteln und Wasser seien bald aufgebraucht. Das WFP sei auch besorgt über die Lage in Städten im Osten des Landes. Das WFP hat bislang etwa 1,4 Millionen Menschen in der Ukraine mit Lebensmitteln versorgt.

Weiter Kämpfe um Hafen von Mariupol und Stahlwerk

16.34 Uhr: In Mariupol gehen die Kämpfe um den Hafen und das Stahlwerk Iljitsch nach ukrainischen Angaben weiter. Es gebe in diesen Bereichen aktive Straßenkämpfe, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Verteidigungsministerium in Moskau hat zuvor erklärt, russische Truppen hätten das Stahlwerk Iljitsch vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

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Russland sperrt offenbar weitere Medien

15.33 Uhr: Russland hat den Zugang zur Website des französischen öffentlich-rechtlichen Senders Radio France Internationale gesperrt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Register der zuständigen russischen Aufsichtsbehörde Roskomnadzor.

Auch die Zeitung "The Moscow Times" gab an, dass der Zugriff auf ihre Internetseite in Russland gesperrt worden sei.

Russland soll erstmals Langstreckenraketen eingesetzt haben

15.23 Uhr: Dem ukrainischen Verteidigungsministerium zufolge hat Russland erstmals seit Kriegsbeginn Langstreckenraketen abgefeuert. Ziel des Angriffs sei die Hafenstadt Mariupol gewesen. Dort sei die Lage weiter kritisch. Es gebe Straßenkämpfe. Russland konzentriere seine Angriffe derzeit neben Mariupol auf die Städte Rubischne und Popasna.

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Offenbar Raketenangriff auf Kramatorsk

14.41 Uhr: Nach einem mutmaßlichen Raketeneinschlag hat eine große Explosion die ostukrainische Stadt Kramatorsk erschüttert. Journalisten der Nachrichtenagentur AP vor Ort hörten das Geräusch einer Rakete, danach die Explosion. Anschließend heulten Sirenen. Das Ziel des Angriffs war zunächst unklar, ebenso, ob es Verletzte oder Todesopfer gegeben hat.

Ukraine bestreitet Angriff auf russisches Gebiet

14.10 Uhr: Russland wirft der Ukraine vor, einen Angriff auf russisches Gebiet in Grenznähe ausgeführt zu haben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dabei wurden in einem Dorf in der Region Belgorod laut russischen Angaben 20 Gebäude und eine Schule beschädigt.

Der Nachrichtenagentur dpa zufolge sprach Russland von einem Angriff in der Region Brjansk. Die Ukraine habe mit Hubschraubern angegriffen. Sieben Zivilisten seien getötet worden, darunter ein Kleinkind.

Der ukrainische Geheimdienst bestreitet laut dpa, russisches Territorium attackiert zu haben und spricht von einer Provokation Russlands.

Berichte aus Mariupol: Russische Soldaten verbieten Beisetzungen

14.04 Uhr: Der Stadtrat von Mariupol schreibt auf Telegram, dass russische Soldaten den Einwohnerinnen und Einwohnern verbieten würden, Getötete beizusetzen. In den Höfen der Häuser seien Wachmänner postiert worden. Teilweise hätte das russische Militär Gräber wieder geöffnet und die dort bestatteten Leichen herausgeholt. "Warum die Exhumierungen ausgeführt werden und wohin die Leichen gebracht werden, ist unbekannt", schrieb der Stadtrat.

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Ukraine meldet sieben Tote nach Beschuss von Flüchtlingsbussen

13.20 Uhr: Bei einem Beschuss von Flüchtlingsbussen sollen in der Ostukraine offiziellen Angaben zufolge sieben Menschen getötet worden sein. 27 weitere Menschen sollen durch den Angriff russischer Soldaten in der Ortschaft Borowa im Kreis Isjum verletzt worden sein, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebietes Charkiw am Freitag mit. Es werde wegen Mordes ermittelt. Unabhängig überprüft werden konnten die Angaben zunächst nicht.

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Vereinte Nationen stellen 100 Millionen Dollar für Kampf gegen Hunger wegen Ukraine-Krieg bereit

12.31 Uhr: Die Vereinten Nationen (UN) stellen 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) für den Kampf gegen die wegen des Ukraine-Kriegs drohende Verschärfung der Hungersnot im Jemen und mehreren afrikanischen Ländern bereit. "Die Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine drohen Millionen von Menschen noch näher an den Hungertod zu treiben", erklärten die UN am Donnerstag.

