Gegen Trump: Mit einer dieser Frauen will Biden siegen

Washington.  Joe Biden kämpft um das Amt des Präsidenten gegen Donald Trump. Eine Frau soll Vizepräsidentin werden. Das sind seine Favoritinnen.

Welche Frau wird Vize von Joe Biden?

Bei der US-Präsidentschaftswahl im November stehen die Chancen des demokratischen Kandidaten Joe Biden laut Umfragen gut, den Republikaner Donald Trump aus dem Weißen Haus zu jagen. Nun muss er entscheiden: Wer soll an seiner Seite in den Wahlkampf ziehen? Eines ist sicher: Es wird eine Frau sein.

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  • Joe Biden will Präsident der USA werden
  • Eine Frau soll ihn als Vizepräsidentin unterstützen
  • Fünf Frauen scheinen besonders geeignet für den Posten zu sein
  • Welche Frau könnte US-Vizepräsidentin werden? Ein Überblick

Es wird eine Frau. So viel steht für Joe Biden fest. Der Rest ist Spekulation. Aus dem Pool von rund einem Dutzend Kandidatinnen für die Vizepräsidentschaft, für die sich der designierte demokratische Herausforderer Donald Trumps bei der Wahl im November näher interessiert, hat sich – ohne Gewähr – nach US-Medienberichten eine Gruppe von fünf herausgeschält. In der nächsten Woche sollen die Würfel fallen. Hier die Namen:

Kamala Harris: Ex-Generalstaatsanwältin attackierte Biden in TV-Debatte

Kamala Harris, 55-jährige Tochter eines Jamaikaners und einer Inderin, war 2019 selbst Präsidentschaftskandidatin. Ihre Kampagne, enthusiastisch gestartet, endete auch wegen fehlender Eindeutigkeit bei ihren Zielen als Flop.

Die frühere Generalstaatsanwältin Kaliforniens und heutige Senatorin verfügt neben einer scharfen, juristisch geschulten Zunge über einen hohen Bekanntheitsgrad – auch bei politischen Spendern – und über eine stattliche Zahl von Gegnern. Hauptvorwurf: überambitioniert.

Kaliforniens Hauptstadtzeitung „Sacramento Bee“ sprach sich in einem überraschenden Kommentar just gegen Harris aus. Außerdem sickerte aus Kreisen des Auswahlkomitees durch, dass Harris’ überraschende Frontalattacke gegen Joe Biden bei einer der ersten TV-Debatten der demokratischen Präsidentschaftsaspiranten noch nachwirkt.

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Karen Bass: Setzt Biden auf die empathische Verhandlerin?

So erklärt sich der erst in den vergangenen zwei Wochen vonstattengegangene Aufstieg von Karen Bass. Die 66-Jährige aus Los Angeles führt die Gruppe der schwarzen Abgeordneten im Repräsentantenhaus in Washington an.

Sie hat sich den Ruf einer geschickten, überaus empathischen und ergebnisorientierten Verhandlerin erarbeitet, die auch in schwierigen Zeiten mit Top-Republikanern wie Kevin McCarthy ein exzellentes Verhältnis pflegt. Bass könnte Biden zeitraubende Kärrnerarbeit mit dem Kongress abnehmen, ohne dabei überehrgeizig zu wirken oder den Präsidenten in puncto Eloquenz und Charisma in den Schatten zu stellen.

Wie ernst Bass zu nehmen ist, zeigen ihre jüngsten medialen „Aufräumaktionen“. Als junge Frau hatte sie mehrfach Kuba besucht und dort bei Hilfsprojekten mitgeholfen. Als dort 2016 der für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortliche ehemalige Staatschef Fidel Castro starb, schrieb sie von einem „großen Verlust“ für das kubanische Volk. Töne, die bei Exil-Kubanern im für die Wahl wichtigen Bundesstaat Florida auf den Magen schlagen. Bass betonte am Sonntag im Fernsehen: „Lektion gelernt, würde ich heute nicht mehr so sagen.“

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Susan Rice: Obamas Nationale Sicherheitsberaterin als Biden-Vize?

An frühere Aussagen, etwa zum tödlichen Anschlag auf das US-amerikanische Konsulat im libyschen Bengasi 2012, müsste sich auch Susan Rice erinnern lassen. Die 55-jährige Schwarze war von 2009 bis 2013 Amerikas Botschafterin bei den Vereinten Nationen und danach Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Obama.

Rice und Biden kennen sich aus dieser Zeit ausgiebig. Sie teilen den außenpolitischen Blick und die Regierungserfahrung. Nachteilig: Rice hat noch nie für ein Amt Wahlkampf geführt. Ihre innenpolitischen Stärken müssten in der Breite erst noch entdeckt werden.

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Tammy Duckworth: Militärveteranin punktet mit Patriotismus

Das gilt gewissermaßen auch für Tammy Duckworth. Die 52-jährige Senatorin aus Illinois ist thailändisch-chinesisch-amerikanischer Abstammung und steht bei Biden in der Kategorie Patriotismus weit oben. Duckworth ist Militärveteranin. Sie verlor 2004 im Irakkrieg beide Beine, als eine Rakete ihren Helikopter traf, und trägt Prothesen.

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Elizabeth Warren: Beliebt bei jüngeren Wählerinnen und Wählern

Als unverändert aussichtsreich gilt auch Senatorin Elizabeth Warren, wie Kamala Harris lange Zeit bei der Präsidentschaftskandidatur mit Biden auf Augenhöhe. Die 71-jährige Weiße, die sozial- und finanzpolitisch bewandert ist und links tickt, wäre Musik in den Ohren progressiver Demokraten und jüngerer Wählerinnen und Wähler.

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Gegen sie könnte sprechen, dass sie für die Trump-Kampagne ein breites Angriffsziel böte. Die Jura-Professorin hatte vor Jahren mit ihrer indianischen Herkunft gewuchert, die es nicht gibt. Donald Trump verhöhnt sie seither als „Pocahontas“. Auch würde durch ihren Wechsel in die Regierung ein strategisch wichtiger Senatssitz im Bundesstaat Massachusetts an die Republikaner fallen.

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Außenseiterchancen auf den „Veep“-Posten werden diesen Politikerinnen eingeräumt:

  • Stacey Abrams (Ex-Gouverneurskandidatin aus Georgia)
  • Tammy Baldwin (Senatorin aus Wisconsin)
  • Keisha Lance Bottoms (Bürgermeisterin Atalanta/Georgia)
  • Val Demings (Kongressabgeordnete aus Florida)
  • Michelle Lujan Grisham (Gouverneurin von New Mexico)
  • Maggie Hassan (Senatorin aus New Hamsphire)
  • Gina Raimondo (Gouverneurin von Rhode Island)
  • Gretchen Whitmer (Gouverneurin von Michigan)
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