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Landtagswahl in NRW: CDU gewinnt, historisches Tief für SPD

| Lesedauer: 3 Minuten
CDU-Anhänger feiern Wahlsieg in NRW

CDU-Anhänger feiern Wahlsieg in NRW

Großer Jubel auf der CDU-Wahlparty in Düsseldorf: Die Christdemokraten sind bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen klar stärkste Kraft vor der SPD geworden.

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Berlin/Düsseldorf.  Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Landtag gewählt. Die schwarz-gelbe Koalition ist abgewählt. Die Grünen erlangen ein Rekordergebnis.

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Landtag gewählt. Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst ist klar stärkste Kraft geworden. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegen die Christdemokraten deutlich vor der SPD mit Spitzenkandidat Thomas Kutschaty.

Die Grünen erzielen ein Rekordergebnis, sie dürften bei der Regierungsbildung zu einem entscheidenden Faktor werden. Die bislang mitregierende FDP erleidet dagegen schwere Verluste. Sie schafft es nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.

So hat NRW laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis abgestimmt:

  • CDU: 35,7 Prozent (2017: 33,0 Prozent)
  • SPD: 26,7 Prozent (2017: 31,2 Prozent)
  • Grüne: 18,2 Prozent (2017: 6,4 Prozent)
  • FDP: 5,9 Prozent (2017: 12,6 Prozent)
  • AfD: 5,4 Prozent (2017: 7,4 Prozent)
  • Linke: 2,1 Prozent (2017: 4,9 Prozent)

Die Wahlbeteiligung sinkt auf 55,5 Prozent (2017: 65,2 Prozent).

Quelle: Infratest dimap

Wahlergebnisse live: So hat Nordrhein-Westfalen bei der Landtagswahl gestimmt

Landtagswahl in NRW: Mehrere Koalitionen möglich

Die seit fünf Jahren regierende schwarz-gelbe Koalition hat keine Mehrheit mehr. Denkbar wäre stattdessen unter anderem ein schwarz-grünes Bündnis. SPD-Spitzenkandidat Kutschaty könnte aber auch versuchen, als Zweitplatzierter ein Ampel-Bündnis mit Grünen und FDP nach dem Vorbild im Bund zu schmieden.

Grüne und FDP hatten sich im Wahlkampf alle Bündnisoptionen offengehalten. Die Grünen machten aber deutlich, dass sie eine Zweierkoalition bevorzugen. Mit ihrem starken Ergebnis dürften sie die „Königsmacher“ werden. Ihre Spitzenkandidatin Mona Neubaur hatte zuletzt erklärt, es sei „vielleicht gar nicht so spielentscheidend“, welcher Mann Ministerpräsident werde.

NRW: Wüst sieht Auftrag für Regierungsführung

Hendrik Wüst sieht nach dem Erfolg der CDU bei der Landtagswahl einen klaren Auftrag, weiter die Regierung zu führen. Die Wähler in Nordrhein-Westfalen hätten die CDU „ganz klar zur stärksten Kraft gemacht“, sagte Wüst am Sonntag in Düsseldorf. „Das ist der Auftrag, eine künftige Regierung zu bilden und zu führen.“

Wüst dankte dem bisherigen Koalitionspartner FDP, der bei dem Urnengang herbe Verluste einfuhr und nur noch knapp über der Fünfprozenthürde landete. Damit ist eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition nicht mehr möglich.

SPD-Spitenkandidat Thomas Kutschaty räumte ein, dass die SPD ihr Wahlziel, bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen stärkste Partei zu werden, verfehlt hat. „Wir wollten stärkste Partei werden. Das ist uns nicht gelungen“, sagte Kutschaty am Sonntagabend. Das Ergebnis sei leider nicht so hoch wie sich das die NRW-SPD vorgestellt habe. Aber das Ziel, dass die schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit mehr besitze, sei erreicht worden. Kutschaty gratulierte CDU und Grünen zu ihren Zugewinnen.

FDP-Spitzenkandidat Joachim Stamp deutet einen Verzicht auf eine Regierungsbeteiligung an. „Ich glaube, die Frage stellt sich heute Abend gar nicht“, sagt er im ZDF mit Blick auf das schwache Abschneiden seiner Partei. Er räumte eine „ganz schwere Niederlage“ ein. Man werde sich nun darauf konzentrieren zu analysieren, woran es gelegen habe.

Landtagswahl in NRW: 13 Millionen Wahlberechtigte

In Nordrhein-Westfalen waren mehr als 13 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen. Laut Umfragen waren viele Stimmberechtigte bis zuletzt unentschieden, wen sie wählen. Letztlich sank die Wahlbeteiligung auf ein historisches Tief. Im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2017 fiel sie um 9,6 Prozentpunkte auf landesweit 55,5 Prozent. (dpa/bef/amw)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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