Von der Gesamtsumme gehen 14 Millionen nach Somalia, zwölf Millionen nach Äthiopien, vier Millionen nach Kenia, 20 Millionen in den Sudan, 15 Millionen in den Südsudan, 15 Millionen nach Nigeria und 20 Millionen in den Jemen. Mit dem Geld sollen UN-Hilfsorganisationen Lebensmittel und andere dringend benötigte Güter kaufen.

Ukraine kündigt neun Fluchtkorridore an

12.19 Uhr: Die Ukraine hat neun Fluchtkorridore im Osten des Landes angekündigt. In den Gebieten Donezk und Saporischschja seien mit den russischen Truppen Routen von Mariupol, Berdjansk, Tokmak und Enerhodar nach Saporischschja vereinbart worden, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Freitag bei Telegram mit.

Dazu gebe es Absprachen für Fluchtrouten im Luhansker Gebiet. Zivilisten aus Sjewjerodonezk, Lyssytschansk, Popasna, Hirske und Rubischne können bei eingehaltener Waffenruhe nach Bachmut im benachbarten Donezker Gebiet gelangen. Zu den Transportmitteln machte Wereschtschuk keine Angaben. Die ukrainische Eisenbahn hat einen Evakuierungszug aus Pokrowsk im Donezker Gebiet nach Tschop an der ungarischen Grenze angekündigt.

Russisches Verteidigungsministerium droht mit verstärkten Angriffen auf Kiew

12.02 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium droht mit verstärkten Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. "Anzahl und Umfang der Raketenangriffe auf Ziele in Kiew werden als Reaktion auf terroristische Angriffe oder Sabotageakte des nationalistischen Kiewer Regimes auf russischem Territorium zunehmen", erklärte das Ministerium am Freitag. Am Vortag hatte Moskau die Regierung in Kiew beschuldigt, russische Grenzstädte anzugreifen. Eine Überprüfung der Vorwürfe von unabhängiger Seite war nicht möglich.

Russland habe am späten Donnerstag als Reaktion eine "militärische" Fabrik außerhalb Kiews mit seegestützten Kalibr-Langstreckenraketen angegriffen, hieß es weiter. Das Ministerium erklärte außerdem, sein Raketensystem S-400 habe einen ukrainischen Hubschrauber vom Typ Mi-8 abgeschossen, der "am 14. April einen Angriff auf Zivilisten in der Ortschaft Klimowo in der Region Brjansk" verübt habe.

Russland erklärte außerdem, es habe 30 "polnische Söldner" in der Nähe der ukrainischen Stadt Charkiw getötet. Bei einem Raketenangriff auf das Dorf Isjumske seien "bis zu 30 polnische Söldner ausgeschaltet" worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die Söldner hätten für die ukrainischen Streitkräfte im Nordosten des Landes gekämpft.

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Ukraine meldet fünf Tote nach russischen Angriffen im Donbass

11.47 Uhr: Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind nach Angaben Kiews fünf Menschen getötet worden. In einem am Freitag vom Präsidialamt herausgegebenen Bericht hieß es, in der östlichen Region Luhansk seien zwei Menschen getötet worden, während in der benachbarten Region Donezk drei Menschen starben. Insgesamt neun Menschen wurden demnach verletzt. In der Nacht waren zudem südlich von Kiew Explosionen zu hören.

Die Kämpfe in Donezk würden sich "entlang der gesamten Frontlinie" fortsetzen, hieß es in der ukrainischen Erklärung. Der Donbass sei das Hauptziel für Russland, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend. "Es ist der Donbass, den Russland zerstören will. Es sind die Regionen Luhansk und Donezk, die die russischen Truppen zerstören, so dass nur noch Steine und keine Menschen mehr übrig sind."

Lettlands Präsident nach Kiew-Besuch: "Ich würde es Völkermord nennen"

11.18 Uhr: Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine hat Lettlands Staatspräsident Egils Levits das Vorgehen der russischen Truppen dort angeprangert. Nach allem, was er mit eigenen Augen gesehen habe, seien aus seiner Sicht alle Anzeichen von Völkermord gegeben. "Ich würde es Völkermord nennen", sagte Levits am Donnerstagabend in Riga. Rechtlich könnte das von einem der internationalen Gerichte festgestellt werden, sagte der frühere Richter am Europäischen Gerichtshof.

