Dank Wolfgang Pozzato ist in Salzgitter viel los

Salzgitter-Bad.  Ob als Lesepate oder Kopf der Kleinkunstbühne – Pozzato ist in Salzgitter vielseitig engagiert und jetzt für den Gemeinsam-Preis nominiert.

Der 72-Jährige, seit 2018 Träger der „Stadtmedaille in Gold“, verliehen in Würdigung seiner Verdienste für die Stadt Salzgitter, ist für den Gemeinsam-Preis 2020 nominiert.

Der 72-Jährige, seit 2018 Träger der „Stadtmedaille in Gold“, verliehen in Würdigung seiner Verdienste für die Stadt Salzgitter, ist für den Gemeinsam-Preis 2020 nominiert.

Foto: Yvonne Weber

Kinder und Kultur, seit fast 40 Jahren ehrenamtlich immer im Einsatz für die gute Sache: Die Förderung von Kindern und Jugendlichen liegt Wolfgang Pozzato besonders am Herzen. Der 72-Jährige, seit 2018 Träger der „Stadtmedaille in Gold“, verliehen in Würdigung seiner Verdienste für die Stadt Salzgitter, ist für den Gemeinsam-Preis 2020 nominiert.

Kinder für die Welt der Bücher begeistern

Er ist Lesepate der ersten Stunde. Einmal in der Woche sitzt Wolfgang Pozzato vor den 3- bis 6-Jährigen in der Kindertagesstätte Zwerge am Berge und taucht gemeinsam mit ihnen in die Welten der Märchen, Bilderbücher und tollkühnen Geschichten ein. „Ich finde Lesen unglaublich wichtig. Heutzutage werden Kinder nicht mehr an Bücher herangeführt und es wird nur noch unregelmäßig vorgelesen. Das zieht auch sprachliche Defizite mit sich“, erklärt Bücherfan und Vater dreier Töchter und Opa dreier Enkel. Ganz unter dem Motto „Glaub an dich selber, mach was aus dir und du kannst es werden“ unterstützt die Dr. Klaus Schmidt Stiftung der „Dr.-Klaus-Schmidt Hauptschule Salzgitter –Bad“ junge, hoffnungsvolle Schüler aus schwierigen sozialen und finanziellen Verhältnissen. Hier ist Pozzato nicht nur Gründungsmitglied, sondern auch Vorsitzender. Dr. Klaus Schmidt, einstiger Jugendfreund Pozzatos, arbeitete sich als gelernter Maschinenschlosser, zum Chef einer der weltweit einflussreichsten Londoner Werbefirmen hoch. „Sein Herzenswunsch vor seinem Tod war, seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt in Form einer wohltätigen Stiftung zu dokumentieren. Sein Credo war immer: „ Man darf nie seine Wurzeln vergessen“, so Pozzato. Mit einem jährlichen Preis, der auf 1.500 Euro dotiert ist, habe die einzige Salzgitteraner Schul-Stiftung schon sieben Jugendliche geehrt. Dabei ist neben den guten schulischen Leistungen, besonders das soziale Engagement der Preisträger gefragt.

Pozzato ist auch Kopf der Kleinkunstbühne Salzgitter-Bad

Seit fast 40 Jahren ist der Salzgitteraner der Kopf der Kleinkunstbühne Salzgitter-Bad (KKB). Als Gründungsmitglied 1982 fing alles mal ganz klein mit sieben Mitgliedern an. Mittlerweile hat sich die „KKB“ zu einem der größten Kulturvereine der Region mit über 420 Mitgliedern gemausert. Alles rein ehrenamtlich. Wenn die „KKB“ allerdings weiter in der bisherigen Form bestehen bleiben soll, wird sich einiges ändern müssen. Im Frühjahr 2021 stehen Neuwahlen an und drei der insgesamt fünf Vorstandsmitglieder stehen nicht mehr zur Wahl. Die Suche nach engagierten Leuten sei schwierig, so Pozzato. Aber nicht aussichtslos. Wo die Reise seines Vereins hingeht, weiß er im Moment noch nicht. Unzählige Musiker und Kabarettgrößen hat die „KKB“ im Laufe der fast 40 Jahre ihres Bestehens nach Salzgitter-Bad geholt. Darunter waren Gert Fröbe, Wolf Biermann, Fee, Clown Pic, The Mamas & Papas mit Scott McKenzie, Dieter Hildebrand und Emil Steinberger. Parallel zu den Großveranstaltungen, die bis in die späten 1980er Jahre in der Schulaula des Gymnasium Salzgitter-Bad stattfanden, hat die KKB seit 1985 viele Veranstaltungen in der damals frisch restaurierten „Kniestedter Kirche“ – Kniki“ durchgeführt. Die Creme de la Creme der deutschen Kabarettszene, bedeutende und erfolgreiche Bands, Liedermacher und Comedian sind seit 1985 in der „Kniki“ zu Gast gewesen. Ein „who is who“ der deutschen Kleinkunstszene.

Der Salzgitteraner unterstützt die, denen es nicht so gut geht

Verschiedene Ämter hat und hatte Pozzato zusätzlich inne. Er ist seit 1992 beratendes Mitglied im Ausschuss für Bildung & Kultur im Rat der Stadt Salzgitter. War Mit-Initiator bei der Gründung und später Vorsitzender bis zur Auflösung des „Stadtkulturbund Salzgitter“. Er war mehrere Jahre Schulelternratsvorsitzender des Gymnasiums Salzgitter-Bad und stellvertretender Vorsitzender des Schulvereins. Außerdem Mitglied im Arbeitskreis des Bürgervereins für die Einrichtung des Gradierpavillons im Rosengarten, ist Mitglied im Kulturkreis Salzgitter, beim SV Union Salzgitter und im Spendenparlament Salzgitter. Als Mitglied der Bürgerinitiative gegen die Schließung des Klinikum Salzgitter-Bad sammelten er und seine Mitstreiter mehr als 22.000 Unterschriften.
Der überzeugte Gewerkschafter und Unterstützer des „Bündnis gegen Rechts“ macht auch hier immer wieder auf Missstände aufmerksam. Auf die Frage, warum er sich so engagiere, antwortet Pozzato nüchtern: „Als Halbitaliener bin auch in den 1950er Jahren fremdenfeindlich beschimpft worden. Das hat mich für immer geprägt. Ich weiß, wie es ist am Rand der Gesellschaft zu stehen und möchte diejenigen heutzutage unterstützen, denen es nicht so gut geht. Außerdem finde ich es immer blöd, wenn Menschen meckern, aber selbst nichts machen.“ Es gebe weder die falsche Schule, noch falsche Umstände. Man müsse nur immer an sich selbst glauben und an seinen Zielen arbeiten.

Fakten

Name des Kandidaten: Wolfgang Pozzato

Das Ziel: Diejenigen unterstützen, denen es nicht so gut geht.

Kontakt: Kniestedter Kirche (KNIKI), Braunschweiger Straße 133, 38259 Salzgitter-Bad

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