Levits war am Dienstagabend zusammen mit seinen Amtskollegen aus Polen, Estland und Lettland per Zug in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Mit ihrem Besuch wollten die Staatschefs der vier EU- und Nato-Staaten ein Zeichen der Unterstützung für die Ukraine in deren Abwehrkampf gegen den russischen Angriff geben. Lesen Sie mehr: Ukraine-Krieg: Wie werden Kriegsverbrechen bewiesen?

Strack-Zimmermann drängt Scholz erneut zu Militärhilfe

10.31 Uhr: Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut mehr militärische Unterstützung für die Ukraine eingefordert. Dies betreffe auch die Lieferung schwerer Waffen einschließlich Panzer, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Vorab-Bericht vom Freitag. "Sehr schnelles Handeln ist jetzt angesagt", verwies sie auf die im Osten der Ukraine drohende neue russische Großoffensive.

"Dem kann die ukrainische Armee nur mit schweren Waffen begegnen", warnte Strack-Zimmermann. Das Kanzleramt müsse daher für mehr militärische Unterstützung "schnell die Linie vorgeben und mit den Ministerien Außen, Verteidigung und Wirtschaft koordinieren". "Der Krieg macht keine Pause", wandte sich die FDP-Politikerin gegen ein weiteres Zögern der Bundesregierung.

Alice Schwarzer verteidigt Russland-Kurs von Angela Merkel

10.19 Uhr: Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat die Russland-Politik der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verteidigt. "Was soll die rückwirkende Schelte für Steinmeier und Merkel?", fragte Schwarzer in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar auf der Website ihres Magazins "Emma". "Während der Amtszeit des Ex-Außenministers und der Ex-Kanzlerin gab es keinen Krieg, sondern Frieden." Mit dem Aushandeln des Minsker Abkommens von 2014 habe Merkel "vielleicht einen Weltkrieg verhindert", so Schwarzer.

Als "unerhört" bezeichnete sie die Ausladung Steinmeiers durch die Ukraine. "Die dem wenige Stunden später folgende Einladung des deutschen Bundeskanzlers setzt dem Ganzen die Krone auf. Macht der ukrainische Präsident jetzt deutsche Politik, indem er unseren Bundespräsidenten und unseren Bundeskanzler gegeneinander ausspielt?" Steinmeier hatte zusammen mit den Staatspräsidenten Polens, Lettlands, Litauens und Estlands nach Kiew fahren wollen. Die ukrainische Regierung lehnte einen Besuch Steinmeiers jedoch ab und lud stattdessen den Bundeskanzler ein.

Wehrbeauftragte Högl will sämtliche Auslandseinsätze der Bundeswehr evaluieren

9.10 Uhr: Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, wegen des Krieges in der Ukraine alle Auslandseinsätze der Bundeswehr schnell auf den Prüfstand zu stellen. "Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine haben auch Auswirkungen auf die anderen Auslandseinsätze der Bundeswehr", sagte Högl dieser Redaktion. "Vor dem Hintergrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage müssen alle Einsätze der Bundeswehr zügig evaluiert werden.

Högl äußerte sich unter dem Eindruck eines Besuchs vom 10. bis 14. April bei den deutschen Soldaten, die im Irak und Jordanien im Einsatz gegen den IS sind. "Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, den Einsatz zu evaluieren", sagte die Wehrbeauftragte des Bundestags. "Ich fordere, dass diese Evaluierung zügig beginnt und sorgfältig, schonungslos, ehrlich und unter Einbeziehung aller Aspekte erfolgt." Es müsse beraten und entschieden werden, welche Ziele Deutschland durch eine militärische Präsenz in Jordanien und im Irak verfolge und welche Fähigkeiten dafür erforderlich seien.

CDU-Bildungsexpertin Prien erwartet Hunderttausende ukrainische Schüler

8.47 Uhr: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) geht davon aus, dass in Deutschland künftig mehrere Hunderttausend geflüchtete Kinder aus der Ukraine unterrichtet werden müssen. Um wie viele Jungen und Mädchen es sich konkret handele, sei noch nicht klar, sagte die Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Prognosen sind schwierig. Die Bundesregierung geht davon aus, dass eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen könnte. Davon werden sicherlich 40 Prozent Schülerinnen und Schüler sein. Das wären dann bis zu 400.000 junge Menschen, denen wir im deutschen Schulsystem erst einmal gerecht werden müssen." Das würde einen Bedarf von etwa 24.000 Lehrerinnen und Lehrern nach sich ziehen, so die aktuelle Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

Habeck ruft zum Energiesparen auf

7.58 Uhr: Wirtschaftsminister Robert Habeck hat die Deutschen erneut eindringlich zum Einsparen von Energie aufgerufen. "Ich bitte jeden und jede, jetzt schon einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten", sagte er dieser Redaktion vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges. "Als Faustformel würde ich ausgeben: Zehn Prozent Einsparung geht immer." Der Grünen-Politiker kündigte eine entsprechende Kampagne der Regierung an.

News zum Ukraine-Krieg von Donnerstag, 14. April: Russischer Raketenkreuzer "Moskwa" gesunken

22.04 Uhr: Der im Ukraine-Konflikt schwer beschädigte Kreuzer "Moskwa", das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, ist untergegangen. Das teilte am Donnerstagabend das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Während das Schiff in Richtung eines Hafens abgeschleppt worden sei, habe es seine "Stabilität" verloren und sei bei starkem Seegang gesunken.

Das Ministerium führte den Untergang der "Moskwa" auf die Schäden am Rumpf des Schiffes zurück. Diese Schäden sollen demnach durch einen "Brand infolge der Detonation von Munition" entstanden sein. Der Gouverneur der südukrainischen Region Odessa, Maxym Martschenko, hatte hingegen erklärt, die "Moskwa" sei mit ukrainischen Raketen vom Typ "Neptun" beschossen worden.

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Habeck fordert mehr Waffen für die Ukraine

22.00 Uhr: Vizekanzler Robert Habeck hat im Interview mit unserer Redaktion mehr Waffen für die Ukraine gefordert. Lesen Sie hier das ganze Interview: Habeck: "Ich bitte jeden, jetzt schon Energie zu sparen"

Gouverneur: Mehr als 500 tote Zivilisten in Region Charkiw seit Kriegsbeginn

21.34 Uhr: Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind in der Region Charkiw nach ukrainischen Angaben mehr als 500 Zivilisten getötet worden. Insgesamt seien seit dem 24. Februar 503 Zivilisten getötet worden, darunter 24 Kinder, sagte der Regionalgouverneur Oleg Synegubow am Donnerstag in einem im Messengerdienst Telegram veröffentlichten Video.

In den vergangenen 24 Stunden habe es in der Region im Osten der Ukraine 34 Angriffe gegeben. Dabei seien ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden, fügte Synegubow hinzu.

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Frankreich verlegt Botschaft von Lwiw nach Kiew zurück

21.27 Uhr: Frankreich verlegt seine Botschaft in der Ukraine wieder von Lwiw nach Kiew. Der Schritt werde "sehr bald" erfolgen und solle es ermöglichen, die Unterstützung Frankreichs für die Ukraine "weiter zu vertiefen", teilte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am Donnerstagabend mit. Le Drian hatte die Entscheidung demnach in einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba angekündigt.

Die französische Botschaft in Kiew war Anfang März kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine in das westukrainische Lwiw verlegt worden. Frankreich rät seinen Staatsbürgern aber weiterhin von Reisen in die Ukraine ab. Das gesamte Land sei weiterhin "ein Kriegsgebiet", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums vom Dienstag.

USA belegen sieben belarussische Flugzeuge mit Sanktionen

21.06 Uhr: Mit Hilfe weltweit greifender Sanktionen will die US-Regierung sieben Boeing-Maschinen der staatlichen belarussischen Fluggesellschaft Belavia weitestgehend stilllegen. Das Handelsministerium in Washington erklärte am Freitag, es sei das erste Mal, dass belarussische Flugzeuge infolge von Verstößen gegen US-Exportbestimmungen mit Sanktionen belegt würden. Zudem wurden drei weitere russische Flugzeuge zur Sanktionsliste hinzugefügt.

Jegliche Dienstleistung zur Ermöglichung von Flügen der Maschinen - sei es zum Beispiel die Wartung oder das Betanken der Maschinen - könne bestraft werden, erklärte das Ministerium. In diesem Fall drohten "erhebliche Gefängnisstrafen, Bußgelder, der Verlust von Exporterlaubnissen oder andere Auflagen", hieß es. Aktuell stehen damit 146 russische Flugzeuge und sieben belarussische Maschinen mit ihren Kennnummern auf der Sanktionsliste. Damit dürften die Flugzeuge vor allem im internationalen Verkehr kaum mehr einzusetzen sein.

Ukrainisches Parlament stuft Russland als Terrorstaat ein

20.05 Uhr: Das ukrainische Parlament hat Russland als Terrorstaat eingestuft und die Symbolik des als "Spezialoperation" bezeichneten russischen Angriffskrieges verboten. Für das Gesetz stimmten am Donnerstag 354 Parlamentarier, schrieb der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak auf seinem Telegram-Kanal. 226 Stimmen wären notwendig gewesen. "Die Russische Föderation ist ein Terrorstaat, eines der Ziele des politischen Regimes ist der staatliche Genozid des ukrainischen Volkes, die physische Auslöschung, die massenhafte Ermordung der Bürger der Ukraine", heißt es im Gesetz.

Ukrainischer Außenminister drängt Scholz zu Entscheidung für Waffen

19.09 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert von Bundeskanzler Olaf Scholz eine schnelle Zusage für weitere deutsche Waffenlieferungen. "Ich hoffe, dass Scholz eine positive Entscheidung fällt", sagte Kuleba den ARD-"Tagesthemen" nach einer Vorabmeldung vom Donnerstag. Argumente gegen eine Lieferung der geforderten Waffen seien nicht stichhaltig. Aus Sicht Kulebas hätte der Krieg vermieden werden können, "wenn Deutschland früher Waffenlieferungen zugelassen hätte".

Kuleba erneuerte die Forderung nach schweren Waffen - dazu gehören zum Beispiel Panzer - und härteren Sanktionen gegen Russland, etwa ein Ölembargo. "Deutschland ist eine führende Nation in Europa", sagte er, "und wir zählen auf diese führende Rolle."

Ukrainisches Parlament wirft Russland Völkermord vor

18.55 Uhr: Das ukrainische Parlament hat die Gräueltaten der russischen Armee offiziell als "Völkermord" eingestuft. Eine entsprechende Entschließung wurde am Donnerstag verabschiedet, wie das Parlament auf seiner Internetseite mitteilte. Der Genozid äußere sich dabei in den "massenhaften Gräueln" in den Kiewer Vororten Butscha, Borodjanka, Hostomel, Irpin und anderen Ortschaften. Darunter seien Morde, Entführungen, Folter und Vergewaltigungen von ukrainischen Bürgern.

Zudem versuche Moskau, durch die komplette oder teilweise Blockade von Städten Teile der ukrainischen Bevölkerung auszulöschen. Der Kreml verhindere nicht zuletzt durch Zwangsdeportationen von Kindern und deren Adoption durch Russen deren Selbstidentifikation als Ukrainer. Als weiteren Beleg führt der Entschluss die systematische Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur an. Auch damit beabsichtige Russland eine Vernichtung des ukrainischen Volkes.

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US-Regierung erwägt hochrangigen Besuch in Kiew

18.51 Uhr: Nach den jüngsten hochrangigen politischen Besuchen in Kiew erwägt auch die US-Regierung, einen ranghohen Vertreter zu Gesprächen in die Ukraine zu schicken. US-Präsident Joe Biden sagte am Donnerstag kurz vor der Abreise zu einem Besuch im Bundesstaat North Carolina auf eine entsprechende Frage von Reportern, diese Entscheidung werde derzeit getroffen.

US-Medien hatten zuvor berichtet, die US-Regierung denke darüber nach, womöglich Verteidigungsminister Lloyd Austin oder Außenminister Antony Blinken zu einem Besuch in die Ukraine zu entsenden. Der Sender CNN meldete unter Berufung auf Regierungskreise, es sei weniger wahrscheinlich, dass Biden oder seine Stellvertreterin Kamala Harris selbst dorthin reisen würden.

Baerbock: Finnland und Schweden wären in Nato herzlich willkommen

18.49 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat vor dem Hintergrund russischer Drohungen für den Fall eines Nato-Beitritts von Finnland und Schweden auf das freie Entscheidungsrecht beider Länder gepocht. "Es ist das Recht eines jeden Landes (...), sich seine Verteidigungsbündnisse frei zu wählen", sagte Baerbock am Donnerstag am Rande eines Besuches in Niger. Dies gelte erst recht für zwei europäische Länder, die bereits Mitglieder in der Europäischen Union seien.

Litauen: Russische Atomwaffen-Drohung "leerer Schuss in die Luft"

18.27 Uhr: Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat die russische Drohung, im Fall eines Nato-Beitritts von Finnland und Schweden Atomwaffen im Ostseeraum zu stationieren, als "einen leeren Schuss in die Luft" bezeichnet. "Ich weiß nicht, ob es möglich ist, etwas, was im Grunde schon stationiert ist, wieder neu zu stationieren", sagte er am Donnerstag in Vilnius. Nach Angaben des Staatsoberhaupts des baltischen EU- und Nato-Landes hat Russland bereits Atomwaffen in seine Ostsee-Exklave Kaliningrad verlegt. "Keine strategischen, aber sie sind stationiert", sagte Nauseda. Litauen grenzt im Westen an Kaliningrad - das Gebiet um das frühere Königsberg.

Auch Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas reagiert verwundert. Die Drohung erscheine "ziemlich seltsam", sagte er. "Atomwaffen wurden schon immer in der Region Kaliningrad aufbewahrt". Die internationale Gemeinschaft und die Länder der Region seien sich dessen vollkommen bewusst, sagte Anusauskas der Agentur BNS.

Ukraine will Wogen nach Steinmeier-Ausladung glätten

17.48 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba setzt nach der Absage eines Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Kiew weiter auf Zusammenarbeit mit Deutschland. "Wir sind nicht an einer Verschärfung der bilateralen Beziehungen interessiert", sagte Kuleba laut Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine am Donnerstag in Kiew.

Gleichwohl erwarte Kiew eine neue deutsche Ukraine-Politik. "Und diese neue deutsche Politik erwarten wir von der neuen deutschen Regierung", sagte der 40-Jährige. Die Ukraine sei nicht mit allem in der deutschen Politik einverstanden.

Litauens Präsident erschüttert von Borodjanka-Besuch

17.10 Uhr: Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine hat sich der litauische Staatpräsident Gitanas Nauseda tief erschüttert geäußert über die Lage in dem nordwestlich von Kiew gelegenen Borodjanka. Die Eindrücke aus dem von Luftangriffen und Raketen zerstörten Ort "seien sehr stark, leider sehr negativ und menschlich schockierend", sagte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Vilnius. "Die Bilder sind apokalyptisch."

Nauseda war am Dienstagabend zusammen mit seinen Amtskollegen aus Polen, Estland und Lettland per Zug in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Ein Ziel der Reise sei es gewesen, die "Gräueltaten, die das Putin-Regime in Borodjanka begangen hat, mit eigenen Augen zu sehen", sagte Nauseda. Er rief die Staats- und Regierungschefs anderer westlicher Länder dazu auf, in die Ukraine zu reisen und sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Dies würde "höchstwahrscheinlich" zu einem entschlosseneren Handeln der EU und anderer Länder beitragen.

Außenministerin Baerbock reist nach Lettland

16.25 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock reist in der kommenden Woche zu einem Treffen mit ihren drei baltischen Amtskollegen nach Lettland. In der Hauptstadt Riga will sie am Mittwoch mit Gastgeber Edgars Rinkevics, Eva-Maria Liimets (Estland) und Gabrielius Landsbergis (Litauen) zusammentreffen. Hauptthemen werden nach Angaben des lettischen Außenministeriums der russische Krieg in der Ukraine und die Sicherheitslage in der Region sein. Auch ein Gespräch mit Lettlands Regierungschef Krisjanis Karins ist demnach geplant.

Grünen-Spitze distanziert sich von Hofreiter-Kritik an Scholz

16.02 Uhr: Die Grünen-Spitze hat sich von der Kritik ihres Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter an Kanzler Olaf Scholz (SPD) distanziert. Der Vorsitzende des Europaausschusses hatte Scholz mangelnde Führung in der Ukraine-Krise vorgeworfen. Das sei "nicht die Linie von Bündnis90/Die Grünen", sagte Parteichef Omid Nouripour am Donnerstag in Berlin. Die Koalition stehe sehr eng beieinander, um den immensen derzeitigen Herausforderungen gerecht zu werden. Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock sprächen gefühlt rund um die Uhr miteinander über den Krieg in der Ukraine. "Wir sind sehr dankbar für eine extrem enge Zusammenarbeit in dieser Bundesregierung in dieser Angelegenheit", sagte Nouripour. Die Lage sei zu ernst für parteipolitisches Denken, die Regierung stehe geschlossen.

Nouripour unterstützt allerdings die Forderung Baerbocks, der Ukraine nun auch schwere Waffen zu liefern, wie er am Montag deutlich gemacht hatte.

Offene Kritik aus Ampel-Koalition an Scholz im Streit um Waffenlieferungen

15.54 Uhr: In der Debatte um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine wird die Kritik aus der Ampel-Koalition an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) immer deutlicher. "Das Problem ist im Kanzleramt", sagte der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter. Auch aus der FDP kam der Vorwurf der Zögerlichkeit an Scholz. Die Äußerungen führten zu einem Schlagabtausch mit SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich.

Hofreiter warf Scholz mangelnde Führung in der Ukraine-Politik vor. Der Kanzler spreche von "Zeitenwende, aber er setzt sie nicht ausreichend um und da braucht es deutlich mehr Führung", sagte Hofreiter am Mittwochabend in der Sendung RTL Direkt. Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag warnte vor einem Imageschaden für Deutschland: "Wir verlieren gerade massiv Ansehen bei all unseren Nachbarn."

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack Zimmermann (FDP), kritisierte ihrerseits eine zögerliche Haltung von Scholz bei der Waffenfrage. Auf die Frage, ob im Kanzleramt ein Zauderer sitze, antwortete sie im Deutschlandfunk mit "Ja". Sie glaube, dass Scholz "zu vorsichtig ist an der Stelle". Strack-Zimmermann verwies auf die erwartete Großoffensive Russlands im Osten und Süden der Ukraine. Dieser Krieg lasse keine Zeit "zu zaudern".

Kiew meldet Freilassung von 30 Ukrainern bei neuem Gefangenenaustausch

15.13 Uhr: Bei einem erneuten Gefangenenaustausch mit Russland sind nach Angaben Kiews 30 ukrainische Kriegsgefangene freigelassen worden. "Fünf Offiziere und 17 Militärangehörige wurden ausgetauscht. Auch acht Zivilisten, darunter eine Frau, wurden freigelassen", erklärte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Kiew bekannt gegeben, dass zwei Anfang März in der Region Tschernihiw von russischen Soldaten gefangen genommene Piloten freigelassen worden seien. Weitere Einzelheiten nannte das Ministerium nicht.

Es blieb zunächst unklar, ob die Piloten Teil des von Wereschtschuk verkündeten Gefangenenaustauschs waren. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums waren die Piloten zunächst an verschiedenen Orten festgehalten worden, bevor sie in die südrussische Region Kursk gebracht wurden. Dort waren sie zusammen mit acht weiteren ukrainischen Soldaten inhaftiert. Zu deren Verbleib lagen zunächst keine Informationen vor.

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Gouverneur wirft Ukraine Beschuss von russischem Grenzort vor

15.00 Uhr: Der Gouverneur der russischen Region Brjansk hat der Ukraine vorgeworfen, eine Ortschaft in Grenznähe beschossen zu haben. "Heute haben die ukrainischen Streitkräfte das Dorf Klimowo beschossen", erklärte Alexander Bogomas am Donnerstag im Online-Dienst Telegram. "Infolge des Beschusses wurden zwei Wohnhäuser beschädigt und einige Bewohner verletzt."

Rettungskräfte seien vor Ort im Einsatz und würden die Bewohner "medizinisch versorgen". Ein Vertreter des russischen Gesundheitsministeriums sagte der Nachrichtenagentur Ria Novosti zufolge, bei dem mutmaßlichen Angriff der ukrainischen Streitkräfte seien sieben Menschen verletzt worden. Klimowo liegt rund zehn Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und hat rund 13.000 Einwohner.

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Putin wirft westlichen Banken Ausfälle bei Gas-Zahlungen vor

14.57 Uhr: Rund zwei Wochen nach der Umstellung auf Rubel-Zahlungen für russisches Gas hat Kremlchef Wladimir Putin angeblich durch westliche Banken verschuldete Zahlungsausfälle beklagt. "Es sind Zahlungsausfälle bei Exportlieferungen russischer Energieressourcen zu beobachten", sagte Putin am Donnerstag bei einer Sitzung zur Entwicklung des russischen Energiesektors, die in Teilen im Staatsfernsehen übertragen wurde. "Die Banken aus diesen äußerst unfreundlichen Staaten halten die Überweisung von Zahlungen zurück", sagte der Präsident.

Putin hatte Ende März angewiesen, dass EU-Länder Lieferungen von russischem Gas künftig nur noch in Rubel bezahlen dürfen. Allerdings können die Kunden bei der Gazprombank ein Konto angelegen und dort wie bisher in Dollar und Euro einzahlen. Die Bank konvertiert das Geld in Rubel und überweist es an Gazprom. Die Umstellung auf Rubel war eine Reaktion Moskaus auf westliche Sanktionen wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine.

Vor dem Hintergrund europäischer Diskussionen warnte Putin nun vor einem Embargo von russischem Gas und Öl: "Die Folgen eines solchen Schrittes können sehr schmerzhaft werden - vor allem für die Initiatoren einer solchen Politik." Zugleich bekräftigte er, dass Russland seine Rohstoffe künftig vermehrt in andere Weltregionen verkaufen wolle.

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Vier von fünf Unternehmen erwarten Belastungen durch Ukraine-Krieg

14.31 Uhr: Fast 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten finanzielle Belastungen durch den Ukraine-Krieg. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichen German-Business-Panel-Monitor für den April hervor, an dem sich gut 1000 Unternehmen beteiligten. Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine seien die Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich eingebrochen, heißt es in der Studie. Daran hätten auch die weitreichenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen am 20. März nichts ändern können.

Sorgen machen den Unternehmen der Umfrage zufolge vor allem die steigenden Energiekosten und die drohenden Lieferkettenprobleme. Beeinträchtigungen der eigenen Geschäfte in der Ukraine und in Russland sowie Umsatzeinbußen in den beiden Ländern spielten dagegen nur selten eine Rolle.

Moskau erwägt bei Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens Waffen-Aufstockung an Grenzen

14.01 Uhr: Bei einem möglichen Nato-Beitritt von Finnland oder Schweden erwägt Russland eine Aufstockung seines militärischen Arsenals, einschließlich Atomwaffen, in der Nähe der Grenzen zu den skandinavischen Ländern. Im Falle eines Beitritts würden sich "die Grenzen des Bündnisses mit Russland mehr als verdoppeln", erklärte der russische Ex-Präsident und die derzeitige Nummer zwei des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, im Messenger-Dienst Telegram am Donnerstag. "Und diese Grenzen müssten verteidigt werden."

Er verwies auf die Verlegung von Infanterie und Luftabwehrsystemen in den Nordwesten Russlands sowie auf die Verlegung von Seestreitkräften in den Finnischen Meerbusen, der Teil der Ostsee ist. Mit Blick auf die finnische und schwedische Bevölkerung betonte er, dass "niemand, der bei klarem Verstand ist, eine Zunahme der Spannungen an seiner Grenze wünschen und neben seinem Haus Iskander-, Hyperschall-Raketen und Schiffe mit Atomwaffen haben möchte".

Moskau: Kriegsschiff "Moskwa" nach Munitionsexplosion weiterhin schwimmfähig

13:48 Uhr: Das russische Kriegsschiff "Moskwa" ist laut Angaben Moskaus nach einer Explosion von Munition an Bord weiterhin schwimmtüchtig. Die an dem russischen Militäreinsatz in der Ukraine beteiligte "Moskwa" sei nicht gesunken, erklärte das Verteidigungsministerium am Donnerstag. "Es gibt kein offenes Feuer. Die Munitionsexplosionen haben aufgehört. Der Kreuzer Moskwa bleibt schwimmfähig."

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde die Raketenbewaffnung des Schiffs nicht beschädigt. Die Besatzung sei evakuiert und auf nahe gelegene Schiffe im Schwarzen Meer gebracht worden. Die "Moskwa" solle nun in den Hafen geschleppt werden, erklärte das Ministerium.

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Liveblog Ukraine-Krieg: Strafanzeige wegen Geheimnisverrats im Verteidigungsausschuss

13.32 Uhr: Wegen mutmaßlichen Geheimnisverrats aus streng vertraulichen Sitzungen hat die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Strafanzeige gestellt. Dies bestätigte ihr Büro am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP, nachdem zuerst das Magazin "Focus" darüber berichtet hatte. Demnach geht es um den Verdacht, dass brisante Informationen zur Lage in der Ukraine an Medien weitergegeben wurden.

Die Strafanzeige sei bei der Staatsanwaltschaft Berlin gestellt worden, teilte Strack-Zimmermanns Büro AFP mit. Der aktuelle Fall betrifft die Weitergabe von Abhörprotokollen, welche die Verantwortlichkeit russischer Soldaten für Massaker an der ukrainischen Bevölkerung in Butscha bei Kiew beweisen sollen. Davon sind laut "Focus" auch zwei internationale Partnerdienste betroffen, die jetzt um die Geheimhaltung ihrer vertraulichen Informationen fürchteten.

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(fmg/dpa/AFP/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.

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